Mit diesem „Olympischen Band“ geht Hamburg in seinem Bewerbungskonzept um Olympische und Paralympische Spiele weit über die reine Sportinfrastruktur-Planung hinaus. Das Projekt versteht sich als zentrales freiraumplanerisches Leitbild der Bewerbung und soll als „grünes Rückgrat“ die nachhaltige Entwicklung der Stadt prägen. Entlang der Achse werden bestehende Parks aufgewertet, neue Grünanlagen geschaffen und bislang versiegelte Flächen entsiegelt. Ziel ist es, hochwertige Freiräume miteinander zu vernetzen und die Lebensqualität in den angrenzenden Quartieren langfristig zu verbessern.
Die geplante Achse verbindet zentrale Stadträume, Sportstätten und Parkanlagen – darunter den Volkspark, den künftigen Bornkamppark, den Lunapark, Planten un Blomen sowie im Zuge der Olympia-Bewerbung entstehende Freiräume wie den Bille- und Tidepark. Ergänzt wird das Konzept durch naturnahe Entwicklungen entlang der Wasserlandschaften bis hin zur Regattastrecke an der Dove Elbe.
Neben der ökologischen Aufwertung steht auch die soziale Funktion im Fokus: Neue und verbesserte Aufenthaltsorte, Sport- und Bewegungsangebote sowie durchgängige Fuß- und Radwege sollen die Stadt stärker vernetzen und für alle Generationen erlebbar machen. Gleichzeitig trägt das Projekt zur Klimaanpassung, zur Förderung der Biodiversität und zur Verbesserung des Stadtklimas bei.
Katharina Fegebank zu dem „Olympischen Band“
Das „Olympische Band“ fungiert zudem als Ausgleichskonzept für Eingriffe in bestehende Grünräume, etwa durch den Bau neuer Sportstätten im Volkspark. Durch die gezielte Entwicklung und Qualifizierung der Freiräume entsteht ein langfristiger Mehrwert für die gesamte Stadtgesellschaft – weit über die Dauer der Spiele hinaus.
Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Umweltsenatorin, betont die Chancen des Projekts: „Wir wollen Spiele für alle und Spiele, von denen alle etwas haben. Mehr Stadtgrün, mehr Aufenthaltsqualität und ganz viele Sportmöglichkeiten: Unser grünes ‚Olympisches Band‘ wird die Lebensqualität in vielen Quartieren nachhaltig erhöhen – und zwar weit über die olympischen und paralympischen Spiele hinaus. Gleichzeitig passen die ambitionierten Klimaziele des IOC hervorragend zu unseren eigenen Zielen einer klimaneutralen Stadt.“
Die Umsetzung der Olympia-Achse ist langfristig angelegt und wird bis zu einer möglichen Austragung der Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 schrittweise realisiert. Auch darüber hinaus bleibt das „Olympische Band“ ein zentrales Element der Hamburger Stadtentwicklung – als nachhaltiges Erbe einer möglichen Olympiabewerbung.
Grundsätzlich plant Hamburg unabhängig vom „Olympischen Band“ klimapositive Spiele – und verzichtet dabei auf den Bau neuer Sportanlagen nur für die Olympischen Spiele. Das ist mittlerweile auch eine verbindliche Vorgabe des IOC, die sich im Hamburger Bewerbungskonzept durchgängig widerspiegelt. Der Hamburger Plan: Null Prozent Neubauten nur für Olympia, die nach den Spielen nicht von der Stadtgesellschaft und dem Breitensport genutzt werden können. 76 Prozent der Sportstätten bestehen bereits – etwa das Millerntorstadion für die Hockey-Wettbewerbe, die Messehallen für das Fechten, die Barclays Arena für die Turnwettbewerbe und die Basketballfinals. 24 Prozent werden lediglich temporäre errichtete Anlagen, wie Tribünen für das Radrennen in der HafenCity oder die Rampen für die Skate-Wettbewerbe auf dem Heiligengeistfeld. Sie können nach den eigentlichen Spielen weiter genutzt werden. Heißt: Sie werden abgebaut und andernorts wieder aufgebaut. Auch Sportgeräte wie Tischtennisplatten, Hallenböden, Turngeräte will Hamburg erwerben und nach den Spielen den Hamburger Vereinen, Verbänden und Schulen zur Verfügung stellen. So bleibt ein Stück Olympia im wahrsten Sinne des Wortes in Hamburg.
Ein Grünes Konzept für Olympia
Das Hamburger Konzept setzt auf Ressourcenschonung, hundert Prozent erneuerbare Energien sowie auf eine Mobilität im „Umweltverbund“ aus öffentlichem Nahverkehr, Fahrradnutzung und fußläufig erreichbaren Veranstaltungsorten.
Eine Anreise mit dem privaten Pkw zu den Sportstätten ist – analog zur Fußball-Europameisterschaft 2024 – nicht geplant und möglich. Es wird angestrebt, die Anreise auswärtiger Gäste primär über die Schiene abzuwickeln und den Hamburger Hauptbahnhof mit dem Ziel der Ausrichtung der Spiele zu erweitern und modernisieren. Die Olympia-Planung der Stadt beinhaltet ein integriertes Regenwassermanagement, welches öffentliche Gewässer nachhaltig aufbereitet und verbessert, Hitzeschutzmaßnahmen sowie ein flächendeckendes einheitliches Mehrwegsystem für Speisen und Getränke im Umfeld der Spiele.
Katharina Fegebank: „Wir wollen Olympische und Paralympische Spiele, die zu Hamburg passen. Das mit dem Volksentscheid beschlossene Ziel, dass Hamburg bis 2040 klimaneutral sein muss, und die Anforderungen des IOC für eine möglichst klimapositive Ausrichtung der Spiele, ergänzen sich nach unserem Verständnis hervorragend. Die Spiele können als Beschleuniger für Fortschritt sowie Innovation wirken. Sie können damit auch zur Klimaneutralität 2040 beitragen. Kein anderes Event hat diesen Effekt. Hamburg ist für uns der perfekte Ort, um neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit zu setzen.“
Volkspark Der Volkspark wird als historische „Sportlandschaft“ weiterentwickelt. Ziel ist ein inklusiver, klimaresilienter Freiraum, der Spitzen- und Breitensport, Erholung und Naturerlebnis miteinander verbindet und als grüne Lunge im Westen Hamburgs gestärkt wird.
Bornkamppark Aus dem ehemaligen Friedhof Bornkamp entsteht ein neuer Park mit besonderer Atmosphäre. Historische Strukturen bleiben erhalten, ergänzt durch offene Wiesen, Biodiversitätsflächen und Orte der Ruhe – ein grünes Bindeglied im verdichteten Stadtteil.
Lunapark Der Lunapark bildet das Herz eines neuen Stadtquartiers am Diebsteich. Mit vielfältigen Sportanlagen, Grünflächen und Begegnungsorten entsteht ein lebendiger Freiraum für Bewegung, Alltag und gemeinschaftliches Leben.
Planten un Blomen – Alter Elbpark Die zentrale innerstädtische Grünverbindung wird gestärkt: Neue Flächen, bessere Wegebeziehungen und eine geplante Unterführung schaffen einen durchgängigen „Grünen Ring“ für Fuß- und Radverkehr.
Billepark In einer bislang industriell geprägten Umgebung entsteht ein neuer Park entlang der Bille. Uferbereiche werden zugänglich gemacht und mit Sport-, Freizeit- und Aufenthaltsangeboten kombiniert – ein wichtiger Impuls für den Hamburger Osten.
Tidepark Der Tidepark setzt auf Naturentwicklung an der Norderelbe. Neue Wege, naturnahe Uferzonen und gezielte Besucherlenkung machen die besondere Flusslandschaft erlebbar und stärken gleichzeitig Biodiversität und Klimaanpassung.
Landwirtschaftspark Schnelsen Hier verbinden sich Landwirtschaft, Naturschutz und Naherholung. Urbane Agrikultur, Umweltbildung und neue Landschaftselemente machen die Kulturlandschaft erlebbar und fördern regionale Produktion sowie ökologische Vielfalt.
Dieser Artikel ist zuerst in der SZENE HAMBURG 05/2026 erschienen.

