„Paradiso!“ im Schmidts Tivoli: St. Paulis Südsee-Oase

Seit dem 2. Juli hat das Schmidts Tivoli seinen Betrieb wieder aufgenommen. Auf dem Programm steht die Show „Paradiso!“. Wir waren für euch in der Samstagsvorstellung auf abenteuerlicher Expedition

 Text: Michelle Kastrop

 

The show must go on – das Schmidts Tivoli auf dem Spielbudenplatz ist das erste deutsche Theater, das nach dem Corona-bedingten Shutdown seinen Spielbetrieb wieder aufnimmt. Und gerade angesichts der langen kulturellen Durststrecke ist die bei der – natürlich Corona-konformen – Show „Paradiso!“ der Name umso mehr Programm. Denn in dieser tropischen Oase präsentiert sich eine Artenvielfalt aus Artistik, Comedy, Gesang und Magie.

Vor dem Spielhaus erwarten uns schon die Schauspieler der Show „Heiße Ecke“. Trotz Mundschutz sieht man ihnen die Freude über die offenen Türen des Theaters deutlich an. Unsere Plätze sind auf der linken Seite des Theatersaals. Wir werden unter Einhaltung der Mindestabstände auf direktem Weg zu unserem Platz gelotst: Es geht durch die linke Eingangstür, den linken Treppenaufgang hinauf und schließlich – in Begleitung eines Platzeinweisers – durch die linke Tür des Theatersaals zu unserem Platz.

Der Saal ist im pompösen Dschungel-Stil dekoriert. Überall sind Grünpflanzen, Schmetterlinge hängen von den Wänden und das Bühnenbild zieren Flamingos und subtropische Blumen. In dieser bunten Umgebung fallen die durchsichtigen Trennwände zwischen einigen Tischen gar nicht auf.

 

Komiker, Zauber-Duo, betrunkene Opernsängerin

 

Das Formular für unsere Kontaktdaten liegt bereits auf dem Tisch vor uns und die Getränkekarte wird über einen QR-Code direkt auf unser Smartphone geladen. Zu Beginn der Show empfängt uns Henning Mehrtens in Leoparden-Anzug mit rotem Einstecktuch, roten Schuhen und roten Rüschenhemd. Normalerweise ist er Gastgeber und Hausherr im Schmidtchen nebenan. Kurz nach der Begrüßung folgt der erste Witz über Pinneberger, ganz nach typischer Tivoli-Manier. Dann der erste Künstler des Abends: Nik Breidenbach eröffnet die Show mit dem Song „Paradiso“. Und schon haben wir einen Ohrwurm.

Dekorierter Zuschauerraum (Bild: Morris Mac Matzen)

Es folgt der Komiker Corny Littmann in einem Anzug aus kurzer Hose und Jackett mit knallbunten Tropen-Muster. Er gibt dem Publikum auf seine freche Art zu verstehen, dass diese Show solange stattfindet, bis die ganzen Plastikpflanzen im Raum bezahlt sind – alle lachen. Das lustige Zauber-Duo Siegfried und Joy führt uns in verschiedenen magischen Darbietungen aufs Glatteis. Artistische Glanzleistung zeigt uns die Berlinerin Sina Brunner als Stangen- und Vertikaltuchakrobatik. Carolin Fortenbacher spielt unter anderem eine betrunkene Opernsängerin, die von ihrem Freund verlassen wurde.

Nach 75 Minuten Spielzeit kommt die Verabschiedung durch Mehrtens, und noch ein Witz über Pinneberger. Nach dem langen Jubel-Entzug saugen die Bühnenkünstler das Klatschen der Zuschauer auf. Auch der Weg nach draußen erfolgt wieder sehr geordnet.

Der Auslass aus dem Theater Saal findet in verschiedenen Gruppen statt und wird bestimmt durch unterschiedliche Songs. Wir hören als erste Gruppe unser zugewiesenes Lied „Griechischer Wein“ und verlassen das Spielhaus. Die Vorstellung, wird uns nach der Show versichert, findet auch noch im August und September statt – eben so lange, bis die Plastikpflanzen bezahlt sind.

Schmidts Tivolo 
“Paradiso!” vom vom 14.-31. Juli 2020 

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