Vision Hafenkante: Hamburgs neues grünes Stadtbild

Nach langer Planung und über 700 Nachbarschaftswünschen steht fest, wie Hochwasserschutz, Kiezkultur und mehr Grün an der Elbe vereint werden sollen
An der Stelle am Hafen, wo sonst häufig Wohnwagen und Wohnmobile stehen, werden Bäume gepflanzt und moderne Installationen entstehen. Hier zu sehen das „Käse-Haus“ auf Stelzen  (©Rabe Landschaften & White Arkitekter)
An der Stelle am Hafen, wo sonst häufig Wohnwagen und Wohnmobile stehen, werden Bäume gepflanzt und moderne Installationen entstehen. Hier zu sehen das „Käse-Haus“ auf Stelzen  (©Rabe Landschaften & White Arkitekter)

Wo sich heute zwischen Landungsbrücken und Fischmarkt noch grauer Asphalt unter dem Blick auf die Hafenkräne, die Elbphilharmonie und die vorbeiziehenden Pötte erstreckt, soll bis zum Ende des Jahrzehnts ein neues Stadtbild entstehen. Der Entwurf der Büros Rabe Landschaften und White Arkitekter, der offiziell als „Grünes Ding“ firmiert, wurde im Februar 2026 als Sieger des Werkstattverfahrens präsentiert. Das Projekt fungiert dabei als entscheidender Lückenschluss im Hamburger Grünen Netz und verbindet die ökologischen Korridore der Stadt – insbesondere die Landschaftsachsen vom Volkspark zur Elbe – direkt mit dem Strom. Die Umgestaltung, die schätzungsweise 20 Millionen Euro kosten wird, gleicht einem planerischen Balanceakt. Da das Areal regelmäßig von Sturmfluten überrollt wird, setzen die Planer statt auf klassischen Rasen auf robuste, Flut-tolerante Baumgruppen, die das urbane Klima verbessern.

Hamburg Elbe Umgestaltung: Hochwasserschutz, Grünflächen und Fischmarkt bleiben erhalten

Reichlich Platz für Spiel und Spaß wird bei weiterhin feinstem Ausblick auf vorbeiziehende Pötte und Hafenkräne entstehen (©Rabe Landschaften & White Arkitekter)

Trotz der neuen Begrünung bleibt der raue Charme erhalten: Weite Flächen bleiben befestigt, um Barrierefreiheit zu garantieren und Platz für Traditionsveranstaltungen wie den Fischmarkt oder den Hafengeburtstag zu sichern. Ein besonderes Highlight für Marktbesucher soll das neue „Fischmarktsofa“ werden, das Ruhe im Trubel bietet. Die informellen Wohnmobil-Stellplätze sind bereits seit Sommer 2025 einer neuen Weite gewichen, die nun durch Sportflächen für Skaten und Basketball sowie spielerische Elemente belebt wird. Grundlage hierfür ist die „Wunschproduktion“ des Park Fiction-Komitees mit über 700 Nachbarschaftsideen. Der Entwurf integriert surreale Elemente wie ein auf Stelzen stehendes „Käse-Haus“ oder einen markanten Ananas-Pavillon, der als sozialer Teegarten fungieren könnte. Nachdem die Entwürfe öffentlich im Stadtteilzentrum Kölibri vorgestellt wurden, sind sie noch bis Ende März 2026 im Rathaus Altona zu sehen. Während nun die technische Detailplanung zum Hochwasserschutz beginnt, ist der nächste öffentliche Dialogtermin für den 16. April im Kölibri angesetzt, um die Anwohnenden über die weiteren Schritte bis zur Realisierung zu informieren. 

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