ad banner

„Die Rache der Fledermaus“: Drei Fragen an die Regisseurin

Die Rache der Fledermaus (c) Krafft Angerer-klein
Aktuell am Thalia Theater: Johann Strauss’ beliebteste Operette „Die Rache der Fledermaus“ (©Krafft Angerer)

Anna-Sophie Mahler inszeniert Johann Strauss’ „Die Rache der Fledermaus“ am Thalia Theater. Ein kurzes Gespräch über das Stück, Limitierungen und neue Einflüsse

Interview: Dagmar Ellen Fischer

SZENE HAMBURG: Anna-Sophie Mahler, Sie inszenieren Johann Strauss’ beliebteste Operette unter ihrem ursprünglichen Titel „Die Rache der Fledermaus“ am Thalia Theater. Welche Anteile behalten Sie vom Original bei?

Anna-Sophie Mahler: Ein großer Anteil des Originals bleibt erhalten. Wir haben das Stück durch weitere Musiken und Texte erweitert, was ebenfalls bereits Tradition bei der Operette selbst hat. Zum Beispiel hatte die Figur des Gefängniswärters Frosch schon damals den Auftrag, tagesaktuelle Themen einfließen zu lassen.

Neue Freiräume

Anna-Sophie Mahler-c-privat-klein
Anna-Sophie Mahler inszeniert die Operette „Die Rache der Fledermaus“ am Thalia Theater (©privat)

Warum inszenieren Sie eine Operette mit Live-Musik und Chor an einem Sprechtheater, und was bedeutet das für Ihre Herangehensweise?

Wenn man eine Operette wie „Die Fledermaus“, die teilweise virtuose Arien hat, mit Schauspielern besetzt, ist klar, dass wir in gewisser Weise limitiert sind und nur mit bestimmten Fragmenten der Musik arbeiten können – was ich jedoch als Qualität empfinde. Wenn wir ohnehin nicht das Original in Gänze machen können, dann entstehen neue Freiräume, die uns die Möglichkeit geben, die Musik der „Fledermaus“ mit heutigen Themen, neuen Texten, anderen Musiken zu konfrontieren.

Erinnerung an das komische Wesen Mensch

Sie fügen Thomas Köcks „Requiem-Manifesto der ausgestorbenen Arten“ ein. Welche Bezüge entwickeln Sie zwischen Strauss-Operette und Köck-Text?

In Thomas Köcks Text „und alle tiere rufen: dieser titel rettet die welt auch nicht mehr“ geht es im Wesentlichen darum, den ohrenbetäubenden Erinnerungen an Tiere, die entweder bereits durch uns ausgerottet wurden oder die aufgrund unseres Verhaltens nie die Chance bekamen, überhaupt zu existieren, einen Klang zu geben. Wir nutzen dieses Hintergrundrauschen, den Klang dieser Tiere, um an das komische Wesen Mensch, das trotz besseren Wissens seinen eigenen Untergang nicht verhindern konnte, mithilfe der Operette zu erinnern.

„Die Rache der Fledermaus“ steht noch über den Jahrewechsel hinaus auf dem Spielplan des Thalia Theaters

#wasistlosinhamburg
für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf
Vielen Dank. Wir haben dir eine E-Mail geschickt.
Bitte trage eine gültige E-Mail-Adresse ein und akzeptiere die Datenschutzbestimmungen.
Ich möchte euren Newsletter erhalten und akzeptiere durch das Eintragen meiner E-Mail-Adresse und das Anklicken der Checkbox die Datenschutzbestimmungen.