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FoodSZENE – Fachkräftemangel in der Gastronomie

Fachkräftemangel – Die Umsätze steigen, die Erträge sinken: Das Gastgewerbe in Hamburg steht heute vor großen Herausforderungen. Eine Branche ohne Zukunft? Patrick Rüther über die Hürden und Chancen im Gastgewerbe.

Interview: Jasmin Shamsi
Beitragsfoto: Julia Schwendner

Steigende Betriebs-, Personal- und Energiekosten erhöhen den Druck im Gastgewerbe. Immer mehr Gastronomen geraten ins Straucheln und stellen außerdem fest, dass sich der bürokratische Aufwand in den letzten Jahren erhöht hat. Zum Beispiel, was die Dokumentationspflicht seit der Einführung des Mindestlohns oder die starre Regelung der täglichen Höchstarbeitszeit betrifft. Das größte Problem aber bleibt der mangelnde Nachwuchs an Fachkräften. Einer, der sich mit diesem Thema bestens auskennt, ist Patrick Rüther: Volljurist, Vorstandsvorsitzender vom Leaders Club, Mitinhaber von der Bullerei, dem Überquell und der Tellerrand Consulting GmbH. Auch das Alte Mädchen hat er mitbegründet. Wir haben mit ihm über die Hürden und Chancen im Gastgewerbe gesprochen.

SZENE HAMBURG: Patrick, wie viele Leute beschäftigt ihr in der Bullerei?

Patrick Rüther: Aktuell arbeiten 110 Mitarbeiter bei uns, davon circa 68 in Vollzeit und der Rest in Teilzeit oder als Aushilfe. Wir beschäftigen allein 20 Köche und sechs Kochazubis, daneben Service und Barmitarbeiter, Mitarbeiter für die Reservierung, den Eventverkauf, Empfangsmitarbeiter, einen Hausmeister und zwei Logistiker für die Warenannahme.

 

„Der Fachkräftemangel ist in vielen Fällen ein hausgemachtes Problem“

 

Wow, das ist eine Menge! Der Fachkräftemangel im Gastgewerbe ist momentan ein großes Thema. Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Es ist heute wesentlich schwieriger, Personal zu finden. Vor allem Fachkräfte. Weil junge Menschen keine Lust mehr haben auf die lange Ausbildung und die schwierigen Arbeitszeiten. Der Fachkräftemangel ist in vielen Fällen aber auch ein hausgemachtes Problem: schlechte Arbeitsbedingungen – zum Beispiel Köche, die bei Neonlicht im Keller arbeiten müssen oder cholerische Chefs –, eine miserable Bezahlung, unprofessionelle Führung, zentrale Verteilung von Trinkgeldern – hat sich einer was eingesteckt? – tragen nicht gerade dazu bei, den Ruf der Branche zu verbessern.

Welche Lösungsansätze gibt es deiner Meinung nach?

Ich finde das Konzept der Refugee Canteen ziemlich clever, weil die Lehrzeit von Köchen und Servicekräften auf eine Grundausbildung verkürzt wird. Die klassische Ausbildung an Hotelfachschulen ist teilweise einfach antiquiert und zielt an den Bedürfnissen vieler Betriebe vorbei: Man muss verschiedene Küchenposten oder Servier- und Anrichtemethoden lernen, die man heute in der Praxis meist gar nicht mehr braucht. Wer sich für einen Job in der Gastronomie interessiert, sollte einen schnellen und effizienten Einstieg finden. Auch Teilzeitmodelle sind sinnvoll, weil sie einen weiteren Anreiz bieten, zum Beispiel für junge Eltern.

 

„Die Gastronomie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Hamburg“

 

Mit wem würdest du darüber gerne mal diskutieren?

Am liebsten mit jemandem aus der Wirtschaft, mit Hamburg Marketing zum Beispiel. Die Gastronomie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Hamburg, das wird immer wieder übersehen. Wenn Hafenkonzerne ihre Mitarbeiter auf die Straße setzen, ist der Aufschrei groß und die Stadt bemüht sich, sie schnellstmöglich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Geht eine Gastronomie pleite, interessiert das kein Schwein. Unsere Nachbarn machen es vor: In Kopenhagen kann man sehr schön beobachten, was passiert, wenn man die Gastro-Branche langfristig fördert und wertschätzt. Die dänische Hauptstadt zählt mittlerweile zu den wichtigsten kulinarischen Hotspots weltweit.

Geld oder Sicherheit – was ist den Mitarbeitern von heute wichtiger?

Bei einigen meiner Mitarbeiter kann ich die typischen Merkmale der Generation Z beobachten: Die Work-Life-Balance ist wichtig, aber einen noch höheren Stellenwert hat die Bezahlung. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass es in der Branche viele Quereinsteiger gibt, die ihre Zukunft in der Gastronomie nur übergangsweise planen. Da spielt Geld anfangs eine größere Rolle. Die über 25-Jährigen ticken da noch ein bisschen anders: Sie bringen sich ein, wollen Teil des Ganzen sein und arbeiten teamorientiert. Das versuchen wir nach Möglichkeit stark zu fördern.

www.tellerrand-consulting.com

Gastro Startup Sessions im Alten Mädchen

Gründer, Quereinsteiger, junge Gastronomen und Interessierte erhalten am 12. und 13. Februar die Möglichkeit, sich bei den „Gastro Startup Sessions“ über die kulinarischen Hotspots der Welt auszutauschen, gestandenen Profis aus der Branche auf Augenhöhe zu begegnen sowie konkrete Hilfe beim richtigen Umgang mit Personal(-Recruitment), Behörden und sozialen Medien zu erhalten. In Vor­trägen, Panels und Workshops werden u. a. Tipps für Neugründungen gegeben sowie aktuelle Trends vorgestellt. Organisiert wird das Netzwerktreffen vom Leaders Club, durch das zweitägige Programm führen Tim Koch und Patrick Rüther.

www.leadersclub.de/gsu-sessions/


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.


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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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FoodSZENE – „Blutleere Gastronomie braucht kein Mensch“

Jasmin unterwegs – Schanzen-Gastronom Gerrit Lerch hat Anfang November 2018 sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Interview: Jasmin Shamsi

SZENE HAMBURG: Galopper des Jahres, Jolly Jumper und seit Neuestem das Chambre Basse – das alles gehört zu deinem Imperium und zum Haus 73. Wie hängen die Bars zusammen?

Im Galopper des Jahres gibt es mittlerweile 16 Hähne mit unterschiedlichen Bieren, regelmäßige Bier-Degustationen und öffentliche Brauerstammtische. Der Jolly Jumper bietet freitags und samstags Clubfeeling mit guter Musik und gut gelaunten Gästen und das Chambre Basse, das ich seit Anfang 2018 zusammen mit David Struck und Felix Piechotta betreibe, ist eine schicke Cocktailbar, in die man sich zurückziehen kann, wenn man den Trubel vom Schulterblatt abschütteln möchte.

Die beiden Kultkneipen BP1 und Bedford, mit denen du ab 1998 eine neue Ära in der Schanze eingeläutet hast, musstest du 2014 schließen. Was hat sich seitdem getan?

Diese beiden Läden abgeben zu müssen, war tragisch und auch ein wenig sinnbildlich für die Entwicklung im Viertel. Subkultur hat es schwer, sich im ständigen Profitstreben zu behaupten. Mit Herzblut betriebene Bars geben einem Viertel Identität, Farbe und Charakter. Blutleere Gastronomien braucht kein Mensch.

 

„Das Hier und Jetzt bei lauter Gitarrenmusik feiern“

 

An welchem Punkt würdest du die Uhr noch mal zurückdrehen, wenn du könntest?

Ich vermisse einen Laden, in dem man zu jeder Nachtzeit gleichgesinnte und spannende Menschen trifft, die in selbstzerstörerischer Art das Hier und Jetzt bei lauter Gitarrenmusik feiern. Am besten auf dem Tresen! So war es halt im BP1. Trotzdem: Ich will überhaupt nichts rückgängig machen. In der Schanze fühle ich mich immer noch zu Hause.

Wo siehst du schwarz für die Schanze?

Gäste, die sich nicht benehmen können, haben schon immer genervt. Belanglose Gastronomien genauso. Geldgeile Vermieter, die durch überhöhte Mieten der Subkultur die Tür vor der Nase zuschlagen sind ein absolutes Ärgernis. Und von Kiosken, die ohne jede Infrastruktur unsere Gäste abgreifen und mit billigen Longdrinks abfüllen, halte ich auch nicht viel.

 

„Eine faire Bezahlung ist das Fundament für ein nettes Miteinander“

 

Überall heißt es, der Gastrobranche gehe der Nachwuchs aus. Bist du davon betroffen?

Zum Glück finden wir immer wieder neue Leute, die Lust haben, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen. Den Speisegastronomien geht es da anders. Grundsätzlich gilt: Für die Branche muss man gemacht sein. Ich erinnere mich an ein Bewerbungsgespräch für einen Ausbildungsplatz zum Hotelfachmann. Die Frage meines damaligen Personalchefs ist mir bis heute im Kopf hängengeblieben: „Sie wissen schon, dass Sie jetzt immer dann arbeiten, wenn andere Leute feiern?“ Unter ständigem Stress nachts an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten und dafür nur ein mäßiges Gehalt zu bekommen, darauf haben viele keinen Bock mehr. Die Arbeitszeiten sind leider nicht zu ändern. Der Stress ist auch da, aber in einem funktionierenden Team ganz gut erträglich. Eine faire Bezahlung ist aber definitiv das Fundament für ein nettes Miteinander!

Schulterblatt 73 (Sternschanze); www.dreiundsiebzig.de


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Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2019. Das Magazin ist seit dem 21. Dezember 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


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Kurz vorgestellt: Nachwuchs-Regisseur Mate Ugrin

Drei Fragen an den Nachwuchsfilmemacher Mate Ugrin, der mit dem „First Steps Award“ 2018 ausgezeichnet wurde.

Interview: Maike Schade

Wieder hat ein Studierender der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK) den wichtigsten deutschen und mit 10.000 Euro dotierten Nachwuchspreis für Filmemacher gewonnen: Mate Ugrin. Der in Kroatien geborene 32-Jährige überzeugte die Jury des „First Steps Awards“ mit seinem Kurzfilm „In der Zwischenzeit / Meanwhile“, besonders lobten sie die „klare Bildsprache und Erzählökonomie“. Es war die zweite Auszeichnung für Ugrin in 2018: Beim Filmfest Dresden erhielt er den „Goldenen Reiter“ der Jugendjury.

SZENE HAMBURG: Was machst du mit den 10.000 Euro?

Mate Ugrin: Diese zusätzliche finanzielle Sicherheit hilft mir, dass ich mich auf verschiedene laufende Projekte konzentrieren kann. Außerdem liebäugele ich mit einer Reise nach Asien …

Wie sieht dein nächstes Projekt aus?

Ich arbeitete gerade an zwei Projekten: „ The Dormitory“, eine Kurzdoku, die die Freizeit eines Hafenarbeiters in einer kroatischen Küstenstadt porträtiert. Und dann „Brank“, ein fiktionaler Kurzfilm über eine junge Krankenschwester aus Zentralkroatien, die auf eine Adria-Insel gezogen ist, um sich um eine wohlhabende ältere Dame zu kümmern. Beide Filme beschäftigen sich also mit dem Zustand der Trennung und Isolation, die der aktuelle Arbeitsmarkt oft mit sich bringt.

Was ist dein Lieblingsfilm?

Das ist definitiv ein Film von Robert Bresson, „Au Hasard Balthazar“.

Seht hier den Kurzfilm „MJESTA U BLIZINI“ von Mate Ugrin


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Dendemann – Deutsch-Rap braucht den Schmutz

Nach dem „Neo Magazin Royale“ ist vor dem Solo-Comeback: Dendemann hat mit „da nich für!“ ein neues Album veröffentlicht und erklärt im Interview, wie sich seine Arbeitswelt seit dem TV-Engagement verändert hat.

Interview: Erik Brandt-Höge
Beitragsfoto: Nils Müller

SZENE HAMBURG: Dendemann, gleich im ersten Track deines neuen Albums, „Ich Dende also bin ich“, hälst du über dich fest: „Er stinkt nach Mythos.“ Wie ist dein Verhältnis zur eigenen Vergangenheit?

Dendemann: Was meine Zeit im Rap angeht, bin ich damit auf jeden Fall mehr im Reinen, als ich es eigentlich sein dürfte (lacht).

Wie meinst du das?

Ich empfinde auch für meine schwachen Momente so gut wie keine Scham. Mich stört fast nichts. Im Laufe meiner Karriere habe ich allerdings auch sehr darauf geachtet, dass ich das im Nachhinein sagen kann.

 

„Ich empfinde auch für meine schwachen Momente so gut wie keine Scham

 

Und das Genre Deutschrap an sich: Siehst du die Veränderungen, die es in den vergangenen 20 Jahren gab, ähnlich entspannt?

Wenn ich die heutige Gesamtsituation beschreiben sollte, würde ich sagen: Es gibt sowohl Sodom und Gomorrha als auch Milch und Honig. Was aber auch gut so ist. Früher war ich überzeugt, dass es am besten wäre, wenn es im Deutschrap nur Gutes geben würde. Das war aber eine ganz schwache Denke von mir.

Inwiefern?

Die Vielfalt bringt zwar auch alles Hässliche ans Tageslicht, aber dieses Genre braucht den Schmutz, damit Perlen daraus hervorgehen können.

Beide Extreme sind heute schnell verbreitet. Während du noch aus der Demo-Tapes-aus-dem-Kofferraum-verkaufen- Generation stammst, laden Kids heute fertig produzierte Tracks hoch und gelangen per Mausklick in jedes Jugendzimmer. Eine gute Entwicklung?

Letztendlich ist das doch sehr HipHop, weil es völlig frei ist und sich die Künstler niemandem gegenüber anbiedern müssen.

Hast du deine Arbeitsweise auch verändert?

Ja, und das ist vor allem durch mein Engagement beim Fernsehen passiert. Bis ich beim „Neo Magazin“ war, dachte ich, ich müsste nie etwas anders machen, müsste mich nicht von Projekt zu Projekt neu erfinden. Um den Slot in der Show aber zu erfüllen und dabei auch meinen Ansprüchen gerecht zu werden, musste ich umdenken.

 

„Ich habe schnell gelernt, dass jedes Thema ein Songthema ist“

 

Erzähl mal!

Ich sollte ja jede Woche ein kleines Lied abliefern, und das sollte auch noch immer zu einem bestimmten Thema passen. Ich habe also schnell gelernt, dass jedes Thema ein Songthema ist, aber auch, dass wenn das Thema brisant ist, also z. B. politisch aufgeladen, es gefühlt gleich doppelt so viel Arbeit macht.

Wie hast du dich also auf eine Sendung vorbereitet?

Immer dienstagsnachmittags kam eine Mail aus der Redaktion mit den neuen Themen. Dazu habe ich mir dann ein brauchbares fremdes Stück Musik aus den Neuheiten gepickt und bis zum Abend an die Band geschickt. Und mittwochs, auf dem Flug nach Köln, habe ich angefangen, den Songtext zu schreiben.

Klingt nach Stress. Wie gut kannst du unter Druck arbeiten?

Ich bin relativ druckresistent bei Sachen, die viele andere Leute unter Druck setzen – nicht aber bei der Bringschuld, die ich in der Show und gegenüber dem Gebührenzahler hatte. Anfänglich habe ich mich bei der Arbeit echt ein bisschen gequält.

 

„Ich hab mich bisher definitiv nicht kaputt gemacht “

 

Was hat es besser gemacht?

Ich habe einen Sinn und irgendwie auch eine Notwendigkeit in dem gesehen, was wir da auf die Beine gestellt haben. Und ich hatte den Rückhalt einer Satireshow mit dem Auftrag, den Zeigefinger voll auszufahren und dabei auch noch zynisch zu lachen. Das hat mir Sicherheit für bestimmte Themen gegeben, genau wie die Gewissheit, dass wir immer wieder etwas bewirken können.

Apropos Arbeit: Auf dem Album sticht jetzt ein weiterer Song heraus, nämlich „Menschine“. Darin geht es um ein Nur-noch-Arbeiten und ein Sich-selbst- Ausbeuten. Geschrieben aus eigener Erfahrung?

Nee, dieses Gefühl von zu viel Arbeit habe ich eigentlich schon immer und konstant verhindert, schon bevor ich etwas mit Rap gemacht habe. Ich habe mich bisher definitiv nicht kaputt gemacht und immer pausiert, wenn ich fand, dass es richtig war.

Liegt dir das saisonale Arbeiten, wie es in der Musikindustrie gepflegt wird, also besonders gut?

Genau. Die Seasons sind hier immer gleich: Promo-Rutsche, Veröffentlichung, Tour, Festivals. Wie diese Zahnräder ineinandergreifen, kann man sich gar nicht schöner ausdenken. Sie können eigentlich nur vom Burn-out angehalten werden. Deshalb ist es auch immer noch eine perfekt funktionierende Industrie. Ich kann nicht meckern (lacht).

26.+27.2.19, Mehr! Theater, 20 Uhr – SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistenplätze für den 27.2. E-Mail mit Betreff „Dende“ bis 15.2. an verlosung@vkfmi.de


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2019. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Tim Mälzer – Ein Plädoyer für Zero Waste

Zero Waste ist mehr als nur Müllvermeidung. Es geht um nachhaltiges Konsumieren, ohne auf Genuss verzichten zu müssen. Tim Mälzer über bewusste Einkaufsplanung und die Kunst der Einfachheit.

Interview: Jasmin Shamsi
Beitragsbild: Frank Meyer

Das Überangebot an Lebensmitteln im Supermarkt kann überfordern. Einkaufsentscheidungen werden oft von Rabattaktionen abhängig gemacht. Warum uns dadurch ein Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln abhanden gekommen ist und was man dagegen tun kann, erklärt TV-Koch Tim Mälzer in seiner ARD-Sendung „Lebensmittel-Check“. Seine Devise: Selbst ist der Verbraucher!

SZENE HAMBURG Essen + Trinken: Was bedeutet bewusste Einkaufsplanung?

Tim Mälzer: Verbraucher wollen wissen, woher ihr Essen kommt – aber leider nur oberflächlich. Interesse allein reicht nicht, man muss sich gezielt informieren. Damit mag ein gewisser Aufwand verbunden sein, aber der zahlt sich definitiv aus. In unseren „Lebensmittel-Checks“ bereiten wir das Thema soweit vor, dass der Zuschauer alle wichtigen Informationen auf einen Schlag bekommt.

Auf deiner ARD-Sendungsseite findet man eine Menge nützlicher Tipps und entsprechende Links. Wie sieht dein Einkaufsverhalten aus?

Ich bewege mich täglich in einem relativ kleinen Radius. Aus Zeitgründen schaffe ich es oft nur zu einer Handvoll Läden in nächster Nähe. Dabei haben wir tolle Erzeuger in der Umgebung, etwa das Gut Wulksfelde in Tangstedt.

Gerade in Großstädten ist das ein bekanntes Problem: Nach der Arbeit schnell in den Supermarkt und ab nach Hause. Es scheint zu wenig Zeit für einen bewussten Einkauf zu sein.

Ich sitze hier seit zwei Stunden am Computer auf der Suche nach einem Urlaubsziel. Dieselbe Zeit hätte ich genauso gut für meine Einkaufsplanung verwenden können. Sicher ist: Die meisten Leute kaufen regelmäßig dieselben Produkte. Wir sprechen also von rund 25 Artikeln, die es wert sind, recherchiert zu werden. Es geht nicht darum, sofort alles richtig zu machen, sondern Schritt für Schritt ein Bewusstsein zu entwickeln.

„Preisnachlässe gehen immer auf Kosten der Erzeuger“

Warum bestimmen Großhandelsketten, wie viel wir für unsere Lebensmittel zahlen? Zahlen wir zu wenig?

Das hat etwas mit Kundenbindung zu tun. Gerade beliebte Produkte wie Milch und Fleisch werden oft rabattiert, um Kunden zunächst mal in den Supermarkt zu locken – in der Hoffnung, dass sie dort dann auch andere Produkte kaufen. Für Werbeaktionen sind wir sehr empfänglich. Absurd wird es, wenn man 20 Kilometer Fahrt in Kauf nimmt, weil das Bier gerade im Angebot ist. Wir dürfen uns nichts vormachen: Preisnachlässe gehen immer auf Kosten der Erzeuger.

Besteht die Lösung darin, Erzeuger und Verbraucher wieder näher zusammenzubringen?

Ja sicher. Die Schweiz geht da mit gutem Beispiel voran (Anm. Red.: Im Mai 2017 ist ein neues Lebensmittelrecht in Kraft getreten, das die Deklarationsvorschriften verschärft hat). Die Lebensmitteltransparenz macht die Konsequenzen unserer Kaufentscheidungen deutlicher. Wenn wir wissen, woher die Lebensmittel kommen, kaufen wir anders ein.

Wie kann man Zwischenhändler und damit lange Transportwege vermeiden?

Der Gang zum Wochenmarkt ist schon mal ein guter Anfang. Unter einer anonymen Marke lässt sich nämlich viel leichter Mist verkaufen, als von Angesicht zu Angesicht. Wirklich gute Produkte mögen ein, zwei Euro mehr kosten, aber es lohnt sich, weil der Geschmack einfach besser ist.

Wie wäre es mit einer einheitlichen und übersichtlichen Plattform, auf der man all dieses Wissen bündelt?

Die Idee finde ich super. Es gibt ja für alles Plattformen: für Unterkünfte, Restaurantbewertungen etc. Da sollte es doch nicht so kompliziert sein, ein digitales Nachschlagewerk bzw. einen Einkaufsratgeber für Verbraucher ins Leben zu rufen. Wo findet man gute Hofläden, wo einen guten Bäcker? Es muss ja nicht immer Bio sein – ich kenne viele Landwirte mit toller, konventioneller Ware, die einen großartigen Job machen.

„Erst, wenn mein Kühlschrank leer ist, wird wieder eingekauft. Das Beste: Ich spare damit noch wahnsinnig viel Geld!“

Stichwort Lebensmittelverschwendung: Wir werfen jährlich Tonnen Lebensmittel in den Müll. Was uns nicht mehr appetitlich erscheint, kommt weg. Sind wir übersättigt?

Wir leben in einer Überflussgesellschaft, das muss man sich klarmachen. Vor Kurzem habe ich zu Hause das Experiment gestartet, meinen Kühlschrank leer zu essen. Ich habe nämlich festgestellt, dass ich eine Menge Lebensmittel wegschmeiße. Einfach, weil ich mich von meiner Lust auf bestimmte Produkte leiten lasse. Diesen Teufelskreis wollte ich unterbrechen. Erst wenn mein Kühlschrank vollständig leer ist, wird wieder eingekauft. Das Beste: Ich spare damit auch noch wahnsinnig viel Geld!

Welche Tipps hast du?

Nicht mit Appetit einkaufen zu gehen! Außerdem sollte man sich einen Speiseplan machen. Wenn ich zum Beispiel weiß, dass ich heute Nudeln esse, koche ich gleich ein paar mehr für ein Gratin am nächsten Tag. Dasselbe mache ich mit Kartoffeln. Die kann man am nächsten Tag für Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat verwenden. Oder mal versuchen, den Kühlschrank leer zu essen, der Kreativität freien Lauf lassen. Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen? Einfach mal aufmachen, gucken, probieren, riechen!

Wie stehst du zu radikaler Resteverwertung?

Von radikalen Bewegungen halte ich nichts. Genauso, wie ich dem Gastrotrend „brutal lokal“ nichts abgewinnen kann. Gut, solche Trends schaffen die nötige Aufmerksamkeit – aber sie müssen auch im Alltag umzusetzen sein, sonst werden sie sich bei der Masse nicht durchsetzen.

Aber sowas wie Stiele von Kräutern und Schalen von Gemüse, die man in Suppen oder Ähnlichem weiterverarbeitet: Ist das zu radikal?

Ja gut, das ist für mich als Koch natürlich eine Selbstverständlichkeit. Die Stängel von Petersilie sind für mich noch richtig Gemüse und kein Rest. Wichtig ist, dass wir unseren Horizont erweitern und ein bisschen mehr Bereitschaft zeigen, unsere Gewohnheiten zu ändern.

„Das Überangebot an Lebensmitteln ist omnipräsent“

In Frankreich und Italien ist es Supermärkten untersagt, noch genießbare Lebensmittel weg­zu­schmeißen. Durch Steuererleichterungen werden Geschäfte dazu animiert, an wohltätige Organisationen oder Tafeln zu spenden. Sollte man so etwas auch in Deutschland einführen?

Ich bin auf jeden Fall dafür, behutsamer mit Ressourcen umzugehen. Wir haben mal in der Guten Botschaft den Versuch gestartet, kleinere Portionen anzubieten. Unsere Gäste waren anfangs richtig sauer, weil sie nach dem Essen nicht pappsatt waren. Dabei muss man nur zehn Minuten warten, bis das Sättigungsgefühl eintritt. Dann ist man richtig geil satt und nicht vollgestopft wie ein Masthuhn (lacht). Aber zurück zu deiner Frage: Man muss an die großen Handelsketten ran, weil die die Möglichkeiten und Macht haben. Was soll das denn eigentlich mit den verlängerten Einkaufszeiten? Als sei das Überangebot an Lebensmitteln nicht schon omnipräsent genug. Vor Feiertagen sieht es im Supermarkt immer aus, als sei der Krieg ausgebrochen. Als ob man wochenlang um eine Nachlieferung bangen müsste (lacht). Jeden Ansatz, diese „Zustände“ zu ändern, finde ich gut.

Wenn man auswärts isst, bleiben häufig Reste übrig. Doggybags sind da eine super Erfindung. Nehmen deine Gäste diese Möglichkeit wahr?

Vielen Gästen ist es unangenehm, danach zu fragen. Wir bieten es proaktiv an, weil es schade um das Essen ist und wir es sonst wegschmeißen müssten. Zu Hause würde man sich das Essen vom Vortag ja auch noch mal warm machen! Obwohl wir darauf eingestellt sind, ist die Nachfrage nicht besonders groß.

Vielleicht muss man an der Verpackung arbeiten? Sie irgendwie schicker und nachhaltiger gestalten?

Ich bin tatsächlich gerade dabei, ein wertiges Verpackungssystem zusammen mit dem Designer Peter Schmidt zu entwickeln. Die Sache ist allerdings extrem kostenintensiv. Niemand würde einsehen, so viel Geld für eine Verpackung zu zahlen. Pfandsysteme funktionieren ja momentan leider nur lokal.

Auch da könnte die Vernetzung mit anderen Partnern der Schlüssel sein …

Absolut – das tut gut, mal ein bisschen zu brainstormen! Toll wäre, wenn man weitere Gastronomien mit ins Boot holen würde. So ein kostspieliges Projekt ist nur durch Fördergelder realisierbar, eventuell durch staatliche Subventionen. Das hat mit dem Mehrweg-Pfandbecher-Poolsystem in Hamburg auch geklappt.

Gar nicht so abwegig. Die Bundesregierung hat ein großes (auch wirtschaftliches) Interesse daran, die Lebensmittel­verschwendung einzudämmen. Kampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ beweisen das. Entsprechende Unternehmen könnten wiederum mit ihrem Know-how von Nutzen sein.

Das ist ein guter Ansatz. Wir können von kleinen Gastronomien einfach nicht verlangen, dass sie von der geringen Marge, die ihnen übrigbleibt, auch noch in bessere Verpackungen investieren. Ich würde ja gerne mal zum Runden Tisch von der Verbraucherschutzbehörde eingeladen werden. Da könnte man all diese Themen ausführlich besprechen und sich mit Partnern zusammentun. Ich finde, wir sollten alle an einem Strang ziehen!


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Foto: Philipp Jung

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Der Gastro Guide SZENE HAMBURG Essen+Trinken 2018/2019 ist zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!


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Homophobie im Profisport – Thema im Film Mario

Fußballer sind echte Kerle. Muskulös. Hart im Nehmen. Homosexualität ist in dieser Branche ein Tabuthema wie in kaum einer anderen, auch wenn sich einige wenige Vereine wie der 1. FC St. Pauli klar für eine offene Geisteshaltung aussprechen. Welche Seelenqualen das für einen schwulen Spieler bedeutet, zeigt Marcel Gislers Drama „Mario“. Wir haben mit dem Regisseur gesprochen

Zuerst sieht Mario (Max Hubacher) den Neuen in der Mannschaft nur als Konkurrenten. Auch Leon (Aaron Altaras) ist Stürmer, und nur einer von ihnen beiden – wenn überhaupt – wird den begehrten Profivertrag für die kommende Saison erhalten, auf den alle Spieler der U21-Mannschaft des Berner Clubs YB Young Boys schon ihr ganzes Leben lang hingearbeitet haben. Entsprechend erbittert ist der Konkurrenzkampf unter den jungen Männern.

Doch spätestens, als Mario sich mit Leon eine Spielerwohnung teilen muss, verändern sich seine Gefühle. Aus Misstrauen und Ablehnung wird Freundschaft, schließlich aus Freundschaft Liebe. Eine unmögliche Liebe, die sie öffentlich nicht zeigen dürfen – Sponsoren, Fans, sie alle würden das Paar verurteilen.

Mario, der Film über zwei schwule Fußballer Foto: Pro Fun Media

Die beste Freundin muss als Alibipartnerin herhalten. Foto: Pro Fun Media

Ihr Marktwert? Im Keller. Die Karriere vorbei, bevor sie richtig begonnen hat. „Es gibt Sachen, die gehen einfach nicht!“, faucht Marios Berater ihn an, als die Beziehung schließlich doch auffliegt. Homosexualität ist dabei aus seiner Sicht in einer Liga mit Drogen oder Sex mit Minderjährigen zu sehen. Das Versteckspiel, der innere Kampf gegen die eigenen Gefühle, die Sticheleien der Mannschaftskollegen werden immer unerträglicher, bis Mario und Leon daran zu zerbrechen drohen und eine Entscheidung fällen müssen.

Die Geschichte, die Regisseur Marcel Gisler selber mitgeschrieben hat und in der auch der 1. FC St. Pauli eine Rolle spielt, scheint zu Beginn sehr absehbar. Doch einige überraschende Twists, eine feinfühlige Kamera und vor allem die tolle Schauspielleistung Max Hubachers, der scheinbar mühelos die komplette emotionale Bandbreite von glücklicher Verliebtheit bis hin zu abgrundtiefer Verzweiflung abrufen kann, lassen den Zuschauer intensiv an der zermürbenden Seelenqual des Protagonisten teilhaben. Während Homosexualität in unserer heutigen Gesellschaft weitgehend akzeptiert ist, hinkt die Fußballwelt hier noch weit hinterher. Gut, dass Marcel Gisler das einmal auf so beeindruckende Weise auf die Leinwand holt.


Marcel Gisler, Regisseur Mario, Foto: Pro Fun Media

Marcel Gisler, Regisseur Mario, Foto: Pro Fun Media

Regisseur Marcel Gisler im Interview

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FoodSZENE – Ramen schlürfen mit Bedacht

Methodisch und zügig: Wie Ramen gegessen werden und welche Philosophie dahintersteckt, erzählt Herr Naraoka, Chefkoch in der Ramen Bar Zipang.

SZENE HAMBURG: Herr Naraoka, wo­rauf kommt es bei guten Ramen an?

Herr Naraoka: Die Suppe muss heiß sein, wenn sie serviert wird. Und die Nudeln sollten noch etwas Biss haben und zeitnah gegessen werden, damit sie sich nicht mit der Brühe vollsaugen. Ramen sind ja nie gleich: Es gibt verschiedene Brühen, Geschmacksrichtungen und Nudeln. Die Vielfalt macht den Wesenskern der japanischen Nudelsuppe aus. Und die Zubereitung von Ramen ist ein fortwährender Prozess.

Wie hat sich dieser Pro­zess bei Ihnen gezeigt?

Am Anfang hatte ich eine dicke, fette Brühe als Basis. Den Hamburgern war das zu fettig und kräftig – also habe ich das geändert. Grundsätzlich passe ich meine Rezepte ein-, zweimal im Jahr neu an.

“Jeder ein­zelnen Zutat wird Wertschätzung entgegengebracht”

Herr Naraoka von der Ramen Bar Zipang in Hamburg. Foto: Rie Okada

Foto: Rie Okada

 

Welche Zutaten sorgen für den speziellen Umami­ Geschmack?

Wir benutzen keine Geschmacksverstärker und halten uns an die Vorgaben der traditionellen japanischen Küche. Die Qualität der Zutaten und der Faktor Zeit spielen eine große Rolle, um alle Aromen zur Geltung zu bringen. Zu den Grundzutaten für jede Brühe beziehungsweise jedes Dashi zählen Bonito-Flocken und Kombu. Wichtig sind auch die Aminosäuren, die in Fleisch, Gemüse und Algen enthalten sind.

In dem Film „Tampopo“ ist Ramen mehr als nur eine Nudelsuppe, dahinter steckt eine eigene Philosophie. Wie sehen Sie das?

In der ersten Szene wird gezeigt, wie man Ramen isst: Zuerst probiert man von der Brühe, dann die Nudeln, zum Schluss das Fleisch. Man schau­felt Ramen nicht einfach so in sich hinein, sondern arbeitet sich fast schon methodisch und dennoch zügig vor. Jeder ein­zelnen Zutat wird Wertschätzung entgegengebracht. Das zu sehen, war auch für mich als Japaner interessant. Die Zubereitung von Ramen braucht Zeit, bei uns einen ganzen Tag.

Spielt die Ästhetik eine Rolle?

In der japanischen Küche werden die Teller nach dem Berg-­Tal­-Schema angerichtet. Der Gast muss alles sehen können. Bei Ramen, die in ei­ner Schüssel serviert werden, funktioniert das so natürlich nicht. Am ehesten noch bei den scharfen Ramen, genannt Kara-­Miso Ramen, die mit Zwiebeln, Hackfleisch und einem Ei garniert werden.

“Es macht mich traurig, dass ich meinen Gästen nicht ab und zu ins Gesicht schauen kann”

In japanischen Ramen-Bars sitzt man dem Koch häufig direkt gegenüber, sodass man immer Blickkontakt hat. Hier ist die Küche etwas versteckter. Geht da eine gewisse Nähe verloren?

Es macht mich schon ein bisschen traurig, dass ich meinen Gästen nicht ab und zu mal ins Gesicht schauen kann. Mich interessiert auch, ob etwas und was genau übrig bleibt. Daher bitte ich meine Mitarbeiter im Service regelmäßig um Feedback. Gerade am Anfang war das für mich extrem wichtig. Nach vier Jahren kann ich es mittlerweile ganz gut einschätzen, was meine Gäste mögen.

Wo finden Sie Inspiration?

Wenn eine neue Ramen-Bar eröffnet, gehe ich natürlich hin. In Deutschland habe ich so ziemlich jede Nudelsuppe getestet. Außerdem probiere ich auch in Japan immer wieder neue Läden aus, um auf dem Laufenden zu bleiben. Es gibt unendlich viele Abwandlungen von Ramen: Bei Tsukemen tunkt man die separat servierten Nudeln in eine dicke Brühe, bei Abura Soba hat man nur Nudeln mit einer Art fettiger, dicker Sauce, die den Geschmack auf die Nudeln bringt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Abura Soba auch einigen meiner Gäste schmecken würde.

Interview: Jasmin Shamsi
Beitragsfoto: Ramen Bar Zipang

Ramen Bar Zipang, Eppendorfer Weg 62 (Eimsbüttel), Telefon 30 70 37 77; www.ramen-bar.de


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Antú Romero Nunes – Schönheit macht die Welt erst sinnvoll

Regisseur Antú Romero Nunes inszeniert zum Spielzeitauftakt am Thalia Theater „Orpheus“ und erprobt ein neues Theater der Sinnlichkeit und Emotionalität.

SZENE HAMBURG: Antú, deine Auftaktinszenierung zur neuen Spielzeit ist „Orpheus“, allerdings frei nach dem Mythos. Was heißt das?

Antú Romero Nunes: Ich arbeite gern mit mythischen Stoffen, nehme sie zum Ausgangspunkt. Man kann schauen, was der Probenprozess daraus macht. Das Theater braucht langsam neue Stücke. Uns gehen die guten Stoffe aus. Der Mythos ist der Ausgangspunkt, um frei anzudocken. Die Proben wer­ den dadurch gewissermaßen zu einem Schreibprozess mit den Schauspielern. Sie haben dann viel weniger Halt und müssen gucken. Das ist auch gut für sie, weil das wach hält und ihr Talent kitzelt.

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Dieser Artikel stammt aus der SZENE HAMBURG 9/18. Hier können Sie die gesamte Ausgabe lesen.

Was interessiert dich an Orpheus?

Das Thema von Orpheus ist toll, weil es die erste Trauerverarbeitung in der Menschengeschichte ist, genauso wie die erste Märtyrerfigur. Dabei ist Orpheus auch noch der Künstler, er ist ja in der Mythologie auch der Sänger und gleichzeitig der Märtyrer. Er singt, weil er leidet. Die Welt ist nur durch Leiden erfahrbar, genauso wie die Liebe…

… Orpheus steigt hinab in die Unterwelt zu seiner Geliebten, Eurydike, und dreht sich um, was er laut der Götter nicht darf.

Das ist eben das Rätsel. Es ist ja nicht erklärbar. Er kriegt sie. Hat alles, was er will – und er dreht sich um und verliert sie wieder. Das Schicksal ist nun mal stärker, könnte man deuten. Das andere ist aber, dass das ein großes Opfer ist. In dem Moment, wo er sich zum Märtyrer macht, ist er frei. Er dreht sich vielleicht nur um, um sich selbst zu definieren. Er hat sie bekom­men und gibt sie wieder weg. Er de­finiert sich als Mensch. Er erkämpft sich das Unmögliche und er schmeißt es wieder weg. Mich interessiert die Haltung: Ich dreh mich um, weil ich lasse mir nichts vorschreiben. Als Akt der Selbstbestimmung.

“Weniger erklären, mehr spüren.”

Die Musik wird in deiner Inszenierung eine große Rolle spielen…

Ja, die Musik muss eine große Rol­le spielen. Orpheus ist der erste Sänger der Geschichte. Die ganze Geschichte orphisch zu erzählen, also über Musik, ist der einzige Weg. Ich denke an ein Theater, das beinahe nur über Emoti­onen läuft – eine Art Forschungsreise von mir ist es gerade: Kann man rein emo­tionales Theater machen? Weniger erklä­ren, mehr spüren?

Welche Musik wird das auf der Bühne sein?

Anna Bauer und Johannes Hoffmann, die teils auch die Musik zu „Don Giovan­ni“ gemacht haben, komponieren wild herum und werden eine Art Roadtrip die Welt erst sinnvoll in den Hades liefern. Auf der Probe spielen sie Musik. Wir legen Szenen drauf und andersrum. Wir schreiben das Stück im Prinzip gemeinsam wie in einer rie­sigen Jamsession. Wir versuchen alles im Moment zu machen und zu erfassen. Wir haben ja so viele talentierte Menschen da, die wissen, wo es langgehen kann. Da kommt viel zusammen, Was als Nächstes kommt, kann keiner so genau wissen, wie im Leben.

Du bist gerade in Sizilien, während wir telefonieren. Bringst Du von dort Inspiration oder ein Gefühl für die Inszenierung mit?

Ich habe mir einfach ein paar Wochen genommen und bin mit dem Auto hier hergekommen, ich wollte allein sein, und jetzt bin ich unerwartet in einer riesigen Community gelandet, habe plötzlich interessante Menschen gefunden. Das ist irgendwie gut. Ich arbeite weniger, als ich wollte. Die deprimierenden Philosophen lese ich für „Orpheus“ zwar immer noch – und danach habe ich immer Leute um mich rum, die mich auslachen, weil ich so viel lese. Gewissermaßen ist es sehr orphisch hier. Das regt mich an, ob ich überhaupt Text in die Inszenierung reinbringe oder nicht den Zugang kom­plett über die Emotionalität lege. Es ist sehr physisch, über den Körper zu erzäh­len, und der Schauspieler nicht die ganze Zeit plappert. Für die Schauspieler eine Herausforderung.

Noch mal konkret zur Inszenierung. Orpheus ist in deiner Inszenierung eine Frau?

Ja, ich erzähle das mit zwei Frauen. Ich fand, dass das sehr gut passt, wenn es um die Liebe geht. Man kann so gut auf die Liebe schauen, weil die Normen, der Mann muss jetzt aber dieses und jenes tun, oder die Frau das und das, die kann man ganz gut beiseitelassen.

“Die Probenprozesse werden chaotischer und freier.”

Orpheus im Thalia Theater Foto: Thalia Theater

Wo steht die „Orpheus“-Inszenierung in deiner eigenen Entwicklung als Regisseur?

Die Probenprozesse werden immer chaotischer und freier. Jeder Mensch, der da ist, gestaltet mit. „Don Giovanni“ trägt ja auch den Untertitel eine Bastard­komödie. Jetzt machen wir noch mal ei­nen Bastard, aber anders, eine Tragödie, ohne Libretto. Ich probe wie gesagt gerade mit Theaterformen, die nicht so diskur­siv sind, sondern bei denen nicht so viel erklärt wird, bei denen geguckt wird auf das wirklich Wichtige, das Menschliche. Das war ja auch schon bei der Odyssee so, Sprache war verständlich durch Handlung und Tonfall. „Orpheus“ lässt sich nur über Musik erzählen, wie auch der „Don Giovanni“, aber diesmal eben ohne Libretto. Die Sinnlichkeit und den Körper zu erzählen, das ist für die Schauspieler, wie ins kalte Wasser zu springen.

Gibt es einen idealen Zuschauer für dein neues Theater?

Salopp gesagt: Der Zuschauer soll sich entspannen. Man merkt den Erfolg immer daran, dass es Menschen gibt, die dich unentwegt kritisieren. Man kann eben alles kaputt machen. Ich frage mich dann immer, warum einige Menschen das Leben so sehr hassen. Ich kann jeden Film und jedes Theater kaputt reden und jede Liebe übrigens auch, und dann ist sie kaputt und der Sex schlecht… Wie kriege ich überhaupt Menschen dazu, wieder auf das Leben zu schauen, frage ich mich für mein Theater? Wir reden immer vom pädagogischen Auftrag des Theaters.

“Kunst und Kultur können helfen, die Scheiße aus dem Kopf zu kriegen.”

Und, was wäre er sonst?

Die Aufgabe des Theaters besteht glaube ich darin, die Zuschauer wieder sinnlich aufs Leben schauen zu lassen. Die Schönheit wieder zu erkennen. Diese ist nicht zu unterschätzen: Eine schöne Handlung ist immer selbstlos und meistens gut. Mach doch schöne Dinge und sei ein schöner Mensch. Die Welt ist ein sinnloses Konstrukt und nur als sinnlich erfahrbares Objekt überhaupt sinnvoll. Also lasst uns um die Sinnlichkeit kümmern. Schönheit ist das, was das Leben lebenswert macht. Keine hässlichen Beschwerden, sondern schauen, was dem Leben Schönheit bringt. Das bedeutet ganz konkret handeln. Dafür ist emotionales Theater da.

Hast du eine Definition von Kunst und Kultur?

Vielleicht so, Kunst und Kultur können helfen, die Scheiße aus dem Kopf zu kriegen. Man darf nicht unterschätzen, was es bedeutet, zerstreut zu werden von dem ganzen Chaos im Leben, und den ganzen Mist um uns herum aus dem Kopf zu schaffen. Es gibt uns die Möglichkeit, die Welt auf den Kopf zu stellen, durchuschütteln und zu schauen, was übrigbleibt. Über das unendliche Universum kann man nicht sprechen, man muss es gestalten. Wie der Urknall, eine langandauernde Explosion eben.

Interview: Stefanie Maeck
alle Fotos: Thalia Theater

Orpheus läuft noch bis zum 13.1.2019 im Thalia Theater.


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

 

 

 

 


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Ring & Wrestling – Göttersoap in der Staatsoper

Eine Telenovela auf der Opernbühne nennt sich, logisch, „operanovela“. Das neue Serien-Format der Staatsoper „Ring & Wrestling“ startet mit fünf Folgen. SZENE HAMBURG sprach mit dem Regisseur Dominik Günther, selbst ehemaliger Wrestler.

SZENE HAMBURG: Dominik Günther, „Der Ring des Nibelungen“ mit jenem Ring zusammenzubringen, in den die Wrestler steigen, liegt nicht unbedingt auf der Hand. Ist der Begriff Ausgangspunkt für Gemeinsamkeiten?

Dominik Günther: Nein, da gibt es andere. Beides ist martialisch, kraftvoll und nutzt Pathos. Eine Soap dreht sich meist um eine Familie, in diesem Fall sind es die Götter aus Wagners Opern: Wotan, seine Ehefrau Fricka, Wotans Tochter Brünnhilde, die er allerdings mit Erda zeugte, und Donner, ein Security-Mann, der in Brünnhilde verliebt ist. Zu dieser Riege stoßen in jeder Folge neue Gäste, wie man das aus Telenovelas kennt. Freya, zum Beispiel, Frickas Schwester.

“die klassische Oper mit der Hamburger Subkultur verbinden”

Inhaltlich geht es ja da weiter, wo Wagner aufhört: Den Göttern dämmert’s, dass sie nicht mehr gebraucht werden, doch das wollen sie nicht hinnehmen…

Walhall ist abgebrannt, die Götter sind auf der Flucht, wollen aber ihre Macht unbedingt zurückgewinnen. Dabei soll ihnen ein Held, ein neuer Siegfried helfen. Hier kommen die Wrestler aus der Kultveranstaltung „Rock & Wrestling“ von St. Pauli ins Spiel. Kandidaten wie The One and Only und Pinkzilla bewerben sich, aber auch Haidi Hitler, die große Wagner-Kennerin.

Wird es eine Persiflage auf Wagner-Opern?

Nein, wir nehmen die Arbeit sehr ernst, das Genre wird keineswegs niedergemacht. Mich als Regisseur interessieren dabei verschiedene theatralische Ausdrucksformen. Wrestling hat viel von einer griechischen Tragödie, vom Kampf Gut gegen Böse. Es sind Haltungen, die gegeneinander antreten. Ich wollte die klassische Oper mit der Hamburger Subkultur verbinden.

“Richard Wagner hätte Quadrophonie genutzt”

Was passiert musikalisch oder: Wie viel Wagner bleibt?

Anteilig kann ich das nicht benennen. Der musikalische Leiter Leo Schmidthals, bekannt als Bassist der Band Selig, nimmt Puzzleteile aus Wagner-Kompositionen. Die spielt ein fünfköpfiges Orchester live, verfremdet durch elektronische Musik. Ich bin sicher, auch Richard Wagner hätte Quadrophonie genutzt, wenn er die Chance gehabt hätte – er war Künstler. Außerdem ist Punkrock aus der Westling-Szene zu hören sowie Rezitative aus den Opern, also in beiden Fällen extreme Musik.

Die einen singen göttergleich, die anderen bewegen sich in ihrem Metier, wie verbinden sie sich?

Die Opernsänger entwickelten während der Proben eine Affinität zum Wrestling, sie wollten wissen, wie es möglich ist, jemanden auf den Kopf zu knallen, ohne ihm das Genick zu brechen. Dahinter stecken ja Tricks, eine bestimmte Technik und choreografierte Bewegungsabläufe, wie beim Ballett. Darsteller aus beiden Metiers erzählen Geschichten auf der Bühne, spielen Theater.

Haben Zuschauer ohne Kenntnisse des Wagner-Kosmos den gleichen Genuss?

Ganz sicher, jeder Abend wird spektakulär. Wir erzäh­len keine Story à la Nibelun­gen. Vielleicht haben Wagner­-Kenner manchmal mehr da­ von, weil sie in Pinkzilla den Drachen Fafner oder Facetten von Alberich in Wotan er­kennen, aber andererseits gibt es auch Anspielungen auf die Wrestling­-Szene.

Für seinen „Ring des Nibelungen“ sah Wagner vier Abende vor, Sie planen fünf Folgen von „Ring & Wrestling“ an aufeinander folgenden Samstagabenden; wird erwartet, dass das Publikum dranbleibt?

Zu Beginn erzählt immer jemand, was bisher geschah, man kann also jederzeit ein­steigen.

“Das Publikum ist eingeladen, Position zu beziehen”

Wrestling hat eine große Fangemeinde, und Wagner-Musik Legionen von Anhängern – aber gibt es eine Schnittmenge im Publikum?

Vielleicht jetzt noch nicht. Aber das Publikum über­nimmt bei „Ring & Wrestling“ ja ebenfalls eine Rolle, es spielt die Fans der jeweiligen Helden und ist eingeladen, Position zu beziehen, seine Favoriten anzufeuern. Ich hoffe sehr, dass sich Zuschauer aus beiden Bereichen treffen.

Wird schließlich ein Siegfried-Nachfolger gefunden?

Ich will nicht zu viel ver­raten. Aber: Am Ende ist ein neues Walhall in Sicht!

Interview: Dagmar Ellen Fischer
Beitragsfoto: Frank Egel

Opera stabile, Premiere am 7.9., 15., 22., 29.9. www.staatsoper-hamburg.de


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