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LYS Vintage: Skandinavisches Design in Eimsbüttel

Auf einem gemütlichen dänischen Sofa sitzend erzählt uns Simone Sauvigny, Inhaberin von LYS Vintage, wie sie ihr ganz eigenes Konzept für ein Möbelgeschäft entwickelte und von ihrer Faszination für skandinavische Design-Klassiker

Interview: Frank Sill

 

Was mit einer persönlichen Leidenschaft für Unikate dänischer Design-Klassiker begann, die sich irgendwann in Simones Wohnung stapelten, wurde 2008 auch zu ihrem beruflichen Lebensinhalt. Aus ihrer Leidenschaft für skandinavische Mid-Century- Originale entstand ein 350 Quadratmeter großes Möbelfachgeschäft in Eimsbüttel.

Der Schwerpunkt hat sich seit Gründung auf fabrikneue Produkte verlagert. Die Philosophie ist aber die Gleiche geblieben und so ist sie auch weiterhin den skandinavischen Prinzipien treu: solide handgefertigt, funktional relevant und ästhetisch faszinierend. Sozusagen die modernen Klassiker von morgen.

 

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Seit 12 Jahren hat Simone Sauvigny ihren Mödelladen LYS Vintage in Eimsbüttel (Foto: Anna Sauvigny)

 

Fangen wir doch einmal direkt mit dem an, was draußen an eurem Schaufenster steht. Was bedeutet der Name LYS Vintage?

Er hat tatsächlich eine Bedeutung, die uns damals bei unserer Gründung inspiriert hat. LYS kommt aus dem Dänischen und bedeutet Licht. Gerade in der dunkleren Jahreszeit haben die Skandinavier doch sehr wenig Tageslicht und konzentrieren sich auf ihre Wohnräume und auf die Lichtkonzeption in diesen Räumen. In den 50er und 60er Jahren hatte der dänische Modernismus seine Hochzeit, der durch viele, bis heute sehr bekannte, Lichtdesigner geprägt war. Viele dieser Klassiker, wie von Louis Poulsen, werden auch bis heute so produziert.

 

Skandinavischer Modernismus

 

Und ihr habt euch dann erst einmal auf diese Vintage Klassiker konzentriert?

Anfangs haben wir uns nur auf Unikate spezialisiert, haben dann aber 2010 begonnen junge, aufstrebende Designer mitaufzunehmen, die auf dem Erbe der großen Meister aufgebaut haben. Heute präsentieren wir daher einen Mix aus Klassikern, die teilweise wieder produziert werden, und den Möbeln junger Designer, die im Geiste dieses skandinavischen Modernismus gestalten.

Woher stammt deine Liebhaberei für skandinavische Mid-Century- Originale?

Während unserer Gründungszeit vor gut zwölf Jahren war ich vor allem auf der Suche nach Dingen, die noch einen Wert hatten und mit der Zeit eigentlich immer besser werden wurden, weil sie mit einer Art Würde reifen und im Laufe der Jahre eine schöne Patina ansetzen.

Ich habe vor der Gründung einige Zeit in Dänemark verbracht. Dort ist es so, dass Dinge anscheinend nur einmal gekauft werden und dann von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dieses Bewusstsein für Langlebigkeit in Material und Design hat mich beeindruckt. Vor diesem Hintergrund haben wir dann angefangen, dort solche Unikate aus Palisander oder auch Teak zu suchen und zu verkaufen.

Irgendwann ist uns dann allerdings aufgefallen, dass viele Dänen gerne nach Deutschland kamen, um hier solche Klassiker zurückzukaufen, weil wir Deutschen den Wert gar nicht erkannt haben und den Dänen damit viele Schnäppchen ermöglichten.

Und was hat das für euch bedeutet?

Wir haben erst einmal erkannt, dass es zwar einen großen Markt für skandinavische Klassiker gibt, der aber international durch spezialisierte Auktionshäuser schon sehr leer gefegt war und für uns nicht so viel übrig blieb, um daraus einen wirtschaftlich soliden Anfang aufzubauen. Deshalb konzentrierten wir uns auf die jungen, neuen Designer, die mit uns gerne zusammenarbeiten wollten, weil wir ihnen im Gegenzug einen Zugang zu dem großen deutschen Markt ermöglichten.

 

Heimelige Atmosphäre

 

Kannst du bitte einmal beschreiben, wie euer Sortiment aussieht.

Vom Sortiments-Mix her sind wir ein typischer Concept Store, der Möbel, Leuchten und Wohn-Accessoires anbietet. Unser Ausstellungskonzept ist so strukturiert, dass man beim Reinkommen direkt das Gefühl hat, dass man auch so eingerichtet sein könnte, weil wir unterschiedliche Wohnzonen eingerichtet und nicht nach Sortiment ausgestellt haben. Wir bekommen von unseren Kunden auch immer wieder erzählt, dass sie sich hier gerne aufhalten, weil dieses Ausstellungskonzept für viele eine heimelige Atmosphäre schafft, die auch etwas Beruhigendes im Kontrast zu unserem stetig getakteten Alltag bietet.

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Licht spielt in der Raumkonzeption eine wichtige Rolle (Foto: Jonas von der Hude)

Was macht für dich ein gutes Design aus?

Dass es handwerklich gut gemacht und zeitlos ist und damit wertbeständig. Ganz wichtig, es muss einen echten Gebrauchsnutzen haben und nicht nur eine visuelle Idee darstellen.

Leo Lübcke von interlübcke hat einmal gesagt, dass gutes Design über der Zeit steht …

Ja, ein schöner Gedanke, wenn etwas den Test der Zeit besteht und nach Jahrzehnten immer noch als schön empfunden wird, dass ist toll.

Ein Stuhl braucht nicht ständig neu erfunden werden, im Modernismus sind bereits ein paar perfekte Exemplare entstanden, die noch heute produziert werden. Andererseits ermöglichen moderne Verfahren wie zum Beispiel 3-D-Drucker ganz neue technische Möglichkeiten, die das Design unserer Zeit mit beeinflussen. Ich denke da an die Alltagsobjekte von Wang & Söderström, einem Kopenhagener Design-Studio, bei dem die Grenzen vom Realen mit dem Digitalen verschwimmen. Das weist den Weg in die Zukunft und zeigt auch sehr schön, dass wir doch nicht nur Gestriges und Nostalgisches anbieten (lacht) und in einer Zeitkapsel konservieren wollen.

War es immer schon dein Traum ein Möbelfachgeschäft zu betreiben? Oder wie kam es dazu?

Ich habe ursprünglich als Strategische Markenentwicklerin gearbeitet und bin da eher durch mein privates, persönliches Interesse reingerutscht. Nur weil man irgendwann Ikea entwachsen war, wollte man ja nicht automatisch bei den konservativen, großen Möbelhäusern landen und da wollten wir eine Alternative bieten und das hat dann ja auch ganz gut funktioniert.

 

Fokus auf Familie

 

Wie kamst du auf die Idee, in Eimsbüttel zu eröffnen?

Es war sicherlich die geografische Suche um unseren damaligen Wohnort herum und das Gefühl, dass hier viele Menschen leben, die so ticken wie wir. Dieses skandinavische Lebensgefühl, den Fokus auf Familie statt Karriere und ein bewusster, werthaltiger Konsum statt das Streben nach repräsentativem, vordergründigem Luxus.

Was macht denn dieser Stadtteil für dich aus?

Ich empfinde diesen Stadtteil als sehr heterogen und dadurch nicht so greifbar. Das geht ja von der bunten Schanze bis hin zum Weiher, der eher eine große Bürgerlichkeit aufweist. Hier findest du von progressiven bis zu konservativen Lebenseinstellungen irgendwie alles.

Wo gehst du selber hier gerne Schaufensterbummeln?

Auf dem Abschnitt zwischen Osterstraße und Fruchtallee hat sich ein ganz spannender Mix von neuen Geschäften, Boutiquen und Cafés entwickelt, da kann man sich schöne Anregungen holen. Bei uns um die Ecke gibt es das Black Line, bei denen wir gerne unseren Kaffee holen und schräg gegenüber ist Kind der Stadt, ein richtig schöner Kinderausstatter. Nicht weit von hier ist Andrzej Kolaska, der Bunzlauer Keramik anbietet und bei dem man ganz tolle Geschenkideen findet.

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Bei LYS Vintage entdeckt man immer wieder schöne Anregungen (Foto: Jonas von der Hude)

Und in welchen Lieblingsrestaurants geht ihr abends gerne essen?

Für besondere Anlässe ist nach wie vor das Vienna die erste Wahl der Klassiker. Mittags gehen wir gerne in den Thai Gourmet Imbiss und das Salibaba ist ein tolles Projekt, das von ehemaligen, syrischen Flüchtlingen geführt wird und man kann da einfach lecker essen. Initiiert hat das Projekt der syrische Gastronom Hanna Saliba, dem das bekannte Restaurant Saliba Alsterarkaden gehört und seinen Landsleuten helfen möchte sich eine eigene Zukunft aufzubauen.

 

 

Zum Abschluss. Wie sieht für dich der perfekt geschmückte Weihnachtsbaum aus?

Auf jeden Fall nicht jedes Jahr in einem neuen Gewand und der Schmuck besteht aus wertigen Materialien, wie zum Beispiel Messing, transparente Glaskugeln und ganz wichtig sind echte Kerzen für mich. Aktuell haben wir beispielsweise gedrehte und gelackte Kerzen, ein bisschen 80er-Jahre-Style, im Sortiment. Das Ganze dann abgerundet mit Fundstücken aus der Natur, die man auf langen Herbstspaziergängen prima sammeln kann.

LYS Vintage GmbH
Eppendorfer Weg 8


SZENE HAMBURG KAUFT EIN 2020 SZENE HAMBURG KAUFT EIN!, Dezember 2020. Das Magazin ist seit dem 19. November 2020 im Handel und auch im Online Shop erhältlich! 

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Hier gibt’s die besten Franzbrötchen in Hamburg

Das Glück besteht aus Zimt, Zucker, Plunderteig und hört auf den Namen Franzbrötchen. Frisch und noch warm aus dem Ofen haben wir es am liebsten: Hier bekommt ihr die besten Franzbrötchen der Stadt

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung, zuletzt aktualisiert 2020

 

Altes Mädchen

Ein Braugasthaus muss gutes Bier verkaufen – Ehrensache. Aber Franzbrötchen? Immer wieder sonntags könnt ihr euch im Alten Mädchen selbst von beidem überzeugen. Denn beim Frühschoppen landen hier die heißen Anwärter auf den Titel „Hamburgs bestes Franzbrötchen“ frisch aus der hauseigenen Backstube auf euren Tellern.

Altes Mädchen: Lagerstraße 28b (Sternschanze)

 

Bäckerei Braaker Mühle

Bäckerei Braaker MühleBei der Bäckerei Braaker Mühle werden Franzbrötchen-Puristen und Schokoliebhaber gleichermaßen glücklich: In dem knusprigen wie matschigen Plunder verbirgt sich je nach Wahl entweder die Geschmacksklassiker-Kombi aus Zimt und Zucker oder eine süße Versuchung aus bestem Kakao. Wir nehmen natürlich einfach beide!

Bäckerei Braaker Mühle: Barmbeker Straße 48 (Winterhude) 

 

Bäckerei Körner

Es heißt, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Zum Glück braucht man das bei der Bäckerei Körner auch gar nicht, denn die dortige Franzbrötchen- Fangemeinde ist ziemlich groß und sich vor allem einig: Was hier als perfekte Fusion von butterigem, lockerem Teig und saftiger Füllung aus der Backstube kommt, ist absolute Spitzenklasse.

Bäckerei Körner: Blankeneser Landstraße 13 (Blankenese)

 

Berkenthiner Dorfbackstube

Auf den Wochenmärkten gibt es einige Delikatessen zu entdecken. Auf dem Goldbekmarkt sind das vor allem die fantastischen Franzbrötchen am Stand der Berkenthiner Dorfbackstube, besser bekannt als „Jürgen“. Die werden zwar – wir konnten es kaum glauben – in Lübeck hergestellt, können den guten Stücken aus Hamburg aber auf jeden Fall das Wasser reichen.

Berkenthiner Dorfbackstube: Wochenmarkt am Goldbekufer (Winterhude)

 

Café Luise

Im Café Luise wird noch wie zu Omas Zeiten gebacken: liebevoll per Hand und mit besten Zutaten. Kein Wunder, dass die Franzbrötchen dort nicht einfach nur gut sind, sondern sogar preisgekrönt! Hochwertige Butter bildet im saftigen Plunderteig die perfekte Harmonie mit Zimt und Zucker.

Café Luise: Erdkampsweg 12 (Fuhlsbüttel)

 

Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei

Das Alstertal ist besonders im Frühling einen Besuch wert, Franzbrötchen-Fans reisen aber auch ganzjährig nach Poppenbüttel. Weil es dort – so sagt man – die besten der Stadt bei Reinhardt gibt. Dort könnt ihr in gemütlicher Atmosphäre den ganzen Tag frühstücken und es euch auf der Terrasse oder vor dem Kamin gut gehen lassen.

Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei: Poppenbüttler Hauptstraße 37 (Poppenbüttel)

 

Die Kleine Konditorei

Nachhaltigkeit kann so gut schmecken! In der Kleinen Konditorei legt man nicht nur Wert auf die Qualität der Backwaren, sondern auch auf den schonenden Umgang mit der Umwelt. Die Franzbrötchen sind so schon ein Traum, ein gutes, grünes Gewissen lässt sie jedoch gleich noch besser munden. Dass dafür Menschen sonntags Schlange stehen, überrascht uns nicht wirklich.

Die Kleine Konditorei: Lutterothstraße 9–11 (Eimsbüttel)

 

Elbgold

Dass es bei Elbgold fantastischen Kaffee gibt, ist hinlänglich bekannt – die sagenhaften Franzbrötchen hingegen: Bis jetzt ein echter Geheimtipp! Fluffiger Teig trifft hier auf Zimt, Zucker und Butter und ergibt genau die richtige Konsistenz zwischen knusprig-karamellig und sabschig.

Elbgold: Lagerstraße 34c (Sternschanze)

Ihr Finkenwerder Bäcker

Wenn es mal auf eine Fahrradtour ins Alte Land verschlägt, sollte auf jeden Fall beim Finkenwerder Bäcker vorbeischauen. Zu nachtschlafender Zeit backt Besitzer Jan dort schön saftige Franzbrötchen sowie seine Eigenkreation, den Flensburger. Das ist ein weniger süßes Franzbrötchen mit Rosinen und Schmalz im Teig. Lecker!

Ihr Finkenwerder Bäcker: Steendiek 13 (Finkenwerder) 

Ludwig Daube

Daube blickt mittlerweile auf 130 Jahre Erfahrung im Backen von Franzbrötchen zurück – und diese Erfahrung schmeckt man: Mit genau dem richtigen Verhältnis aus Teig und Füllung sowie Zucker und Zimt kommen hier täglich echte Qualitätsbackwaren aus dem Ofen, so wie sie vielleicht sogar schon Oma genossen hat.

Ludwig Daube: Hamburger Straße 206 (Barmbek-Süd) 

 


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Appetit auf mehr? 

Neue Gastro-Liebe: Herzstück eröffnet in Eimsbüttel

Zwei kreative Köpfe, eine richtig gute Location und jede Menge positive Energie: Die Gastronomen Hannes Schröder (u. a. Küchenfreunde) und Vesper-Gründer Christian Buchleiter machen ab 4. August gemeinsame Sache

 

Nach dem Heimatdeli „was wir wirklich LIEBEN“ in der Hegestraße und dem Kraftwerk in Bahrenfeld folgt nun der nächster Standort in Eimsbüttel. An der Ecke Osterstraße/Eppendorfer Weg, an der das Vesper schon seit 24 Jahren zu Hause ist, eröffnen beide am Dienstag, 4. August, ihr „Herzstück“.

In der neuen Location mit Sonnenterrasse werden ab nächster Woche dienstags bis samstags von 9 bis 24 Uhr hochwertige Speisen, Kaffee und Kuchen sowie leckere Drinks – from farm to table, in gehabter „was wir wirklich LIEBEN“-Qualität.

 

Drei-Tageszeiten-Modell

 

In der neuen Küche, die auf Effizienz und Nachhaltigkeit ausgelegt ist, werden aus regionalen und saisonalen Zutaten köstliche Gerichte gezaubert. Das Drei-Tageszeiten-Modell, welches von morgens bis abends glücklich und satt macht, wird hier kreativ umgesetzt: Zum Frühstück gibt es eine Auswahl an Müsli, Stullen, Franzbrötchen, Rüherei oder auch vegane Alternativen. Die Lunchkarte, die jede Woche wechselt macht Veganer und Vegetarier genauso glücklich wie Fleischliebhaber.

Von geröstetem Blumenkohl mit eingelegten Kirschen und Ziegenkäse über hausgebeizten Fjordlachs bis zu Hannes‘ Lieblingsgericht, Wiener Schnitzel mit Heidekartoffel-Salat, findet man abends auf der Speisekarte ebenfalls für jeden Geschmack etwas.

Den 4. August rot im Kalender markieren und ab nach Eimsbüttel ins Herzstück!

Herzstück: Osterstraße 10-12 (Eimsbüttel)


Der Gastro-Guide SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN ist seit April 2020 für 10,80 Euro im Handel und im Online-Shop erhältlich!


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Appetit auf mehr?

Zimt & Koriander: Ein Mezzedes-Mekka

Zucchini-Bällchen statt Metaxa-Fleischplatte: Das Bistro Zimt & Koriander im Eppendorfer Weg serviert echte griechische Küche in kleinen Happen

Text: Laura Lück

 

Dass Zimt bittersüß sei wie die Frauen ist nur eine der vielen Lebensweisheiten, die Fanis im Film „Zimt und Koriander“ von seinem griechischstämmigen Großvater Vassilis lernt, der ein Gewürzgeschäft im Istanbul der 50er Jahre führt. Er glaubt fest an die übernatürliche Macht der genusssteigernden Mittel und spinnt um jedes eine kleine Geschichte.

Kleine Gerichte mit griechischer Würze gibt’s im Zimt & Koriander im Eppendorfer Weg, dessen Name an Tassos Boulmetis Filmdrama angelehnt ist. Koch Alberto stammt selbst aus Nordgriechenland und serviert mit seinem Geschäftspartner Birol traditionelle Mezzedes abseits von Gyros und Souvlaki.

Morgens wird frisch eingekauft, mittags und abends brummt der Laden. Auf Barhockern an hohen Bistrotischen kommt hier dann die Eimsbüttler Nachbarschaft zusammen und teilt Tapas-Schälchen zu süffigem Hauswein. Eine handgeschriebene Tafel präsentiert das tägliche Angebot von Tzaziki bis Kalbsleber. Die Auswahl fällt schwer – zum Glück schafft man zu zweit locker sechs Gerichte.

 

Große Auswahl an griechische Tapas

 

Erste Runde: würzig-krosse Zucchini-Bällchen mit Estragonsenf (3,50 Euro), superzart gegrillte Lammspieße mit Tomatencreme (5,50 Euro) und gegrillter Oktopus (6,20 Euro), der ganz schlicht mit Olivenöl und Zitrone angemacht ist. Stimmt die Qualität der Zutaten, braucht es davon eben wenige. Der Service empfiehlt außerdem die Scampi in Tomatensauce mit Feta (6,20 Euro), dessen herrlich würzig-salziges Aroma nichts mit Hirtenkäse aus dem Supermarkt-Kühlregal zu tun hat. Auch das Tzaziki mit original griechischem Joghurt (2,80 Euro) schmeckt wie auf Kreta. Dazu gibt’s Lachsspieße auf Fenchelsalat mit Anisnote (5,50 Euro) und Baby Calamaretti vom Grill (5,50 Euro).

Im Film erzählt Vassilis von der Magie der Gewürze und ist überzeugt, dass das perfekt abgeschmeckte Gericht etwa die Liebe entflammen kann. Wenn das stimmt, hat sich vielleicht auch heute Abend in Eimsbüttel jemand verliebt. In jedem Fall aber kann man das Restaurant mit noch so schlechter Laune betreten; die frischen Mezzedes und die Herzlichkeit der Gastgeber bringen Genuss- und Lebensfreude in dem kleinen Gastraum – und die ist ansteckend.

Zimt & Koriander: Eppendorfer Weg 79 (Eimsbüttel)


Szene_Hamburg_Februar_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Januar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Restaurant-Tipp: Herz und Bauch

Bali-Stimmung in Hamburg-Eimsbüttel

Text: Laura Lück

Bei ihrer ersten Balireise hat Jule ihr Herz auf der Insel verloren. Verliebt hat sie sich in die Menschen, das Lebensgefühl und vor allem das Essen. Nach einem weiteren Trip in das beliebte Urlaubsparadies war es auch um ihren langjährigen Gastro-Kollegen und Kumpel Tobi geschehen. So kam den beiden die Idee, ihre Bali-Euphorie mit den Hamburgern zu teilen und mit Herz und Bauch einen Ort zu schaffen, der die Liebe zu Bali und ihrer Wahlheimat Hamburg vereint. Auf den Tisch kommt exotisches Fernweh-Food. Es gibt Pitaya-Smoothie-Bowls, Black-Rice Pudding mit Kokosmilch und Kokosflocken, hausgemachte Rosenlimonade und Moringa-Ananas-Shots. Keine Lust auf Experimente? Kein Problem, zum Frühstück werden auch klassische Waffeln, Stullen, Pancakes und Eierspeisen serviert – und das sogar den ganzen Tag. Wechselnde Mittagsangebote wie Salate, Suppen, Bowles und Quiches runden die Speisekarte ab.

Herz und Bauch 
Müggenkampstraße 34 (Eimsbüttel)


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2019. Das Magazin ist seit dem 20. Dezember 2019 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Top 5 – Ramen wie in Japan esst ihr in diesen Restaurants

Die Liebe zu der japanischen Nudelsuppe Ramen ist nach wie vor groß. Zu Recht. Ramen trösten nach einem stressigen Tag, bei Dauerregen oder einfach nur so – eben echtes Soul Food

Foto: Miguel Maldonado / Unsplash 

 

1) Aomame Ramen

Hier kann man seine Beine falten und im Schneidersitz an Tatami-Tischchen speisen. Wem das zu unbequem ist, kann natürlich auch die übliche Stuhl-Tisch-Variante wählen. Der ausgesprochen nette Laden besticht durch sein nerdig-charmantes Interieur. Sehr geschmackvoll wird hier die asiatische Popkultur zelebriert. Die japanischen Nudelsuppen schmecken herrlich aromatisch und auf der Karte stehen ungewöhnliche Drinks wie eine koreanische Milchbrause. Hier verbringt man gern Zeit.

Aomame Ramen: Veringstraße 155 (Wilhelmsburg)

2) Ramen Bar Zipang

Die Hanseperle aus dem Gastro Guide 2019 ist eines der besten Ramen-Restaurants der Stadt. Die Vor- und Zubereitung für die einzelnen Variationen brauchen hier einen ganzen Tag. Die Brühe ist weder zu fettig noch zu würzig, die selbst gemachten Nudeln haben Biss und sämtliche weiteren Zutaten wie das ultrazarte Schweinefleisch, das knackige Gemüse und das samtige Eigelb sind sorgfältig ausgewählt. Das schmeckt man.

Ramen Bar Zipang: Eppendorfer Weg 62 (Eimsbüttel)

3) Supa Panda Ramen

Warum serviert der chinesische Panda japanisches Essen? Wer weiß, der rennende Bär auf dem Logo jedenfalls verspricht rasante Bedie- nung. Und die Karte eine unglaubliche Vielfalt: Die berühmten Nudeln sind mit und ohne Brühe zu haben, Sushi in Varianten, die selbst Kenner überraschen, und Bowls in buntester Abwechs- lung. Besonderheit: japanische Reiskuchen, die nach grünem Tee schmecken.

Supa Panda Ramen: Weidestraße 129 (Barmbek) 

4) Takumi Ramen Station

Das kleine Restaurant versteckt sich im Souter- rain. Aber das passt zum Ambiente, das ange- lehnt ist an eine Izakaya, eine typische japanische Kneipe. Die Ramen sind wie sie sein sollten: Die Brühe, als Basis ist perfekt, großartige Nudeln und Beilagen, die durch ihren Eigengeschmack punkten und für sich stehen können. Fazit: Alle, die das japanische Nationalgericht lieben, werden auch das Takumi lieben.

Takumi: Große Rainstraße 20 (Ottensen)

5) Ume No Hana

Vietnam und Japan sind 4.000 Kilometer von- einander entfernt. In diesem Hamburger Restau- rant kommen sie sich näher: Hier steht neben dem japanischen Trend-Food Ramen auch deren vietnamesische Schwester Pho auf der Karte, die erstgenannte mit ihrem eher kräftigen, würzigen Geschmack, die zweite leichter und heller – eine so gut wie die andere.

 Ume no Hana: Thadenstraße 15 (St.Pauli)

 


Diese Topliste stammt aus dem Gastro-Guide SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN und ist seit April 2020 für 10,80 Euro im Handel und im Online-Shop erhältlich!


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Rindchen schlemmt – im Bistrot Vienna

Wo sich das Warten lohnt: In der ehemaligen Künstlerkneipe wird mit besten Zutaten und ganz viel Herz gekocht.

Text: Gerd Rindchen

Gefühlt seit der Jung­steinzeit spielen sich in der Fettstraße vor einem un­scheinbaren Gebäude allabendlich die gleichen Szenen ab: Menschen mit einem Glas in der Hand und hungrigem Blick starren sehnsüchtig ins Innere des Bistrot Vienna, hof­fend darauf, dass endlich, end­lich einer der begehrten kleinen Tische im Inneren oder Som­mers auch im Laubengang frei wird. Denn Reservierungen gibt es hier für niemanden.

Die erste Schicht Esser besetzt stra­tegisch spätestens ab 18 Uhr alle Tische und wer später kommt, muss sich in Geduld üben. Das Warten lohnt aber: Hier wird handwerklich perfekt, mit Herz und mit besten Zutaten ge­kocht – und die Gerichte kom­men zu Preisen auf den Teller, die einer Reise in die gute alte Zeit gleichkommen.

 

 

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So genos­sen wir unlängst einen vorzüglichen, mit perfektem Dressing und frischem Frisée prunken­den Ochsenmaulsalat für 8,50 Euro und zum gleichen Preis ausnehmend leckere, hausge­machte Stockfischbällchen. Ein würziges, mit zart geschmortem Fleisch, großartiger Sauce und einem opulenten Serviettenknödel aufwartendes Wildschwein­gulasch erfreute des Essers Herz für moderate 19 Euro. Noch et­was günstiger mit 18,50 Euro waren die zart­aromatischen, leicht nussigen, in bester Bistro­tradition bereiteten Kalbsnier­chen in Senfsauce.

 

Gemütlich, trubelig, gastfreundlich

 

Rindchen-schlemmt-c-Bistro-ViennaDie ausgewo­gene Flaschenweinkarte ist da­ hingegen eher hanseatisch­ be­herzt kalkuliert. Und auch die offenen Weinempfehlungen auf der Tafel orientieren sich eher am Hamburger Standard (Grau­burgunder 0,2 l 8 Euro). Aber dann findet sich jählings eine weitere ruhmreiche Reminis­zenz an die Vergangenheit als preiswerte Künstlerkneipe: Ein wirklich ausgezeichneter Grüner Veltliner, ehrlich, saftig, schnörkellos und klar, wird für 4 Euro pro 0,2 Liter ausgeschenkt. Ein sehr guter, Cabernet­-basier­ter Rotwein aus Portugal ist mit 5,50 Euro pro Glas ebenfalls recht gastfreundlich kalkuliert.

So lässt es sich denn eng an eng im trubeligen Ambiente wun­derbar genießen – nur Geduld muss man halt mitbringen …

Bistrot Vienna: Fettstraße 2 (Eimsbüttel)


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Bye Bye Jellyfish

Die Schanze verliert ihren Stern: Das Jellyfish in der Weidenallee steht seit 9 Jahren für nachhaltigen Fischgenuss auf höchstem Niveau – jetzt schließt das Restaurant für immer seine Türen.

Foto: Susanne Dittrich
Text: Laura Lück

Als er vor neun Jahren das Jellyfish gründete, hatte Hauke Neubecker von Sternegastronomie keinen Schimmer. Seine Vision: Ein Restaurant mit hochwertigen Fischspezialitäten und Meeresfrüchten aus nachhaltigem Wildfang – ohne Convenience- und Tiefkühlprodukte. Seither steckt das Team in seine 5-, 6- oder 7-Gang Menüs so viel kreative Ideen, Herzblut und handwerkliches Können, dass das Lokal einige Jahre später mit einem Michelin Stern ausgezeichnet wurde, der erst kürzlich in der aktuellen Ausgabe des Guide Michelin auch für 2019 bestätigt wurde.

 

„Die Leidenschaft ist erloschen“

 

In den vergangenen Monaten ist das Jellyfish mehrfach von Randalierern und Einbrechern heimgesucht worden. Was hinter den Vandalismusfällen steckt, ist bis heute unklar. Gegenüber der Hamburger Morgenpost gab Neubecker bekannt, dass seine „Leidenschaft nach all den Vorfällen erloschen“ sei. Im Newsletter an Stammgäste und Fans des Feinschmeckerladens schreibt er: „Nach vielen Auszeichnungen für unsere herausragenden Leistungen im ,Jellyfish’ und nach fast neun Jahren mit Leidenschaft und dem Können eines tollen Teams ist es nun an der Zeit für neue Herausforderungen.“ Wer das Jellyfish noch einmal erleben will, muss schnell sein: Bis zum 17. Mai will das Team seinen Gästen noch in gewohnter Qualität Gourmet-Seafood servieren, bevor es seine Türen für immer schließt.

Veröffentlicht: 2.5.2019


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FoodSZENE – Brügge sehen und schwärmen

Das Brügge feiert schon seinen ersten Geburtstag und hat trotzdem noch Geheimtipp-Status. Wir verraten warum das Café-Bar-Konzept nichts mit Belgien zu tun hat und weshalb es sich unbedingt lohnt, auf eine Stulle vorbeizuschauen.

Text: Laura Lück

Backen und bewirten mit Herz: Caro und Kelly.

„Kellys Brownies sind der Brüller! Zack in die Mikrowelle, bisschen warm machen – ein Gedicht!“, schwärmt Jay, täglicher Stammgast und gute Seele des Brügge in der Weidenallee. Er hat sogar seinen eigenen Kaffee-Button in der Kasse und wird von Caro und Kelly, die an diesem Donnerstagmorgen den Laden schmeißen, mit Umarmungen begrüßt.

Verkaufsschlager: die Avocado-Stulle

 

Brügge, Belgien, Colin Farrell – da war doch was? Die Betreiber Torben und Hendrik sind allerdings weder Cineasten noch Fans flämischer Kultur. „Brügge“ meint im Ostfriesischen „Butterbrot“. Die zwei Jungs von der Küste bieten neben einem wechselnden Mittagstisch mit Suppen, Salaten, Bowls und Flammkuchen nämlich auch ehrliche Stullen an. Verkaufsschlager: der Avocado-Klassiker. Gäste haben die Wahl zwischen Biovollkornbrot und einer Sylter Sauerteig-Variante. Das Brot mit Ziegenkäse, Apfel und Walnüssen serviert Caro mit separatem Ahornsirup. Das schmeckt fantastisch und sättigt wie eine Portion Pasta. Ein Stück Kuchen muss trotzdem noch sein – die Vitrine sieht einfach zu verlockend aus. Der spanische Mandelkuchen ist nicht nur glutenfrei, sondern auch mit frisch gepresster Orange (und Liebe!) selbst gebacken. Saftiger geht nicht.

 

Entspannt, abseits des Trubels und doch mitten auf der Schanze

 

Dieses ganz bestimmte Weidenallee-Gefühl liegt in der Luft. Nachbarschaftlich, entspannt, abseits des Trubels und doch mitten auf der Schanze. Die Sonne scheint in das große offene Fenster. Die ewige Baustelle ist endlich passé. Seitdem ist der Außenbereich noch schöner und breiter und der LKW-Verkehr erfolgreich umgeleitet. Bei Schietwetter finden circa 30 Personen im gemütlich reduzierten Innenbereich mit viel Holz und warmen Farben Platz. Bis 22 Uhr gibt’s Carroux Kaffee aus der Elbchaussee, Abendbrot-Stullen und Feierabend-Drinks. Diese Saison möchte das Brügge auch mit selbst kreierten wechselnden Cocktails locken.

Obwohl das Café schon seit einem Jahr im ehemaligen Hallo Kleines sitzt, ist der charmante Laden noch ein Geheimtipp. Keine Lust auf Schulterblatt-Remmidemmi und überfülltes Kiosk-Cornern am Grünen Jäger? Dann ab ins Brügge – ein gastfreundlicher Ort mit guter Laune und ganz viel Herz.

Weidenallee 61 (Eimsbüttel), bruegge-cafe-bar.de

Veröffentlicht am 25.4.19

 


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