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Post-Corona-Knigge: Der süße Traum der Normalität

Eine Lockerung des Lockdowns ist in greifbare Nähe gerückt. Vielleicht ist eines Tages dank der Impfungen wieder ein normales Leben möglich. Für den Fall, dass nach so vielen Monaten vergessen wurde, wie ein respektvoller Umgang miteinander aussehen kann, hier eine Anleitung für das Leben in der Stadt

Text: Marco Arellano Gomes

 

Ist tatsächlich schon ein Jahr vergangen? Ein Jahr mit Corona, jenem ominösen, zerstörerischen, tödlichen Virus? Antwort: Ja. Bilanz nach Angaben des Robert Koch Instituts (Stand: 15.2.2021) in Hamburg: 365 Tage, zwei Wellen, zwei Lockdowns, 48.983 Infizierte (bundesweit: 2.338.987), 1.196 Tote (bundesweit: 65.076). Ein Jahr kann eine verdammt lange Zeit sein – und verdammt schlechte Laune machen.

Wer das Virus ernst nahm, wem Gesundheit und das Leben der Mitmenschen bedeutsam waren, wird die eigenen Bedürfnisse in dieser Zeit stark bis komplett zurückgefahren haben. Da kann man schon mal verlernen, wie man sich in Gesellschaft zu benehmen hat. Für den Fall, dass irgendwann durch die Impfungen wieder ein normales Leben möglich sein sollte, gibt es hier eine Anleitung …

 

Shoppingmöglichkeiten in der Innenstadt

 

Zwölf Monate lang bestand das Leben in der Stadt für die meisten Menschen ausschließlich aus Arbeit, Lebensmittel-Einkäufen und Spaziergängen. In der hypothetischen, aber möglichen Post-Corona-Ära gilt es, in einem ersten Schritt vorsichtig zu entdecken, dass es weitere Shoppingmöglichkeiten gibt. Es gibt sogar einen Begriff dafür: Einzelhandel.

Das sind meist einzelne Geschäfte, die auf Teilbereiche spezialisiert sind: Modeboutiquen, Haushaltswaren- und Elektronikgeschäfte, Möbelhäuser, Bauhäuser, Gartencenter, Sport- und Spielzeugläden, Optiker und und und. Es gibt aber auch sogenannte Kaufhäuser, die all diese Aspekte in einem großen Gebäude vereinen. Ähnlich wie Amazon, nur in echt. Mitten in der Stadt – und begehbar.

Das Besondere an diesen Geschäften: Dort arbeiten Menschen, die einen freundlich begrüßen, die beraten und sich im besten Fall tatsächlich auch mit dem auskennen, was sie dort anbieten. Du kannst also als Kunde in diese Geschäfte gehen, darin umherschlendern und Dinge entdecken, die dort liebevoll ausgestellt sind. Dinge, die du im Onlineshop möglicherweise nie gesehen hättest, die auch der beste Algorithmus dir nie auf den Bildschirm gezaubert hätte.

Es kommt aber noch besser: Du kannst dem Verkäufer oder der Verkäuferin sogar Fragen stellen – von Angesicht zu Angesicht. Diese Fragen werden im besten Falle kompetent beantwortet, im schlechtesten Falle mit einem „Keine Ahnung“ quittiert. Das Tolle daran: Du hast die Möglichkeit, dich darüber so richtig zu ärgern und deinen Frust mit Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis zu teilen. Nicht per WhatsApp, Facebook und Instagram! In echt, bei einem Besuch zu Hause oder bei einem Treffen im Café oder in einer Bar. Und glaub’ es ruhig: Sich gemeinsam über das Shoppingerlebnis zu ärgern und zu freuen, macht doppelt so viel Spaß.

Die Stadt bietet natürlich viel mehr als nur Shopping. Was genau? Finde es heraus! Geh einfach in die Stadt und schau dich um! Du wirst überrascht sein, was dich dort alles erwartet. Wie man spazieren geht, weißt du ja inzwischen. Nur, dass du diesmal wieder ein lohnenswertes Ziel hast: die Innenstadt.

 

Essen & Trinken – jenseits der heimischen Küche

 

Wenn du nach längerem Schlendern Hunger bekommen sollten, dann musst du nicht extra nach Hause gehen und kochen oder etwas bestellen. Es gibt dafür eigens lokale Institutionen namens Restaurants. Das sind die Räume, in denen seit einiger Zeit die Lichter aus und schemenhaft Stühle auf den Tischen zu erkennen waren.

In diesen Restaurants werden dir Getränke und Speisen serviert. Nein, nicht zu dir nach Hause – im Raum selbst! Du setzt dich an einen der Tische oder wirst von einer Servicekraft dorthin begleitet. Dort sagst du höflich, was du dir von den auf der Karte aufgedruckten Speisen und Getränke wünschst – und der nette Herr oder die nette Dame bringt dir das Gewünschte an den Tisch. Die Menschen, die in der Küche stehen und das Essen für Sie zubereiten, nennt man übrigens Köche. Die haben ihr Handwerk professionell gelernt und können es meist besser als du. Unfassbar, oder?

Da du nicht alleine dort sein wirst, gibt es bestimmte Regeln, die einzuhalten sind. Es beginnt damit, dass du dich nicht wie zu Hause benehmen kannst. Also: keine Jogginghose, kein lautes Aufstoßen und keine Bitte, dieses italienische Gedudel auszuschalten, weil du deine Playlist ja so viel besser findest! Bring auch bitte nicht deine eigenen Zutaten mit!

Noch was: Das Essen kostet. Ein Nachschlag auch. Nachspeisen ebenfalls. Jedes Getränk zusätzlich – und teilweise nicht wenig. Die Menschen, die alles zubereiten und an den Tisch bringen, leben nun mal davon. Ach ja: Wenn wir schon bei den Imperativen sind. Falls du dich fragst, wo du am besten essen gehen solltest: Check unseren Genuss-Guide: genussguide-hamburg.com!

 

Kulturerlebnisse ganz ohne Smartphone

 

Du willst nach deinem Restaurantbesuch ausgehen und etwas erleben? Etwas Großes? Etwas Unvergessliches? Wie wäre es mit einem Film?! Nein, nicht per Stream auf ihrem mickrigen Smartphone, Tablet, Laptop oder Flachbildschirm. Die Rede ist von einem echten Filmerlebnis auf der großen Leinwand, mit bombastischem, glasklarem Sound, mit Emotionen, die man mit allen Zuschauern im Raum teilt. Kurz: im Kino.

Es ist ein Unterschied, ob das Gesicht eines Marlon Brando in „Apocalypse Now“ eine überdimensionale Leinwand füllt oder ein Tablet im Bett, direkt neben der Chipstüte. Um es auf den Punkt zu bringen: Man kann Filme sehen oder sie erleben. Nur im Kino kann der Besucher sich ungestört von Messages, E-Mails und Social-Media-Posts, Anrufen und nervigen Nachbarn dem Film widmen.

Aber auch hier gelten Regeln: Hat man einmal einen Film ausgesucht, muss man diesen auch zu Ende gucken. Es nützt nichts, das Handy zu zücken, auf Stopp zu drücken und die weitere Zeit damit zu verbringen, die unzähligen Netflix-Listen durchzugehen, nur um am Ende festzustellen, dass der Abend schon rum ist. Auch ist es nicht erlaubt, sich selbst sein Popcorn und Getränke mitzubringen. Weingläser und Weinflaschen haben im Kino nichts zu suchen – es sei denn, du sitzt in der ASTOR Filmlounge und eine Servicekraft hat dir das Getränk gegen Bezahlung an den ledernen Luxussessel gebracht. In allen anderen Lichtspielhäusern gibt es Verkaufstresen, an denen Snacks und Getränke zu Preisen erworben werden können, die sich an der Größe der Leinwände zu richten scheinen.

Im Kino gibt es auch eine weitere bewährte Regel, an die man sich nach monatelangem Netflix, Amazon Prime, Disney+ und Apple TV+ gewöhnen muss: Wenn die eigene Freundin oder der eigene Freund zu Hause nicht sonderlich an deinen Zwischenbemerkungen interessiert war, dann kannst du dir sicher sein, dass es sich mit den Kinozuschauern nicht anders verhält.

Zu den im Falle einer wieder erlangten „Normalität“ gehörenden Freiheiten (nicht zu verwechseln mit „Freizeitaktivitäten“!) gehören: Musikkonzerte, Theaterstücke, Literaturlesungen, Kunstausstellungen, Museen, Festivals, Klubs, Sport, Reisen. Du kannst dich auch sozial engagieren, Familie und Freunde in großer Anzahl besuchen und treffen, mit anderen Menschen ins Gespräch kommen, diese kennenlernen, vielleicht sogar mit ihnen ausgehen – ganz ohne Tinder, Parship und Elitepartner.

Und vor allem kannst du dem Nichtstun frönen, was nur dann so richtig Spaß bringt, wenn es in Kontrast zu all den Möglichkeiten und Freiheiten steht, die das Leben in der Großstadt bietet. Irgendwann – das ist die große (Impf-)Hoffnung – wird es wieder so weit sein, auch wenn es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch wie ein süßer Traum erscheint. Aber das Träumen wird ja mal erlaubt sein.


SZENE-März-2021 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Februar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Im Test: Lieferservice vom Restaurant Henriks

Im Lockdown light wird besonders die Gastronomie erneut auf die Probe gestellt und antwortet mit viel Kreativität. Das Ergebnis: tolle To-go-Angebote und At-Home-Boxen. Wir haben den Lieferservice vom Restaurant Henriks ausprobiert.

Die Bestellung:

  • Restaurant: Henriks
  • Bestellung: Vegetarischer Burger Beyond The Meat mit Süßkartoffel-Pommes, Avocado, Cipriani
  • Personenanzahl: 1 Person
  • Preis: 20 Euro

 

Nette und fixe Lieferung ohne Plastik

So geht entspanntes Bestellen. Supernette Henriks-Mitarbeiterin am Telefon, die sich „freut, dass Sie sich für den Lieferservice entschieden haben“. Es gibt das Angebot, das gewünschte Essen zu einer bestimmten Uhrzeit zu bekommen, oder „dann, wenn es fertig ist“.

Fertig ist es ziemlich fix, der „Vegetarische Burger Beyond The Meat mit Süßkartoffel-Pommes, Avocado, Cipriani“ kommt 35 Minuten nach dem Telefonat an und wird ohne irgendwelches Plastikgedöns überreicht: Papiertüte, Pappschalen, Restaurantkärtchen.

 

Heiß, würzig, saftig: Burger und Pommes können was

Der Inhalt: tipptopp! Die Süßkartoffel-Pommes sind heiß und knusprig, gut gewürzt, weil nicht zu viel, und der Burger – der hat es in sich. „Beyond Meat“ ist hier keine schnöde Versprechung.

Patty: Eine extrem saftige mittlere Burger-Partie, die an feinstes Rindfleisch erinnert. Salat: knackig und voller Geschmack. Die cremige Avocado rundet den Deluxe-Burger ab.

 

Unser Fazit zum Beyond The Meat Burger

Satt geworden wären von dieser 1A-Henriks-Bestellung übrigens gut und gerne zwei Personen. Die Portion ist nicht nur lecker, sondern auch durchaus üppig.

/EBH

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Restauranttest: Hui Cookshop

Chinesisches Streetfood auf St. Pauli: Der Hui Cookshop

Der Kiez entwickelt sich immer mehr zum kuli­narischen Mekka. Be­sonders in der Clemens-­Schultz­- und Paul-­Roosen-­Straße sprie­ßen regelmäßig neue Bars und Restaurants hervor. Seit März ist der chinesische Cookshop Hui mit von der Partie. Coro­na-­bedingt wurde kurz nach Eröffnung komplett auf Liefe­rung umgestellt. Seit ein paar Wochen sind Gäste wieder vor Ort. Und sie kommen zahl­reich.

An diesem Donners­tag beobachten wir mehrfach, dass Leute kehrtmachen, weil die circa 15 Plätze, zwei Tische vor der Tür mitgerechnet, be­reits besetzt sind. Der kleine Laden mit offener Küche, der an ein Deli erinnert, lädt aller­dings auch nicht zum stunden­langen Verweilen ein. Hier gibt es hervorragendes chinesisches Streetfood, das an stylishen wei­ßen Kacheltischen auf kleinen Hockern genossen wird.

Chinesisches Streetfood im Hui Cookshop (Foto: Ole Masch)

Auf der übersichtlichen Karte, mit Kreide an die Wand geschrie­ben, sind vegane und fleischliebende Menschen gleichermaßen bedacht. Die saftigen Shiitake Dumplings mit süß­saurer Soße (6 Euro) verpassen die volle Um­ami­-Schelle und sind das Vor­speisen-Highlight. Reis Bowls hauen dagegen schon länger nicht vom Hocker, doch unserer fängt mindestens zu wackeln an. Mit Süßkartoffeln, Kimchi und Gemüse der Saison (8,50 Euro), sind vor allem die ein­gelegten Radieschen der Hit.

Die aromatische Erdnuss­-Nu­delsuppe mit reichlich chine­sischen Morcheln, Chinakohl, Gurke und veganem Hack (8 Euro) zeigt ebenfalls, dass hier kein Nullachtfuffzehn­-Asiate aufgemacht hat. Viel mehr ein perfekter Ort für den Start in den Abend. Mit leichtem Din­ner, um sich danach, auch wegen des Verzichts auf alkoholischen Getränkeausschank, in die Bars nebenan zu stürzen. / Ole Masch

Hui Cookshop
Paul-Roosen-Straße 12 (St. Pauli),
Telefon 0151 75 60 65 51, Mo– Fr 12–21, Sa 16–21.30 Uhr 


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Bestes orientalisches Restaurant: Das Parissa’s

Persische Raffinesse trifft deutsche Gemütlichkeit: Das Parissa’s ist Testsieger in der Kategorie Orient & Indien

Text: Katharina Grabowski

 

Die Deutschen lieben ja bekanntlich ihre Partykeller – denn mit Hausbar, Backsteinwand, niedrigen Decken und schummrigem Licht feiert es sich gleich doppelt so gut. Kein Wunder also, dass wir uns im Parissa’s mit seiner Hobbykelleratmosphäre und wildem Deko-Sammelsurium sofort pudelwohl fühlen.

Dicht an dicht sitzen die Gäste hier nebeneinander und Gastgeber Mehrdad umgarnt jeden von ihnen mit viel Charme. So erzählt er uns etwa, dass die Kräutermischung für das Zeytun Parvarde (köstliche, in Granatapfelsaft eingelegte Oliven, 6 Euro) direkt aus dem Iran importiert wurde. Auch von den anderen Startern wie Kuku Sabzi (gebackenem Spinat mit Kräutern und Walnüssen, 12 Euro) und Mirza Ghasemi (Auberginen mit Raucharoma und Ei, 12,50 Euro) können wir nicht genug bekommen. Taktisch mit Sicherheit ein Fehler, denn danach kredenzt Mehrdad eine große Portion vom Ghormeh Sabzi (Lammfleisch mit Kidneybohnen, 19,80 Euro), das wie Butter auf der Zunge zergeht. Dem in nichts nach steht das Fessenjan (Hähnchen in Walnuss-Granatapfelsauce, 19,50 Euro), zu dem die beiden beerigen Rotweine Cuveé Aneé (0,2 l 8,80 Euro) und Livio Felluga Vertigo Rosso (0,2 l 8 Euro) eine hervorragende Begleitung sind.

Obwohl der Hosenbund bereits kneift, lassen wir uns noch die kleine Dessertplatte mit köstlichem Pistazien-, Erdbeer-Granatapfeleis, Mousse au Chocolat und dem persischen Mille-feuille Shirini Napeloni (15 Euro) bringen. Eines steht fest: Beim nächsten Besuch haben unsere Hosenbünde Gummizug!

Parissa’s: Sierichstraße 94 (Winterhude), Telefon 63 91 85 15, Di–Do 17–23, Fr–Sa 17–24, So 14–22 Uhr


Der Gastro-Guide SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN ist seit April 2020 für 10,80 Euro im Handel und im Online-Shop erhältlich!


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Appetit auf mehr?

Bestes Restaurant in Lüneburg: To Huus

Lüneburgs modernste Gastwirtschaft: Das To Huus ist Testsieger in der Kategorie Lüneburg

Text: Lynn Hoefer

 

Lange hat Lüneburg gewartet, im Februar war es endlich soweit: In der Schröderstraße 5a/b hat endlich wieder ein neues Restaurant eröffnet. Die Räumlichkeiten in der beliebten Einkaufsmeile standen jahrelang leer, mit dem To Huus ist nun ein tolles Konzept eingezogen.

Beim Betreten merkt man sofort, dass hier viel Wert auf Design und gleichzeitig Gemütlichkeit gelegt wurde. Große Holztische unterstreichen den Wirtshaus-Charakter, die schwarz-gestrichenen Balken und dunklen Lampen schaffen ein modernes Industrial-Flair. Laut eigener Aussage steht das To Huus für Regionalität und Qualität, es gibt Gerichte für Vegetarier und Veganer und Fleisch aus artgerechter Haltung.

Die Karte ist drei Tage nach Eröffnung noch sehr überschaubar und enthält einen Hinweis, dass das Restaurant erst einmal den Geschmack seiner Gäste kennenlernen möchte. Unser Geschmack wird an dem Abend definitiv getroffen. Die vegane Pastinakencremesuppe mit Kräuteröl (5 Euro) ist himmlisch cremig und aromatisch. Beim gratinierten Ziegenkäse an Feldsalat (9,50 Euro) überrascht uns besonders das Birnenkompott, das perfekt ausbalanciert ist und sogar eine leichte Ingwernote enthält. Ich entscheide mich für Dreierlei von der Beete mit Feldsalat und Radicchio mit Laugencroutons (12,50 Euro), dessen Bier-Senf-Vinaigrette ein Highlight ist. Meine Begleitung bestellt das sous vide gegarte, regionale Rind (25,50 Euro), das durch perfekte Garzeit und Würze überzeugt.

Insgesamt gelingt es dem To Huus eine Karte anzubieten, die sowohl modern als auch bodenständig ist. Man bekommt hier sowohl eine vegane Roulade als auch ein Ratsherrenfrühstück mit Bratkartoffeln – eine für Lüneburg bisher unbekannte Mischung. Natürlich gibt es auch eine große Auswahl an regionalen Bieren, sowohl vom Fass als auch in der Flasche, weshalb sich das To Huus sicher bald als Lüneburgs modernste Gastwirtschaft etablieren wird.

To Huus: Schröderstraße 5a/b (Lüneburg), Telefon 04131408 12 83, So–Do 11.30–23 Uhr


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Restauranttest: Tagliere e Vino

Italienische Spezialitäten in der Altstadt: Das Bistro Tagliere e Vino

 

Nur wenige Gehminuten vom Rathausmarkt entfernt liegt das italienische Bistro Tagliere e Vino in einer angenehm ruhigen Seitenstraße. An warmen Sommerabenden kann man hier draußen vor dem kleinen Lokal zwischen Olivenbäumen bei Wein und Aperitivo in der Sonne sitzen und ein bisschen Urlaubsfeeling aufkommen lassen.

Wir entscheiden uns für einen der Signature Drinks des Hauses als Aperitif: Den Tagliere Spritz mit Limoncello aus sizilianischen Zitronen, Gin, Soda und Prosecco (11 Euro). Der ist wie erwartet erfrischend sauer. Wer ein Faible für außergewöhnliches hat, kann sich für 3 Euro Aufpreis auch eine „Flavour Sphere“ auf seinen Drink setzen lassen, eine Art Haube, die beim Berühren in feinen Nebel zerplatzt.

Statt Nebelhaube gönnen wir uns aber lieber eine Tagliere Misto als Vorspeise, ein großes Holzbrett, belegt mit diversen italienischen Spezialitäten (15, 80 Euro). Die Qualität des Parmaschinkens und der Salami schmeckt man sofort, alle Zutaten kommen direkt aus Italien. Der Bergkäse ist angenehm würzig und der Parmigiano schön dick geschnitten. Dazu wird Ciabatta-Brot, selbstgemachte Pesto Rosso, Pesto Verde und besonders leckere Zwiebelmarmelade gereicht, die perfekt zu dem Käse passt und die man übrigens auch glasweise mit nach Hause nehmen kann (5,80 Euro).

Anschließend entscheiden wir uns für das Ragù alla bollognese (9,80 Euro), das als original-italienische Variante weniger tomatenlastig daherkommt. Schmeckt gut, aber eher schlicht. Dafür ist der Burrata in der gleichnamigen Bowl (19,80 Euro ) ein cremig-weicher Traum und die Artischocken schön knackig, was der Salat nicht von sich behaupten kann. Im Tagliere ist die Küche wie der Ort an sich: Perfekt, um sich nach Feierabend mit Freunden oder Kollegen bei einem guten Drink durch die Vielfalt italienischer Taglieri-Delikatessen zu probieren und einfach einen guten Abend zu verbringen. / NF

Tagliere e Vino 
Große Bäckerstraße 4 (Altstadt), Telefon 040 36 09 93 88,
Di-Fr 11.30-14.30 Uhr und 17.00-22.00 Uhr , Sa 17-23 Uhr 

Bestes Restaurant in Hamburgs Norden: Goldschätzchen

Guter Service, tolles Ambiente und raffiniertes Essen: Das Goldschätzchen ist Testsieger in der Kategorie Hamburgs Norden

 

Text: Katy Krause 

Schon die Begrüßung ist warm und einladend. Im Hof zwischen den reetgedeckten Guts­häusern und dem 200 Jahre alten Herrenhaus lodert und knackt es in einer Feuerschale. So fühlt sich der Gast gleich willkommen im Prisdorfer Goldschätzchen, das Chef Patrick Diehr 2017 übernahm. Nach einer Grund­sanierung überzeugt das Restaurant mit einer Mischung aus Modernem und Tradi­tionellem.

Zudem legt das Team Wert auf Nachhaltigkeit und regionale Produkte. Das hat zwar seinen Preis, schmeckt man aber auch. So ist das 250­-Gramm-­Rib-­Eye-­Steak mit marmoriertem Kartoffelstampf und Ge­müse von Bauer Bernd (29,90 Euro) auf den Punkt gebraten, sehr zart und saftig. Ob es an der Haltung der eigenen Rinder vor Ort und dem wie in der Karte versprochenem stressfreien Ableben liegt? Man möchte es gern glauben.

Der pochierte Wels aus Mecklenburg-­Vorpommern mit karamellisier­ten Birnen (22,90 Euro) kann allerdings et­was Würze vertragen. Doch dafür steht eine Salz­-Ingwermischung aus eigener Herstellung auf den Tischen parat. Die kann der Gast übrigens auch für zu Hause kaufen, genauso wie einige andere Produkte. Überhaupt punktet das Goldschätzchen mit Kreativität. Ein Beispiel: Das Glühweinsorbet (3,90 Euro) schmeckt wie ein sommerlicher Besuch auf dem Adventsmarkt. Klasse!

Empfehlenswert ist auch die Vorspeise „Von allem ein bisschen“ (18,90 Euro), die durch eine große Band­breite von der hausgemachten Currywurst über zwei würzige Süppchen bis hin zum Hecht auffällt. Allerdings sind die Portionen alle groß, teilen ist fast ein Muss. Abgerun­det wird der schöne Abend im Goldschätz­chen durch den auffallend guten Service. Fazit: Wir kommen wieder. Im Sommer wollen wir die große Terrasse samt Bar und Smoker testen.

Goldschätzchen  
Peiner Hof 7 (Prisdorf), Telefon (04101) 601 09 21,
Di–Fr 17–22, Sa-So 12.30–22 Uhr 


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Bestes Restaurant Veggie & Vegan: Das Tassajara

Essen mit Ommmm: Das Tassajara ist Testsieger in der Kategorie Veggie & Vegan

 

Text: Ilona Lütje 

Wer in Hamburg vegetarisch oder vegan essen möchte, hat das Tassajara garantiert auf dem Zettel. Schließlich gilt das Restaurant als eines der besten in der Stadt. Seit 43 Jahren wird hier die internationale Vollwertküche mit ayurvedischen und mediterranen Einflüssen serviert. Schon beim Betreten des kleinen Ladens im Souterrain der Eppendorfer Landstraße empfängt uns der Duft von exotischen Gewürzen und eine tiefenentspannte Atmosphäre. Uns liegt ein tiefes Ommmm auf der Zunge.

Bei einem frisch gepressten Saft des Hauses und einer Portion Pakora studieren wir die Karte. Das gebackene Gemüse kommt mit drei verschiedenen Dips auf den Tisch und ist die perfekte Einstimmung auf die Hauptgänge. Auf der einen Seite des Tisches landet dabei eines der Tagesgerichte: Der Thai-Wok (19,90 Euro) bringt schon allein durchs Aussehen auch den überzeugten Fleischliebhaber ins Schwärmen. Knackiges Gemüse und Tofu in einer samtweichen Currysoße werden von schwarzem Reis begleitet und umschmeicheln den Gaumen – Essen für Körper, Geist und Seele verspricht das Tassajara schließlich ja auch.

Das Gegenüber setzt auf Bewährtes und bestellt einen der Klassiker des Tassajara in der veganen Variante: Die Pilzwiese (13,90 Euro) kommt darum ohne Edelpilz-Käsesoße. Gebackene Kartoffeln liegen auf knackigem Salat und Gemüse und wurden mit frischen Champignons, Avocadocreme und Joghurt garniert. Die Gewürze sind fein und stimmig, alle Zutaten frisch, zucker- und fettfrei, und der Duft in der Nase verbreitet tiefes Wohlgefühl. So geht Essen mit Ommmm – ganz ohne Esoterik, dafür auf Gourmetniveau. Tipp: Eine Reservierung ist empfehlenswert, denn das Tassajara ist beliebt und jeden Abend voll.

Tassajara 
Eppendorfer Landstraße 4 (Eppendorf),Telefon 48 38 01,
Mo–Sa 11.30–23 Uhr 

 

 


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#PayNowEatLater: Mit Gutscheinen die Gastronomie retten

PayNowEatLater ist eine Initiative zur Rettung von Gastronomen und kleinen Unternehmen in Zeiten von Corona

 

Cafés räumen ihre Tische weg, Restaurants schließen, Bars bleiben leer: Corona hat die Stadt fest im Griff – und das öffentliche Leben mittlerweile fast zum Stillstand gebracht. Einnahmen bleiben aus, laufende Kosten fallen trotzdem weiterhin an. Das gefährdet mehr und mehr die Existenz von lokalen Gastronomen.

Die vier Hamburger Freunde Malte, Patrick, Niclas und David haben selbst eigene Unternehmen in der Foodwelt und lieben die kulinarische Vielfalt, die schrägen Bars und die gemütlichen Cafés in der Stadt. Damit das so bleibt, haben sie eine Rettungsaktion für Gastronomen und Einzelhändler ins Leben gerufen: die Initiative #PayNowEatLater. Auf der neu gegründeten Plattform können Gutscheine für Restaurants und Cafés gekauft und dann nach der Corona-Zeit eingelöst werden. Alle Erlöse fließen an die jeweiligen Partner, damit sie ihre Mitarbeiter bezahlen und laufende Kosten decken können. Seit dem Start der Initiative kamen bereits mehr als 127.000 Euro zusammen.

 

So könnt ihr mitmachen:

 

Das Team arbeitet mit Hochdruck daran, möglichst schnell möglichst viele Partner ins Boot zu holen, für die online Gutscheine bestellt werden können. Wer ein Restaurant, ein Café oder eine Bar betreibt, kann sich online für die Aktion anmelden. Einfach einen Fragebogen ausfüllen und die individuelle Situation schildern.

paynoweatlater.de


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