Ursprünglich kamen Nina Hagens „Bekenntnisse“ bereits 2010 heraus, doch im Zuge einer großen Release- und Re-Release-Offensive ihres Œuvres ist nun auch ihre Autobiografie noch einmal in einer aktualisierten und überarbeiteten Version erschienen. Als „Bekenntnisse“ vor 16 Jahren rauskam, war Nina für ihre verschriftlichte Lebensgeschichte mit 55 Jahren eh noch viel zu jung, und womöglich muss sie irgendwann sogar noch mal ein paar Kapitel nachliefern.
Bis dato liegt aber eine durchaus spannende, lesenswerte und angenehm unverblümte Abhandlung ihrer bisherigen 71 Lebensjahre vor – und die hatten es durchaus in sich. Wie man es von Nina Hagen gewohnt ist, geht es bei ihr viel um den Gott des christlichen Aberglaubens und dessen tischlernden Sohn – das muss man aushalten können und lesen wollen. Aber Nina an sich ist natürlich ungemein sympathisch und erfrischend authentisch, sodass man diese zu Papier gebrachte Gotthörigkeit in Kauf nimmt. Davon abgesehen nimmt Nina einen in „Bekenntnisse“ mit in die ehemalige DDR, mit nach Hamburg, Berlin, Amsterdam, Paris, Los Angeles und in einen indischen Ashram. Absolut lesens- und sehenswert – auch wegen der vielen Fotos. / Daniel Schieferdecker

