Beiträge

Zeise Open Air: „Nordsee ist Mordsee“

Bald 50 Jahre alt, gehört das Coming of Age-Drama „Nordsee ist Mordsee“ auch heute noch zu den beliebtesten Hamburg-Filmen überhaupt – denn Regisseur Hark Bohm gelang es, die von vorenthaltener Liebe geprägten Lebensverhältnisse der Arbeiterkinder der Nachkriegsjahre glaubhaft zu portraitieren. Die moderne Abenteuer-Geschichte aus Wilhelmsburg wird bei der diesjährigen Open Air-Kino Saison des Zeises im Innenhof des Altonaer Rathauses gezeigt – in Anwesenheit des Regisseurs.

Text: Kevin Goonewardena

 

Der 14-jährige Uwe (gespielt von Bohms späterem Adoptivsohn Uwe Enkelmann) wächst mit seiner Familie in prekären Verhältnissen in einer Hochhaussiedlung in Wilhelmsburg der 1970er Jahre auf. Der Vater trinkt, schlägt ihn und auch die Mutter. 

Als Anführer einer Jugendbande lässt Uwe seinen Frust außerhalb der Familie an anderen ab, Dschingis, ein asiatischer Junge, ist eines der Opfer der Halbstarken. Eines Tages beobachtet Uwe Dschingis dabei, wie dieser ein Floß baut; gleichzeitig fängt Uwes Gang an ihm wegen einbehaltener Beute aus einem geknackten Spielautomaten zu misstrauen. Nach der erneuten Misshandlung durch seinen Vater (in dessen Rolle Bohms Bruder schlüpfte), beschließen Uwe und Dschingis mit dem Floß abzuhauen. Ihre abenteuerliche Reise soll sie bis auf die Elbe führen …

 

Filmisches Denkmal

 

Mit seiner modernen Tom Sawyer und Huckleberry Finn-Geschichte schuf Bohm eine glaubhafte Erzählung der Lebenswirklichkeit ohne Liebe heranwachsender Nachkriegs-Arbeiterkinder, wie Kritiker:innen befanden. 

Der emeritierte Professor für Film und Mitbegründer des Hamburger Filmfests Hark Bohm setzte mit seinem Werk insbesondere dem Stadtteil Wilhelmsburg ein filmisches Denkmal, lange bevor Fatih Akin die Elbinsel durch seinen Film „Soul Kitchen“  von 2009 weit über Hamburg hinaus bekannt machte. 

Mit Akin wiederum hatte Bohm seine letzten Erfolge – zusammen schrieben sie die Drehbücher zur Kino-Adaption des Buches „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf und dem Golden Globe-prämierten „Aus dem Nichts“, für das Hark Bohm auch den Deutschen Filmpreis gewann.

 

 

Viele Drehorte von „Nordsee ist Mordsee“ sind auch heute noch besuchbar – größtenteils wurde der Film im Wilhelmsburger Bahnhofsviertel, rund um die die S-Bahn-Station und das Luna-Einkaufszentrum gedreht. Uwes Familie wohnt im Film beispielsweise in einer Wohnung in der Neuenfelder Straße 86, die Kneipe in der Uwes Mutter im Film arbeitet, befand sich in der Ladenzeile in der heute unter anderem eine Filiale der Kette Schweinske angesiedelt ist.

„Nordsee ist Mordsee“ bildet den filmischen Auftakt der diesjährigen Veranstaltungsreihe im Rahmen des Kultursommers, die neben Filmen (u.a. auch den diesjährigen Oscar-Gewinner „Nomadsland“, „Der Rausch“, die Klassiker „Der Hauptmann von Köpenick“ und Fatih Akins-Durchbruchfilm „Gegen die Wand“ oder die Kult-Mockumentary „Fraktus – Der Film“), Lesungen (u.a. der Bestseller-Autor:innen Kübra Gümüsay und Johann Scheerer, sowie Benjamin Maack und die Vorstellung der Biografie Dieter Kosslick, der über  20 Jahre die Fäden der Berlinale zog), Poetry Slams und Konzerte beinhaltet. 

 

Von Allem etwas

 

Vor allem Film-Fans kommen erwartungsgemäß auf ihre Kosten: Neben Sneak-Previews, sind bei vielen Vorführungen Gäste anwesend, andere Filme feiern im Rahmen des Programms ihre Hamburg-Premiere – etwa „Fabian – oder der Gang vor die Hunde“, eine Adaption des Klassikers von Erich Kästner mit Tom Schilling in der Hauptrolle. Auch „Alles ist eins. Ausser der 0“ des ehemaligen Managers der Band Einstürzende Neubauten, Gesellschafter des ersten Punk-Plattenladens Rip Off (heute Ruff Trade in der Feldstraße), Gründer des Freibank Musikverlags und einer gemeinsamen Filmproduktionsfirma mit Fatih Akin, Klaus Maeck, gibt’s im Zeise Open Air zuerst zu sehen. 

Die Doku „Bis die Gestapo kam – das Chinesenviertel auf St. Pauli“ behandelt hingegen eines der dunkelsten Kapitel der NS-Zeit der Hansestadt: Die Auflösung des Chinesenviertels auf St. Pauli durch die Gestapo, welche mit Inhaftierung, Enteignung und dem Tod einiger chinesischer Mitbürger:innen handelte. Unter den Gefangenen war damals auch Chong Tun Lam, der Gründer des 1934 eröffneten Hotels HongKong auf dem Hamburger Berg. Das ehemalige Chinesenviertel ist auch Standort der zuletzt verlegten und des insgesamt 6000. Stolpersteins, mit denen dort an 13 durch die Nazis ermordete chinesische Mitbürger:innen erinnert wird.

zeise.de


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

 

Zeise Open Air: Kino unter freiem Himmel

Der lauschige Innenhof des Altonaer Rathauses verwandelt sich in diesem Jahr endlich wieder in ein einzigartiges, sommerliches Freilichtkino. Gezeigt werden Arthouse-Filme, Sneak Previews und Oscar-Gewinner

Text: Marco Arellano Gomes

 

Das exquisite tägliche Filmprogramm beim diesjährigen Zeise Open Air, welches vom 1. Juli bis 19. September läuft, bietet nicht nur grandiose Premieren, sondern auch namhafte Gäste und tut sich in diesem Jahr nicht nur mit dem Hamburger „Kultursommer“ (15. Juli bis 16. August), sondern auch mit der Altonale zusammen.

Es gibt jede Menge Gäste – unter anderem den jahrelangen Berlinale-Leiter Dieter Kosslick, Beatles-Expertin Stefanie Hempel mit zwei Konzerten, aber auch die Deutschlandpremiere von der Doku „Together Free“ (3. Juli, 21.30 Uhr), die zwei Hamburgerinnen zeigt, die mit einem Rucksack und einer Kamera ausgestattet das atemberaubende Himalaya-Gebirge erklimmen.

 

 

Zudem kann das Zeise Open Air mit der Hamburg-Premiere des Films „Bad Luck Banging or Loony Porn“ (Goldener Bär auf der Berlinale 2021) aufwarten. Mit dabei: Hauptdarstellerin Katia Pascariu. Die Plätze sind um etwa 50 Prozent reduziert. Also: schnell sein und Tickets sichern.

 

zeise.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Juni 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Das Leben ist ein Wunschkino!

Die Zeise Kinos erwachen als erstes Hamburger Programmkino aus dem Corona-Lockdown und starten das „Wunschkino“. Auch das Freiluftkino ist in Planung.

Text: Isabel Rauhut

 

Ein Kinosaal, ganz für sich alleine? Das geht: Die Zeise Kinos bieten ab Freitag, 28. Mai, das „Wunschkino“ an! Dann kann einer der Kinosäle angemietet, aus einem Angebot von 161 Filmen gewählt und alleine oder als Gruppe mit maximal 50 Personen auf der 60 Quadratmeter großen Leinwand das Kinoerlebnis gefeiert werden. Wie wäre es mit Thomas Vinterbergs „Der Rausch“? Oder dem Oscar-prämierten „Nomadland“? Das ganze Filmangebot und die geltenden Hygienemaßnahmen gibt’s hier.

Während des Lockdowns hat das Zeise eine neue Tonanlage in den Sälen eingebaut – es gibt also besten Dolby 7.1.-Sound in der neuesten Generation.

Kindervorstellungen starten ab 70 Euro für bis zu zehn Personen und Erwachsenenvorstellungen bei 150 Euro für bis zu 15 Personen. Wer sich nach dem Kinoerlebnis sehnt, schreibt eine Mail mit Wunschfilm, Datum, Uhrzeit und Personenanzahl an info@zeise.de.

 

Indoor- und Outdoor-Kinobetrieb

 

Ab spätestens 1. Juli soll auch der reguläre Indoor-Kinobetrieb starten – mit drei Oscar-Filmen: „Nomadland“ (Start: 1.7.), „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ (Start: 8.7.) und „Der Rausch“ (Start: 22.7.). Außerdem haben die Planungen für das Zeise Open Air 2021 begonnen – ebenfalls ab dem 1. Juli soll das Freiluftkino im Innenhof des Altonaer Rathaus wieder möglich sein.

zeise.de


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Klein aber (sehr) fein: Filmfest Hamburg startet

Vom 24. September bis zum 3. Oktober findet das Filmfest Hamburg statt. Einiges ist anders, doch im Mittelpunkt stehen, wie immer, die Filme. Highlights: der Eröffnungsfilm „Enfant Terrible“ über das Leben von Regielegende Rainer Werner Fassbinder sowie „Cortex“, das Regiedebüt von Schauspielstar Moritz Bleibtreu

Text: Marco Arellano Gomes

 

Nicht weniger als einen „Kino-Rausch“ kündigt das Filmfest Hamburg für dieses Jahr an. „Klein, aber (sehr) fein“ soll das werden, gab Filmfest Hamburg-Leiter Albert Wiederspiel bereits im Juni zum Besten, wenn auch „der aktuellen Situation angepasst“. Damals war noch unklar, ob es in diesem Jahr überhaupt ein Filmfest geben wird. Andere Festivals mussten komplett in digitale Sphären ausweichen, andere wurden verschoben oder gar abgesagt.

Das Filmfest Hamburg findet statt. Vom 24. September bis zum 3. Oktober wird es eine der Situation angepasste 28. Ausgabe des Festivals geben – mit Kinovorführungen in den üblichen Lichtspielhäusern, Abaton, Cinemaxx Dammtor, Passage, Metropolis und Studio Kino, einem digitalen Film- und Rahmenprogramm und bis zu 70 hochkarätigen Filmen. Da das Platzkontingent begrenzt ist, werden zusätzliche Streaming-Tickets angeboten. „Streamfest Hamburg“ wird die digitale Option genannt.

Eröffnungsfilm am 24.9. ist „Enfant Terrible“. Der Film von Oskar Roehler zeichnet episodenhaft das Leben des deutschen Ausnahmeregisseurs Rainer Werner Fassbinder (gespielt von Oliver Masucci) nach, der im Mai dieses Jahres 75 Jahre alt geworden wäre. Ursprünglich hätte „Enfant Terrible“ bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes laufen sollen, die aber Corona-bedingt abgesagt wurden. Fassbinder steht, wie kaum ein anderer, für den Neuen Deutschen Film, eine Bewegung, die sich gegen das kommerzielle Kino der unmittelbaren Nachkriegszeit wandte. Bundesweit kommt der Film am 1. Oktober in die Kinos.

 

Seht hier den Trailer zu „Enfant Terrible“:

 

Ein weiterer Höhepunkt ist die erste Regiearbeit von Moritz Bleibtreu: „Cortex“. Der in Hamburg-St. Georg aufgewachsene Schauspieler hat auch das Drehbuch verfasst, den Film produziert und spielt darüber hinaus die Hauptrolle. In dem Streifen spielt er Hagen, den unkontrollierte Schlafphasen plagen, und der zwischen Traum und Realität zunehmend nicht mehr unterscheiden kann. Darunter leidet auch die Beziehung zu seiner Frau Karoline (Nadja Uhl). Als diese einen Seitensprung mit dem Kleinkriminellen Niko (Jannis Niewöhner) eingeht, kommt eine verstörende Verkettung der Geschehnisse in Gang.

 

Seht hier den Trailer zu „Cortex“:

 

Der diesjährige Abschlussfilm ist „Nomadland“ von Chloé Zhao mit Frances McDormand in der Hauptrolle, die eine Frau aus Nevada spielt, die nach einem wirtschaftlichen Zusammenbruch ihr verbliebenes Hab und Gut in einen Van packt, die Stadt verlässt und in den Westen aufbricht, um ein Leben außerhalb der Zivilisation zu führen.

Einige der Filme wären auch bei den Filmfestivals in Venedig und Berlin gezeigt worden und finden nun ihren Weg in die Hansestadt. Zudem werden im Format „Gegenwartskino im Fokus“ auch dieses Jahr zwei Filmemacher im Mittelpunkt stehen: die US-Amerikanerin Kelly Reichardt („First Cow“) und der chilenische Regisseur Pablo Larraín („Ema“). Sowohl ihre beiden aktuellen Werke als auch einige ihrer alten Filme werden gezeigt. Beide stehen auch für digitale Werkgespräche zur Verfügung.

Die im April ausgefallene „17. Dokumentarfilmwoche Hamburg“ findet in einer abgespeckten Version im Rahmen des Filmfestes statt. Zwölf Dokumentationen werden an einem Wochenende (2. bis 3. Oktober) im Metropolis gezeigt. Mit Ausnahme des Publikumspreises für den besten Film sind alle Wettbewerbe ausgesetzt. Neu sind die digitalen Live-Gespräche und die vorab aufgezeichnete Q&As – abrufbar auf der Website des Filmfestes.

filmfest-hamburg.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2020. Das Magazin ist seit dem 29. August 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Top 10 – Auf diese Events freuen wir uns im Juli

Konzert-Dinner, Videokunst, Open-Air: Der Juli hält wieder tolle Events bereit – auf diese zehn freuen wir uns besonders

Foto: Gesche Jäger

 

1) Circus Theater Roncalli – Zirkus der Träume

Das Gastspiel des Circus Theater Roncalli in Hamburg neigt sich langsam dem Ende zu. Noch bis zum 14. Juli gastiert der Zirkus der Träume mit seinem neuen Programm „Storyteller: Gestern – Heute – Morgen“ in der Stadt. Innovativ und fantastisch: Tiere als Hologramme entern die Manege, atemberaubenden Artistik, charmante Clowns zum Kaputtlachen. Und das unter dem Dach des nostalgischen Zirkuszeltes. Fast drei Stunden lang werden die Besucher in eine andere Welt entführt – genau so geht Zirkus. / HED

Circus Theater Roncalli: 4.7., Moorweide, 15:30+20 Uhr

Circus-Theater-Roncalli-c-www.roncalli.de

Foto: www.roncalli.de


2) Here We Are Today – Foto- und Videokunst

Bei der heutigen Führung kann man nicht nur die Kuratorin der Ausstellung „Here We Are Today“ treffen, die beleuchtet, wie Fotografie und Video auf unsere Welt blicken, sondern mit Kathrin Baumstark gleichzeitig auch die neue Museumsdirektorin des Bucerius Kunst Forums kennenlernen. Gezeigt werden in der Schau, mit der gleichzeitig auch der neue Standort eröffnet wird, Werke von Shirin Neshat, Andreas Gursky, Hito Steyerl und zwölf weiteren internationalen Künstlern. / SD

Here We Are Today: 8.7., Bucerius Kunst Forum, 18 Uhr

Here-we-are-today-c-Ulrich-Perrey

Foto: Ulrich Perrey 


3) The Cure – Eine filmische Musikreise

Live sind The Cure eine Macht. Im Juli 2018 gaben die kultigen Briten im Londoner Hyde Park eine besonders eindrucksvolle Performance ab: Sie feierten 40 Jahre Bandgeschichte. Ihr langjähriger Weggefährte Tim Pope zeichnete das Spektakel in 4K auf. In den Zeise Kinos ist der daraus entstandene, sound- und bildgewaltige Dokumentarfilm „The Cure – 1978-2018 Live in Hyde Park“ heute einmalig zu sehen. Eine 135-minütige Musikreise mit 29 großen Cure-Songs. / MAS

The Cure: 11.7., Zeise Kinos, 20 Uhr

The-Cure


4) Richie Ros live – Dinner mit Konzert

Musikalische Sommerpause in der Elbphilharmonie gleich große Leidenszeit im berühmtesten Konzerthaus der Stadt? Nix! Der Monat Juli sowie Anfang August sind pickepackevoll mit Top-Events im Störtebeker Restaurant Beer & Dine. Beim dortigen „Dinner mit Konzert“ gibt es an ausgewählten Terminen ein Überraschungsmenü in drei Gängen sowie dienstags bis freitags Live-Künstler, etwa den irischen Singer/Songwriter Richie Ros, der heute mit seiner Gitarre im Lokal aufschlägt. / EBH

Dinner mit Konzert: 12.7., Störtebeker Restaurant, 18-21 Uhr

Richie-Ros-c-Kelby-Guilfoyle

Foto: Kelby Guilfoyle 


5) Join-The-Difference-Party – Open-Air fürs elektronische Tanzbein

Der Arno-Schmidt-Platz vor der Bücherhalle am Hauptbahnhof hat sich in diesem Jahr zur festen Open-Air-Location gemausert. An den Treppen zum Hühnerposten wird mit fetten Bässen und herrlich ungestört das elektronische Tanzbein geschwungen. Heute mit einer weiteren Ausgabe der Join-The-Difference-Party und dem Mannheimer Nick Curly, Kopf des Underground-Labels 8bit und herausragender Act der weltweiten House- und Technoszene. / OMA

Join-The-Difference-Party: 13.7., Arno-Schmidt-Platz, 19 Uhr

Join-The-Difference-Nick-Curly


 6) Theater ohne Grenzen – Eine „Lebensreise“ im Sprechwerk

Inklusion auf der Theaterbühne: Seit 2007 erarbeiten Menschen mit und ohne Behinderung aus Hamburg, der Schweiz und Russland im Rahmen des Festivals „Theater ohne Grenzen“ gemeinsam ein Theaterstück – nach der letzten Premiere im Ernst Deutsch Theater präsentiert die Gruppe ihre neue, dreisprachige Inszenierung dieses Jahr erstmals im Sprechwerk. Die insgesamt 30 Ensemblemitglieder verarbeiten dabei Erinnerungen, gute und schlechte Momente zu einer theatralischen „Lebensreise“. / SHE

Theater ohne Grenzen: 15.7., Hamburger Sprechwerk, 19.30 Uhr

Theater-ohne-Grenzen-c-Gesche-Jaeger

Foto: Gesche Jäger


7) Apocalypse Now – Im „Final Cut“

Laut American Film Institute ist Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ einer der 100 besten Filme überhaupt; 1979 wurde er mit drei Golden Globes ausgezeichnet und für acht Oscars nominiert. Nun wurde das meisterhafte, visionäre Antikriegs-Epos mit Marlon Brando in der Hauptrolle aufwendig restauriert – von Coppola höchstselbst. „Apocalypse Now – Final Cut“ ist heute in der Astor Film Lounge zu sehen: in 4K und mit Dolby-Atmos-Sound und 183 Minuten lang. / MAS

Apocalypse Now: 15.7., Astor Film Lounge, 20.15 Uhr

Apocalypse-Now-c-Studiocanal

Foto: Studiocanal


8) Knust Acoustics – Unplugged-Musik auf dem Lattenplatz

Gibt Schlimmeres, als Live-Musik unter freiem Himmel zu erleben und das auch noch zu Spottpreisen. Die Knust Acoustics machen genau das möglich. An ausgewählten Abenden (bis 28.8.) spielen drei Künstler jeweils 30-minütige Sets und präsentieren ihre Songs im musikalisch reduzierten Gewand. Heute auf der Bühne: die Sängerin und Songschreiberin Lina Maly (Foto), die Indie-Popper Me & Reas sowie die DIY-Truppe Odeville. Eintritt: 5 Euro (Kinder, Jugendliche unter 18 Jahren und sozial Bedürftige müssen nichts zahlen). / EBH

Knust Acoustics: 24.7., Knust Vorplatz, 18 Uhr

Knust-Acoustics-Lina_Maly-c-Mightkillya

Foto: Mightkillya


9) Too Many Zooz – Brass-House im Mojo Club

Matt Doe, David Parks und Leo Pellegrino sind zusammen Too Many Zooz und nennen das, was sie zunächst in New Yorks Subway-Stationen vorstellten und mittlerweile weltweit auf großen Bühnen spielen, schlicht: Brass-House. Jazz, Funk, Punk, Swing – alles dabei, und zwar so geschickt miteinander verknüpft, dass die Zooz einen nicht ganz unprominenten Fürsprecher haben: Questlove von The Roots. / EBH

Too Many Zooz: 24.7., Mojo Club, 20 Uhr

Too-Many-Zooz


10) Slamville – Geschichtenerzähler auf dem MS-Artville-Gelände

Das Slamville geht in die vierte Runde! Auf dem Gelände des MS Artville in Wilhelmsburg versammeln sich auch dieses Jahr wieder die besten Poetry Slammer und Literaten Deutschlands zum gemeinsamen Wortspielfest. Und mit „die besten“ sind auch wirklich die besten gemeint. Das Line-up kann sich sehen lassen: Heinz Strunk, Sophie Passmann, Felix Lobrecht, Patrick Salmen, Svenja Gräfen, Stefanie Sargnagel und viele mehr erzählen auf der Grünfläche am Hafen ihre Geschichten und Gedanken. / IGA

Slamville: 27.7., Reiherstieg Hauptdeich / Ecke Alte Schleuse, ab 14 Uhr

Slamville-Sophie-Passmann-c-Asja-Caspari

Foto: Asja Caspari


Szene-Hamburg-Juli-2019-CoverDiese Texte stammen aus SZENE HAMBURG, Juli 2019. Titelthema: Schmelztiegel St. Georg.
Das Magazin ist seit dem 27. Juni 2019 im Handel und zeitlos im 
Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

 

Die Highlights des Kurz Film Festivals – 7 Tage, 7 Tipps

Das Internationale Kurz Film Festival zeigt vom 5. bis 11. Juni Mutiges, Experimentelles und Berührendes aus der Welt der Kurzfilme. Diese Tipps legen wir euch wärmstens ans Herz.

Di, 5.6. Feierlich-groovige Festivaleröffnung
Mit einer Kurzfilmauswahl zur Huldigung des Sonderprogramms „Disco“; Zeise Kinos, 19.30 Uhr

Mi, 6.6. Deframed
Radikale, experimentelle, abstrakte, höchst kunstvolle Kurzfilme im Wettbewerb; Kino „Lampenlager“ im Festivalzentrum, 19 Uhr

Do, 7.6. Hamburger Wettbewerb 1 und 2
Die besten Kurzfilme aus und über Hamburg! Kino „Lampenlager“ im Festivalzentrum, 19 und 21.15 Uhr

Fr, 8.6. Sonderprogramme China 1 und 2
Der chinesische Kurzfilm ist hierzulande fast unsichtbar. Eine einmalige Chance, welche zu sehen! Filme im Spagat zwischen politischen Direktiven und privater Ausdruckssuche. Metropolis Kino, 19 und 21 Uhr

Im neuen Festivalzentrum gibt’s reichlich Raum für Freunde des Kurzfilms.

Sa, 9.6. Open Air: You Spin Me Round
Musikalische Merkwürdigkeiten und sonderbare Auftritte des Post-Disco-Zeitalters von Finnland bis Ungarn; Open Air hinter der Halle H (Festivalzentrum), 22.15 Uhr

So, 10.6. Best-of Deutsch und International
Die Besten der Besten aus Tausenden eingereichter Kurzfilme; Zeise Kinos, 17.30 und 20 Uhr

Mo, 11.6. Preisrolle
Alle Preisträger des Festivals in einer Rolle; Zeise Kinos, 19 Uhr


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!