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Theaternacht Hamburg: Viel mehr als nur Appetithäppchen

Vielfalt gehört zur Theaternacht Hamburg seit ihrer Gründung, doch nun genügt sie sogar den Ansprüchen der allseits geforderten Diversität. 2022 Erstmals dabei ist das inklusive Klabauter Theater

Text: Dagmar Ellen Fischer 

 

Am 10. September ist wieder Zeit für die Theaternacht Hamburg. In diesem Jahr ist das Theater-Hopping so inklusiv und mobil wie nie zuvor. Rund ein Drittel der teilnehmenden Theater bei der Theaternacht Hamburg bietet rollstuhlgerechten Zugang, zahlreiche Programmpunkte werden von Audiodeskription, Untertitelung und Gebärdendolmetschen begleitet. Außerdem darf man mit dem Theaternacht-Ticket sowohl die speziell für dieses Event gecharterten Shuttle-Busse als auch sämtliche HVV-Linien nutzen. Wie schon vor der Corona-Zwangspause etabliert, teilt sich das Angebot in ein Familienprogramm von 15 bis 19 Uhr und in das Abendprogramm von 19 bis nach 1 Uhr; ab Mitternacht lockt die After-Show-Party im Thalia Theater am Alstertor.

Angebote für Jung und Alt

Ein Angebot für die Allerjüngsten hält die Opera Stabile bereit: „Tut tut! Baby an Bord“ heißt das halbstündige Musiktheater mit einem akustischen Spektrum zwischen bekannten Alltagsgeräuschen und Kunstmusik für Baby-Ohren. Etwas älteren Kindern präsentiert sich das Fundus Theater am neuen Standort – dem Platz der Kinderrechte am Sievekingdamm – nicht nur mit Bühnenausschnitten: Die ganze Familie kann entweder ein spannendes Brettspiel ausprobieren, in dem „Table Animals“ ungewöhnliche Regeln aufstellen, oder eine interaktive Ausstellung besuchen. Auch das Junge Schauspielhaus lockt sein Publikum mit Theaterszenen, aber zusätzlich mit abenteuerlichem Verkleiden und Schminken. Verdammt viel vorgenommen hat sich das Klabauter Theater: Es macht sich zum Anwalt der Natur und einiger Waldbewohner in seinem Stück „und alle tiere rufen: dieser titel rettet die welt auch nicht mehr“!

Theater, Tombola und Traditionelles

Zum Kern der Theaternacht gehören szenische Appetithäppchen, die Lust machen aufs Wiederkommen, entweder mit einem Best-of aus bewährten Inszenierungen oder durch Ausblicke auf kommende Werke. Doch einige Häuser haben sich darüber hinaus Fantasievolles ausgedacht: Im Fundus des Thalia Theaters lagern Kleiderstangen in einer Gesamtlänge von rund 500 Metern, Interessierte können in einer Gruppenführung von maximal zehn Teilnehmern an historischen Kleidern, Fantasiekostümen und Ritterrüstungen entlangschlendern (Treffpunkt: Abendkasse im Foyer). Nicht nur zum Anschauen, sondern sogar zum Mitnehmen bietet das Schauspielhaus Dinge mit bewegter Bühnenvergangenheit: Per Tombola werden sie verlost, und die Einnahmen ermöglichen Kindern und Jugendlichen aus finanziell schlechter gestellten Familien einen Theaterbesuch. Direkt gegenüber hat sich das Ohnsorg Theater ebenfalls etwas jenseits der Bühne einfallen lassen: einen theatralen Rundgang durch den Stadtteil mit dem Titel „St. Georg – en Eiland?“ (Treffpunkt: Wo die bronzene Heidi Kabel die Hand aufhält).

Ein Ticket, 40 Häuser und einige Überraschungen

Das Musiktheater mit dem schönsten Elbblick, das Opernloft, lässt in einem Opern-Slam Sängerinnen und Sänger im Wettstreit gegeneinander ansingen. Und in John Neumeiers Ballettzentrum können Besucher auf vier Etagen einen Blick auf Training und Proben der Ballettschule, des Bundesjugendballetts und des Ensembles des Hamburg Ballett werfen. Auf St. Pauli zeigt das Imperial Theater einen ganzen Abend lang ausnahmsweise keine Krimis, sondern eine berühmte Schauergeschichte: Bram Stokers „Dracula“. In dieser besonderen Nacht öffnet ein Ticket die Türen zu rund 40 Theatern. Und die bespielen längst nicht mehr nur ihre Theatersäle, sondern auch Flure und Foyers, ihren Gastronomie- sowie mitunter den Außenbereich. Noch nicht einmal vor den Shuttle-Bussen macht der Spieltrieb Halt – doch wo genau, das bleibt eine Überraschung!

Tickets gibt’s für 17 Euro (Abendkasse 19 Euro). Für das Familienprogramm von 15 bis 19 Uhr kosten die Karten 8 Euro.

 


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