Das Leben oder die Welt komplett zu verstehen ist unmöglich – und doch sollte man versuchen, so viel man kann davon in Erfahrung zu bringen, aufzunehmen, sich anzueignen. Schließlich ist man selbst ein Teil davon, wie alle anderen, und zwar von klein auf. Wie das spielerisch gelingen kann, zeigt seit mittlerweile fast 40 Jahren der Verein KinderKinder mittels einer großen Bandbreite an Kunst- und Kulturangeboten. Dazu gehören Kreativworkshops und Theaterproduktionen genauso wie Tanzprogramme und Konzerte, häufig auch im Rahmen großer, teils schon lang etablierter Events.
Dieses Jahr etwa findet zum 40. Mal SPOM statt, das Internationale Theaterfestival für junges Publikum. Ebenso internationale Gastspiele wie Hamburger Produktionen werfen hier an verschiedenen Spielorten in der Stadt mittels Musik, Tanz, Theater und Performance Schlaglichter auf die Welt, eröffnen neue Perspektiven und widmen sich wichtigen Themen auf nahbare und altersgerechte Weise, wie etwa Demokratie, Kolonialismus, Diversität oder Nachhaltigkeit. Auch das ,,Klangfest’’ auf Kampnagel ist schon lange eine feste Marke in Hamburgs Kulturlandschaft. Seit zehn Jahren bietet das dreitägige Festival musikalische Abenteuer und schließt Erfahrungsräume für experimentelle Klänge auf. Und das Kindermusikfest „Laut und Luise“ lässt jedes Jahr einen Teil von Planten un Blomen zu einer bunten Kinderbühne und Tanzfläche mutieren. Andere Formate wiederum laden nicht an einen stadtbekannten Veranstaltungsort oder in eine bestimmte Kultureinrichtung ein, sondern tragen Kunst und Kultur direkt an die Lebensorte der Menschen, wie etwa die Lasterkonzerte. In Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation Lasterkultur bringt KinderKinder partizipative Kunst- und Musikangebote in die Viertel selbst und erschafft dort Begegnungsorte für Kinder und Familien, an denen vor allem Kinderrechte thematisch im Fokus stehen. Alle im Alter von 5 bis 14 sollen hier über kreative Kanäle ihre eigenen Rechte kennenlernen und ihre eigene Stimme finden – als wichtige Basis für Selbstbestimmung und Gemeinschaftssinn.
Dieser Artikel ist zuerst in SZENE HAMBURG 09/26 erschienen.

