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Leben retten: Hand aufs Her(t)z

Was „Atemlos durch die Nacht“ und „Stayin’ Alive“ gemeinsam haben? Den geeigneten Rhythmus für die Herzdruckmassage. Ein Besuch beim Herzretter­-Kurs des „Ich kann Leben retten!“ e. V. an der Heinrich­-Hertz­-Schule

Text und Fotos: Basti Müller

 

Wie die Herzdruckmassage richtig funktioniert, wissen nur gut 40 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, obwohl hierzulande Herzversagen zu den häufigsten Todesursachen gehört. Die Initiative „Ich kann Leben retten!“ e. V. will besonders junge Menschen auf Notsituationen vorbereiten, in denen jede Minute zählt.

„Hey, Sie da, mit dem Mantel! Wählen Sie die 112!!“, ruft Julian Tejeda laut in den Klassenraum, „So müsst ihr die Leute ansprechen, dann helfen sie euch.“ Nun sind auch die letzten Schüler der 9c hellwach. Wie bei einem Bühnenstück positioniert sich Tejeda, hauptberuflich Schauspieler, in die Mitte des Stuhlkreises. Er ist einer von sieben Schauspielern im Team der „Ich kann Leben retten!“-Initiative und einer von zwei Kursleitern, die an diesem Morgen an die Winterhuder Stadtteilschule Laienretter ausbilden.

 

„Der einzige Fehler wäre nichts zu tun“

 

„Wer von euch war schon beim Erste-Hilfe-Kurs?“, fragt der 42-Jährige. Eifrig melden sich Niklas und Jacob, beide 14, sie sind Schulsanitäter an der Heinrich-Hertz-Schule. Dort lernt man, ein Pflaster aufzukleben, einen Druckverband richtig anzulegen. „Das ist zum Teil überlebenswichtig“, führt Tejeda fort, „aber heute nicht unser Thema. Es geht um das Gehirn!“

Denn schon nach drei Minuten ohne Sauerstoff trägt das Gehirn dauerhafte Schäden davon, mit jeder weiteren Minute sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent. Ziel der Initiative ist daher, die wesentlichen Schritte zu vermitteln, die einen Menschen bei plötzlichem Herzversagen solange am Leben erhalten, bis der Rettungsdienst übernimmt. Mund-zu-Mund-Beatmung und die perfekte stabile Seitenlage sind veraltete Maßstäbe. Lebensrettung soll einfacher, die Rettungskette effizienter werden.

Mittlerweile löchern die Schüler ihren Kursleiter: „Was mache ich, wenn Menschen einfach weitergehen? Oder ich bei der Herzdruckmassage jemanden verletze?“ Tejeda beruhigt. „Dass bei der Herzdruckmassage Rippen brechen, ist völlig normal. Der einzige Fehler wäre nichts zu tun“, wiederholt der Herzretter in seinem 90-minütigen Kurs knapp ein Dutzend Mal.

 

„Nicht lang schnacken, Kopf in Nacken“

 

Um die Schüler von dieser Tatsache zu überzeugen, erzählt Tejeda die Geschichte von Florian, dessen Zunge durch einen Zusammenstoß beim Fußball in den Rachen rutschte und die Luftröhre versperrte. Als der Rettungsdienst eintraf, hatte der Junge bereits zehn Minuten nach Luft gerungen, weil kein Erwachsener wusste, was zu tun war. „Und das passiert erschreckend häufig“, sagt Tejeda.

Also holt der Kursleiter sein Modell hervor, erklärt, wie man die Atmung überprüft und sie, wie beim Fall von Florian, wiederherstellt. „Nicht lang schnacken, Kopf in Nacken“, schmunzelt er, legt eine Hand unters Kinn der Puppe, die andere oberhalb auf die Stirn und bewegt den Kopf vorsichtig nach hinten. Dadurch flache sich die Zunge ab, der Atemweg öffne sich.

Ist das geschafft, muss der Mensch stabilisiert werden, erklärt er den Kindern. Deshalb bittet Tejeda die Schulsanitäter, die stabile Seitenlage vorzuführen. „Einen Kaktus bilden“, sagt Niklas und positioniert Jacobs Arme in eine U-Form. Dann winkelt er Jacobs Bein an, schiebt die Handfläche unter dessen Wange und dreht ihn auf die Seite. Ihre Mitschüler applaudieren. Beide könnten sich gut vorstellen, dass so ein Kurs halbjährlich in ihrer Schule stattfindet. „Weniger Arbeit für uns“, sagt Niklas scherzend. „Wie er auf die Seite kommt, ist letztendlich egal“, fügt der Kursleiter hinzu, „Hauptsache ist, dass der Mensch nicht an seiner Spucke erstickt.“ Dann kommt der Notruf. „,112 – gebührenfrei‘ – sage ich bei den Vorschulkindern immer“, so Tejeda.

Die Herzretter lehren die Herzdruckmassage bereits ab Klasse 3. Der Verein hat 2019 mehr als 20.000 Hamburger Kinder vom Vorschul- bis zum Jugendalter ausgebildet und plant auch 2020, mehr als 20.000 Schüler zu Herzrettern zu machen. „In Deutschland können jeden Tag 30 Menschenleben gerettet werden, wenn auch Laien wissen, was bei plötzlichem Herz-Kreislauf-Versagen zu tun ist“, sagt Dr. Martin Buchholz, der den Verein 2016 nach einem eigenen Herzinfarkt gründete.

 

„Prüfen, rufen, drücken“

 

Das Paradebeispiel dafür ist Alexander aus Stade, erzählt Tejeda, der vor einigen Jahren seiner Mutter das Leben rettete. Wenige Tage nach dem Herzretter-Kurs in seinem Kindergarten brach seine Mutter zu Hause zusammen. Der Junge legte sie in eine seitliche Lage, überstreckte ihren Kopf und wählte den Notruf. Alexander habe sich nur daran erinnert und das getan, was der Kursleiter ihm gesagt hatte.

„Prüfen, rufen, drücken“, predigt Tejeda, bevor sich die Schüler zu zweit an der Herzdruckmassage und dem automatisierten externen Defibrillator (AED) versuchen. Er macht es vor, legt Handflächen auf das Brustbein und beginnt im Takt eines Bee-Gees-Hits zu pumpen. „Wir drücken 120-mal pro Minute, fünf bis sechs Zentimeter tief. Ha, ha, ha, ha, stayin’ alive.“

„Das ist ganz schön anstrengend!“, sagt die 14-jährige Assetou, als sie zu üben beginnt. Durch den Kurs fühle sich die Schülerin sicherer. „Ich glaube, dass es gar nicht so schwer ist, so unter Druck zu handeln.“ Auch Amelie, 14, würde sich nun mehr zutrauen. „Die Herzdruckmassage würde ich auf jeden Fall auch versuchen.“ Und um genau das geht es bei den Herzrettern: Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einfaches lebensrettendes Notfallwissen zu vermitteln, sie zu ermutigen das Herz in die Hand zu nehmen.

Tejeda ist zufrieden. Zur Weihnachtszeit gab der 42-Jährige knapp 30 Kurse in Hamburg. „Es ist immer anders und die Kinder haben sehr engagiert reagiert“, sagt der Kursleiter und verteilt abschließend einen Herzretter-Pass an jeden seiner frisch ausgebildeten Laienretter.

iklr.de


Szene_Hamburg_Februar_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Januar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Helge Schneider: „Ich lungere so rum“

Der Entertainer kommt für zwei Abende in den Stadtpark. Ein Sommergespräch über Gesundheitsschwimmen, Pommes und Pfefferminztee

Interview: Erik Brandt-Höge
Foto: Helge Schneider

 

SZENE HAMBURG: Helge, wie verbringst du warme Sommertage am liebsten?

Helge Schneider: Ich gehe manchmal schwim­men. Morgens, wenn die noch nicht alle da sind.

Richtig mit Bahnenziehen und so?

Nee, mehr oder weniger Gesund­heitsschwimmen.

Was meinst du mit Gesundheits­schwimmen?

Wassertreten zum Beispiel. Ich gehe auch ins Solebad. Dann ins kalte Wasser­becken und dann mit den Füßen auf so Kieselsteine. Danach wieder ins Wasser­ becken. Oh, und danach schwimme
ich dann tatsächlich eine Bahn und tue dabei so, als wäre ich ein Wahnsinns­schwimmer.

Wie machst du das?

Ich schwimme unter Wasser. Zwei Züge. Das reicht, um klarzustellen, wie gut ich bin.

Und danach Pommes?

Kann im Moment keine Pommes essen.

Wieso nicht?

Weil ich die nicht mag. Die Pommes, die mittlerweile angeboten werden, sind oft richtig scheiße. Die kommen aus der Tiefkühltruhe. Für schöne Pommes muss man erst mal einen schönen Pommeswagen finden.

 

 

Was machst du sonst noch so, wenn das Sommerwetter gut ist?

Ich habe zu Hause so ein Fass mit kaltem Wasser. Da gehe ich rein. Einmal untertauchen: erfrischt! Manchmal tue ich auch Eiswürfel rein.

Hast du ein Lieblingssommergetränk?

Pfefferminztee.

Pfefferminztee?

Mach ich immer im Sommer, heißen Tee trinken. Als Kind habe ich das von den Tuaregs übernommen. Ich werde auch oft mit Pullover und Jacke gesehen, auch bei 35 Grad.

Was gibt’s zu essen bei solchen Tempe­raturen? Paar Möhrchen mit Dip?

Honigmelone. Und Brötchen mit Käse. Und Hühnerbeinchen aus dem Ofen. Oder mal Chili con Carne. Was auch lecker ist: Fischstäbchen mit Kar­toffelbrei und Spinat.

Und nach dem Essen auf die Garten­liege?

In die Hängematte. Manchmal auch arbeiten. Zum Beispiel komponieren.

Trittst du auch gerne auf, wenn es so warm ist?

Ja, das macht mir sehr viel Spaß, ist allerdings eine ganz andere Geschichte, als im Winter in Hallen zu gehen. Auch weil draußen alles anders klingt.

Irgendwelche Routinen vor den Open­-Air­-Auftritten? Vielleicht sogar eine Runde Schwimmen?

Nee. Ich mache vorher eigentlich gar nichts. Ich lungere so rum. Nur die Bühne bereite ich vor. Falls es mal regnet, spanne ich zum Beispiel einen Sonnenschirm übers Klavier.

 

„Ich mache, was ich will“

 

Kennst du Nervosität vor Shows?

Nö. Ich freu mich immer, wenn ich auftrete. Gibt Leute, die haben Lampenfieber. Ich kenne das nicht.

Im Stadtpark spielst du bestimmt auch Songs vom neuen „Partypeople“­-Album, über das du kürzlich sagtest: „Ich selbst bürge für die Qualität.“

Aber selbstverständlich.

Wann ist denn ein Album für dich qua­litativ hochwertig?

Wenn es ohne Kompromisse gestaltet ist, innen und außen. Und wenn es per­sönlich ist. Mein Album ist zum Beispiel sehr persönlich. Ich mache ja auch alles im Einmann­-Betrieb. Ich mache, was ich will, und das merkt man dem Endprodukt auch an.

Und wann ist ein Konzert nach deinem Empfinden tipptopp gelungen?

Wenn der Sound gut war und alle glücklich und zufrieden nach Hause gehen.

 

 

Belohnst du dich dann mit irgendetwas? Vielleicht mit einem Cocktail mit Schirmchen im Schatten?

Ich trinke im Moment gar keinen Alkohol.

Cocktail geht ja auch ohne.

Fruchtcocktail?

Genau.

Nee.

Irgendeine andere Belohnung?

Manchmal ein Gläschen Rotwein mit meiner Band. Kann man mal machen. Und ein wunderschöner Schlaf.

Freilichtbühne im Stadtpark, Helge Schneider, 31.8.+1.9.19, 19 Uhr, Saarlandstraße 71 (Winterhude)


Szene-Hamburg-August-2019-TitelDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, August 2019. Titelthema: Wie sozial ist Hamburg? Das Magazin ist seit dem 27. Juli 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Top 10 – Hier gibt’s Hamburgs beste Franzbrötchen

Das Glück besteht aus Zimt, Zucker, Plunderteig und hört auf den Namen Franzbrötchen. Frisch und noch warm aus dem Ofen haben wir es am liebsten: Hier bekommt ihr die besten Franzbrötchen der Stadt

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung, zuletzt aktualisiert 6/2019
Beitragsfoto: Sabrina Pohlmann

 

1) Altes Mädchen

Ein Braugasthaus muss gutes Bier verkaufen – Ehrensache. Aber Franzbrötchen? Immer wieder sonntags könnt ihr euch im Alten Mädchen selbst von beidem überzeugen. Denn beim Frühschoppen landen hier die heißen Anwärter auf den Titel „Hamburgs bestes Franzbrötchen“ frisch aus der hauseigenen Backstube auf euren Tellern.

Altes Mädchen: Lagerstraße 28b (Sternschanze)

 

 

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2) Bäckerei Braaker Mühle

Bei der Bäckerei Braaker Mühle werden Franzbrötchen-Puristen und Schokoliebhaber gleichermaßen glücklich: In dem knusprigen wie matschigen Plunder verbirgt sich je nach Wahl entweder die Geschmacksklassiker-Kombi aus Zimt und Zucker oder eine süße Versuchung aus bestem Kakao. Wir nehmen natürlich einfach beide!

Bäckerei Braaker Mühle: Barmbeker Straße 48 (Winterhude)


3) Bäckerei Körner

Es heißt, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Zum Glück braucht man das bei der Bäckerei Körner auch gar nicht, denn die dortige Franzbrötchen- Fangemeinde ist ziemlich groß und sich vor allem einig: Was hier als perfekte Fusion von butterigem, lockerem Teig und saftiger Füllung aus der Backstube kommt, ist absolute Spitzenklasse.

Bäckerei Körner: Blankeneser Landstraße 13 (Blankenese)


4) Berkenthiner Dorfbackstube

Auf den Wochenmärkten gibt es einige Delikatessen zu entdecken. Auf dem Goldbekmarkt sind das vor allem die fantastischen Franzbrötchen am Stand der Berkenthiner Dorfbackstube, besser bekannt als „Jürgen“. Die werden zwar – wir konnten es kaum glauben – in Lübeck hergestellt, können den guten Stücken aus Hamburg aber auf jeden Fall das Wasser reichen.

Berkenthiner Dorfbackstube: Wochenmarkt am Goldbekufer (Winterhude)


5) Café Luise

Im Café Luise wird noch wie zu Omas Zeiten gebacken: liebevoll per Hand und mit besten Zutaten. Kein Wunder, dass die Franzbrötchen dort nicht einfach nur gut sind, sondern sogar preisgekrönt! Hochwertige Butter bildet im saftigen Plunderteig die perfekte Harmonie mit Zimt und Zucker.

Café Luise: Erdkampsweg 12 (Fuhlsbüttel)

 

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6) Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei

Das Alstertal ist besonders im Frühling einen Besuch wert, Franzbrötchen-Fans reisen aber auch ganzjährig nach Poppenbüttel. Weil es dort – so sagt man – die besten der Stadt bei Reinhardt gibt. Dort könnt ihr in gemütlicher Atmosphäre den ganzen Tag frühstücken und es euch auf der Terrasse oder vor dem Kamin gut gehen lassen.

Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei: Poppenbüttler Hauptstraße 37 (Poppenbüttel)


7) Die Kleine Konditorei

Nachhaltigkeit kann so gut schmecken! In der Kleinen Konditorei legt man nicht nur Wert auf die Qualität der Backwaren, sondern auch auf den schonenden Umgang mit der Umwelt. Die Franzbrötchen sind so schon ein Traum, ein gutes, grünes Gewissen lässt sie jedoch gleich noch besser munden. Dass dafür Menschen sonntags Schlange stehen, überrascht uns nicht wirklich.

Die Kleine Konditorei: Lutterothstraße 9–11 (Eimsbüttel)


8) Elbgold

Dass es bei Elbgold fantastischen Kaffee gibt, ist hinlänglich bekannt – die sagenhaften Franzbrötchen hingegen: Bis jetzt ein echter Geheimtipp! Fluffiger Teig trifft hier auf Zimt, Zucker und Butter und ergibt genau die richtige Konsistenz zwischen knusprig-karamellig und sabschig.

Elbgold: Lagerstraße 34c (Sternschanze)

 

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9) Ihr Finkenwerder Bäcker

Wen es mal auf eine Fahrradtour ins Alte Land verschlägt, sollte auf jeden Fall beim Finkenwerder Bäcker vorbeischauen. Zu nachtschlafender Zeit backt Besitzer Jan dort schön saftige Franzbrötchen sowie seine Eigenkreation, den Flensburger. Das ist ein weniger süßes Franzbrötchen mit Rosinen und Schmalz im Teig. Lecker!

Ihr Finkenwerder Bäcker: Steendiek 13 (Finkenwerder)


10) Ludwig Daube

Daube blickt mittlerweile auf 130 Jahre Erfahrung im Backen von Franzbrötchen zurück – und diese Erfahrung schmeckt man: Mit genau dem richtigen Verhältnis aus Teig und Füllung sowie Zucker und Zimt kommen hier täglich echte Qualitätsbackwaren aus dem Ofen, so wie sie vielleicht sogar schon Oma genossen hat.

Ludwig Daube: Hamburger Straße 206 (Barmbek-Süd)


Ab dem 3.4.2019 im Handel: Der neue SZENE Hamburg GastroguideDer Gastro-Guide SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN ist seit April 2019 für 9,90 Euro im Handel und zeitlos im Online-Shop erhältlich!


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Top 10 – Mittagstisch: So wird eure Pause zum Genuss

Einen besonders guten Mittagstisch findet ihr an diesen zehn Orten – denn gutes Essen in tollem Ambiente sorgt für eine schöne Pause und hebt die Laune immer, versprochen!

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung – zuletzt aktualisiert 6/2019

/ Foto (o.): Caroline Attwood via Unsplash

 

1) Andronaco – Tolle Gerichte ohne viel Schnickschnack

Der Italiengroßhandel ist schon lange kein Geheimtipp mehr: Nach dem Einkauf von Nudeln, Pesto und Primitivo lässt es sich vorzüglich und günstig speisen. Das Angebot reicht von Antipasti und Pizza über Penne all’arrabbiata und Lasagne bis zu Gamberoni auf Rucola oder Pulpo vom Grill. Alles schmeckt „come in Italia“! Der sympathische Großhändler zaubert auf die Schnelle und ohne viel Schnickschnack tolle Gerichte auf die Teller. Anschließend muss noch ein schneller Espresso und ein süßes Tiramisu drin sein – che buono!

Andronaco: Am Sandtorkai 44 (HafenCity)


2) Brook – Saisonale Produkte modern verarbeitet

Das Brook ist nicht nur abends eine sichere Empfehlung, die moderne und frische Bistroküche ist auch als Mittagstisch eine gute Wahl für Feinschmecker. Am Rande der Speicherstadt liegt das kleine Restaurant von Berit Schablinski und ihrem Mann. Die setzen strategisch auf marktfrische und saisonale Produkte auf dem Teller – mit einem modernen Twist. Das Mittagsangebot gibt es von 12 bis 15 Uhr. Man hat die Wahl zwischen einem Tagesgericht (um die 10 Euro) und dem tagesaktuellen Mittagsmenü (etwa 18 Euro).

Brook: Bei den Mühlen 91 (Altstadt)

 

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3) Café Paris Atelier – Für Feinschmecker

Eine ganz feine Adresse und zudem recht unbekannt ist die Kantine des Café Paris: Links neben dem Café Paris befindet sich der konspirative Eingang zum Atelier. Freitags zwischen 12 und 16 Uhr gibt es gegen Vorlage einer Essensmarke ein gutes Angebot (zwischen zwei Gängen darf gewählt werden, alkoholfreie Getränke sind inklusive). Die Essensmarken (für 16,50 Euro) gibt es unter anderem im Netz auf der Seite des Café Paris.

Café Paris – Atelier: Rathausstraße 4 (City)


4) Literaturhauscafé – Entspannt und kultiviert

Im schönen Ambiente des Literaturhauses lässt sich die Mittagspause entspannt, günstig und kultiviert verbringen. Hier werden Vegetarier wie Fleischverliebte fündig, daneben gehört zu jedem Hauptgericht eine tagesfrische Suppe. Der Mittagstisch wechselt wöchentlich und kostet zwischen 9 und 15 Euro (inklusive Suppe). Das Angebot gilt von Dienstag bis Samstag von 12 bis 16 Uhr.

Literaturhauscafé: Schwanenweiß 38 (Uhlenhorst)


5) Peacetanbul – Sympathisch und mit Kreativluft

Das Peacetanbul ist mittags eine sympathische Adresse für alle, die auf Kampnagel ein wenig Kreativluft schnuppern wollen. An den Tischen sitzen nicht selten die Regisseure und Dramaturgen mit den Kampnagel-Intendanten. Das nette Serviceteam serviert das Mittagessen zwischen 12 und 15 Uhr, zum Verdauen lohnt anschließend ein Spaziergang am Osterbekkanal.

Peacetanbul: Jarresstraße 20 (Winterhude)

 

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6) Lux Kantine – Günstige Suppen und Salate

Die Lux Kantine im Rathaus Altona hat viele treue Fans, und das aus vielen Gründen.Von Frühstück über Mittag kann man hier aus einem abwechslungsreichen Speisenangebot wählen. Externe zahlen 80 Cent Aufpreis. Neben drei Menüs gibt es sehr günstige Suppen und knackigen Salat zur Auswahl. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 11.15 bis 13.45 Uhr.

Lux Kantine: Platz der Republik 1 (Altona-Altstadt)


7) Kantine der Stadtreinigung – Ehrliche Kost im überraschenden Ambiente

Es klingt überraschend, aber die Stadtreinigung konnte einen Koch gewinnen, der zuvor im Marriott Hotel am Herd stand. Auf den Tisch kommt ehrliches, frisches Essen in ordentlicher Portionsgröße. Neben Männern in orangener Kluft speisen hier die Mitarbeiter der Verwaltung. Das Essen bewegt sich zwischen 4 und 6 Euro. Externe zahlen 5 bis 8 Euro.

Kantine der Stadtreinigung: Bullerdeich 21 (Hammerbrook)


8) Mensa der HFBK – Hier findet jeder etwas

Nicht nur für Kunststudenten eignet sich das international inspirierte Gourmet-Mittagsangebot, das in der Kantine der Hochschule für bildende Künste serviert wird. Zwischen 12 und 15 Uhr gibt es täglich wechselnde Gerichte mit und ohne Fleisch, auch vegan – und vor allem mit spürbarer Liebe zubereitet. Der Kiosk hält zudem Rettungsbrotstullen, Kuchen und frischen Saft bereit. Alles ohne Fertigprodukte und Geschmacksverstärker.

Mensa der HFBK: Lerchenfeld 2 (Uhlenhorst)

 

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9) Henriks – James Bond lässt grüßen

Das Henriks ist ein bisschen wie ein Restaurant aus einem James-Bond-Film: glamourös und extravagant. Der Besuch lohnt sich aber nicht nur wegen der Szenerie, sondern weil Küchenchef Claas-Henrik Anklam unverschämt gut kocht. Mittags können sich das auch Normalsterbliche leisten (zwischen 13,90 und 17,90 Euro). Zugleich ist das Henriks eine gute Adresse, um wertvolle Geschäftskontakte zu knüpfen.

Henriks: Tesdorpfstraße 8 (Rotherbaum)


10) Kantine im Schauspielhaus – Mittagspause mit Theater-Flair

Im Kellersaal des Schauspielhauses gibt es montags bis freitags einen abwechslunsgreichen Mittagstisch „für hungrige Bürotiger, Shopper oder Touristen“. Schauspieler und Mitarbeiter wird man hier nicht treffen, trotzdem spürt man das Flair des renommierten Schauspielhauses. Das Angebot wechselt wöchentlich und hält solide Kost wie Kohlrouladen oder Gnocchi mit Kräutersauce bereit.

Kantine im Schauspielhaus: Kirchenallee 39 (Mitte)


SZENE-HAMBURG-Essen+Trinken-To-GoDiese Topliste stammt aus dem Gastro Guide: Essen + Trinken to go, 2018/2019 – der Guide ist zeitlos in unserem Online Shop erhältlich!


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SZENE HAMBURG Oktober 2018 – Eppenhude

„Overdressed and under­fucked“ – so der Ruf der Eppendorfer. Und der Winterhuder. Letzteres nicht belegbar, ­Ersteres oft sichtbar. Zwei Stadtteile, die polarisieren, weil sie vermeintlich als elitär gelten mit ihren Designerläden und den, für viele unbezahlbare Traumwohnungen mit Stuck und Stäbchenparkett.

Dass das nicht ganz von der Hand zu weisen ist, zeigt unser Faktencheck. Der belegt, die Eppendorfer verdienen durchschnittlich 49,6 Prozent und die Winterhuder 31,5 Prozent mehr als das restliche Hamburg. Aber das ist natürlich nur die eine Seite.

Wir haben gegraben und hinter all dem Glamour Geschichten und Menschen entdeckt, die dieses Klischee nicht bedienen. Ganz im Gegenteil. Im beschaulichen Winterhude trifft sich die rechtsradikale Burschenschaft Germania. Zwischen gutbürgerlichen Vorgärten werden die Kappen aufgesetzt und das Banner „Der Fels in der Brandung“ gehisst. Warum die Verbindung so gefährlich ist, erklärt unserer Autorin ab Seite 40.

„Wirr ist das Volk“ – so drückt es Achim Wittrin aus, verewigt mit seiner kleinen Letternpresse auf Beuteln und Plakaten. Für seine handgedruckten Hochzeitskarten kommen die Leute von überall her in die Ludolfstraße. Kunst gibt es auch im Foyer vom UKE, das dort die Anmutung eines Well­nesshotels versprüht. Doch das ist nur der Ausgangspunkt von dem es über lange Gänge zu jeder erdenklichen Krankheit geht. Mit rund 11.000 Mitarbeitern ein gigantisches und mit das modernste Klinikum Europas. Wir haben dort ein bisschen Zeit verbracht und uns umgesehen.

Nicht weit von der „Stadt in der Stadt“, kurz hinter der Stadtteilgrenze zu Winterhude, geht es fröhlicher zu. Mit Humor, der auch manchmal unter der Tür durchpasst, bringt die Komödie Winterhude reine Unterhaltungs-Stücke auf die Bühne, demnächst eines mit Jochen Busse und Hugo Egon Balder. Warum Boulevard­theater gut- und nicht wehtut, hat uns die Leiterin Britta Duah ­erzählt.

“L.O.G.G.” – Leider ohne Geld geboren

Humor braucht es auch, wenn es mal wieder in Anspielung auf das H&M Logo „L.O.G.G.“ über den Eppen­dorfer Schulhof schallt: Leider ohne Geld geboren. Humor haben wir. Und spätes­tens im Kanu auf einem der wunderschönen Kanäle, die sich durch Eppenhude ziehen, sind wir wieder versöhnt. Denn das sich die beiden Stadtteile nicht ­darauf reduzieren lassen, zeigen die Geschichten unseres Titelthemas.

Text: Hedda Bültmann, Redaktionsleitung SZENE HAMBURG
Beitragsbild: Max Pixel 


Foto: Sophia Herzog

Hedda Bültmann, unsere Redaktionsleiterin, hat den Kopf voller Ideen und seit Mai 2018 bei der SZENE HAMBURG das Ruder in der Hand. Vielleicht ist euch schon die ein oder andere Veränderung im Magazin aufgefallen? Die ist dem Spirit von Hedda zu verdanken. Lust auf Austausch? Ihr erreicht sie unter hedda.bueltmann@vkfmi.de


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2018. Das Magazin ist seit dem 29. September 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Pizza Social Club – Mehr als ein Klassiker

Pizza Social Club – Nicht nur die Karte ist auf das Wesentliche reduziert, auch die Pizzen – und das macht sie so richtig gut.

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Dieser Artikel stammt aus der SZENE HAMBURG 9/18. Hier können Sie die gesamte Ausgabe lesen.

Es hat sich herumgesprochen: Der Pizza Social Club in Winterhude zieht Teigverliebte an wie ein Magnet. Mit dem Erfolg hat man ganz offensichtlich nicht gerechnet, denn die Stühle im Außenbereich sind provisorisch angeordnet und der Geräuschkulisse im Innern wird das Team auch mit dem hauseigenen DJ-Set nicht so recht Herr. Doch daraus machen weder der charmante Inhaber Sönke Becker einen Hehl, noch sein Servicepersonal: „Ja, da haben wir uns verschätzt. Aber das wird besser!“ Chapeau! Freundlich, ehrlich, charmant – jetzt muss nur noch die Pizza schmecken. Vielmehr gibt es hier auch nicht zur Auswahl, der ehemalige Ex-Banker hat sich auf den italienischen Klassiker eingeschossen. „Pizza Red“ und „Pizza White“ teilen sich ihren Platz auf der Karte mit fünf Vorspeisen, zwei Salaten und ebenso vielen Desserts.

Sönke Becker vom Pizza Social Club in Hamburg Winterhude. Foto: Jörg M. Krause

Sönke Becker leitet den Pizza Social Club mit viel Charme

Als Starter gibt es Bruschetta mit Pesto und Bufala Pancetta (beides 5 Euro) – bodenständige Brotkunst, aber nicht weltbewegend. Zudem steht Burrata (Frischkäse) auf der Karte – mit und ohne Trüffel. Überhaupt scheint Sönke Becker im Pizza Social Club einen kleinen Trüffelfetisch auszuleben. Deshalb fällt die Wahl auf die „Pizza White Truffle“ (18 Euro). Selbstverständlich mit dem obligatorischen Sonderwunsch: Karamellisierte Zwiebeln. No problemo! Allerdings braucht die Pizza ziemlich lange bis sie serviert wird. Nach 20 Minuten und einer Nachfrage bringt Sönke einen Teller mit hübsch drapiertem Prosciutto for free – als Entschuldigung. Und dann kommt ganz bald die Pizza.

Der Pizza Social Club in Winterhude (Foto: Jörg M. Krause)

Läuft: Der Pizza Social Club in Winterhude (Foto: Jörg M. Krause)

Niemand könnte hier irgendjemandem böse sein. Das Beste aber ist der Geschmack. Auf gut deutsch gesagt: Aaaaalter! Unfassbar lecker. Dafür bleibt sogar die andere Bestellung, eine leckere Salamipizza (11 Euro), auf der Strecke. Ob’s am hausgemachten Sauerteig liegt, der zwei Tage ruhen darf oder an der Liebe zum Business, die der Inhaber bekundet – wer weiß. Am Bier liegt es auf jeden Fall nicht, die Auswahl ist nämlich arg verbesserungswürdig. Das herbste auf der Karte, das Angelo Poretti Pale Ale (0,4 l für 5,50 Euro), ist zu süß und kann keinen Kontrast zum Essen aufbauen. Aber was wir wissen: Hamburg hat jetzt endlich eine Pizzeria, die sich aufs Wesentliche reduziert. Und das mit ganz viel Know-how – und genauso viel Menschlichkeit.

Pizza Social Club, Mühlenkamp 29 (Winterhude); www.pizzasocialclub.de

Text: Jenny V. Wirschky
Beitragsfoto: Jörg M. Krause


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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