Das Osterstraßenfest in Hamburg wird auch 2026 wegen der noch immer anhaltenden großen Fernwärme-Baustelle im Stadtteil Eimsbüttel nicht stattfinden. Eigentlich sollte diese bis zum Sommer abgeschlossen sein, das wird nun aber nichts. Grund für die Absage des Festes, für das es laut Veranstalter auch keinen Ersatztermin geben wird, ist der Bau der knapp fünf Kilometer langen Fernwärmeleitung. „Immer wenn man das Gefühl hat, in der Osterstraße läuft es wieder, kommt der nächste Hammer“, sagte Til Bernstein von der Interessensgemeinschaft Osterstraße und Organisator des Straßenfestes schon im vergangenen Jahr. „Die raumgreifenden Einrichtungen lassen leider auch aus Sicherheitsgründen keine Möglichkeit zu, das beliebte Straßenfest an Alternativstandorte zu verschieben“, heißt es auf der offiziellen Website des Osterstraßenfests.
Die Arbeiten sorgen auch für Kritik bei Anwohnenden und Gewerbetreibenden. Geschäftsleute beklagen Einschränkungen durch Absperrungen, unzureichende Umleitungen und eine mangelhafte Kommunikation seitens der Verantwortlichen. Besonders Fußgängerinnen und Fußgänger seien von weiten Umwegen betroffen. Auch am Wochenende, wenn die Baustelle ruht, gebe es keine provisorischen Verbesserungen. Nicole Conrad vom Restaurant Alpenkantine sah sich bereits letztes Jahr durch den Zeitplan der Bauarbeiten existenziell bedroht. Ihre Außengastronomie wird auch in diesem Sommer weiter beeinträchtigt, eine Hauptsaison für ihr Geschäft. „Wenn mir die Außengastro wegfällt, kann ich gleich dichtmachen“, so Conrad 2025 gegenüber dem NDR. Kritik gab es auch an Ausweichstrecken für den Lieferverkehr, da große Lkws durch schmale Straßen wie die Emilienstraße geleitet werden sollen.
Eine Herausforderung für die gesamte Nachbarschaft
Die Baustelle wird von Hamburg Energie in Kooperation mit der Stadt umgesetzt. Ziel ist es, Hamburgs Energiewende voranzutreiben. Vertreter von Hamburg Energie und Osterstraße e. V. haben angekündigt, zusammen mit den Betroffenen nach Lösungen zu suchen. Obwohl die Arbeiten ein Projekt für die klimaneutrale Zukunft Hamburgs sind, bleibt die Forderung der Gewerbetreibenden klar: bessere Informationen, praktikable Zuwege und ein realistischer Zeitplan. Bis dahin bleibt die Baustelle eine Herausforderung für die gesamte Nachbarschaft und die Freunde des Osterstraßenfestes müssen auch dieses Jahr auf jenes verzichten und sich auf 2027 freuen.

