Offen gesagt: Kick it like a Fußballmuffel

Markus Gölzer ist Fußballmuffel und jetzt ist auch noch EM. In seiner Kolumne „Offen gesagt“ fragt er sich, was man als Fußballmuffel während der allgegenwärtigen EM tun kann. Die Lösung: Fußballschauen – und das aus vielen guten Gründen.
Fußballmuffel Markus Gölzer sieht in seiner Kolumne zu EM kaum eine Alternative, auch weil sie bald vorbei ist (©Michael Pfeiffer)

Imagepflege

Wie divers sich der Zeitgeist auch geben mag – für Fußballmuffel gilt: Zero Tolerance. Auch von anderen Fußballmuffeln, die nichts mehr verachten als sich selbst. Nutz die Chance zur Imagekorrektur, lies dir ein paar griffige wie inhaltsleere Floskeln an („Ein Tor täte dem Spiel gut.“) und lade ein zum gemeinsamen Fußballgucken mit viel Bier. Wichtig: Nach der EM dem Thema unbedingt wieder aus dem Weg gehen.

Party. Party. Party.

Fanzonen, Sportbars, Siegesfeiern – ab 14. Juni 2024 ist vier Wochen Party angesagt. Viele Spiele beginnen schon um 15 Uhr. Beweis Sportsgeist und sei jeden Tag der Erste an der Bierbar. TIPP! Per Public-Viewing-Hopping einmal quer durch die Stadt und zurück trinken.

Schreitherapie

Lass es raus vor allen Leuten: deine Wut über den Zustand der Welt, die Schwarz-Rot-Gold-Idioten, dass dein Bier schon wieder alle ist. Gib dem Brüllaffen Zucker, bis die Stimme bricht und genieß anerkennende Blicke auf der Fanmeile: Da zeigt mal jemand seine Leidenschaft für den Sport. TIPP! An der richtigen Stelle schreien.

Inspiration für neue Tattoos

Fußballer sind tätowiert wie betrunkene Matrosen. Vergiss den sportlichen Aspekt und mach die EM zu deiner persönlichen Tattoo-Convention. Dein Hals hat etwas Farbe verdient. Dein Gesicht erst recht. Ideen für fiese Frisen gibt’s obendrauf.

Die einfachste Lösung: Lass dich von der Begeisterung anstecken. Fahr dauerhupend durch den Berufsverkehr. Stimm im Supermarkt einen Fangesang an. Mach in der S-Bahn die La-Ola-Welle. Feier, dass die EM bald wieder vorbei ist.

Markus Gölzer ist textender Exil-Bayer und lebt seit über 20 Jahren auf St. Pauli. Seine Kolumne „Offen gesagt“ erscheint jeden Monat in der SZENE HAMBURG.

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