Die Renovierungsarbeiten sind vollbracht. Der denkmalgerecht sanierte Bücher-Pavillon wurde am 7. Januar nach sieben Monaten Bauphase wieder der gemeinnützigen Stiftung Denkmalpflege Hamburg übergeben, welche seit Februar 2025 rechtmäßige Eigentümerin, durch Übergabe des Betreibers Frank Bartling, ist. Dieser erhielt einen langfristigen Mietvertrag zu angemessenen Konditionen, sodass der literarische Buchhandel im Denkmal fortgesetzt werden kann. Basis dafür ist ein Sondernutzungsvertrag des Bezirks Eimsbüttel für den öffentlichen Grund, auf dem der nur 44 Quadratmeter große Pavillon steht. Als Denkmal der Freien und Hansestadt Hamburg ist sein Erhalt von öffentlichem Interesse. Die Finanzierung sowie Organisation der Renovierung übernahm die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG, die Realisierung der baulichen Maßnahmen wurde durch die Architekten Architekten Klaus und Schulz durchgeführt. Nach Vorbild historischer Fotografien wurden auch der Zaun und die Markise zum Schutz vor der Sommersomme rekonstruiert.
44 Quadratmeter Geschichte: Warum die Bücherstube Stolterfoht für Hamburg von so großer Bedeutung ist
Die Renovierungsarbeiten waren nach 76 Jahren regen Betriebs notwendig. Während der letzten sieben Monate ging der Bücherverkauf in einem Container weiter, ab jetzt können die Kundinnen und Kunden ihre Bücher wieder im muckeligen Inneren des Denkmals erstehen. Die Umbaukosten lagen bei rund 500.000 Euro, das Ergebnis kann sich sehen lassen!
Der Pavillon wurde 1949 vom renommierten Architekten Werner Kallmorgen (1902–1979) für die Buchhändlerin Greta Stolterfoht (1897–1971) errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Trotz aller Trends und Veränderungen ist die Bücherstube dank des Engagements des Betreibers Frank Bartling sowie eines Kreises treuer Kundinnen und Kunden und Unterstützender im Originalzustand erhalten geblieben – erfüllt bis heute ihre ursprüngliche Funktion und begeistert Lese-hungrige.
Die kleine Buchhandlung hat historisch gesehen eine hohe emotionale Wichtigkeit für die Stadt Hamburg. Jan Bürger, Literaturwissenschaftler und Schriftsteller, beschreibt die Bücherstube Stolterfoht als ein architektonisches Schatzkästchen und lebendiges Literaturdenkmal: „Denn so bescheiden dieser Pavillon mit seinen grade mal 44 Quadratmetern Nutzfläche auch ist, symbolisiert er doch wie kein anderer Ort in Hamburg den Neuanfang, nachdem 12 Jahre Diktatur die Menschen innerlich regelrecht entstellt hatten. Die Bücherstube Stolterfoht gab den jungen Schriftstellern und Lesern Helmut Heißenbüttel, Peter Härtling und vielen anderen Hoffnung.“

