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Zu Hause: So lebt es sich in Hamburgs Bezirken

In Hamburg leben fast zwei Millionen Menschen auf einer Fläche, die mehr als sieben Mal so groß ist wie die Stadt Paris. Es gibt also viele schöne Bezirke in denen es sich zu leben lohnt, wir stellen sie euch vor

Text: Andreas Daebeler

 

Hamburg kann urban, szenig und laut sein. Aber auch grün, beschaulich und verträumt. Hängt ganz davon ab, welchen der Bezirke man sich zum Wohnort wählt. Sieben gibt es davon. Die Gliederung besteht schon seit 1951. Und in den Bezirken gibt es 104 Stadtteile, die gleichmäßig verteilt sind. Auf der Gesamtfläche der Freien und Hansestadt Hamburg leben und wohnen aktuell rund 1,85 Millionen Menschen. Damit ist die Metropole an der Elbe nach Berlin die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Die Grenze zu Niedersachen und Schleswig-Holstein verläuft entlang 755 Quadratkilometern Stadtfläche. Und mitten durch fließt der Strom, der Hamburg so besonders macht

 

Bezirk Altona

 

Hamburg-Blankenese; Foto: iphotoclick/Pixabay

Hamburg-Blankenese; Foto: iphotoclick/Pixabay

Altona kann Altbau, Stuck und dicht geparkte Wohnstraße. Aber Altona kann auch moderne Architektur und autoarm – wie in der Mitte Altona. Der Bezirk, in dem rund 275.000 Menschen auf rund 78 Quadratkilometern leben und zu dem Villenviertel mit Elbblick ebenso gehören wie Hochhäuser in Lurup, bietet fraglos Abwechslung. Auf der Schanze wird gefeiert und gecornert, wenn nicht gerade eine Pandemie das verhindert. Andernorts geht’s eher beschaulich und bodenständig zu. Manchmal sogar ziemlich elitär, wie in Othmarschen.

Der grandiose Blick vom Altonaer Balkon ist nicht nur bei Touristen beliebt. Das Bahnhofsumfeld bietet mit dem Mercado und vielen kleinen Läden alles, was Shopping-Fans lieben. Schicke Bars gibt es ebenso wie urige Spelunken. Grün geht in Altona auch: Etwa im traumhaften Jenischpark mit dem Ernst Barlach Haus oder im Loki-Schmidt-Garten. Nicht zu vergessen das zauberhafte Blankenese mit seinem Treppenviertel. Im Schnitt leben die Menschen im Bezirk auf rund 80 Quadratmetern pro Wohnung, Kinder gibt es nur in jedem fünften Haushalt.

Das Schulterblatt im Schanzenviertel; Foto: Johanna Zobel

Das Schulterblatt im Schanzenviertel; Foto: Johanna Zobel

Urkundlich wurde Altona schon im 16. Jahrhundert erwähnt. Seit 1938 zählt die ehemalige Fischersiedlung zu Hamburg. Zuvor lag sie seit dem Dreißigjährigen Krieg unter dänischer Verwaltung. Fläche und Verlauf entsprechend weitestgehend dem Zustand kurz vor der Eingliederung in die Hansestadt. Seit den 1920er-Jahren verläuft der Bezirk mit seinen westlichen Elbvororten Blankenese, Nienstedten, Othmarschen und Rissen zu einem großen Teil entlang des Elbstrandes mit einem beeindruckenden Blick auf die Docks und den Strom.


Altona
Einwohner: 275.265
Fläche: 77,9 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 19,9 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 81,2 Quadratmeter
Pkw: 90.034
14 Stadtteile: Altona-Altstadt, Altona- Nord, Bahrenfeld, Blankenese, Groß Flottbek, Iserbrook, Lurup, Nienstedten, Osdorf, Othmarschen, Ottensen, Rissen, Sternschanze und Sülldorf, Elbstrand // Övelgönne


 

Bezirk Hamburg-Mitte

 

Gehört auch zu Hamburg-Mitte, das Watt um die Insel Neuwerk; Foto: inextremo96/pixabay

Gehört auch zu Hamburg-Mitte, das Watt um die Insel Neuwerk; Foto: inextremo96/pixabay

Ganz schön groß: Hamburg-Mitte ersteckt sich über satte 142 Quadratkilometer. Mehr Stadtteile hat kein anderer Hamburger Bezirk. Und schon gar keine Nordseeinsel. Zu Mitte hingegen werden das in der Elbmündung liegende Neuwerk sowie die bei Vogelkundlern bekannten Nigehörn und Scharhörn gerechnet. So ruhig wie auf Neuwerk mit seinen 30 Einwohnern geht es im restlichen Bezirk natürlich nicht zu.

Knapp 300.000 Menschen leben in den 19 Stadtteilen, die mit U- und S-Bahn weitgehend gut erschlossen sind und bei den Immobilienpreisen die gesamte Bandbreite anbieten. Während es in Wilhelmsburg so manche bezahlbare Geschosswohnung gibt, gehen für top-sanierte Altbauwohnungen in der City oder das Penthouse in der HafenCity schon mal Millionen über den Tisch. Bei Touristen ist der Bezirk ein Hotspot. Schließlich gehören sowohl die Shoppingmeile Mönckebergstraße als auch der Michel, die Landungsbrücken und die Reeperbahn hierher. Hamburg-Mitte hat reichlich Kultur zu bieten. Und das nicht nur auf dem Kiez auf St. Pauli, sondern auch ein paar Kilometer weiter östlich, wo im idyllischen Elbpark Entenwerder etwas das nachhaltige Festival Futur 2 sein Zuhause hat und nach Corona wieder haben soll.

Die Landungsbrücken in Hamburg-Mitte; Foto: Karsten Bergmann/Pixabay

Die Landungsbrücken in Hamburg-Mitte; Foto: Karsten Bergmann/Pixabay

Apropos Elbe: Die zieht sich quer durch den Bezirk, der als Wohnort vor allem Abwechslung bietet. Man nehme nur den scharfen Kontrast zwischen dem urbanen St. Georg, wo rund um den Hauptbahnhof in den Bars und Kneipen das Leben tobt, und dem immer noch dörflichen und verschlafenen Finkenwerder auf der anderen Seite des Stroms. Als besonders spannend gilt das einst verrufene Billstedt, das sich dank vieler sozialer Initiativen und Projekte immer mehr zu einer Perle mausert.


Hamburg-Mitte
Einwohner: 301.546
Fläche: 142,3 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 16,9 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 66,2 Quadratmeter
Pkw: 77.906
19 Stadtteile: Hamburg-Altstadt, Billbrook, Billstedt, Borgfelde, Finkenwerder, HafenCity, Hamm, Hammerbrook, Horn, Kleiner Grasbrook, Neustadt, Neuwerk (Exklave), Rothenburgsort, St. Georg, St. Pauli, Steinwerder, Veddel, Waltershof und Wilhelmsburg


 

Bezirk Wandsbek

 

Wandsbek mit viel Grün; Foto: AdobeStock/Gerckens Photo

Wandsbek mit viel Grün; Foto: AdobeStock/Gerckens Photo

Rund 440.000 Menschen wohnen in Wandsbek. Das sind mehr als in jedem anderen der sieben Hamburger Bezirke. Liegt nicht zuletzt daran, dass diese Verwaltungseinheit auch die Walddörfer umfasst, die schon seit dem Mittelalter zu Hamburg gehören. Zum Wohnen bietet Wandsbek so ziemlich alles.

In Duvenstedt etwa finden sich weitläufige Grundstücke mit großzügigen Einfamilienhäusern und charmante Reetdach-Katen. Es gibt sogar einen wöchentlicher Bauernmarkt. Rund um den Wandsbek Markt hingegen ist so richtig Großstadt angesagt. Es gibt jede Menge Geschäfte, Gastro und das Einkaufszentrum Quarree. Nicht weit entfernt ist Bramfeld, der bevölkerungsreichste Hamburger Stadtteil, der dicht bebaut ist. Dort wird nicht nur in den einst als Problemviertel gesehenen und heute sanierten Hochhäusern von Steilshoop gewohnt, sondern auch in kleinen Stadthäusern. Ein Beleg dafür, wie viel Abwechslung der Nordosten der Stadt bietet.

Es gibt insgesamt 18 Stadtteile, die sich über knapp 150 Quadratkilometer verteilen. Anerkannt als eigenständiger Teil Hamburgs ist Wandsbek erst seit knapp 70 Jahren. Durch die Bombenangriffe von 1943 wurde der Bezirk stark in Mitleidenschaft gezogen, das hat den Charakter geprägt. Nach dem Krieg musste vieles schnell wieder aufgebaut werden, denn die hier lebenden Arbeiter brauchten dringend Wohnungen. Vor allem Rahlstedt und Farmsen-Berne sind noch stark von Nachkriegs- bauten geprägt. Wenn man genau hinsieht, ist der Bezirk allerdings auch überdurchschnittlich grün. In Wandsbek gibt es drei Naturschutzgebiete, zwei Moore und etliche Parks.


Wandsbek
Einwohner: 441.015
Fläche: 147,5 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 19,7 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 83,6 Quadratmeter
Pkw: 173.270
18 Stadtteile: Bergstedt, Bramfeld, Duvenstedt, Eilbek, Farmsen-Berne, Hummelsbüttel, Jenfeld, Lemsahl-Mellingstedt, Marienthal, Poppenbüttel, Rahlstedt, Sasel, Steilshoop, Tonndorf, Volksdorf, Wandsbek, Wellingsbüttel und Wohldorf-Ohlstedt


 

Bezirk Hamburg-Nord

 

Mächtig was los auf der Alster; Foto: Erik Brandt-Höge

Mächtig was los auf der Alster; Foto: Erik Brandt-Höge

Mitten in der Stadt, jede Menge Schulen und Kitas, coole Restaurants, prima Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr – das ist der Bezirk Nord. Plus Alster. Die ist hier allgegenwärtig. Fließt an den funktionalen Backsteinbauten Fritz Schumachers ebenso vorbei wie an den Villen der Millionäre und Fußballprofis, die sich das schicke Eppendorf als Zuhause gewählt haben.

Im Zentrum des 58 Quadratkilometer großen Bezirks findet sich der Stadtpark mit seinen knapp 150 Hektar. Dort holt Hamburg Luft. Es gibt Spielplätze, Festwiesen, den Badesee, Grillplätze, botanische Anlagen und viel Gastro, wie etwa das Landhaus Walter mit seinem urigen Bluesclub. Die Stadtteile Eppendorf, Hoheluft und Winterhude mit ihrem vielen Jugendstil, den edlen Boutiquen, Cafés und dem grandiosen Holthusenbad gehören zu den gefragtesten und teuersten Wohngegenden Hamburgs. Barmbek war mal klassisches Arbeiterviertel, wird aber immer szeniger. Vor allem bei jungen Leuten ist der Stadtteil mit dem kultigen Kulturzentrum Kampnagel beliebt. Denn hier sind die Mieten noch halbwegs erschwinglich.

Das Goldbekhaus in Winterhude; Foto: Mona Dahme

Das Goldbekhaus in Winterhude; Foto: Mona Dahme

Das gilt noch mehr für die nördlichen Stadteile des Bezirks. Langenhorn und Fuhlsbüttel haben sich zudem einen dörflichen Charakter bewahrt. Und derzeit wird viel gebaut im Bezirk Nord. So etwa in Winterhude, wo mit dem Pergolenviertel ein ganzer Stadtteil mit 1.400 Wohnungen und nachhaltigem Konzept entsteht. In Eppendorf sind kleinere Flächen im Fokus, es wird vor allem nachverdichtet. Etwa im Bereich zwischen Salomon-Heine-Weg und Meenkwiese. Insgesamt leben derzeit etwas mehr als 300.000 Menschen im Bezirk Nord.


Nord
Einwohner: 314.595
Fläche: 157,8 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 14,1 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 68,7 Quadratmeter
Pkw: 98.690
13 Stadtteile: Alsterdorf, Barmbek-Nord, Barmbek-Süd, Dulsberg, Eppendorf, Fuhlsbüttel, Groß Borstel, Hohenfelde, Hoheluft- Ost, Langenhorn, Ohlsdorf, Uhlenhorst und Winterhude


 

Bezirk Eimsbüttel

 

Die Rombergstraße in Eimsbüttel; Foto: Ilona Lütje

Die Rombergstraße in Eimsbüttel; Foto: Ilona Lütje

Rund um die erst vor wenigen Jahren umgebaute Osterstraße schlägt das Herz von Eimsbüttel. Es gibt jede Menge Boutiquen, schnuckelige Cafés und eines der letzten großen Kaufhäuser. Der mit rund 50 Quadratkilometern kleinste Bezirk Hamburgs hat sich gemausert und zählt gerade bei jungen Menschen zu den beliebtesten Wohnorten in der Stadt. Kein Wunder, können die aktuell 265.000 Menschen, die in einem der neun Stadtteile leben, sich doch an vielen Parks, einem üppigen gastronomischen Angebot, vielen Schulen und Kitas sowie einer prima ausgebauten Infrastruktur mit Bundesstraßen und U-Bahn erfreuen.

In Eimsbüttel gibt es wohlhabende Ecken wie Rotherbaum und Harvestehude, aber auch alternative Viertel und reine Wohngebiete wie Stellingen und Schnelsen, wo die Mieten noch nicht ganz so stark angezogen haben wir etwa in den Altbauten zwischen Heußweg und Generalsviertel. Ein besonderer Hingucker sind die 60 Hochhäuser der Lenzsiedlung, die Mitte der 1970er-Jahre gebaut wurden. Damals waren die modernen Wohnungen begehrt. Dann folgte der Abstieg, doch dank sozialer Projekte und vergleichsweise günstiger Mieten ist das Quartier heute wieder angesagt.

Nicht weit entfernt, in Blickrichtung Hagenbeck, wird aktuell viel neu gebaut. Und auch die Planungen für die Umgestaltung des Beiersdorf-Geländes laufen. Zwischen Unnastraße und Quickbornstraße, wo heute noch die alte Konzernzentrale des Unternehmens Beiersdorf beheimatet ist, sollen voraussichtlich ab 2022 Wohnhäuser hochgezogen werden. 900 Wohnungen werden entstehen. Eimsbüttel, das seit 1894 zum Hamburger Stadtgebiet gehört, wächst also. Und vielleicht ziehen ja künftig auch mehr Familien zu, deren Anteil liegt bislang nur bei 16 Prozent.


Eimsbüttel
Einwohner: 267.053
Fläche: 49,8 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 16,6 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 76,3 Quadratmeter
Pkw: 90.082
9 Stadtteile: Eidelstedt, Eimsbüttel, Harvestehude, Hoheluft-West, Lokstedt, Niendorf, Rotherbaum, Schnelsen und Stellingen


 

Bezirk Bergedorf

 

Curslack im Bezirk Bergedorf, Foto: AdobeStock/NEWSundART

Curslack im Bezirk Bergedorf, Foto: AdobeStock/NEWSundART

Bergedorf ist grün. Und Bergedorf ist blau. An Natur mangelt es in Hamburgs Osten mit seine Wäldern, Seen und der verträumten Dove Elbe wahrlich nicht. Der Bezirk im Südosten der Hansestadt ist auf der Höhe der Zeit und atmet trotzdem Geschichte. Auf knapp 155 Quadratkilometern haben rund 130.000 Menschen ihr Zu- hause. Sie leben in ländlicher Idylle oder im Stadtteil Bergedorf, der geschäftig ist und viel zu bieten hat – etwa einen Besuch der ältesten Gaststätte Hamburgs, Ausflüge zum einzigen Schloss Hamburgs und zur restaurierten Mühle. Relaxen im Bille-Park und auf eine Shoppingtour in die beliebte Einkaufsstraße Sachsentor. Theater, Kunst und das überregional bekannte Kulturzentrum LOLA – das alles ist Bergedorf, das als vergleichsweise modern durchgehen darf.

Das historische Zentrum von Bergedorf; Foto: Monika Schroeder/Pixabay

Das historische Zentrum von Bergedorf; Foto: Monika Schroeder/Pixabay

Denn in dem Bezirk leben überdurchschnittlich viele junge Erwachsene und unterdurchschnittlich wenig Bürger über 65 Jahre. Das liegt vielleicht auch an der Melange aus viel Natur und dennoch der Nähe zur Metropole. Die Hamburger Innenstadt ist nur zehn S- Bahn-Minuten entfernt, obwohl die Bergedorfer von Äckern und Wäldern umgeben sind. Für coole Kultur muss aber niemand unbedingt in die City reisen. Die drei Kilometer nach Allermöhe etwa tun es zuweilen auch. Dort pilgern im Sommer viele zum Eichbaumsee, um das Festival Wutzrock zu besuchen. Wenn sie nicht grad mit dem Fahrrad am Moorfleeter Deich unterwegs sind. Oder im zauberhaften Kirchwerder.


Bergedorf
Einwohner: 130.260
Fläche: 154,7 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 22,1 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 83,6 Quadratmeter
Pkw: 50.878
14 Stadtteile: Allermöhe, Altengamme, Bergedorf, Billwerder, Curslack, Kirchwerder, Lohbrügge, Moorfleet, Neuallermöhe, Neuengamme, Ochsenwerder, Reitbrook, Spadenland und Tatenberg


 

Bezirk Harburg

 

Harburg Palmspeicher; Foto: Jan Kornstädt/Hamburg Mediaserver

Harburg Palmspeicher; Foto: Jan Kornstädt/Hamburg Mediaserver

Der Bezirk Harburg hat 17 Stadtteile – und einen Hafen. Einen eigenen wohlgemerkt, da legen die Menschen hier Wert drauf. Zwar nicht so groß wie der Hamburger, dafür aber sehr beschaulich. Und einst Heimat für den 2017 verstorbenen Country-Sänger und Lebemann Gunter Gabriel. Der hatte hier sein ziemlich runtergewirtschaftetes Hausboot liegen, bevor Fynn Kliemann und Olli Schulz sich entschieden, auf dem Kahn klar Schiff zu machen.

Rund um den Binnenhafen hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Es gibt interessante Wohnprojekte, viele Gebäude wurden dem Denkmalschutz entsprechend saniert. Und Firmen haben sich angesiedelt. Geht es um Gewerbe, ist Harburg eh ein Hotspot. Beiersdorf ist in Hausbruch vertreten, die zur Continental gehörenden Phoenix Gummiwerke im Stadtteil Harburg. Und auch die Carlsberg-Brauerei ist seit 2019 im Bezirk beheimatet. Harburg ist mit einer guten Verkehrsanbindung ausgestattet, hat eine eigene Universität mit angeschlossener Bibliothek und nicht zuletzt den Elbcampus, ein Bildungszentrum der Handwerkskammer Hamburg.

Knapp 170.000 Menschen leben mittlerweile im knapp 125 Quadratkilometer großen Bezirk, zu dem ländlichere Gebiete wie Neugraben-Fischbek und Marmstorf gehören. Auch das als Tor zum Alten Land geltende Cranz ist noch Teil der Verwaltungsgemeinschaft. Im Gegensatz zu den urbanen Stadtteilen wie Harburg-City gibt es hier noch Hofläden, Obstplantagen und Fachwerk zu sehen.


Harburg
Einwohner: 169.426
Fläche: 125 Quadratkilometer
Haushalte mit Kindern: 29,2 %
Durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung: 77,5 Quadratmeter
Pkw: 56.389
17 Stadtteile: Altenwerder, Cranz, Eißendorf, Francop, Gut Moor, Harburg, Hausbruch, Heimfeld, Langenbek, Marmstorf, Moorburg, Neuenfelde, Neugraben-Fischbek, Neuland, Rönneburg, Sinstorf und Wilstorf


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Himmel über Hamburg: Dresdner Sinfoniker begeistern in höchsten Tönen

Die Elbphilharmonie und Kampnagel luden am 17. Juli 2021 zum Konzert „Himmel über Hamburg“ in die Lenzsiedlung: Die Dresdner Sinfoniker ließen für eineinhalb Stunden Plattenbauten und Sportplatz erklingen – mit ungewöhnlichem Instrumentarium, an einem ebenso ungewöhnlichen Ort

Text: Kevin Goonewardena

 

Grauer Beton, rauer Jargon, Plattenbauten, dazwischen ein grüner Fleck, aber nicht mal der ist natürlich, handelt es sich doch um einen Kunstrasenplatz. An der Schnittstelle zwischen Eimsbüttel und Lokstedt prallen, nun ja, Welten aufeinander. Hier die Altbauten des immer noch zu den beliebtesten Wohnadressen der Hansestadt zählenden Eimsbüttels, dort die grauen Betonfassaden der in den 70er und 80er Jahren errichteten Lenzsiedlung, benannt nach dem großen Hamburger Schriftsteller Siegfried Lenz, dessen Werk „Deutschstunde“ zum Standard der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gehört und erst kürzlich für das Kino neu verfilmt wurde.

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45 Musiker:innen des Dresdner Sinfonikers verteilt um und auf der Lenzsiedlung in Eimsbüttel (Foto: Maximilian Probst)

Auch wenn die rund 3000 Bewohner:innen der Lenzsiedlung seit geraumer Zeit von diversen Förderprogrammen, die die Siedlung aufwerten sollen, entsprechender Wettbewerbe und Auszeichnungen profitieren, einen Abend wie Samstag, dem 17. Juli 2021, hatte es so bisher dort noch nicht gegeben: Bei bestem Wetter versammelten sich rund 500 Besucher:innen auf dem Sportplatz des Vereins SV Grün-Weiss Eimsbüttel – dessen bekannteste ehemalige Spieler Bernd Dörfel, später unter anderem beim HSV aktiv, und Patrick Owomoyela, in der Jugend ab Mitte der 1980er aktiv, heißen – um dem Konzertereignis beizuwohnen.

Ungezählte taten es ihnen gleich, saßen im Grün neben dem Sportplatz, standen auf den Gehwegen, der Straße und natürlich auf den eigenen Balkonen, sofern sie zu den Bewohner:innen gehörten und obendrein zu Interessierten an klassischer Musik, für wenigstens einen Moment.

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Rund 500 Besucher nahmen Platz auf dem Fußballfeld von Grün-Weiss-Eimsbüttel (Foto: Jérome Gerull)

Auf die Dächer selbst durften zwar nur wenige, denn Corona ließ auch den Platz oben in 40 Metern Höhe schrumpfen, vor allem aber hätte jede:r Besucher:in gesichert werden müssen – 12 Höhenkletterer standen für die Musiker:innen und Pressevertreter:innen zur Verfügung. Und doch, alleine der Anblick der unwirklich anmutenden, zu Schatten verkommenen Figuren an der Dachkante mit ihren Instrumenten, in schwindelerregender Höhe und bei bestem Sonnenschein ließ auch bei den Besucher:innen auf den Sitzplätzen ein Kribbeln im Bauch zurück, noch bevor der erste Ton überhaupt erklungen war. 

Begonnen haben die Musiker:innen – 16 Alphörner, neun Trompeten, vier Tuben, vier chinesische Da Gu-Trommeln und weiteres Schlagwerk kamen zum Einsatz – mit der von John Williams zur Eröffnung der Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles komponierten Fanfare und nicht etwa mit dem „Imperial March“ aus „Star Wars“, wie man vermuten könnte. Aufgeteilt wurden die Musiker:innen auf die Hochhäuser, den Sportplatz und das Vereinsheim des Sportclubs, so dass die Zuhörer:innen letztlich von allen Seiten beschallt wurden.

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Vier der insgesamt 16 Alphörner beim Konzert zu „Himmel über Hamburg“ (Foto: Jérome Gerull)

Gespielt wurde gleichzeitig, mal klangen mehr, mal weniger die Instrumente auf den Hochhausdächern durch. Wenn, dann klang das Gehörte weniger wie Klassik, mehr wie Drone-Musik und das passte wunderbar. Über ein Werk des venezianischen Komponisten Giovanni Gabrieli, der bereits vor 400 Jahren mit Raumklängen – erzielt durch auf zwei gegenüberliegenden Emporen gespielte Musik – im Markusdom in Venedig für Furore sorgte, ging der Abend über in das Hauptwerk der Veranstaltung: Ein neues Stück des Münchener Komponisten Markus Lehmann-Horn. Eine Klangcollage aus Beethovens „Ode an die Freude“ bildete im Anschluss das große Finale.

Nicht nur die Höhe, sondern auch die großen Abstände zwischen den Musiker:innen auf den Dächern und am Boden stellte die Beteiligten vor große Herausforderungen. So wurde etwa die Unmöglichkeit des Einsatzes von Dirigent:innen aufgrund der Umstände durch einen Computer aufgefangen, der, zeitverzögert, ein Signal zu den jeweiligen Sinfoniker:innen aussandte.

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Die Tuben machten auch vom Dach aus große Töne (Foto: Maximilian Probst)

Für das Dresdner Ensemble ist der Auftrittsort auf dem Dach eines Hochhauses übrigens kein ungewöhnlicher: Nach der Neuvertonung des Soundtracks zu Sergei Eisensteins Stummfilmklassikers „Panzerkreuzer Potemki“ zusammen mit dem britischen Pop-Duo Pet Shop Boys 2004, komponierten sie zusammen mit den Musikern die sogenannte Hochhaussinfonie, die sie, ebenfalls zusammen mit den Briten, im Rahmen der 800-Jahr-Feier der Stadt Dresden auf dem Dach eines 35 Meter hohen Wohnblocks aufführten, wobei die Fassade als Leinwand für die dazugehörige Lichtinstallation genutzt wurde.

Von den Besucher:innen gab es auch bei „Himmel über Hamburg“ Standing Ovations, keine Zugabe zwar, aber rundum glückliche Gesichter und das Wissen, nicht nur bei einem qualitativ hochwertigen, sondern eben auch einem Konzert, das die eigene Konzert-Historie als Besucher:in um einen der wenigen, außergewöhnlichen Orte bereichert, an die man sich noch in vielen Jahren erinnern wird, bereichert.

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„Himmel über Hamburg“ von oben (Foto: Jérome Gerull)

 


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Volleyball: Das Wunder von Eimsbüttel

Die ETV-Damen sind das beste Team der Stadt – und sie wollen sich ohne viel Geld im Profibereich etablieren

Text: Mirko Schneider

 

Ein Sonntagnachmittag in der Sporthalle Hoheluft. Eine stimmungsvolle Musikauswahl mit unüberhörbarem 90er-Jahre-Touch dröhnt aus den Boxen. In 30 Minuten beginnt die Volleyball-Partie der Damen des Eimsbütteler TV gegen den VC Allbau Essen in der Zweiten Bundesliga. Und was machen die ETV-Damen beim Aufwärmen? Bauen „I want it that way“ von den Backstreet Boys in ihre Übungen ein. Als der Hallensprecher die Spielerinnen beider Teams einzeln vorstellt, stürmt Libera Ines Laube mit einem kleinen Krönchen auf dem Kopf auf die Platte. Sie feiert heute ihren 31. Geburtstag.

„Mein Team besteht aus vielen fröhlichen, spontanen und aufgeschlossenen Damen, die viel Spaß miteinander haben“, hat Trainer Ulrich Kahl, 58, im Vorgespräch gesagt. Das ist in jeder Sekunde zu spüren. Was er auch gesagt hat: „Unser Teamspirit ist riesig und alle haben große Lust darauf, Leistung zu bringen und gemeinsam guten Volleyball miteinander zu spielen.“ Das wiederum beweisen die ETV-Damen ab dem ersten Ball. Sie machen es dem Tabellendritten so schwer wie möglich und unterliegen erst nach tapferem Kampf in vier Sätzen.

Dennoch ist der Klassenerhalt so gut wie gesichert. Und das ist eine erneute Überraschung, nachdem der erstmalige Aufstieg in den Leistungsbereich der Zweiten Liga einem Wunder gleich kam.

 

„Wollen wir aufsteigen oder nicht?“

Ulrich Kahl

 

Denn zum einen ließ der Absturz des VT Aurubis (mittlerweile Volleyball-Team Hamburg; Anm. d. Red.) von der Bundesliga in die Dritte Liga große Zweifel aufkommen, ob Damen-Volleyball sich in Hamburg als Profisportart überhaupt dauerhaft etablieren lässt. Zum anderen schreibt sich mit dem ETV nun ein typischer Breitensportverein dieses Ziel auf die Fahnen.

Der dafür entscheidende sportliche Moment spielte sich Anfang 2020 bei einer Mannschaftssitzung ab. Kahl, seit 19 Jahren Coach der Volleyball-Damen beim ETV, stellte seine Spielerinnen vor die Wahl. „Wir waren Tabellenführer der Dritten Liga und hatten gerade unser erstes Spiel verloren. Gegen den Zweiten. Das ärgerte uns mächtig. Da habe ich meinen Spielerinnen gesagt: ‚Jetzt Butter bei die Fische! Wollen wir aufsteigen oder nicht?‘“ Einstimmig wurde der Beschluss gefasst: Wir wollen hoch.

Ab diesem Zeitpunkt rauschten die ETV-Volleyball-Damen durch die Dritte Liga. Sie gaben in der Rückrunde keinen Satz mehr ab. Nur war da ja noch der zu stemmende Etat. 10.000 Euro betrug er in der Dritten Liga, 50.000 Euro waren für die Zweite Liga nötig. Wohlgemerkt ohne Zahlungen an die Spielerinnen wie in anderen Clubs mit wesentlich höherem Budget. „Das ist leider einfach nicht drin. Damit sind wir sicher eine Ausnahme in der Zweiten Liga“, sagt Kahl. Trotzdem konnte sogar Außenangreiferin Saskia Radzuweit, 30, Ex-Bundesliga- und Ex-Nationalspielerin, von einem Comeback überzeugt werden, nachdem sie ihre Karriere 2018 schon beendet hatte. „Was der ETV hier gerade aufbaut, sehe ich genauso positiv wie das Team selbst. Dass kein Geld gezahlt wird, hat mich nicht gestört“, sagt Radzuweit.

 

„Träumen ist erlaubt“

Ulrich Kahl

 

Ebenso erfolgreich verlief die intensive Sponsorensuche. Mit der Top-motive-Gruppe als Hauptsponsor und der Pizzakette Smiley’s wurden schließlich namhafte Unternehmen von einem Engagement überzeugt. So konnte das Abenteuer Zweite Bundesliga starten. Dreimal die Woche Balltraining in der Halle, dazu ein- bis zweimal Krafttraining in Eigenregie. 14 Damen im Kader, die meisten Anfang 20 und Studentinnen. Der ETV ging nicht gerade als Favorit in die Saison. Doch das eingeschworene Team fand seinen Platz im unteren Mittelfeld der Zweitligatabelle mit Puffer auf die Abstiegsränge.

Nun stellt sich die Frage: Ist sogar noch mehr drin? „Eine Sportstadt wie Hamburg muss natürlich das Ziel haben, auch im Damen-Volleyball in der Ersten Bundesliga vertreten zu sein“, sagt Kahl. „Doch unter 250.00 Euro Etat würde da gar nichts gehen. Und das wäre das absolute Minimum. Wenn wir irgendwann die Chance haben, wirtschaftlich verantwortbar aufzusteigen, werden wir uns nicht wehren. Bis dahin müsste allerdings unglaublich viel passieren. Träumen ist aber erlaubt.“


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2021. Das Magazin ist seit dem 27. MÄRZ 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Cordula: „Jeder muss zuerst sich selbst verstehen“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Wir fischen sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Cordula begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Eben sind ein paar Kinder an mir vorbeigelaufen und haben gesagt: ‚Guck mal, was die Oma da macht‘. Damit meinten sie mich. Dabei kam ich mir gerade so flott und fit beim Langlauf vor – und keineswegs omahaft.

Heute scheint die Sonne so schön, da dachte ich, ich hole mal die Skier raus und laufe hier am Kaifu entlang. Das ewige Spazierengehen ist ja auf Dauer langweilig und das Niendorfer Gehege habe ich so langsam mal durch. Jetzt laufe ich zwar seit 2 Stunden immer hin und her, aber das ist ja quasi so, wie im Sommer nebenan im Schwimmbad seine Bahnen zu ziehen.

Seit einem Jahr bin ich Rentnerin, daher habe ich mittags nun Zeit und Muße hier herumzuspazieren. Von Beruf bin ich Psychologin und habe viele Jahre im Kinderschutzzentrum gearbeitet. Da ging es viel darum, Krisen und Notlagen von Familien zu verstehen.

 

„Das entschwundene Land“

 

Vielleicht ist das Verstehen-Wollen eine Art Berufskrankheit, die ich mitgenommen habe. Dabei halte ich es eigentlich für alles andere als eine Krankheit, sondern für essentiell. Es geht darum, andere Menschen zu verstehen, nicht zu analysieren – auch wenn das viele über Psychologen denken. Dafür muss ein jeder sich natürlich zuallererst selbst verstehen. Aber auch uns Psychologen gelingt das mal mehr und mal weniger.

Mir hat die Literatur immer sehr dabei geholfen, Lebenswelten zu verstehen. Kennen Sie „Das entschwundene Land“ von Astrid Lindgren? Darin beschreibt sie drei zentrale Erfahrungen aus ihrer Kindheit: die Liebe ihrer Eltern zueinander, das Aufwachsen in einer bäuerlichen Hofgemeinschaft und die Bedeutung von Büchern und Phantasie. Lindgren hatte eine Haltung zum Leben, die für mich sehr wichtig und richtig ist. Kann man das so sagen? Dann würde ich jetzt nämlich noch ein paar Runden weiterfahren.“


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Schanzenkino gerettet: Open-Air Vorführungen können stattfinden

Gute Nachrichten aus dem Hamburger Westen: Das Schanzenkino hat trotz Corona-Pandemie und Sponsoring-Verbot grünes Licht vom Bezirksamt bekommen und kann sein 21-jähriges Bestehen zwischen Juli und September dieses Jahres feiern

Text: Felix Kirsch

 

Filmfans können Pandemie-konform ab Ende Juli wieder in den Schanzenpark pilgern und Blockbuster sowie Kultfilme genießen. Der Veranstalter Outdoor Cine GmbH freut sich über die Möglichkeit und dankt vor allem den zahlreichen Unterstützern des Open-Air-Kinos: „Turbulente Wochen liegen hinter uns, welche als Drehbuchvorlage für einen spannenden Serienmehrteiler dienen könnte. Es war eine Achterbahn an Emotionen, zahllosen Gesprächen und einem Happy End mit Beigeschmack.“ sagt Dirk Evers, Geschäftsführer und Veranstalter des Schanzenkinos.

 

Sponsoring-Verbot bedrohte wirtschaftliche Existenz

 

Hintergrund für den existenziellen Kampf des Schanzenkinos war ein vom Bezirksamt Eimsbüttel ausgehängtes Sponsoring-Verbot für den Schanzenpark, das die Einnahmen des Kino drastisch reduziert hätte. Eine spezielle  Ausnahmegenehmigung für das Schanzenkino hatten die Grünen in ihrem Beschluss nicht vorgesehen. Für das weitere Bestehen des Schanzenkinos glich das drohende Sponsoring-Verbot einem Super-GAU: „Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf reichen nicht aus, um die Kosten zu decken“, mahnte Dirk Evers Anfang des Jahres.

Dass man nun doch eine Einigung erzielen konnte, freut die Veranstalter ebenso wie Fans von Film und Kultur: „Nun kann das Open-Air-SchanzenKino in diesem Jahr sein 21-jähriges Bestehen feiern. Im Vorjahr waren wir als Freiluftkino so ziemlich die einzige große Kulturveranstaltung in Hamburg, die trotz der Corona-Pandemie unbeschwerte und sichere Filmabende unterm Sternenhimmel anbieten konnte.“ Das Schanzenkino beginnt mit den Vorstellungen am 31. Juli 2021 und gastiert bis zum 31. September im Schanzenpark.

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Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

LYS Vintage: Skandinavisches Design in Eimsbüttel

Auf einem gemütlichen dänischen Sofa sitzend erzählt uns Simone Sauvigny, Inhaberin von LYS Vintage, wie sie ihr ganz eigenes Konzept für ein Möbelgeschäft entwickelte und von ihrer Faszination für skandinavische Design-Klassiker

Interview: Frank Sill

 

Was mit einer persönlichen Leidenschaft für Unikate dänischer Design-Klassiker begann, die sich irgendwann in Simones Wohnung stapelten, wurde 2008 auch zu ihrem beruflichen Lebensinhalt. Aus ihrer Leidenschaft für skandinavische Mid-Century- Originale entstand ein 350 Quadratmeter großes Möbelfachgeschäft in Eimsbüttel.

Der Schwerpunkt hat sich seit Gründung auf fabrikneue Produkte verlagert. Die Philosophie ist aber die Gleiche geblieben und so ist sie auch weiterhin den skandinavischen Prinzipien treu: solide handgefertigt, funktional relevant und ästhetisch faszinierend. Sozusagen die modernen Klassiker von morgen.

 

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Seit 12 Jahren hat Simone Sauvigny ihren Mödelladen LYS Vintage in Eimsbüttel (Foto: Anna Sauvigny)

 

Fangen wir doch einmal direkt mit dem an, was draußen an eurem Schaufenster steht. Was bedeutet der Name LYS Vintage?

Er hat tatsächlich eine Bedeutung, die uns damals bei unserer Gründung inspiriert hat. LYS kommt aus dem Dänischen und bedeutet Licht. Gerade in der dunkleren Jahreszeit haben die Skandinavier doch sehr wenig Tageslicht und konzentrieren sich auf ihre Wohnräume und auf die Lichtkonzeption in diesen Räumen. In den 50er und 60er Jahren hatte der dänische Modernismus seine Hochzeit, der durch viele, bis heute sehr bekannte, Lichtdesigner geprägt war. Viele dieser Klassiker, wie von Louis Poulsen, werden auch bis heute so produziert.

 

Skandinavischer Modernismus

 

Und ihr habt euch dann erst einmal auf diese Vintage Klassiker konzentriert?

Anfangs haben wir uns nur auf Unikate spezialisiert, haben dann aber 2010 begonnen junge, aufstrebende Designer mitaufzunehmen, die auf dem Erbe der großen Meister aufgebaut haben. Heute präsentieren wir daher einen Mix aus Klassikern, die teilweise wieder produziert werden, und den Möbeln junger Designer, die im Geiste dieses skandinavischen Modernismus gestalten.

Woher stammt deine Liebhaberei für skandinavische Mid-Century- Originale?

Während unserer Gründungszeit vor gut zwölf Jahren war ich vor allem auf der Suche nach Dingen, die noch einen Wert hatten und mit der Zeit eigentlich immer besser werden wurden, weil sie mit einer Art Würde reifen und im Laufe der Jahre eine schöne Patina ansetzen.

Ich habe vor der Gründung einige Zeit in Dänemark verbracht. Dort ist es so, dass Dinge anscheinend nur einmal gekauft werden und dann von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dieses Bewusstsein für Langlebigkeit in Material und Design hat mich beeindruckt. Vor diesem Hintergrund haben wir dann angefangen, dort solche Unikate aus Palisander oder auch Teak zu suchen und zu verkaufen.

Irgendwann ist uns dann allerdings aufgefallen, dass viele Dänen gerne nach Deutschland kamen, um hier solche Klassiker zurückzukaufen, weil wir Deutschen den Wert gar nicht erkannt haben und den Dänen damit viele Schnäppchen ermöglichten.

Und was hat das für euch bedeutet?

Wir haben erst einmal erkannt, dass es zwar einen großen Markt für skandinavische Klassiker gibt, der aber international durch spezialisierte Auktionshäuser schon sehr leer gefegt war und für uns nicht so viel übrig blieb, um daraus einen wirtschaftlich soliden Anfang aufzubauen. Deshalb konzentrierten wir uns auf die jungen, neuen Designer, die mit uns gerne zusammenarbeiten wollten, weil wir ihnen im Gegenzug einen Zugang zu dem großen deutschen Markt ermöglichten.

 

Heimelige Atmosphäre

 

Kannst du bitte einmal beschreiben, wie euer Sortiment aussieht.

Vom Sortiments-Mix her sind wir ein typischer Concept Store, der Möbel, Leuchten und Wohn-Accessoires anbietet. Unser Ausstellungskonzept ist so strukturiert, dass man beim Reinkommen direkt das Gefühl hat, dass man auch so eingerichtet sein könnte, weil wir unterschiedliche Wohnzonen eingerichtet und nicht nach Sortiment ausgestellt haben. Wir bekommen von unseren Kunden auch immer wieder erzählt, dass sie sich hier gerne aufhalten, weil dieses Ausstellungskonzept für viele eine heimelige Atmosphäre schafft, die auch etwas Beruhigendes im Kontrast zu unserem stetig getakteten Alltag bietet.

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Licht spielt in der Raumkonzeption eine wichtige Rolle (Foto: Jonas von der Hude)

Was macht für dich ein gutes Design aus?

Dass es handwerklich gut gemacht und zeitlos ist und damit wertbeständig. Ganz wichtig, es muss einen echten Gebrauchsnutzen haben und nicht nur eine visuelle Idee darstellen.

Leo Lübcke von interlübcke hat einmal gesagt, dass gutes Design über der Zeit steht …

Ja, ein schöner Gedanke, wenn etwas den Test der Zeit besteht und nach Jahrzehnten immer noch als schön empfunden wird, dass ist toll.

Ein Stuhl braucht nicht ständig neu erfunden werden, im Modernismus sind bereits ein paar perfekte Exemplare entstanden, die noch heute produziert werden. Andererseits ermöglichen moderne Verfahren wie zum Beispiel 3-D-Drucker ganz neue technische Möglichkeiten, die das Design unserer Zeit mit beeinflussen. Ich denke da an die Alltagsobjekte von Wang & Söderström, einem Kopenhagener Design-Studio, bei dem die Grenzen vom Realen mit dem Digitalen verschwimmen. Das weist den Weg in die Zukunft und zeigt auch sehr schön, dass wir doch nicht nur Gestriges und Nostalgisches anbieten (lacht) und in einer Zeitkapsel konservieren wollen.

War es immer schon dein Traum ein Möbelfachgeschäft zu betreiben? Oder wie kam es dazu?

Ich habe ursprünglich als Strategische Markenentwicklerin gearbeitet und bin da eher durch mein privates, persönliches Interesse reingerutscht. Nur weil man irgendwann Ikea entwachsen war, wollte man ja nicht automatisch bei den konservativen, großen Möbelhäusern landen und da wollten wir eine Alternative bieten und das hat dann ja auch ganz gut funktioniert.

 

Fokus auf Familie

 

Wie kamst du auf die Idee, in Eimsbüttel zu eröffnen?

Es war sicherlich die geografische Suche um unseren damaligen Wohnort herum und das Gefühl, dass hier viele Menschen leben, die so ticken wie wir. Dieses skandinavische Lebensgefühl, den Fokus auf Familie statt Karriere und ein bewusster, werthaltiger Konsum statt das Streben nach repräsentativem, vordergründigem Luxus.

Was macht denn dieser Stadtteil für dich aus?

Ich empfinde diesen Stadtteil als sehr heterogen und dadurch nicht so greifbar. Das geht ja von der bunten Schanze bis hin zum Weiher, der eher eine große Bürgerlichkeit aufweist. Hier findest du von progressiven bis zu konservativen Lebenseinstellungen irgendwie alles.

Wo gehst du selber hier gerne Schaufensterbummeln?

Auf dem Abschnitt zwischen Osterstraße und Fruchtallee hat sich ein ganz spannender Mix von neuen Geschäften, Boutiquen und Cafés entwickelt, da kann man sich schöne Anregungen holen. Bei uns um die Ecke gibt es das Black Line, bei denen wir gerne unseren Kaffee holen und schräg gegenüber ist Kind der Stadt, ein richtig schöner Kinderausstatter. Nicht weit von hier ist Andrzej Kolaska, der Bunzlauer Keramik anbietet und bei dem man ganz tolle Geschenkideen findet.

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Bei LYS Vintage entdeckt man immer wieder schöne Anregungen (Foto: Jonas von der Hude)

Und in welchen Lieblingsrestaurants geht ihr abends gerne essen?

Für besondere Anlässe ist nach wie vor das Vienna die erste Wahl der Klassiker. Mittags gehen wir gerne in den Thai Gourmet Imbiss und das Salibaba ist ein tolles Projekt, das von ehemaligen, syrischen Flüchtlingen geführt wird und man kann da einfach lecker essen. Initiiert hat das Projekt der syrische Gastronom Hanna Saliba, dem das bekannte Restaurant Saliba Alsterarkaden gehört und seinen Landsleuten helfen möchte sich eine eigene Zukunft aufzubauen.

 

 

Zum Abschluss. Wie sieht für dich der perfekt geschmückte Weihnachtsbaum aus?

Auf jeden Fall nicht jedes Jahr in einem neuen Gewand und der Schmuck besteht aus wertigen Materialien, wie zum Beispiel Messing, transparente Glaskugeln und ganz wichtig sind echte Kerzen für mich. Aktuell haben wir beispielsweise gedrehte und gelackte Kerzen, ein bisschen 80er-Jahre-Style, im Sortiment. Das Ganze dann abgerundet mit Fundstücken aus der Natur, die man auf langen Herbstspaziergängen prima sammeln kann.

LYS Vintage GmbH
Eppendorfer Weg 8


SZENE HAMBURG KAUFT EIN 2020 SZENE HAMBURG KAUFT EIN!, Dezember 2020. Das Magazin ist seit dem 19. November 2020 im Handel und auch im Online Shop erhältlich! 

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Hier gibt’s die besten Franzbrötchen in Hamburg

Das Glück besteht aus Zimt, Zucker, Plunderteig und hört auf den Namen Franzbrötchen. Frisch und noch warm aus dem Ofen haben wir es am liebsten: Hier bekommt ihr die besten Franzbrötchen der Stadt

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung, zuletzt aktualisiert 2020

 

Altes Mädchen

Ein Braugasthaus muss gutes Bier verkaufen – Ehrensache. Aber Franzbrötchen? Immer wieder sonntags könnt ihr euch im Alten Mädchen selbst von beidem überzeugen. Denn beim Frühschoppen landen hier die heißen Anwärter auf den Titel „Hamburgs bestes Franzbrötchen“ frisch aus der hauseigenen Backstube auf euren Tellern.

Altes Mädchen: Lagerstraße 28b (Sternschanze)

 

Bäckerei Braaker Mühle

Bäckerei Braaker MühleBei der Bäckerei Braaker Mühle werden Franzbrötchen-Puristen und Schokoliebhaber gleichermaßen glücklich: In dem knusprigen wie matschigen Plunder verbirgt sich je nach Wahl entweder die Geschmacksklassiker-Kombi aus Zimt und Zucker oder eine süße Versuchung aus bestem Kakao. Wir nehmen natürlich einfach beide!

Bäckerei Braaker Mühle: Barmbeker Straße 48 (Winterhude) 

 

Bäckerei Körner

Es heißt, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Zum Glück braucht man das bei der Bäckerei Körner auch gar nicht, denn die dortige Franzbrötchen- Fangemeinde ist ziemlich groß und sich vor allem einig: Was hier als perfekte Fusion von butterigem, lockerem Teig und saftiger Füllung aus der Backstube kommt, ist absolute Spitzenklasse.

Bäckerei Körner: Blankeneser Landstraße 13 (Blankenese)

 

Berkenthiner Dorfbackstube

Auf den Wochenmärkten gibt es einige Delikatessen zu entdecken. Auf dem Goldbekmarkt sind das vor allem die fantastischen Franzbrötchen am Stand der Berkenthiner Dorfbackstube, besser bekannt als „Jürgen“. Die werden zwar – wir konnten es kaum glauben – in Lübeck hergestellt, können den guten Stücken aus Hamburg aber auf jeden Fall das Wasser reichen.

Berkenthiner Dorfbackstube: Wochenmarkt am Goldbekufer (Winterhude)

 

Café Luise

Im Café Luise wird noch wie zu Omas Zeiten gebacken: liebevoll per Hand und mit besten Zutaten. Kein Wunder, dass die Franzbrötchen dort nicht einfach nur gut sind, sondern sogar preisgekrönt! Hochwertige Butter bildet im saftigen Plunderteig die perfekte Harmonie mit Zimt und Zucker.

Café Luise: Erdkampsweg 12 (Fuhlsbüttel)

 

Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei

Das Alstertal ist besonders im Frühling einen Besuch wert, Franzbrötchen-Fans reisen aber auch ganzjährig nach Poppenbüttel. Weil es dort – so sagt man – die besten der Stadt bei Reinhardt gibt. Dort könnt ihr in gemütlicher Atmosphäre den ganzen Tag frühstücken und es euch auf der Terrasse oder vor dem Kamin gut gehen lassen.

Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei: Poppenbüttler Hauptstraße 37 (Poppenbüttel)

 

Die Kleine Konditorei

Nachhaltigkeit kann so gut schmecken! In der Kleinen Konditorei legt man nicht nur Wert auf die Qualität der Backwaren, sondern auch auf den schonenden Umgang mit der Umwelt. Die Franzbrötchen sind so schon ein Traum, ein gutes, grünes Gewissen lässt sie jedoch gleich noch besser munden. Dass dafür Menschen sonntags Schlange stehen, überrascht uns nicht wirklich.

Die Kleine Konditorei: Lutterothstraße 9–11 (Eimsbüttel)

 

Elbgold

Dass es bei Elbgold fantastischen Kaffee gibt, ist hinlänglich bekannt – die sagenhaften Franzbrötchen hingegen: Bis jetzt ein echter Geheimtipp! Fluffiger Teig trifft hier auf Zimt, Zucker und Butter und ergibt genau die richtige Konsistenz zwischen knusprig-karamellig und sabschig.

Elbgold: Lagerstraße 34c (Sternschanze)

Ihr Finkenwerder Bäcker

Wenn es mal auf eine Fahrradtour ins Alte Land verschlägt, sollte auf jeden Fall beim Finkenwerder Bäcker vorbeischauen. Zu nachtschlafender Zeit backt Besitzer Jan dort schön saftige Franzbrötchen sowie seine Eigenkreation, den Flensburger. Das ist ein weniger süßes Franzbrötchen mit Rosinen und Schmalz im Teig. Lecker!

Ihr Finkenwerder Bäcker: Steendiek 13 (Finkenwerder) 

Ludwig Daube

Daube blickt mittlerweile auf 130 Jahre Erfahrung im Backen von Franzbrötchen zurück – und diese Erfahrung schmeckt man: Mit genau dem richtigen Verhältnis aus Teig und Füllung sowie Zucker und Zimt kommen hier täglich echte Qualitätsbackwaren aus dem Ofen, so wie sie vielleicht sogar schon Oma genossen hat.

Ludwig Daube: Hamburger Straße 206 (Barmbek-Süd) 

 


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Appetit auf mehr? 

Neue Gastro-Liebe: Herzstück eröffnet in Eimsbüttel

Zwei kreative Köpfe, eine richtig gute Location und jede Menge positive Energie: Die Gastronomen Hannes Schröder (u. a. Küchenfreunde) und Vesper-Gründer Christian Buchleiter machen ab 4. August gemeinsame Sache

 

Nach dem Heimatdeli „was wir wirklich LIEBEN“ in der Hegestraße und dem Kraftwerk in Bahrenfeld folgt nun der nächster Standort in Eimsbüttel. An der Ecke Osterstraße/Eppendorfer Weg, an der das Vesper schon seit 24 Jahren zu Hause ist, eröffnen beide am Dienstag, 4. August, ihr „Herzstück“.

In der neuen Location mit Sonnenterrasse werden ab nächster Woche dienstags bis samstags von 9 bis 24 Uhr hochwertige Speisen, Kaffee und Kuchen sowie leckere Drinks – from farm to table, in gehabter „was wir wirklich LIEBEN“-Qualität.

 

Drei-Tageszeiten-Modell

 

In der neuen Küche, die auf Effizienz und Nachhaltigkeit ausgelegt ist, werden aus regionalen und saisonalen Zutaten köstliche Gerichte gezaubert. Das Drei-Tageszeiten-Modell, welches von morgens bis abends glücklich und satt macht, wird hier kreativ umgesetzt: Zum Frühstück gibt es eine Auswahl an Müsli, Stullen, Franzbrötchen, Rüherei oder auch vegane Alternativen. Die Lunchkarte, die jede Woche wechselt macht Veganer und Vegetarier genauso glücklich wie Fleischliebhaber.

Von geröstetem Blumenkohl mit eingelegten Kirschen und Ziegenkäse über hausgebeizten Fjordlachs bis zu Hannes‘ Lieblingsgericht, Wiener Schnitzel mit Heidekartoffel-Salat, findet man abends auf der Speisekarte ebenfalls für jeden Geschmack etwas.

Den 4. August rot im Kalender markieren und ab nach Eimsbüttel ins Herzstück!

Herzstück: Osterstraße 10-12 (Eimsbüttel)


Der Gastro-Guide SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN ist seit April 2020 für 10,80 Euro im Handel und im Online-Shop erhältlich!


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Zimt & Koriander: Ein Mezzedes-Mekka

Zucchini-Bällchen statt Metaxa-Fleischplatte: Das Bistro Zimt & Koriander im Eppendorfer Weg serviert echte griechische Küche in kleinen Happen

Text: Laura Lück

 

Dass Zimt bittersüß sei wie die Frauen ist nur eine der vielen Lebensweisheiten, die Fanis im Film „Zimt und Koriander“ von seinem griechischstämmigen Großvater Vassilis lernt, der ein Gewürzgeschäft im Istanbul der 50er Jahre führt. Er glaubt fest an die übernatürliche Macht der genusssteigernden Mittel und spinnt um jedes eine kleine Geschichte.

Kleine Gerichte mit griechischer Würze gibt’s im Zimt & Koriander im Eppendorfer Weg, dessen Name an Tassos Boulmetis Filmdrama angelehnt ist. Koch Alberto stammt selbst aus Nordgriechenland und serviert mit seinem Geschäftspartner Birol traditionelle Mezzedes abseits von Gyros und Souvlaki.

Morgens wird frisch eingekauft, mittags und abends brummt der Laden. Auf Barhockern an hohen Bistrotischen kommt hier dann die Eimsbüttler Nachbarschaft zusammen und teilt Tapas-Schälchen zu süffigem Hauswein. Eine handgeschriebene Tafel präsentiert das tägliche Angebot von Tzaziki bis Kalbsleber. Die Auswahl fällt schwer – zum Glück schafft man zu zweit locker sechs Gerichte.

 

Große Auswahl an griechische Tapas

 

Erste Runde: würzig-krosse Zucchini-Bällchen mit Estragonsenf (3,50 Euro), superzart gegrillte Lammspieße mit Tomatencreme (5,50 Euro) und gegrillter Oktopus (6,20 Euro), der ganz schlicht mit Olivenöl und Zitrone angemacht ist. Stimmt die Qualität der Zutaten, braucht es davon eben wenige. Der Service empfiehlt außerdem die Scampi in Tomatensauce mit Feta (6,20 Euro), dessen herrlich würzig-salziges Aroma nichts mit Hirtenkäse aus dem Supermarkt-Kühlregal zu tun hat. Auch das Tzaziki mit original griechischem Joghurt (2,80 Euro) schmeckt wie auf Kreta. Dazu gibt’s Lachsspieße auf Fenchelsalat mit Anisnote (5,50 Euro) und Baby Calamaretti vom Grill (5,50 Euro).

Im Film erzählt Vassilis von der Magie der Gewürze und ist überzeugt, dass das perfekt abgeschmeckte Gericht etwa die Liebe entflammen kann. Wenn das stimmt, hat sich vielleicht auch heute Abend in Eimsbüttel jemand verliebt. In jedem Fall aber kann man das Restaurant mit noch so schlechter Laune betreten; die frischen Mezzedes und die Herzlichkeit der Gastgeber bringen Genuss- und Lebensfreude in dem kleinen Gastraum – und die ist ansteckend.

Zimt & Koriander: Eppendorfer Weg 79 (Eimsbüttel)


Szene_Hamburg_Februar_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Januar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Restaurant-Tipp: Herz und Bauch

Bali-Stimmung in Hamburg-Eimsbüttel

Text: Laura Lück

Bei ihrer ersten Balireise hat Jule ihr Herz auf der Insel verloren. Verliebt hat sie sich in die Menschen, das Lebensgefühl und vor allem das Essen. Nach einem weiteren Trip in das beliebte Urlaubsparadies war es auch um ihren langjährigen Gastro-Kollegen und Kumpel Tobi geschehen. So kam den beiden die Idee, ihre Bali-Euphorie mit den Hamburgern zu teilen und mit Herz und Bauch einen Ort zu schaffen, der die Liebe zu Bali und ihrer Wahlheimat Hamburg vereint. Auf den Tisch kommt exotisches Fernweh-Food. Es gibt Pitaya-Smoothie-Bowls, Black-Rice Pudding mit Kokosmilch und Kokosflocken, hausgemachte Rosenlimonade und Moringa-Ananas-Shots. Keine Lust auf Experimente? Kein Problem, zum Frühstück werden auch klassische Waffeln, Stullen, Pancakes und Eierspeisen serviert – und das sogar den ganzen Tag. Wechselnde Mittagsangebote wie Salate, Suppen, Bowles und Quiches runden die Speisekarte ab.

Herz und Bauch 
Müggenkampstraße 34 (Eimsbüttel)


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2019. Das Magazin ist seit dem 20. Dezember 2019 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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