Als eine „leidenschaftliche Revolte gegen die gesamte industrielle Ordnung der modernen Welt“ bezeichnete der Dramatiker George Bernard Shaw das Werk „Schwere Zeiten“ von Charles Dickens. Das Buch sei ganz anders als die übrigen Romane des Kollegen, fand Shaw, sodass viele Leser enttäuscht worden seien, andere hingegen fänden Dickens hier zum ersten Mal lesenswert. Die polarisierende Geschichte um die Fabrikantensprösslinge Louisa und Tom sowie den entrechteten Arbeiter Blackpool spielt in der fiktiven nordenglischen Industriestadt Coketown. Das Thema: die Unmenschlichkeit, die mit der Industrialisierung der viktorianischen Epoche einherging, im Verein mit Gefühlskälte, Profitgier und sozialer Ungleichheit. Das Thalia Theater zeigt „Hard Times“ nach Charles Dickens jetzt in einer Inszenierung von Antú Romero Nunes.
Dieser Artikel ist zuerst in der SZENE 04/26 erschienen.

