Tonbänder sind lange haltbar. So kann sich der erfolglose Schriftsteller Krapp als alter Mann immer noch anhören, was ihn Jahrzehnte zuvor bewegte. Einmal jährlich nahm er früher diese akustischen Tagebücher auf. Jenes, das er im Alter von 39 Jahren sprach, fesselt ihn plötzlich besonders: Von einer Liebesaffäre ist da die Rede und von der Zeit, „als noch eine Aussicht auf Glück bestand“, wie er sich sagen hört. Nur wenig später attestiert er seinem jüngeren Ich „geistige Notdurft“, plappert ihm nach oder lacht ihn aus. Den Monolog des einsamen Mannes schrieb Samuel Beckett 1958. An diesem Solo maßen sich unter anderem Fritz Kortner, Bernhard Minetti und Gert Voss. Nun übernimmt der 77-jährige Christian Redl die Rolle, inszeniert vom Fotografen und Dokumentarfilmer Jim Rakete: „Das letzte Band“ meint mehr als ein Tonband, es ist die letzte Verbindung zum Leben.
St. Pauli Theater, 12.2. (Premiere), 14., 15.2.
Diese Vorschau ist zuerst in der SZENE HAMBURG 02/26 erschienen.

