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Neuanfang: Alles auf Hamburg

Ein Umzug ist auch immer ein Neuanfang – verbunden mit Träumen, aber auch Ängsten. Vier Wahlhamburger erzählen

Protokolle: Erik Brandt-Höge

 

 

Martin – Unabhängigkeit auf vier Rädern

 

Immer unabhängig und in Hamburg angekommen: Martin (Foto: Erik Brandt-Höge)

Immer unabhängig und in Hamburg angekommen: Martin (Foto: Erik Brandt-Höge)

Berlin und Leipzig waren meine bisherigen Stationen. In Leipzig habe ich meinen Master gemacht, dann ging es nach Hamburg. Hier habe ich einen Job in der Mobilitätsbranche angenommen. Seit Mai 2019 bin ich in der Stadt. Dass ich meine ganzen Sachen immer auf vier Rädern in meinem Bulli zur Verfügung habe, macht mich einerseits sehr unabhängig und hat zudem den Vorteil, dass ich mich schnell zur Nord- oder Ostsee aufmachen kann, um der Sportart nachzugehen, die mir schon lange am Herzen liegt: das Kitesurfen. Ich kite selbst unheimlich gerne, gebe aber auch regelmäßig Unterricht. Meine Lieblings-Spots dafür sind zum Beispiel St. Peter-Ording und Fehmarn.

Was Hamburg und die Hamburger angeht: Ich kannte die Stadt zuvor nur von klassischen Touristenausflügen. Den Hafen, die Speicherstadt – solche Orte. Zu Beginn meiner Hamburg-Zeit merkte ich, dass ich auf GoogleMaps und andere Apps angewiesen war. Nach und nach kannte ich meine Wege immer besser, und nun genieße ich es, mit dem Fahrrad durch die Stadt zu rollen. Und die Leute lerne ich zwar immer noch kennen, muss aber sagen, dass ich alle, die ich bisher getroffen habe, als ziemlich offen für Neu-Hamburger empfunden habe. Ich fühle mich wohl und weiß schon jetzt, dass ich so schnell nicht weg möchte aus Hamburg.

 

Maria – Die Kosmopolitin ist angekommen

 

Neu in Hamburg und in der Welt zu Hause: Maria (Foto: Erik Brandt-Höge)

Neu in Hamburg und in der Welt zu Hause: Maria (Foto: Erik Brandt-Höge)

Eines Tages, das wusste ich schon immer, würde ich in Hamburg leben. Ich bin im Kreis Steinburg geboren, in München aufgewachsen und über Stationen in Ägypten, auf den Kanaren, in Amerika, Ravensburg und zuletzt Berlin dann auch hier gelandet. Das Unternehmen, für das ich arbeite, nämlich Marriott International, hat mir ein tolles Pilotprojekt angeboten: Für das Hamburg Marriott Hotel, das Renaissance Hamburg Hotel und das The Westin Hamburg in der Elbphilharmonie, wo ich auch mein Büro habe, suche ich neue Talente. Ich bin Headhunter, Coach, Mentor, Recruiter, Influencer, Vertriebler und Consultant in einer Person, arbeite vor allem durch Netzwerken. Quasi als Schnittstelle zwischen Talenten und Arbeitgeber. Und ich hoffe sehr, dass ich viele Persönlichkeiten für die Hotellerie begeistern und spannende Karrieren langfristig betreuen kann. Ich selbst bastele mir mein Leben gerade neu zusammen, in einer neuen Stadt, einem neuen Umfeld, einem neuen Job. Und ich freue mich riesig auf Hamburg und die Hamburger, die ich in den ersten Wochen schon als extrem freundlich, ehrlich und auch greifbar erlebt habe.

Hamburger sind vor allem sehr direkt, sagen einem sofort, wenn ihnen etwas gefällt und wenn nicht – was wiederum mir sehr gefällt. Meine bisherigen Hotspots in der Stadt: Ich liebe es, am Abend mit den öffentlichen Fähren die Elbe entlangzufahren oder im Haus 73 den Tag ausklingen zu lassen. Auch ein Spiel im Millerntor-Stadion oder ein Tapas-Abend im Portugiesenviertel haben viel für sich. Und manchmal bleibe ich nach der Arbeit auch einfach noch ein bisschen auf der Plaza und genieße den Ausblick auf das Treiben der Schiffe und den Hafen. Anfänglich habe ich auch im Hotel gewohnt, mittlerweile habe ich eine Personalwohnung außerhalb des Hauses und bin auf der Suche nach einer schönen eigenen Wohnung, bestenfalls typisch hamburgisch mit einer Backsteinziegelwand. Da bin ich ein riesiger Fan von! Mein aktuelles Lieblingsviertel ist Eimsbüttel, wo es noch relativ viele privat geführte Geschäfte gibt, und das wie ein Dorf mitten in der Stadt erscheint. Ach, Hamburg hat einfach so viel zu bieten, so viele Facetten. Es gibt noch unheimlich viel kennenzulernen. Ich war vor meiner Ankunft zudem überzeugt davon, dass man sich aufgrund des Hafens, der Schiffe und des nahe liegenden Meers ein Stück weit freier und weltoffener als anderswo fühlen würde. Und ja: Das hat sich schon bewahrheitet.

 

Hannah und Bilal – Von Kapstadt nach Hamburg

 

Von Süden in den Norden Deutschlands: Hannah und Bilal Neu in der Großstadt Hamburg: Sarah (Foto: Erik Brandt-Höge)

Von Süden in den Norden Deutschlands: Hannah und Bilal Neu in der Großstadt Hamburg: Sarah (Foto: Erik Brandt-Höge)

Bilal: Ich war zehn Jahre alt, als ich von Belgien nach Südafrika zog. Meine Eltern hatten sich getrennt, und meine Mutter, meine Schwester, mein Bruder und ich wollten ein neues Leben beginnen. 17 Jahre ist das jetzt her, die ich in und um Kapstadt verbracht habe.

Hanna: Und ich kam vor acht Jahren nach Kapstadt für ein Praktikum, direkt nach dem Abitur im hessischen Hanau. Für ein Religionsstudium bin ich dann länger geblieben, weil ich mich sehr in die Stadt verliebt habe – und vor rund drei Jahren auch in Bilal.

Als ich meinen Abschluss in Kapstadt hatte, wollte ich zurück nach Deutschland. Die Wirtschaft in Südafrika ist in keiner aussichtsreichen Lage für Leute, die nach der Uni in die Zukunft starten wollen. Außerdem sind die Uni-Kosten ziemlich hoch, sodass ich dort einen Master nicht hätte machen wollen. Also zogen Bilal und ich in eine deutsche Stadt, die für uns total passend erschien: Hamburg. Hier mache ich jetzt mein Masterstudium.

Bilal: Meine Mutter ist Hamburgerin, ich hatte also schon einen kleinen Bezug. Und die Musikszene in Hamburg ist riesig – ganz anders als die von Kapstadt und Südafrika generell. Also dachte ich: Warum nicht?! Ich probiere es einfach mal. Zuerst mache ich einen Deutschkurs, arbeite nebenher und studiere vielleicht auch noch. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich irgendwann als Musiktherapeut in Hamburg arbeite.

Hanna: Uns hat man vor unserem Umzug gesagt, dass Hamburger sehr reserviert und kühl wären. Auch dass es hier sehr viele Snobs geben würde. Aber: Wir wurden positiv überrascht und sind bisher vor allem in offene Arme gelaufen. Die Menschen waren und sind uns gegenüber sehr aufgeschlossen, herzlich und entspannt. Es läuft wirklich gut.

Bilal: Und mit unserer Wohnung in Lokstedt hatten wir auch sehr viel Glück. Wir haben eine gemütliche Dachgeschosswohnung gefunden und eine tolle Vermieterin. Und: Wir können den Garten hinter dem Haus mitbenutzen, der wunderschön ist, sehr natürlich gehalten – und es gibt ganze acht Apfelbäume. Wir haben schon ordentlich geerntet und werden demnächst unseren eigenen Apfelsaft machen können.

 

Sarah – Eine Großstadt ist gewöhnungsbedürftig

 

Neu in der Großstadt Hamburg: Sarah (Foto: Erik Brandt-Höge)

Neu in der Großstadt Hamburg: Sarah (Foto: Erik Brandt-Höge)

Ursprünglich komme ich aus dem Westerwald, so richtig vom Land. Nach der Schule habe ich in Kiel drei Jahre Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation studiert und zog erst letztes Jahr für ein Volontariat bei einem Verlag nach Hamburg. Im Frühjahr 2019 war ich schon für ein Praktikum im selben Haus und war begeistert von der Redaktion, in der ich gelandet bin. Deshalb habe ich das Angebot, mich dort journalistisch weiterzuentwickeln, auch sofort angenommen. Vor dem Praktikum kannte ich Hamburg überhaupt nicht, und ich hätte es ehrlich gesagt auch nie für möglich gehalten, dass ich mal hierherziehen würde. Hamburg, das ist doch viel zu riesig, habe ich als Dorfkind immer gedacht.

Kiel war für mich schon eine absolute Großstadt, und noch größer – das konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Vielleicht war es gut, dass ich mit Kiel eine Art Zwischenschritt hatte, um mich an die Größe zu gewöhnen. Jedenfalls: Auch wenn es sehr weitläufig ist und überall viele unterschiedliche Menschen sind, finde ich Hamburg wirklich total schön. Ich mag den Stadtpark genau- so wie die Speicherstadt. Auch die Schanze hat ihren ganz eigenen Charme. Super ist außerdem, dass ich in Hamburg jeden Abend weggehen kann, wenn ich denn möchte. Durch das große kulturelle Angebot habe ich zum Beispiel eine Leidenschaft für Poetry Slams entwickeln können. Anders als in Kiel, so ist zumindest mein Empfinden, gibt es den typischen Hamburger auf jeden Fall nicht. Einerseits ist Hamburg total links und alternativ geprägt. Aber es gibt eben auch die vielen Besserverdienenden und natürlich überall Touristen. Ich habe viel in meiner Wohnung getan, damit ich mich in meinen eigenen vier Wänden wohl fühle.


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Anna: „Ich mag es allein zu sein“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Anna begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Ich bin allein und finde das auch richtig gut so. Meine Eltern leben in der Nähe von Luxemburg, dort bin ich aufgewachsen, ich wollte aber endlich mal raus und was Neues kennenlernen. Nun bin ich nach Hamburg gezogen und mein Leben hat sich ziemlich verändert. Ich studiere jetzt hier, in einer neuen Stadt mit neuen Leuten und bin weit weg von zu Hause.

Gerade genieße ich das alles sehr. Vor ein paar Jahren war ich mal in Hamburg übers Wochenende. Und hin und wieder kommt man ja in eine Stadt und hat so ein spezielles Gefühl. Das hatte ich bei Hamburg und dachte mir sofort: Hier möchte ich mal leben. Und jetzt bin ich da.

 

Das Zerdenken

 

Ich versuche, in wichtigen Situationen und Entscheidungen weitgehend gelassen zu sein und nehme es so, wie es kommt. Dann klappt meistens auch das, was man sich vornimmt.

Manchmal denkt man natürlich auch über Vergangenes nach und sagt sich vielleicht „hätte ich mal…“, aber ich mag es eigentlich nicht, so zu denken. Hinterher kannst du Dinge immer zerdenken und analysieren, aber es bringt dir in deiner momentanen Lebenslage letztendlich nichts. Du lernst daraus und vielleicht hilft es dir bei der nächsten Entscheidung, ansonsten kommst du damit nicht weit.

Klar, das sagt sich so einfach, aber es stimmt ja. Wenn man sich dann über wirklich wichtige Dinge wie Gesundheit, Familie oder Freunde Gedanken macht, Dinge, über die es sich lohnt tiefer nachzudenken, relativiert sich doch einiges. Dann fällt auf, wie unnötig es war, sich mit irgendwelchen Kleinigkeiten beschäftigt zu haben. Das, was wir haben, ist so viel wert.

Ich hatte lange einen Freund. Wir haben uns im April getrennt. Und für viele hört es sich vielleicht komisch an, aber mir macht es nichts aus, allein zu sein. Im Gegenteil, ich mag es. Und natürlich gibt es Situationen, wo das auch anders ist: Wenn ich schöne Dinge erlebe oder etwas Gutes koche und stolz darauf bin, aber da dann niemand ist, mit dem ich es teilen kann. Doch an der Stelle fängt das Zerdenken schon wieder an.“


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Das Sankt Pauli Museum zieht um

Eine Kiez-Institution zieht um: Das Sankt Pauli Museum wechselt den Standort

Text: Erik Brandt-Höge

 

St. Pauli zieht um! Nein, natürlich nicht der Stadtteil im Ganzen. Aber eine nicht unwichtige Institution: das Sankt Pauli Museum. Der Sitz in der Davidstraße 17 ist dem Trägerverein, der ehrenamtlich geführt wird, mittlerweile zu teuer (aktuelle Miete für die Räume: rund 6.300 Euro). Ausstellungsfläche, Büroräume, Archiv und Lager wechseln den Standort. Wo genau das neue Heim der derzeit 79 Vereinsmitglieder sein wird, ist zu Redaktionsschluss unklar, Ideen gibt es laut Vorstand aber schon einige. Zwischen- oder Dauerlösungen sollten bald gefunden sein. Die Macher haben schließlich Erfahrung mit Situationen wie dieser. In den mehr als 30 Jahren seines Bestehens ist das Museum mal geschrumpft und mal erweitert worden, fand sich im Container oder gar auf der Straße wieder.

Keine Notlage war groß genug, um das Sankt Pauli Museum kleinzukriegen. Im Gegenteil: Die Mitgliederzahlen stiegen, und die Niederlassung in der Davidstraße, einem der trubeligsten St. Pauli-Zentren, zieht Besucher geradezu magnetisch an.

 

Travestiekünstler und die „Nutella“-Bande

 

Im Inneren gibt es ja auch einiges zu bestaunen. Die Geschichte von St. Pauli wird mit zahllosen Bildern und Exponaten nachgezeichnet, vom Mittelalter bis ins Hier und Jetzt. Nach einem kurzen Stopp an der Museumsbar kann mit einem Kaltgetränk der Rundgang gestartet werden. Wer sich für die Originalkostüme berühmter Travestiekünstler interessiert, die „Nutella“-Bande kapieren oder ein Erinnerungsfoto vor der Fassade des legendären Star-Clubs knipsen will, kommt dabei voll auf seine Kosten. Zumindest bis zum 31. März. Dann zieht das Sankt Pauli Museum einmal mehr weiter.

Sankt Pauli Museum: Davidstraße 17 (St. Pauli)


Szene_Hamburg_Februar_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Januar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Fair umziehen in Hamburg mit IMoveYou

Ein umweltfreundlicher Umzug ist immer mehr Menschen wichtig: Das Umzugsunternehmen IMoveYou setzt auf platzsparendes Beladen der Transporter und Anpflanzung neuer Bäume für eine bessere Ökobilanz

Text: Leona Stahlmann 
Foto: IMoveYou

 

Bewegte Zeiten bewegen auch uns: Mehr als acht Millionen Men­schen ziehen in Deutschland jährlich um. Wir brauchen plötz­lich ein Kinderzimmer oder wol­len mit 35 dann doch keine WG mehr (und/oder der Expartner besetzt die aktuelle), und Jobangebote aus anderen Städten locken. Über 100.000 Umzüge gab es 2018 in Hamburg allein durch Zuzüge von außerhalb.

Neben dem Stress der Wohnungs­suche und mit jedem Jahr mehr und mehr Kisten schleppen wir aber noch etwas Hässliches, Unsichtbares mit uns von Wohnung zu Wohnung: einen ziemlich deutlichen ökologischen Fußabdruck. Umzüge produzieren durch den Kraftstoff der großen Transporter Emissionen – und haufenweise Abfall: von dünnen Einmal­kartons aus dem Onlineversand über Styro­por­-Ecken zum Möbelschutz bis zur Knall­folie aus Plastik. Wenn man sich also den CO2­Fußabdruck vorstellt, den allein die Hamburger Umziehenden und Herziehen­den erzeugen, steht auf dem Rathausmarkt vermutlich ein monströser Dinosaurier­fuß von der Länge der Elbvertiefung.

Levent und sein Altonaer Umzugs­unternehmen „IMoveYou“ wollen diesen Riesenfußabdruck verkleinern. Seit die­sem Jahr helfen sie nicht nur beim Tragen und Transportieren: Sie helfen Hamburg, unter Deutschlands grünsten Städten zu bleiben. Je nach Auftragslage spenden sie mindestens einmal im Monat einen Baum aus der Baumschule für eine neue Pflanz­stelle zwischen Altona und Schanze. Damit möchte Levent zumindest einen Teil der Emissionen ausgleichen, die beim Umzie­hen anfallen.

 

Kluges Packen senkt die Anzahl der nötigen Fahrten

 

Transporter mit Motoran­trieb lassen sich in seiner Branche noch schwer ersetzen. „Es gibt noch keine be­zahlbaren Alternativen“, sagt Levent. Transporter mit Elektro­Antrieb sind für kleine Unternehmer wie Levent mit An­schaffungskosten um die 100.000 Euro kaum bezahlbar, und für größere Touren kommen Lastenräder nicht in Frage. Da­rum versucht Levent, der Stadtnatur etwas zurückzugeben: Bäume spenden nicht nur Schatten, sie sind auch wichtige Feinstaub­fänger und Kohlenstoffspeicher. Durch Baumpflanzungen werden urbane Räume gestaltet, in denen Menschen nicht nur le­ben können, sondern auch wollen: Denn immer mehr Menschen brauchen natür­lich auch immer mehr Raum. Durch den Bauboom und die Nachverdichtung der Stadt, durch neue Straßen und Radwege verschwinden Grünflächen, die nicht nur die Luftqualität einer Stadt verbessern, sondern auch messbare Effekte auf die see­lische Gesundheit ihrer Bewohner haben.

Vor vier Jahren hat der ehemalige Ar­chitekt IMoveYou gegründet, zunächst als herkömmliches Umzugsunternehmen. „Ich wollte raus aus dem Büro“, erzählt Le­vent, „ich habe das nicht ausgehalten. Mo­dernes Bauen ist effizient, der Platz wird maximal ausgenutzt. Aber Menschen müssen sich in den Häusern doch auch wohlfühlen!“ Heute beschäftigt sich Levent auf seine Weise mit effizient genutztem Raum – aus den richtigen Gründen: Wenn ein Um­zugstransporter klug gepackt ist, senkt das die Anzahl der nötigen Fahrten für den Umzug. Das spart Emissionen.

 

IMoveYou spendet Bäume

 

Für die Treibhausgase, die Levent bei seinem Ge­schäft nicht ganz vermeiden kann, spendet IMoveYou im Rahmen der Aktion „Mein Baum – meine Stadt“ des Hamburger Se­nats und der Loki Schmidt Stiftung einen Baum, um Pflanzlücken im Stadtbild zu schließen. Das Prinzip des Projekts ist ein­ fach: Für eine Spende von 500 Euro gibt es einen Baum, die Pflanzstelle dürfen die Spendenden sich auf einer interaktiven Stadtkarte aussuchen. Die komplette Pflanzung ist eine teure Angelegenheit: Für jeden gespendeten Baum legt der Senat noch einmal weitere 500 bis 1000 Euro obendrauf. Die hohen Kosten erklären sich durch den enormen Aufwand einer Baumpflanzung in der Großstadt: Die Bäume haben heute weniger Raum zum Wurzeln und die Konkurrenz um Nähr­stoffe und Sonnenplätze durch nebenste­hende Bäume ist größer. An jeder mögli­chen Pflanzstelle werden außerdem Bo­denproben entnommen, um sicherzuge­hen, dass die Bodenqualität den Ansprü­chen des Baumes genügt.

Auf einer interaktiven Karte kann man verfolgen, wo Pflanzorte entstehen – und welchen Stadtteilen noch Baumspenden fehlen. Die Aktion gibt es bereits seit 2011, und sie wird immer wichtiger für Ham­burg: Durch die Herausforderungen der Klimakatastrophe brennen nicht nur die Regenwälder im Amazonasgebiet, auch den Stadtbäumen hierzulande machen die extremen Temperaturen und Dürre­perioden der zurückliegenden Sommer zu schaffen. Dazu kommen stärkere Stürme und schwerere Niederschläge. Bei „Mein Baum – meine Stadt“ kann jeder spen­den, nicht nur Unternehmer wie Levent: Keine Spende ist zu klein und jede Spende hilft, um die rund 250.000 Stadtbäume und 600.000 Parkbäume in Hamburg zu erhalten.

 

Levante will festgefahrenen Gewohnheiten aufbrechen

 

Viele Unternehmen gießen gerade ei­merweise grüne Farbe über ihr Firmenlogo und nennen das „Corporate Social Respon­sibility“. Levent ist einer von denen, die es ernst meinen. Mit nur einer Handvoll Mit­arbeiter hat Levent in den vergangenen Monaten jeden Handgriff im Umzugsge­schäft überdacht. Er will nicht nur spenden und Bäume pflanzen lassen, sondern fest­gefahrene Gewohnheiten in seiner Branche aufbrechen und aktiv anders machen. Hamburgs erster grüner Umzugsunter­nehmer hat viel herumprobiert: „Wir haben sogar versucht, wiederverwendbare Kar­tons aus Filz zu nähen“, sagt Levent. Ein Schulterzucken, ein breites Grinsen: „Das hat nicht so richtig hingehauen.“

Geklappt hat es aber, auf Schutzfolien aus Plastik zu verzichten, die sonst gern meterweise um Möbel und Bilderrahmen gewickelt werden: Dafür hat Levent mit ei­nem Freund wieder mal die Nähmaschine angeworfen. Entstanden sind Decken aus einem dehnbaren Stoff, der sich immer wieder verwenden lässt und jede Trans­portware zuverlässig schützt, ohne Abfall zu erzeugen und die Umwelt zu belasten. Seine Kartons verleiht Levent an die Kun­den – so oft, wie es geht. Risse und Löcher flickt der Chef persönlich, mit recycle­barem Klebeband.

Auf eine seiner Erfindungen ist Levent besonders stolz: In einer seiner Bastelstun­den hat Levent mal eben das Kartontragen revolutioniert. In einer Art Bauchladen – zwei Bretter, die er sich vor den Bauch schnallt –, werden bei IMoveYou schwere Kisten schneller transportiert. Das schont nicht nur Levents Rücken und die seiner Mitarbeiter, sondern auch den Geldbeutel seiner Kunden: Anders als andere Um­zugsunternehmen berechnet Levent den Preis für seine Aufträge nicht nach Um­zugsvolumen, sondern nach der Zeit, die er und seine Kollegen am Umzugstag brau­chen. „Ich möchte fair sein“, sagt Levent – zu seiner Stadt wie zu ihren Bewohnern.

IMoveYou


Szene-Oktober-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Oktober 2019. Titelthema: Neu in Hamburg. Das Magazin ist seit dem 28. September 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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WohnSZENE – So klappt es mit dem Umzug!

(Sponsored) Neues Jahr, neues Wohnglück! Vor zwei Monaten hieß es für Sarah Ramroth: Umzugskartons aus dem Keller holen und die sieben Sachen packen. Die Bloggerin hatte in Eimsbüttel ihre Traumwohnung gefunden. Mittlerweile ist sie Expertin in Umzugsfragen und verrät uns hier und auf www.wohnfreude.de, woran wir beim Umziehen unbedingt denken sollten…

Die alte Wohnung ist leer, ein neues Wohnglück kann beginnen. Foto: Sarah Ramroth

Hej,

kannst du dich noch an deinen letzten Umzug erinnern? Und bilden sich bei dir, wenn du daran zurückdenkst, eher Schweißperlen auf der Stirn oder verbindest du damit entspannte Erinnerungen? Die meisten Leute reagieren bei dem Thema Umzug genervt und fast jeder hat eine Geschichte davon parat, was alles schief gelaufen ist.

Vor kurzem hieß es auch für mich mal wieder meine Umzugskartons aus dem Keller holen und meine sieben Sachen einpacken. Ich hatte nämlich das große Glück über Freunde meine Traumwohnung in Eimsbüttel ergattert zu haben. Da kommen wir natürlich schon zu dem ersten Punkt, der sich bei der Wohnungssuche als schwierig erweist: überhaupt eine schöne Wohnung finden! Immoscout, Immowelt und Co. sind die ersten Apps, die man sich für die Wohnungssuche auf sein Handy runter lädt. Doch lässt sich dort seine Traumwohnung finden? Und vor allem: angenommen mich haben die Bilder überzeugt- haben sie dann nicht auch zig andere Leute überzeugt? Und lohnt es sich überhaupt zu der Besichtigung zu gehen, wenn von vornherein klar ist, dass es eine Massenbesichtigung ist?

Das sind nur ein paar der Fragen, die sowohl ich mir schon gestellt habe, als auch häufig aus dem Freundeskreis mitbekomme. Sobald man sich aufgerafft hat zu einer Besichtigung zu gehen (hey, man könnte ja schließlich ja schließlich die Auserwählte sein!), geht das Imponieren beim Makler schon los. Wenn ich in der Vergangenheit bei Wohnungsbesichtigungen war, hab ich mich damit immer erst einmal zurückgehalten und mir die Zeit genommen die Wohnung in Ruhe anzuschauen. Was bringt es mir, mich gleich beim Makler aufzudrängen, wenn ich noch gar nicht weiß, ob die Wohnung mir überhaupt zusagt?

Sarahs Tipps für eine erfolgreiche Wohnungssuche:

Mehr praktische Tipps für den Umzug unter www.wohnfreude.de.

 

 Dieser Text ist nur ein Auszug aus Sarahs Beitrag „Neue Wohnung – so klappt es mit dem Umzug!“ . Weiter geht’s bei www.wohnfreude.de, das Hamburger Online-Magazin rund ums Bauen, Wohnen, Finanzieren mit freundlicher Unterstützung der Sparda-Bank Hamburg eG.


Who the fuck is…

Sarah Ramroth gibt auf wohnglueck.hamburg und  @wohnglueckhamburg (Instagram) seit über einem Jahr praktische Einrichtungstipps und verbindet sie mit ihrer Liebe zu Hamburg. Einmal pro Monat berichtet sie über Hamburger Wohnthemen für www.szene-hamburg.com und www.wohnfreude.de.