Viele Menschen kennen Harburg nur aus der Perspektive von Autobahn, Bundesstraße oder Umsteigebahnhof. Wer jedoch anhält, aussteigt und erkundet, wird eine überraschend vielfältige und eigenständige Stadtgesellschaft entdecken, die ohne weltberühmte Sehenswürdigkeiten auskommt. Dass einige Bereiche Harburgs als soziale Brennpunkte wahrgenommen werden, kann man nicht wegdiskutieren. Schlagzeilenträchtige Ereignisse haben in der Vergangenheit immer wieder dazu geführt, dass sich die mediale Aufmerksamkeit stärker auf den Ort als auf die Ursachen konzentriert.
Fragt man die Menschen, die dort leben, zeigt sich jedoch sehr konsistent: Die Bewertung dieser Viertel durch die Bewohnenden fällt deutlich positiver aus, als ihr öffentliches Image es vermuten lässt. Eine gute Möglichkeit, sich dem Harburger Lebensgefühl zu nähern, bietet sich beim jährlichen Harburger Binnenhafenfest. Organisiert von der Kulturwerkstatt Harburg und unter dem Motto „Leinen los“, wird hier über drei Tage mit Live-Musik, Veranstaltungen auf dem Wasser und einem Familienprogramm gefeiert. Großen Wert legt das Organisations-Team auf die Einbindung ortsansässiger Vereine und Initiativen, um eine zu starke Kommerzialisierung des Hafenfests zu vermeiden. Doch Harburg lässt sich auch abseits des großen Trubels entdecken. Historisch Interessierte können die Geschichte Harburgs digital erkunden und vor Ort erlaufen. Das Stadtmuseum Harburg bietet mit dem Angebot der Kultur‑Routen Harburg ein Online‑Format mit verschiedenen Thementouren zur Stadtgeschichte.
Harburg: Auf den Spuren des grünen Bezirks
Übers Smartphone oder Tablet wird man zu den einzelnen Stationen geführt; vor Ort besteht die Möglichkeit, über QR‑Codes an den Infotafeln im Stadtgebiet direkt auf die Website zuzugreifen. Während der Kulturtage Harburg Anfang November zeigt sich die Vielfalt der Harburger Kulturlandschaft. Über zwanzig Einrichtungen öffnen ihre Türen für alle Interessierten. Von Museen und Galerien über soziokulturelle Projekte und Initiativen bis hin zu Bildungseinrichtungen ist alles dabei – unabhängig davon, ob es im Bezirk große Bedeutung hat oder eher Nischen besetzt.
Die grünen Ausflugsziele Harburgs eignen sich ideal für die Verbindung von Stadterkundung und Naturerlebnis. Die Harburger Berge beginnen im Süden des Bezirks und setzen sich über die Landesgrenze nach Niedersachsen fort. Dort findet man den großzügig angelegten Wildpark Schwarze Berge sowie ein gut ausgebautes Netz an Wegstrecken für Frischluftsuchende und ambitionierte Wanderer. Abseits der ausgetretenen Pfade Hamburgs bietet der Bezirk Harburg eine kleine, eigene Welt mit vielen Ecken und Attraktionen, die darauf warten, entdeckt zu werden. Anhalten und aussteigen lohnt sich – nicht nur für Durchreisende.

