Beiträge

Stade: Konzertsommer an der Elbe

Hamburgs Umland rockt. Das gilt im Sommer 2021 mehr denn je. Denn jenseits der Stadtgrenze gibt’s das, was in der City rar, in Zeiten der Pandemie aber bitter nötig ist: Platz!

Text: Andreas Daebeler

 

Dass Thees Uhlmann ausgerechnet in Stade spielt, überrascht kaum. Schließlich kommt der Frontmann der Band Tomte aus dem beschaulichen Hemmoor, das im nahen Kreis Cuxhaven liegt. Nachdem Uhlmann auch als Autor von sich reden gemacht hat, dürfen Besucher sich auf manch flockig erzählte Anekdote freuen. Prima erzählen kann auch Olli Schulz, der nach seinen Abenteuern mit dem alten Hausboot von Gunter Gabriel und den großen Erfolgen mit seinem Podcast an der Seite von Jan Böhmermann mal wieder zur Klampfe greift.

Weitere Acts beim Konzertsommer in Stade werden vom 23. Juli bis 8. August mit Provinz eine der besten deutschen Newcomerbands der letzten Jahre und zum Abschluss Michael Schulte sein. Der erfolgreiche Singer/Songwriter und Eurovision-Songcontest-Teilnehmer 2018 war schon Headliner der letzten Spielzeit und begeisterte mit zwei stimmungsvollen und ausverkauften Konzerten.

 

Prima Vorraussetzungen für Spaß

 

Auf die Beine gestellt wird der Konzertsommer von der Stade Marketing und Tourismus GmbH, die dafür sorgt, dass alles konform zu den zum Zeitpunkt der Veranstaltung geltenden Corona-Auflagen abgeht. Das hatte schon 2020 geklappt. Das Konzertgelände an der Altländer Straße bietet prima Voraussetzungen für Spaß trotz noch nicht ganz überstandener Pandemie. Tickets kosten zwischen 32 und 43 Euro.

stade-tourismus.de


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Hamburger Podcast: Hubis Hafenschnack

Wie wird man vom Koch zum Hafentaucher?

Text: Marco Arellano Gomes

 

Im neuen Podcast „Hubis Hafenschnack“ spricht Barkassen-Meyer-Chef Hubert Neubacher mit spannenden Persönlichkeiten rund um den Hamburger Hafen. In der neuen Folge (ab dem 18. Juni) ist Elbtaucher Andreas Polster zu Gast und erzählt, wie man vom Koch zum Elbtaucher wird, was die Unterschiede zwischen Profi- und Hobby-Tauchern sind und wie man taucht, ohne nass zu werden.

Der neue Podcast „Hubis Hafenschnack“ startete im Mai und wird von Barkassen-Meyer-Chef Hubert Neubacher moderiert. An jedem zweiten Freitag begrüßt Neubacher einen Gast rund um den Hafen und lässt diesen dadurch lebendig werden.

Gast Andreas Polster begann seine berufliche Laufbahn als Koch auf einem Minenjagdboot, ist inzwischen aber als Helmtaucher bei „Taucher Knoth“ zehn bis zwölf Meter unter der Wasseroberfläche unterwegs, um Schrauben zu wechseln, Schweißarbeiten zu verrichten oder Autos aus der Elbe zu fischen: „Wir sind Bauarbeiter unter Wasser“, fasst Polster seinen Beruf im Podcast zusammen. „Handwerkliches Geschick muss man mitbringen“, so der 35-Jährige. Denn unter Wasser sind die Taucher auf sich alleine gestellt.

Was in der Elbe sonst so los ist, kann man ab sofort hören – überall wo es Podcasts gibt. „Hubis Hafenschnack“ ist eine Kooperation der Gute Leude Fabrik mit der SZENE HAMBURG, der Hamburger Morgenpost und Port of Hamburg.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Juni 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Hier gibt‘s was auf die Ohren: 10 Podcasts aus Hamburg

Nicht nur Netflix & Co. boomen in Corona-Zeiten, auch Podcasts sind absolut angesagt und unterhalten die Menschen während der Pandemie. Von Kochanleitungen über Trashtalk bis zu True Crime – Leute lieben es, anderen zuzuhören. Und weil Hamburger bekanntlich die besten Schnacker sind, gibt es hier die Topliste der  10 besten Podcasts aus der Hansestadt

Text: Felix Kirsch

 

Einmal alles, bitte!

Der Genuss-Guide Hamburg von SZENE HAMBURG beschäftigt sich mit allen Aspekten der Kulinarik. In „Einmal alles bitte!“ spricht Gastgeberin und Foodjournalistin Jasmin Shamsi mit Promis, Machern und Experten aus der Gastronomie- und Food-Szene über das Grundbedürfnis des Menschen: Essen und Trinken. Mal zeigen Gastronomen spannende Einblicke in den Alltag eines Restaurants, mal erörtern sie wichtige Themen wie Nachhaltigkeit. Auch Food-Experten kommen zu Wort und schaffen Verständnis für komplexe Themen. Aber auch persönliche Geschichten von Menschen, die, gerade in diesen Zeiten, an ihre Grenzen gehen, werden erzählt. Nach dem Motto: “Einmal alles bitte!”.

 

Gute Leude – Das Hamburg Gespräch

Gemeinsam mit der PR-Agentur Gute Leude Fabrik, dem Radiosender 917 XFM und dem ZEIT Verlag bringt SZENE HAMBURG alle zwei Wochen einen Podcast an den Start. Auf dem Programm steht: Gute Leude erzählen 50 Minuten über die Liebe zu Hamburg, absurde Erlebnisse und bewegte Leben. Hamburger mit Kante, Macher aus Wirtschaft, Sport, Politik und Kultur kommen hier vor das Mikrofon. Und sprechen mit dem Chef der Gute Leude Fabrik, Lars Meier, über alles, was nicht nur sie bewegt, sondern auch die ganze Stadt. Dabei gibt es nur eine Regel: Ausweichen gilt nicht! Auf jede Frage gibt’s eine Antwort.

 

Lena & Liberta

„Weil wir uns am liebsten selber reden hören, machen wir aus unserer Leidenschaft eine Professur.“ So begründen die Freundinnen Lena Ledermann und Liberta Haxhikadriu ihre Entscheidung, einen Podcast zu machen. Worum es geht? Um alles und nichts. Die Wahl-Hamburgerinnen sprechen und lachen über Beobachtungen aus dem Alltag, über küchenphilosophische Probleme und das beschwerliche Leben von Mittzwanzigern in der Großstadt. Verpackt wird das Ganze mit einer ordentlichen Portion Latenight-Attitüde. Der optimale Hör-Begleiter für alle Hamburger Millenials.

Backspin Podcast

Für eingefleischte HipHop-Fans ist die gedruckte Backspin eine Institution. Kaum verwunderlich also, dass die Jungs und Deerns aus der Schwenckestraße das Territorium der Podcasts betreten haben – mit Erfolg! Wöchentlich sprechen die Redakteure Niko und Kevin über aktuelle Alben, interviewen Künstler und philosophieren über Trends in der Szene. Regelmäßig hören sie im Format „Track by Track“ in neue Alben und analysieren die einzelnen Songs Schritt für Schritt. Wer HipHop durch und durch fühlt und gerne hinter die Kulissen der Szene lauschen möchte, flowt mit diesem Podcast einfach gut.

 

Ruhestörung ByteFM

„Bei Ruhestörung darf jede*r laut werden“, heißt es in der Podcast-Beschreibung des Radiosenders aus dem Medienbunker. Und diesem Motto wird Host Leonie Möhring wöchentlich gerecht, indem sie Künstler abseits des Mainstreams zu Wort kommen lässt. In Ruhestörung dreht sich alles um Musik. Ob im Backstage-Gespräch bei einem Konzert oder beim Plausch über die Musikszene im Allgemeinen. Auch erfährt der Hörer wie es ist, auf Tour zu sein und von Stadt zu Stadt reisen. Sehr unterhaltend, denn oft werden dabei lustige Anekdoten ausgeplaudert. Ein Muss für alle Musik-Fans, die wissen wollen, warum Mülltüten vor Lampenfieber schützen und was man beim Soundcheck besser nicht sagen sollte.

 

Jede*r Fünfte

Im Podcast der Hamburger Pestalozzi-Stiftung spricht Journalistin und Autorin Wiebke Bökemeier über ein Leben mit einer psychischen Erkrankung. Schon in ihrem Buch „Wir, ‘Kinski’ und ich“ porträtiert sie 14 Menschen mit seelischen Erkrankungen und erzählt vom Kampf im Alltag und welche Herausforderungen täglich gemeistert werden müssen. Der Titel bezieht sich auf eine aktuelle Statistik aus dem Jahr 2020, nach der jede*r fünfte Deutsche an einer psychischen Erkrankung leidet. Und kaum einer spricht darüber. Das ändert sich mit diesem Podcast. Wiebke Bökemeier trifft einmal im Monat auf Experten und Betroffene und schafft damit ein Bewusstsein für alle, die noch nie oder wenige Berührungspunkte hatten. Was geht in Menschen mit Angststörungen vor? Wie erkennt man, ob Angehörige oder Freunde an einer Psychose leiden? Diese und noch mehr Fragen werden im Podcast geklärt. Absolute Hörempfehlung!

 

MillernTon

Hamburg wäre nicht Hamburg ohne den FC St. Pauli.  Im Podcast „MillernTon“ sprechen die Hosts – selber leidenschaftliche Fans der Kiezkicker und Vereinsmitarbeiter – wöchentlich über die sportliche Leistung der Braunweißen, analysieren die vergangenen Spiele und geben dazu ihre persönlichen Einschätzungen ab. Aber ein Podcast über den FC St. Pauli wäre nicht authentisch, wenn nicht auch über wichtige Themen abseits des Rasens gesprochen werden würde. So tauschen sich die Gastgeber auch über aktuelle Probleme der Fankultur, sportpolitische und gesellschaftliche Themen aus. Nicht nur für Fußballfans ein spannendes Hörerlebnis.

 

ZEIT Verbrechen

Im beliebten True-Crime-Podcast „ZEIT Verbrechen“ stellen die Journalisten Sabine Rückert und Andreas Sentker pro Folge einen echten Kriminalfall vor. Dazu gehören sowohl unbekanntere Verbrechen als auch Fälle mit großer medialer Resonanz. Die Kriminalfälle werden von den beiden Hosts chronologisch aufgearbeitet. Dabei greift die jahrelange Erfahrung der ehemaligen Gerichtsjournalistin Sabine Rückert, die dazu beiträgt, dass sich während des Gesprächs nochmal neue Sichtweisen auf die einzelnen Fälle entwickeln – und dabei zeigen sich oft menschliche Abgründe. Wer wissen will, warum eine Frau ihren Mann hinrichten ließ oder warum Zeugen vor Gericht lügen, drückt bestimmt die Play-Taste. Gänsehaut!

 

In extremen Köpfen

In seinem Podcast spricht „Wer wird Millionär“-Gewinner Leon Windscheid mit Menschen, in deren Biographien extreme Situationen eine große Rolle spielen Menschen, die Kapitalverbrechen begangen haben bis zum Extremsportler, der den Adrenalinkick sucht. Windscheid gräbt mit seinen Gesprächspartnern tief in der menschlichen Psyche und stößt dabei immer wieder auf eines: Wahnsinn – im positiven wie auch negativen Sinne. Wer sich für praktische Psychologie und verrückte Geschichten interessiert, sollte auf jeden Fall reinhören.

 

Endlich OM

Auf Wahnsinn folgt Entspannung: In „Endlich Om“ geht es um ein gut gelauntes Leben und wie man dieses erreichen kann. Gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit und Selbstliebe stehen an der Tagesordnung. Stefanie Luxat spricht mit Menschen, die ihr geholfen haben, diese Themen in ihren Alltag zu integrieren und ihr so zu einem friedvollen und ausgeglichenen Leben verholfen haben. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht!

 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

„Jede*r Fünfte“: Podcast über psychische Erkrankungen

In der neuen Podcast-Reihe „Jede*r Fünfte“ spricht die Journalistin und Autorin Wiebe Bökemeier mit prominenten Gästen über psychische Erkrankungen. Ihr Ziel: Berührungsängste und Stigmatisierungen abbauen

Text: Ulrich Thiele

 

Sie sind unsere Nachbarn, Arbeitskollegen, ihre Kinder sind in derselben Kita. Und doch sehen wir diese Menschen nicht. Klar, wir begegnen ihnen im täglichen Leben, aber nehmen wir sie wirklich wahr? „Sie laufen unter dem Radar unserer Gesellschaft“, sagt die Journalistin und Autorin Wiebe Bökemeier. Die Rede ist von psychisch erkrankten Menschen.

Fast 18 Millionen Menschen in Deutschland sind von einer solchen Erkrankung betroffen, das ist jeder Fünfte, beziehungsweise „Jede*r Fünfte“, wie Bökemeier ihren neuen Podcast folgerichtig nennt. Seelisch Erkrankte sind oft mit Vorurteilen und Stigmatisierung aus der Gesellschaft konfrontiert. Bökemeier will dem entgegenwirken und baut mit der Pestalozzi-Stiftung Hamburg und der Kreativagentur SOCIAL SOCIAL Berührungsängste ab, klärt über Krankheitsbilder auf, und hilft dabei, diese zu verstehen.

In insgesamt fünf Folgen spricht die Journalistin an jedem Fünften des Monats mit einem prominenten Gast über dessen eigene Erfahrungen und Berührungspunkte mit psychischen Erkrankungen. Die erste Folge startete am 5. Dezember mit der Comedian Käthe Lachmann, die 20 Jahre lang erfolgreich auf der Bühne stand und in ihren schlimmsten Phasen Todesangst beim Essen einer Suppe hatte. Lachmann erzählt, wie wichtig es ist, über psychische Erkrankungen zu sprechen, wie sie mit ihren Panikattacken umgeht, welche Rolle ihr Freund dabei spielt und ob Humor helfen kann.

„Hast du eine gebrochene Seele, wirst du aus der Gesellschaft ausgestoßen“

 

In der nächsten Folge spricht Bökemeier mit Dirk Ahrens, Landespastor und Leiter des Diakonischen Werks Hamburg, über Psychosen und das Entstehen und Erkennen psychischer Erkrankungen. Ausgangspunkt einer jeden Folge ist stets eine Geschichte aus Bökemeiers 2019 erschienenem Buch „Wir, ‚Kinski‘ und ich – Alltag im Ausnahmezustand“, in dem sie Menschen mit seelischen Erkrankungen und deren ungewöhnliche und doch normale Gedankenwelten porträtiert. Eine davon ist Nati. „Hast du ein gebrochenes Bein, akzeptieren das alle. Hast du eine gebrochene Seele, wirst du aus der Gesellschaft ausgestoßen“, erklärt sie.

Nati malt gerne, liebt Fantasybücher, aber viele sehen in ihr nur „eine Frau, der das eigene Leben phasenweise entgleitet“. Sie hasst Menschenmengen. Symptome wie Panik, Angst, Schweißausbrüche und innerer Stillstand überkommen sie, wenn sie rausgeht. Dennoch begleitet die 46-Jährige für ihr Porträt Bökemeier auf den Weihnachtsmarkt in der Hamburger Innenstadt. Nati erzählt von ihren „Ankern in die reale Welt“, die sie braucht: „Als Ablenkung von der Erinnerung an ihren Onkel, der sie das erste Mal missbrauchte, als sie vier Jahre alt war. An die Eltern, die ihr damals nicht glaubten. Oder die Erinnerung an ihren Stiefvater, der seine Finger um ihren Hals schloss, um ihre Teenager-Widerworte nie mehr hören zu müssen“, wie Bökemeier schreibt. Aber Nati will als das gesehen werde, was sie ist: „eine Frau, die gern malt“.

Zu dem emotionalen Kern des Podcasts gesellt sich Fachwissen: Nach den persönlichen Geschichten aus ihrem Buch und jenen ihrer Gäste, wird jede Folgte ergänzt durch eine Analyse mit Simone Iwanski, Sozialpädagogin bei der Pestalozzi-Stiftung Hamburg, und Dr. Dietrich Eck, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Zu den weiteren Gästen gehören unter anderem Ex-St.-Pauli-Coach Ewald Lienen, Musiker Flo Mega und Schauspielerin Anna Irmgard Jäger.

jederfuenfte.de


Cover_SZ0121 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2021. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2020 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Steckbriefe: Hamburger Medienmacher im Interview

Hamburger Medienmenschen über ihren Werdegang, ihre Stärken und ihre Vorstellung von gutem Journalismus

Steckbriefe: Erik Brandt-Höge

 

Maik Koltermann von der Hamburger Morgenpost

Maik Koltermann, 45, Journalist/ Chefredakteur Hamburger Morgenpost

Werdegang: Als Teenager dem Grunge verfallen. Auch weil Journalisten Frei­tickets und Rezensionsexemplare bekamen, bei Musikmagazin beworben. Spä­ter als Volontär die Pop­-Seite der MOPO betreut. Dann: Lokales, CvD, Ressort­leiter, Stellv. Chefredakteur. Nach neun­monatiger Auszeit jetzt zurück als Chef.

Mein Job in einem Satz: Täglich raus­finden, was Hamburg bewegt und bewe­gen sollte, manchmal Löwenbändiger sein und manchmal Küchenpsychologe.

Meine größte Stärke: Ich mache einen exzellenten Schweinebraten und habe hin und wieder eine gute Idee.

Außer unserem konsumiere ich regelmäßig folgende Medien: Ach. Abend­blatt, Spiegel, Süddeutsche, Facebook, Instagram, ARD, Arte, Netflix und vieles mehr … zu viel, zu lang.

Zuletzt fand ich diese Veröffentlichung herausragend: Herausragend ist ein großes Wort, aber “Er will’s wirklich wissen” von Peter Unfried in der taz habe ich sehr gern gelesen. Liegt vielleicht auch daran, dass ich kurz zuvor fest­gestellt hatte, dass mein bisheriges Urteil über Markus Lanz überar­beitungswürdig ist.

Ganz allgemein ist für mich guter Journalismus: Ein hartes Stück Arbeit, die beste aller Aufga­ben.

 

Lars Haider vom Hamburger Abendblatt (Bild: Mark Sandten)

Lars Haider, 50, Journalist/ Chefredakteur Hamburger Abendblatt

Werdegang: Ich wollte immer Re­dakteur beim Hamburger Abendblatt werden, weil ich diese Zeitung und diese Stadt so liebe.

Mein Job in einem Satz: Für gute Laune und sehr gute Geschichten sorgen.

Meine größte Stärke: Verrückte Ideen.

Außer unserem konsumiere ich regelmäßig folgende Medien: Zu vie­le, um sie hier aufzuzählen.

Zuletzt fand ich diese Veröffentlichung herausragend: Markus Felden­kirchen: “Die Schulz­-Story”.

Ganz allgemein ist für mich guter Journalismus: systemrelevant

 

Carla Rosorius von der GEO

Carla Rosorius, 32, Bildredakteurin GEO Wissen/ GEO kompakt/ Wohllebens Welt

Werdegang: Meine Begeisterung für Fotografie und letztendlich das Jahr an der Ostkreuzschule für Fotografie haben in mir die Entscheidung gefestigt, den Berufsweg der Bild­redakteurin einzuschla­gen. Es folgten Stationen beim Magazin der Süddeutschen Zeitung, dem Spiegel, der Zeit und mittler­weile bin ich seit gut fünf Jahren Teil der großen GEO­-Familie.

Mein Job in einem Satz: Ich verstehe mich als Bildredakteurin als Schnittstelle zwischen den Fotografen und Illustratoren draußen sowie der Textredaktion und der Grafik innerhalb der Redaktion – in der Bildredaktion läuft alles zusammen.

Meine größte Stärke: Ich kommuni­ziere gerne, habe ein gutes Gedächtnis und behalte auch bei parallel laufenden Projekten den Überblick.

Außer unserem konsumiere ich regelmäßig folgende Medien: Als Angestellte bei Gruner + Jahr landen zig Magazine auf meinem Tisch, meine Top 3 aus an­ deren Häusern: Spiegel, British Journal of Photography, Bon appétit.

Zuletzt fand ich diese Veröffentlichung herausragend: Ich kann mich nicht auf eine Veröffentlichung festlegen und diese als herausragend bezeichnen. Mich können unterschiedlichste Themen und Ansätze begeistern, wenn sie überraschen und mir eine Welt zeigen, die ich so bislang nicht kannte.

Ganz allgemein ist für mich guter Journalismus: Journalismus ist für mich gut, wenn er sowohl optisch als auch textlich überrascht und ein mir bislang unbekanntes Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet, erklärt und dabei gerne auch provokante Thesen aufstellt, die mich neugierig machen, mehr zu erfahren.

 

Jan Hildebrandt von den Eimsbütteler Nachrichten (Bild: Eimsbütteler Nachrichten)

Jan Hildebrandt, 40, Verleger Eimsbütteler Nachrichten

Werdegang: Ich habe während des Studiums abgeordnetenwatch.de gegründet. Anschlie­ßend habe ich an der TU Harburg in einem So­zionik­-Projekt ge­arbeitet und er­forscht, wie sich neue Kommunikations­medien auf gesell­schaftliche Strukturen auswirken. 2013 gründe­te ich die Eimsbütteler Nachrichten, um dabei ein tragfähiges Geschäftsmodell zur Finanzierung von unabhängigem lokalen Qualitätsjournalismus zu entwickeln.

Mein Job in einem Satz: Ich bin zu­ständig für die Geschäftsführung, Or­ganisationsentwicklung, Marketing, Kooperationen, Sales und Personal.

Meine größte Stärke: Eine gesunde Mischung aus Panik, Resilienz, Hek­tik und Geduld.

Außer unserem konsumiere ich regelmäßig folgende Medien: Über­medien, Die Zeit, Der Spiegel, Katapult, NDR, taz, Hamburger Morgenpost, Hamburger Abendblatt, Was­hington Post, New York Times, Horizont, MEEDIA, Der Postillon, Titanic.

Zuletzt fand ich diese Veröffentlichung herausragend: “Tausend Zeilen Lüge: Das System Relotius und der deutsche Journalismus”, Juan Moreno, Rowohlt Berlin. Für mich ist Moreno der Retter des deutschen Journalis­mus. Er hat persönlich Unglaubliches auf sich genommen und erduldet, um die Glaubwürdigkeit einer ganzen Branche wiederherzustellen.

Ganz allgemein ist für mich guter Journalismus: Guter Journalismus verliert nie den Bezug zu seinen Lesern. Eine Redaktion sollte sich im Dauerdiskurs mit ihren Lesern befinden.

 

Gabriele Fischer von brand eins (Bild: Andre Hemstedt & Tine Reimer)

Gabriele Fischer, 67, Journalistin/ Chefredakteurin brand eins

Werdegang: Studium: Politische Wis­senschaften, Soziologie und Germanistik, nach dem Magister zwei Jahre Autos vermietet, Einstieg in den Journalismus bei der Rotenburger Kreiszeitung, von dort zur G+J -Journalistenschule (hieß damals noch so, es war der erste Jahr­gang), von dort zurück in die Provinz, fünf Jahre Osterholzer Kreisblatt und Delmenhorster Kurier. Danach zehn Jahre Manager Magazin, Entwicklung des Tochtermagazins Econy, das nach zwei Ausgaben eingestellt wurde. Seit­ dem Unternehmerin zunächst mit Econy, nach dessen Verkauf Mitgründung von brand eins, das heute in der brand eins Medien AG erscheint.

Mein Job in einem Satz: Dafür zu sor­gen, dass die Kollegen dort gern und gut arbeiten können.

Meine größte Stärke: Weitgehend angstfrei, Menschen liebend und frustrationstolerant. Und ich erkenne ziemlich zielsicher, was eine Geschichte ist und was nicht.

Außer unserem konsumiere ich regelmäßig folgende Medien: Zeit, Spiegel, SZ und immer wieder Independents wie Zenith oder Katapult.

Zuletzt fand ich diese Veröffentlichung herausragend: Die Zeit: “Würden Sie diesen Mann entlassen?” von Noemi Harnickel und Anna­-Sophie Barbutev, Begründung: Weil man nach dem Foto schon alles zu wissen glaubt – und dann eine ganz andere Geschichte liest.

Ganz allgemein ist für mich guter Journalismus: Wenn Journalisten nach Antworten suchen, auch wenn sie ihnen nicht gefallen – und nicht nur eigene Vor­urteile bestätigen wollen.

 

Wolf-Hendrik Müllenberg vom NDR (Bild: NDR/ Christian Spielmann)

Wolf-Hendrik Müllenberg, 37, Cross-medialer Redakteur NDR Info

Werdegang: Nach dem Volo auf der Evangelischen Journalistenschule, Einsatz als trimedialer Reporter im NDR Studio Braunschweig. Danach Wechsel nach Hamburg als Autor im Aktuell­-Team von NDR.de sowie als Berater im Social Media Team des NDR. Heute: Redakteur für Online, Social Media, Hörfunk und Fernse­hen.

Mein Job in einem Satz: Was bewegt den Norden heute?

Meine größte Stärke: Gespür für Themen, crossmedial denken, Team­fähigkeit.

Außer unserem konsumiere ich regelmäßig folgende Medien: SZ, taz, FAS, Bild und Bildblog, Social Me­dia Watchblog, Dummy, „Tracks“ von Arte und die Podcasts „Hotel Matze“ sowie „ZEIT Verbrechen“.

Zuletzt fand ich diese Veröffentlichung herausragend: “Leonora – Wie ein Vater seine Tochter an den IS verlor” (Volkmar Kabisch, Britta von der Heide, Amir Musawy, ARD). Ein Film, der mit außergewöhnlicher Nähe er­zählt wird und zudem auch als spannen­der Podcast umgesetzt wurde.

Ganz allgemein ist für mich guter Journalismus: … der den Menschen auf Augenhöhe begegnet, an seinem Publikum orientiert und nicht von Eitelkeit getrieben ist.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Juli 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Unser Podcast: Das Hamburg Gespräch

SZENE HAMBURG goes Radio: Gemeinsam mit der Gute Leude Fabrik, dem Radiosender 917 XFM und DIE ZEIT produzieren wir den eigenen Podcast „Gute Leude – das Hamburg Gespräch“

Text: Hedda Bültmann

 

Seit 1973 flattert die SZENE HAMBURG zuverlässig durch die Postschlitze der Stadt, reiht sich im Kioskregal oder in der Auslage der Buchläden – seitdem berichtet das Magazin über die Themen, die Hamburg bewegen, beantwortet Fragen, die jedem Hanseaten unter den Nägeln brennen und erzählt von Menschen, die unsere schöne Stadt jeden Tag, im Großen und im Kleinen, noch ein bisschen schöner machen. Das passiert ab sofort nicht mehr nur im Print und auf unserer Website, sondern wird auch in einem anderen, spannenden Medium fortgeführt. Wir haben uns mit der PR Agentur Gute Leude Fabrik, dem Radiosender 917 XFM und dem Verlag DIE ZEIT an einen Tisch gesetzt. Was dabei herausgekommen ist? Ein eigener Podcast.

Auf dem Programm stehen: 50 Minuten „Gute Leude“ im Gespräch. Hamburger Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Sport, Politik und Kultur kommen hier vor das Mikrofon und erzählen: Unbekanntes, Unbequemes, Unglaubliches. Zweimal im Monat wirft sich der ehemalige Journalist und Chef der Gute Leude Fabrik Lars Meier in die Diskussion, bei der es nur eine Regel gibt: Ausweichen gilt nicht! Auf jede Frage gibt’s eine Antwort.

 

„Ansichten, Meinungen, Anekdoten – das alles will ich wissen“

 

Worum es geht? Natürlich um unsere Lieblingsstadt, aber vor allem um die Menschen, die diese gestalten: Was macht eigentlich Frank Spilker nach der Hamburger Schule-Ära? Welche Vision hat Melanie Leonhard von einem gerechten Hamburg? Und was sagt Hamburg eigentlich zu streikenden Schülern und zum HSV? Sitzt Katharina Fegebank in ihrer freien Zeit lieber an der Elbe oder an der Alster? Hat sie überhaupt Freizeit? Was macht DJ Mad verrückter: E-Roller oder SUVs? Was treibt all die Macher, Denker, Künstler Hamburgs Tag für Tag an? Antworten auf diese und viele weitere Fragen sind zu hören in Gesprächen, die mal an der Oberfläche kratzen, mal unter die Haut gehen.

„Ich bin immer noch neugierig auf die Menschen in dieser Stadt“, sagt Lars Meier, „ihre Ansichten, Meinungen, Anekdoten – das alles will ich wissen, zumindest 50 Minuten lang.“ Den Anfang macht unser Bürgermeister Peter Tschentscher, der seit 2018 im Amt ist und im Interview mit Lars Meier Rede und Antwort zu den wichtigsten Themen der Stadt steht. Außerdem dabei sind HSV-Präsident Marcel Janssen, Fernsehmoderation Bettina Tietjen – und viele weitere, spannende Gäste, die Hamburg jeden Tag prägen.

„Gute Leude – das Hamburg Gespräch“: Jeden zweiten Montag um 22 Uhr auf 917XFM (Wiederholung am darauffolgenden Sonntag um 10 Uhr) oder direkt hier:

 

Folge 1: Hamburgs Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher im Gespräch

Folge 2: HSV-Präsident und Unternehmer Marcell Jansen im Gespräch

Folge 3: Köchin, Moderatorin und Unternehmerin Cornelia Poletto im Gespräch

Folge 4: Ex-Schwimmweltmeister und Eisdielenbetreiber Markus Deibler im Gespräch

Folge 5: Schauspieler Peter Lohmeyer im Gespräch

Folge 6: Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Fegebank im Gespräch

Folge 7: Die-Sterne-Sänger Frank Spilker im Gespräch

Folge 8: Fernsehmoderatorin Bettina Tietjen im Gespräch

Folge 9: SPD-Politiker Johannes Kahrs im Gespräch

Folge 10: Theatermacher & ehemaligen FC St. Pauli-Präsident Corny Littmann im Gespräch

Folge 11: Schauspieler Kostja Ullmann im Gespräch

Folge 12: Comedy-Star Atze Schröder im Gespräch

Folge 13: Notruf Hafenkante-Star Rhea Harder-Vennewald

Folge 14: Investor und Unternehmer Ralf Dümmel

Folge 15: Liedermacherin Anna Depenbusch

Folge 16: Beachvolleyballerin Laura Ludwig

Folge 17: Ehemaliger Hamburger Bürgermeister Ole von Beust

Folge 18: Senator für Verkehr und Mobilitätswende Anjes Tjarks

Folge 19: Fotografin CP Krenkler 

Folge 20: Kabarettist Wolfgang Trepper

Folge 21: Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard

Folge 22: Bestseller-Autorin Ildikó von Kürthy

Folge 23: Singer-Songwriter Ingo Pohlmann

Folge 24: Vorsitzende der Hamburger SPD Dr. Melanie Leonhard

Folge 25: FC St. Pauli Präsident Oke Göttlich

Folge 26: TV-Koch Tim Mälzer

Folge 27: Schauspieler Sebastian Bezzel

Folge 28: Ehemaliger Football-Nationaltrainer Frankreichs Patrick Esume

Folge 29: Intendantin des Deutschen Schauspielhaus Karin Beier

Folge 30: Sänger Rolf Zuckowski

Folge 31: Autorin Simone Buchholz

Folge 32: Sternekoch Kevin Fehling

Folge 33: Herausgeber Oliver Wurm

Folge 34: Konzertveranstalter Hans-Werner Funke

Folge 35: Fernsehmoderatorin Pina Atalay

Folge 36: Innen- und Sportsenator Andy Grote

Folge 37: Professorin für Kulturtheorie Gesa Ziemer

Folge 38: Geschäftsführer der Hamburg Towers Marvin Willoughby

Folge 39: „Großstadtrevier“-Schauspielerin Maria Ketikidou

Folge 40: Schauspieler Marek Erhardt

Folge 41: Sängerin Jasmin Wagner

Folge 42: Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel

Folge 43: Unternehmer Moritz Fürste

Folge 44: Intendantin des Ernst-Deutsch-Theaters  Isabella Vértes-Schütter

Folge 45: Kinderbuchautorin und Ehrenbürgerin von Hamburgs Kirsten Boie


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Meet the Resident – Paul Omen

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor, präsentiert von Hamburg Elektronisch. Diesmal: Paul Omen, Jahrgang 92, sorgte für „zornigen“ Sound bei den Power-Tower-Partys.

SZENE HAMBURG: Paul, wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Zornig.

Was war deine schrecklichste Gast-Frage?

Ein Tänzer hielt mir sein Handy hin, versuchte mir sein selbst aufgenommenes Video (low quali) zu zeigen und fragte mich, ob ich den Track habe oder einfach sein Handy (low quali) anschließen kann. Es war eine Art Folklore-Lied, gespielt auf Zupfinstrumenten – ich spielte gerade ein Techno-Set …

Dein Größter Moment als DJ?

Legendär war der Montagmorgen um 7 Uhr beim Power Tower Finale 2017. Synoid in der Griessmühle war auch episch.

Was sind für dich Hamburgs Stärken?

Die liebenswerte und originelle Club-Szene ist gut vernetzt und weiß was sie nicht will.

Und die Schwächen?

Die liebenswerte und originelle Club-Szene weiß oft nicht, was sie will. Außerdem muss der Senat endlich wahrnehmen, wie wichtig eine freie und respektierte Clublandschaft und Open-Air-Flächen abseits der Melkmaschine Reeperbahn für unsere Kultur ist.

Wo findet dein nächster Gig in Hamburg statt?

Am 2.10. all night long auf dem Uebel & Gefährlich-Dach.

Interview: Louis Kreye & Jean Djaman

Und hier kommt der Podcast zum Interview:

Mehr auf dem Soundcloud-Account von hamburg elektronisch.


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2018. Das Magazin ist seit dem 29. September 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


Lust auf mehr Stories aus Hamburg?


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.