Olli Maki Szene Hamburg Filmtipp

Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki

Ein großartiger Boxfilm über die Liebe. Ab 5. Januar im Kino

Ein totaler Außenseiter erhält die Chance, im Schwergewicht gegen den Weltmeister anzutreten. Aus ärmlichsten Verhältnissen boxt er sich dank eisernem Training und unbändigem Willen im Ring auf den Thron der Sportwelt. Geld, Ruhm und – natürlich – eine schöne Frau sind der Lohn des Titanen. Was aber, wenn der Held nicht „Rocky“ heißt? Sondern Olli Mäki?

Dieser kämpfte 1962 um den WM-Titel im Federgewicht. Basierend auf Mäkis Leben, jedoch ohne jegliche Originalaufnahmen, hat der finnische Regisseur Juho Kuosmanen seine Interpretation des Ereignisses vorgelegt. Zauberhaft in schwarz-weiß gehalten wirkt sein Werk dabei wie ein Abgesang auf den klassischen Sportfilm. Das Duell bei Kuosmanen lautet nämlich nicht Mann gegen Mann. Olli Mäkis (Jarkko Lahti) Gegner Davey Moore (John Bosco) ist kaum mehr als Staffage. Vielmehr beleuchtet Kuosmanen vor allem die Vorbereitungszeit auf den großen Kampf – in der Mäki fast immer deplatziert wirkt.

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Ein totaler Außenseiter erhält die Chance, im Schwergewicht gegen den Weltmeister anzutreten: Olli Mäki.

Denn der dürre, finnische Boxer mit den zu weit geschnittenen Hosen findet seine große Liebe: Raija (Oona Airola). Sie bedeutet ihm viel mehr als der Titel. Die Erzählung vom Underdog, der es mit riesengroßem Ehrgeiz ganz nach oben schafft, die Mäkis Manager Eelis Ask (Eero Milonoff) sowie Presse und Sponsoren der finnischen Sportwelt verkaufen wollen, steht so mit jeder Minute auf immer wackligeren Füßen. Mäki durchschaut die hohlen Seifenblasen der Werbemaschinerie, aber der schüchterne junge Boxer will niemanden enttäuschen.

Diese Konstellation nutzt Kuosmanen meisterhaft, um den Boxfilm auf den Boden der Tatsachen zu holen. Sparring im trüben Regen, panisches Joggen und Saunieren zur Gewichtsabnahme, verpatzte Pressekonferenzen und abenteuerlich misslungene Sponsorentermine werden dem Kinopublikum mit stoischer Gelassenheit präsentiert. Und die stille Qual im Gesicht des Helden ist ein schöner Kontrast zur Liebesgeschichte, bei der die Frau mal nicht als Trophäe des Siegers dient. Selten in diesem Genre. / Mirko Schneider /Foto: Shayne Lavadiére

Auszeichnungen:

  • Gewinner des Un Certain Regard Preises in Cannes 2016
    Gewinner des Internationalen Spielfilmwettbewerbes 12. Züricher Film Festival
    Gewinner „Baltischer Filmpreis“ 58. Nordische Filmtage Lübeck 2016
    Finnlands Oscar-Beitrag 2017 (Kategorie Bester fremdsprachiger Film)

Regie: Juho Kuosmanen. Mit Jarkko Lahti, Oona Airola, Eero Milonoff.

Ab 5.1.17  im Kino. Unter anderem im Passage-Kino, Studio, Elbe Filmtheater und im CinemaxX

 

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