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Pimp my Local Kitchen #2 – Mehlbüddel mit Tomaten und Lamm

Altes Land, Nord- und Ostseeküste, Vier- und Marschlande: Das Hamburger Umland versorgt uns mit knackigem Gemüse, Obst, frischem Fisch und Fleisch. Für die Dreharbeiten eines neuen Serienformats reisen Koral Elci und Adam Bousdoukos durch Norddeutschland, um Produzenten und deren Küche vorzustellen. Für die SZENE HAMBURG plaudern sie aus dem Nähkästchen und verraten ihre Rezepte.

 

SZENE HAMBURG: Koral, wo geht’s heute hin?

Koral Elci: Nach Tetenbüll in den Kirchspielkrug. Dort treffen wir Gastgeber und Koch Dietmar Claußen, ein gebürtiger Eiderstedter. Das Dörfchen liegt etwa 130 Kilometer von Hamburg entfernt.

Welches Gericht steht auf dem Speiseplan? 

Ein typisch norddeutsches: Mehlbüddel mit Kassler und Kirschen.

Was ist der Kitchen-Guerilla-Twist? 

Wir machen eine mediterrane Nummer draus: Statt Kassler nehmen wir ein Salzwiesenlamm, die Kartoffeln ersetzen wir mit Süßkartoffeln und die Kirschsoße mit Kirschtomatensoße.

Woher kommen die Produkte? 

Das Lamm stammt von der Schäferei Hinz, die Tomaten vom Kleverhof bzw. von den Tomatenrettern und den Rest habe ich auf dem Wochenmarkt in Garding eingekauft. Wenn man schon mal in Tetenbüll ist, sollte man nicht verpassen, etwas Käse im Hofladen der Friesischen Schafskäserei einzukaufen.

Die Herausforderung des Tages?

Den ollen Mehlbüddel mal ordentlich zu pimpen! Das Lamm garen wir wiederum ganz archaisch über dem Feuer.

Interview: Jasmin Shamsi
Fotos: Seren Dal


Mehlbüddel mit Tomatenmarmelade und Löwenzahnsalat, dazu Lamm

  • 250 g vorgekochte Süßkartoffeln
  • 250 g Kirschtomaten
  • 10 Eier
  • 500 g Mehl
  • 1 Tüte Backpulver
  • brauner Zucker und Vanille
  • Thymian, Zitronenthymian, Knoblauch
  • Salz und Pfeffer
  • etwas Löwenzahnsalat
  • ein ganzes Lamm

Außerdem:
1 Leinentuch
Junge Weidenstöcke
Kartoffelpresse

Die zehn Eier in einer Schüssel aufschlagen. Vorgekochte Süßkartoffeln durch eine Kartoffelpresse in die aufgeschlagenen Eier drücken. Backpulver und Mehl unterrühren. Das Leinentuch gut auswaschen und in einer Schüssel ausbreiten. Etwas Mehl drüberstreuen und den Teig hineinlegen. Den Teig einrollen und die Enden mit Küchengarn zubinden (etwa eine Fingerbreite Platz zwischen Teig und Knoten lassen). Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Der Mehlbeutel sollte genügend Platz zum Aufgehen haben. Den Mehlbeutel eine Stunde kochen lassen, nach 30 Minuten wenden.

Tomaten, brauner Zucker und Vanille in einer Pfanne anschmelzen. Mit einem Schuss Rosé ablöschen sowie Salz und Pfeffer würzen. Fertigen Mehlbeutel aus dem Wasser holen. Den Mehlbeutel in Scheiben schneiden und mit Olivenöl und ein paar Kräutern – Thymian, Zitronenthymian und Knoblauch – anbraten. Zusammen mit der Tomatenmarmelade, dem Löwenzahnsalat und später dem Lamm anrichten.

Die Kitchen Guerilla kocht Eiderstedter Mehlbeutel mit Lamm, Tomatenmarmelade und Löwenzahnsalat Foto: Seren Dal

Die Kitchen Guerilla kocht Tomatenmarmelade Foto: Seren Dal


Lamm

Die Kitchen Guerilla röstet Lamm über dem Feuer – am Weidenspieß Fotos: Seren Dal

über dem Feuer am Spieß gebratenes Lamm von der Kitchen Guerilla Foto: Seren Dal

Feuer machen und das aufgeschnittene Lamm mit biegsamem Draht an jungen Weidestöcken befestigen. Das Lamm mit der offenen Rippenseite über dem Feuer platzieren. Salzbrühe vorbereiten (250 g Salz in 3 Liter Wasser auflösen) und das Fleisch damit jede Stunde übergießen bzw. überpinseln. Die Kerntemperatur sollte bei ca. 60 Grad liegen. Wind möglichst vermeiden. Keulen und Rücken werden schneller gar, als die Schulter. Letztere kann man später noch mal separat aufspießen und ans Feuer legen. Das Lamm nach etwa 4 Stunden wenden und wieder mit der Salzbrühe übergießen. Das Ganze nach ca. 8 Stunden Garzeit vom Kreuz nehmen und auf einer Arbeitsplatte zerteilen.


Koral Elci von den Kitchen Guerilla Foto: Seren Dal

Foto: Seren Dal

Koral Elci ist Mitbegründer der Kitchen Guerilla. Zusammen mit seinem Bruder Onur Elci reist er um die Welt, um (Ess-)Kulturen und Menschen zusammenzubringen. Im Basecamp in Hamburg-Altona werden die Fäden für die verschiedensten Projekte gezogen. Die beiden Kitchen Guerilleros kennen viele tolle Produzenten und wissen, wie man an die besten regionalen Produkte kommt. Kitchen Guerilla


Mehr aus dieser Reihe:


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BierSZENE – Auf diesen Festivals gibt’s richtig gutes Bier

Bye bye, Industriebier: Daniel Elich zeigt, auf welchen europäischen Festivals gute Craft Biere aus den Hähnen fließen.

„Welcome to Rock am Ring – powered by Carlsberg!“ Seid Ihr es auch leid, auf Mainstream-Festivals zu gehen, die von großen Bierkonzernen gesponsert werden? Ich finde, deren Zeit sollte sich langsam aber sich dem Ende zuneigen. Für alle, die keine Lust mehr auf Astra & Co. haben, gibt es hier deshalb eine kleine feine Liste mit unabhängigen Festivals, bei denen beste Kreativbiere aus den Zapfhähnen fließen.

1) „Wilde Möhre“

Seit 2013 gibt es das Festival „Wilde Möhre“ in Brandenburg. Das Kunst- und Musikfestival ist ein gemeinschaftliches Festival für alle – ungeachtet von Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder Herkunft. Musikalisch geht die Wilde Fahrt von Techno bis HipHop. Das beste ist aber: Hier gibt es auch jedes Mal tolles Craft Beer von der Berliner Bierfabrik.

Wann? 9. bis 13. August 2018
Wo? Brandenburg (Deutschland) 
Mehr Infos: wildemoehrefestival.de

2) „Green Man“

Seit 2003 öffnet das Green Man Festival seine Tore für Musik- und Kunst-Liebhaber aus aller Welt. Eingebettet ist das Festival in die majestätischen Brecon Beacons – eine Bergkette in Wales. Eine ganze Woche lang kann hier gecampt werden, um tagsüber die Wälder, Wasserfälle und Flüsse zu erkunden oder um mehr als 1.000 Künstler zu erleben. Auf die Ohren gibt es hier Alternative, Indie, Rock und Folk. Für den Durst: das eigens fürs Festival gebraute Craft Beer, das es nirgends sonst zu kaufen gibt.

Wann? 16. bis 19. August 2018
Wo? Brecon Beacons (Wales, Großbritannien)
Mehr Infos: www.greenman.net

3) „Garbicz Festival“

Das „Garbicz Festival“ ist ein Musik- & Kunstfestival direkt am See und mit einer traumhaften Waldkulisse. Das Festival lebt aber auch von der Wahrnehmung, dass wir alle gemeinsam für Mensch und Natur verantwortlich sind. Eine Anreise mit Auto, ist der Umwelt zuliebe, deshalb auch nicht möglich. Musikalisch gibts vor allem Elektronisches. Nach dem Abdancen erfrischt Bier aus diversen polnischen Craft-Beer-Brauereien.

Wann? 2. bis 5. August 2018
Wo? Garbicz (Polen)
Mehr Infos: garbiczfestival.com

In diesem Sinne: Prost.

Euer Daniel

Text: Daniel Elich
Beitragsfoto: Florian Forsbach


mehr BierSZENE:


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Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

Top 10 – Hamburgs beste Tapas 2018/19

„Tapa“ ist eigentlich nur das spanische Wort für Deckel, steht aber mittlerweile für kleine Beilagen, die zum Getränk gereicht werden. Die Appetithäppchen sind in der spanischen Esskultur fest etabliert. Und auch aus der Hamburger Gastroszene sind Tapasläden mittlerweile nicht wegzudenken. Das ist unsere Bestenliste.

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung

Beitragsfoto: Cyclonebill auf Flickr CC 2.0 (verändert)

1. Avelino Tapas y Vino

Wir Hamburger können von der mediterranen Küche einfach nicht genug bekommen. Im Herzen der Altstadt werden unsere Wünsche erhört. Der kleine, efeuumrankte Laden serviert hausgemachte Gerichte und eine feine Auswahl an Tapas in buntem Ambiente.

€€€ Katharinenstraße 31 (Altstadt), Telefon 38 08 83 66, Di-Fr 12–15 und 18–23, Sa ab 18 Uhr, Kreditkarten: Visa, Mastercard; EC-Karte; www.avelinotapas.de

2. Café Altamira

Bei Altamira gibt es neben Tapas auch eine schöne Weinauswahl. Foto: Altamira

Das Altamira überzeugt mit seiner Weinauswahl. Foto: Altamira

Altamira Tapas in Hamburg Foto: Altamira

Salat mit Avocadocrème… mhh! Foto: Altamira

Das Altamira in Bahrenfeld ist eine Hamburger Institution in Sachen Tapas. Über 70 verschiedenen Tapas, passende Weine, ein großer Wintergarten und ein flinker Service – Atmosphärisch wie kulinarisch ist es nach wie vor eine lohnenswerte Anlaufstelle.

€€ Thomasstraße 4 (Bahrenfeld), Telefon 85 37 16 00, Mo-Do ab 18, Fr-So ab 17 Uhr, Kreditkarten: Mastercard, Visa; EC-Karte; www.cafealtamira.de

3. Café Ribatejo

Tapas im Café Ribatejo

Im Café Ribatejo geht’s urig zu.

In dem rustikalen Café trifft sich Ottensen zu Wein und Sagres. Grobe Holzbänke und der kalte Steinboden vermitteln eine urige Atmosphäre. Zum Abend hin wird es hier lebendig und die Temperatur steigt. Das kulinarische Angebot besteht aus verschiedenen warmen und kalten Tapas, Fisch, Fleisch und Pasta, die richtig gut schmecken.

€ Bahrenfelder Straße 56 (Ottensen), Telefon 41 28 79 11, Mo-Do 8.30–24 Uhr, Kreditkarten: Amex, Visa, Mastercard; EC-Karte: www.ribatejo.de

4. Casa de Aragon

Das alteingesessene spanische Restaurant mit einem türkischstämmigen Inhaber und Küchenchef serviert durchweg überzeugende Klassiker von der abwechslungsreichen Karte. Dazu gibt es eine hervorragende Auswahl an Weinen. Delicioso!

€€€ Eppendorfer Weg 240 (Hoheluft-Ost), Telefon 420 29 03; Mo-So 17.30–23 Uhr, Kreditkarten: alle; EC-Karte; www.casedearagon.de

5. Claudio’s Restaurant & Bar

Die Tapas von Claudio's gehören zu Hamburgs Top 10. Foto: Michael Kohls

Bei Claudio’s gibt’s nicht nur Tapas, sondern auch Steaks und coole Einrichtung. Foto: Michael Kohls

Von diesen Tapas träumen wir nachts. Neben klassischen spanischen Tapas werden in dem absolut cool eingerichteten Restaurant auch saftige Steaks und weitere Gerichte der mediterranen Küche serviert. Mitten im szenigen Karoviertel finden wir uns im siebten Tapas-Himmel wieder.

€€ Tschaikowskyplatz 2 (St. Pauli), Telefon 35 00 44 22, So-Do 17–23, Fr-Sa 17-23 Uhr; Kreditkarten: alle; EC-Karte, www.claudios.hamburg

6. El Iberico

In dem spanischen Tapasrestaurant in Ottensen wird mit dem Besten aus zwei Welten gearbeitet. Die Küche bereitet sowohl traditionelle spanische als auch deutsche Gerichte zu. Neben himmlischen Tapas stehen also auch Doradenfilet und Jacobsmuscheln auf der Karte. Qualität und Geschmack sind top!

€€€ Friedensallee 34a (Ottensen), Telefon 25 76 89 84, Mo-So 17–24 Uhr, Kreditkarten: keine; www.el-iberico.com

7. Gil

Das Gil ist eines von Hamburgs zehn besten Tapasrestaurants. Foto: Die Tapas von Gil gehören zu den besten in Hamburg. Foto: Alexander Gómez Silva

Das Gil überzeugt auch durch seine erfrischend schlichte Einrichtung. Foto: Alexander Gómez Silva

Das Gil auf St. Pauli ist eine willkommene Alternative zu den klassisch rustikalen Tapas-Läden. In dem schön schlichten Eckrestaurant bereitet Chefkoch Nestor Camps Gil nicht nur traditionelle sondern auch modern interpretierte Tapas zu. So sorgen Artischockenherzen, Lammkottelets und Sardellen für eine gelungene Kombi auf dem Tisch.

€€ Silbersacktwiete 6 (St. Pauli), Telefon 31 33 75, Mo-Do 17–24, Fr-Sa 17–1, So 17–24 Uhr, Kreditkarten: keine; www.gilhamburg.de

8. Madrigal

Das Madrigal ist eine ausdrückliche Empfehlung für alle Freunde spanischer Tapas. Die Speisekarte strotzt nur so vor leckeren Kleinigkeiten und landestypischer Kost der iberischen Halbinsel: Rosmarinkartoffeln, kandierter Ziegenkäse, Datteln im Speckmantel, Hühnchen in Limettensauce. Fabelhaft!

€€ Friedensallee 7 (Ottensen), Telefon 39 10 60 76, Mo-So 16–24 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.madrigal-altona.de

9. Restaurant Emily

In der ehemaligen Taparia Emilia sorgt ein neuer Koch für einige Neuerungen, dennoch werden weiterhin spanische Tapas mit orientalischen Einflüssen angeboten. Auf der Karte steht nun auch ein wöchentlich wechselnder Mittagstisch. Wir finden, Mezze und Tapas verstehen sich immer noch gut. Hin da!

€ Emilienstraße 22-2–24 (Eimsbüttel), Telefon 74 32 24 64, Mo-Fr 11.30–15 und 17.30–23, Sa 17.30–23 Uhr, Kreditkarten: keine https://www.facebook.com/emilienstrasse.hamburg/

10. Tapas y Más

Das Tapas y Más quillt über vor spanischer Lebensfreude. Es gibt eine große bunte Auswahl an Tapas und leckeren Wein dazu. Das finden wir richtig gut! Die Speisekarte lehrt übrigens, dass die traditionelle spanische Küche nicht nur aus Tapas besteht.

€€ Schanzenstraße 72 (Sternschanze), Telefon 43 18 20 40, Mo-Fr 17–23, Sa 14–24, So 14–23 Uhr, Kreditkarten: Mastercard, Visa; EC-Karte; www.tapasymas.eatbu.com

 

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Diese Topliste stammt aus unserem Gastro Guide. Der Gastro Guide SZENE HAMBURG Essen+Trinken 2018/2019 ist am 19.4.2018 erschienen und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

BierSZENE – Craft Beer auf Reisen

1700 Kilometer, ein Mann, ein Fahrrad und ein Kasten Hamburger Bier. Kreativling und Bierliebhaber Nico Heimann ist noch bis Anfang Juni für das „Projekt Bottle Post on Pedals“ auf großer Fahrradtour durch Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland. Seine Mission: Die Leidenschaft für handwerklich gebrautes Bier mit anderen Menschen teilen. Da sind wir doch dabei!

Eine Art Kulturaustausch für Biernerds – so könnte man wohl beschreiben, was bei „Bottle Post on Pedals“ zurzeit passiert. Nico Heimann ist seit knapp zwei Wochen im Namen der Braugasthäuser Dolden Mädel in Berlin und Binz, Altes Mädchen in Hamburg sowie das Fritz in Greifswald und Stralsund unterwegs. 26 Tage und 1700 Kilometer sind für die Tour geplant. Auf seinem Weg durch Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland macht er Halt bei befreundeten Brauereien – um sie zu besuchen und um Flaschen seines Bieres, das er im Anhänger umherfährt, gegen deren Biere zu tauschen.

 Ein Wegbier mit Geschmack

Gebraut wurde das Bier von den Küchenchefs der verschiedenen Braugasthäuser unter der Leitung von Ian Pyle, Kreativbraumeister der Ratsherrn Brauerei in Hamburg. Die Idee war es, ein Bier zu kreieren, das grundsätzlich jedem schmeckt und doch etwas ganz Besonderes und Mutiges hat. Nicht zu hopfenbetont, nicht zu malzig, vielleicht etwas Beeriges, fast Säuerliches – und definitiv gut trinkbar. Schnell landete die Brew-Crew mit diesen Vorlieben in der belgischen Bierküche. So entstand ein Farmhouse Ale, das sich durch Frische und einen schlanken Körper auszeichnet. Kurzum: Sommer im Glas, den man zurzeit in jedem der Partner-Braugasthäuser am Hahn findet.

Bottle on Pedals

Jeden Tag ein neuer Brauer: Auf seiner Reise schließt Nico viele Freundschaften mit anderen Biernerds.Foto: Bottle post on Pedals

Foto: Bottle on Pedals

Große Liebe: Der Drahtesel macht ganz schön was mit. Foto: Bottle post on Pedals

Auf seiner Tour begleiten kann man Nico Heimann auch – via Facebook und Instagram. Hier teilt er täglich Fotos und Videos seiner fast einmonatigen Reise und spricht über Bier, Brauereien und Berge, die er mit seinem Drahtesel erklimmen muss.

Ich finde, ein tolles Projekt, das Durst auf mehr macht.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN 2018

Der wichtigste Gastroguide für Hamburg ist ab sofort im Zeitschriftenhandel und im Onlineshop erhältlich. Hooray!

Hamburgs Gastroszene ist im Wandel. An allen Ecken und Enden poppen neue Läden auf. Junge, innovative Gastronomen bringen frischen Wind und Vielfalt in die Hansestadt. Gleichzeitig wurden 2018 sage und schreibe 19 Hamburger Restaurants mit dem Bib Gourmand ausgezeichnet – mehr als in jeder anderen deutschen Stadt! In den gekürten Restaurants kriegt man hervorragende Speisen zu einem top Preis-Leistungs-Verhältnis. Zwei unserer Testsieger, das Le Plat du Jour und Brechtmanns Bistro, gehören dazu. Hamburg ist damit ohne Zweifel Hauptstadt der Schlemmerei!

Foto: Ana Maria Arevalo

Satt und glücklich: Geschäftsführung Mathias Formel und Tanya Kumst (stehend) sowie das Projekt-Team Mira Eggerstedt, Ilona Lütje und Jasmin Shamsi (sitzend v. r.). Foto: Ana Maria Arevalo

Monatelang haben wir uns für Sie einmal quer durch Hamburg und Umgebung geschmaust. Und wir haben ordentlich zugelegt – am Bauch wie am Seitenumfang unserer 31. Ausgabe der SZENE HAMBURG ESSEN + TRINKEN. Auf ganzen 356 Seiten bieten wir in erkenntnisreichen wie amüsanten Momentaufnahmen Einblick in rund 600 Hamburger Restaurants und erzählen Geschichten von Machern und Marken. Wo lohnt sich der Besuch und was sollte man lieber lassen? Wir geben heiße Tipps! Vom Imbiss an der Ecke bis zum Gourmettempel mit Elbblick ist alles dabei. Vollständigkeit war dabei nicht unser Ziel – aber mittlerweile kommen wir ihr schon sehr nahe.

Küchenchefs, Gastronomen und Erzeuger kommen in unserem umfangreichen Magazinteil natürlich auch zu Wort: Für unseren Leitartikel haben wir mit Sternekoch Heinz O. Wehmann und Frischeparadies-Chef Michael Finck darüber diskutiert, wie wir in Zukunft essen werden. Beide sind sich einig: Komme was wolle, die Qualität muss immer an erster Stelle stehen. Dass sich rund um Hamburg jede Menge tolle Erzeuger tummeln, die uns Städter mit frischem Gemüse und Fleisch von glücklichen Tieren versorgen, haben viele gar nicht auf dem Schirm. Wir stellen Ihnen eine kleine Auswahl vor. Das A und O für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln ist eine bewusste Einkaufsplanung – da ist sich TV-Koch Tim Mälzer sicher. Wie einfach das geht, verrät er im Magazin. Ein Gericht vom Arrangement auf dem Teller bis zur Wurzel zurückzuverfolgen, haben wir uns in unserer Reportage von St. Pauli über Friedrichskoog bis in den südlichsten Kreis von Schleswig-Holstein zur Aufgabe gemacht. Ganz schön aufwendig! Aber lange nichts gegen das, was Haco-Chef Björn Juhnke täglich an der Backe hat.

Was kommt, wer geht, wo trifft man sich für gemütliche Stunden mit Freunden zum Abendbrot? Wir stellen die besten Neueröffnungen und Trends vor und verraten unsere Top 10 der besten Fischbrötchen, Mittagstische, Burger & Co. Worauf Sie in dieser Ausgabe achten sollten, haben wir übrigens auch zusammengestellt. Dort erfahren Sie nicht nur, woran Sie unsere Testsieger und Hanseperlen erkennen, sondern auch, wonach wir die Restaurants bewertet haben. Hunger bekommen? Mit diesem Gastro Guide kann nichts mehr schiefgehen. Bühne frei für genussvolle Stunden!

Jasmin Shamsi (Projektleitung) 


Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG Essen+Trinken 2018/2019. Das Magazin ist zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

BierSZENE: 5 Gründe, warum ihr unbedingt Hamburger Craft Beer trinken solltet

Wir Hanseaten gehören ja grundsätzlich eher zu den skeptischen Geschöpfen des Landes. Deshalb hat die Craft-Bier-Bewegung in Hamburg auch etwas später Einzug gehalten als in anderen Metropolen. Trotzdem entwickelt sich in unserer schönen Stadt gerade eine grandiose Craft-Bier-Szene, die in Zukunft unsere Gastronomie und unsere Art, Bier zu trinken maßgeblich beeinflussen könnte. Wie ihr das unterstützen könnt und warum das ganz toll wäre, erfahrt ihr hier.

1) Best beer is fresh beer

Bier ist ein Frischeprodukt, das Umwelteinflüsse wie Wärme, Sonne, Luft und Bakterien nicht mag; sein Geschmack kann sich dadurch verändern und im schlimmsten Fall wird es schlecht. Dies betrifft vor allem unfiltrierte, helle, hopfenbetonte Biere, wie zum Beispiel New England IPAs, IPAs, Pilsener und Lagerbiere. Also: Bier am besten ohne lange Transportwege bei Eurem Hopfendealer des Vertrauens vor Ort trinken. Frischeres und damit köstlicheres Bier habt ihr noch nie gekostet.

2) Support your local brewery

In Sachen kleine Brauereien herrschte in Norddeutschland über Jahrzehnte Ebbe. Bierbrauen lag hier oben vollständig in den Händen großer Industriebrauereien. Seit 2010 ändert sich das glücklicherweise langsam. Qualitativ hochwertige und vielseitige Biere sind bei Biertrinkern in der Region Hamburg wieder gefragt. Dies führte in den vergangenen Jahren zum größten Wachstum an Brauerei-Neugründung im bundesweiten Vergleich. Damit das auch so bleibt, brauchen die kleinen Brauereien mit Liebe zum Brauhandwerk eure Unterstützung.

3) Make Hamburg great again

Noch vor 500 Jahren war Hamburg bekannt für seine Biervielfalt. Bier galt als das wichtigste Exportprodukt unserer Stadt. So sprach man auch vom „Brauhaus der Hanse“. 2018 liegen wir bei der Anzahl der Hamburger Brauereien gerade so wieder im zweistelligen Bereich. Um jedoch europäische Städte wie London, Amsterdam oder Stockholm einzuholen, muss noch viel Bier aus Hamburger Hähnen getrunken werden. (Ja, das war ein Motivations-Appell!)

4) Support your local pub

Endlich nimmt in der Hamburger Gastronomie das Thema Craft Beer Fahrt auf. Das Alte Mädchen in den Schanzenhöfen feierte jüngst seinen fünften Geburtstag. Seit 2017 bereichert aber auch der Überquell Brewpub am Hafen die Szene, im Februar feierte das Malto in Altona Eröffnung und seit dem 5. April fließt auch im Oorlam in der Neustadt richtig gutes Bier. Bis Jahresende werden sich zudem die Wildwuchs Brauerei in Wilhelmsburg sowie ein bis zwei weitere Brewpubs dazu gesellen. Viele spannende Projekte, die so oder so Eure Unterstützung verdienen.

5) Past, present and future

Muss die Hamburger Bierzukunft eigentlich unbedingt wieder glanzvoll sein? Nun, nicht nur der Tradition unserer Stadt sind wir das eigentlich schuldig. Wir haben hier viel Raum für Innovation – etwas, das in der DNA einer Hafenstadt wie Hamburg fest verankert ist. Bier ist ein tolles Produkt, auch um als Speisebegleiter zu glänzen. Zudem kommen jedes Jahr zwei bis drei neue Bierstile, meist aus Übersee, hinzu, wie zuletzt die American Wild Ales oder das NEIPA. Innovation an den Braukessel ist also gefragt und dass auch Hamburg Neues kann zeigen Biere wie das Sour IPA „Rote Hanse“ von Bunthaus oder die „Rauchbirne“ – ein Rauchbier mit Birnenpüree – von Ratsherrn. Schritte in die richtige Richtung, aber da geht definitiv noch mehr, Hamburg!

In diesem Sinne: Prost! Auf die Frauen!

Euer Daniel


Foto: Altes Mädchen // Beitragsbild: Jennifer Meyer / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

Barrierefreie Ausgeh-Tipps

Die Suche nach einer Location ist in Hamburg nicht immer einfach. Am Telefon geben sich viele Restaurants und Bars als barrierefrei aus, ohne es wirklich zu sein. „Irgendwie kriegen wir das schon hin“, heißt es gern. Besser ist es, sich auf Empfehlungen zu verlassen. Oder eine Alternative zu finden … Anastasia Umriks Tipps für Kaffee, Dinner und Tanz

Restaurants

Saliba
Dieses (sehr!) kleine syrische Restaurant ist nichts für große Rollstühle und laute Stimmen. Aber es ist für Menschen mit feinen Geschmacksnerven und der perfekte Ort, um jemanden zu beeindrucken oder um einen Satz mit „Willst du mich …“ zu beginnen. Finde ich.

▶ Rollstuhltoilette befindet sich im „Parlament“, nicht weit von dem Restaurant.
Neuer Wall 13 (Neustadt), Telefon 34 50 21, Mo-Sa 12–23 Uhr; www.saliba.de

Petit Bonheur
Wer französische Musik, das französische Essen und generell Frankreich mag, der sollte das Restaurant „Petit Bonheur“ kennen. Es ist wie ein spontaner Kurzurlaub, es ist wie im Film: Intensiv, französisch, betörend und lecker.

▶ Rollstuhltoilette ist vorhanden.
Hütten 85-86 (Neustadt), Telefon 33 44 15 26, Mo-Fr, 12–18, Sa 17–24 Uhr; www.petitbonheur-restaurant.de

Vju im Energiebunker
Der Blick über Hamburg, der Blick ins Weite … da ist es fast egal, wie der Kuchen schmeckt. Aber er schmeckt! Und der Kaffee auch. Alles ist wunderbar an diesem Ort und ganz egal, ob bei einem Date oder nicht, diese Location verlässt man positiv und beseelt.

▶ Rollstuhltoilette ist vorhanden, wird aber leider oft als Abstellkammer genutzt. Aber es gibt eine, ja.
Neuhöfer Straße 7 (Wilhelmsburg), Telefon 0157 58 55 37 06 , Fr 12–18, Sa-So 10–18 Uhr; www.vju-hamburg.de

Altes Mädchen
Ein Ort zum Bleiben und zum Genießen. Im Winter kann man an der Feuerstelle sitzen, im Sommer draußen – und überhaupt geht es mir an diesem Ort immer gut. Die Gedanken und die Gespräche fließen, das Bier auch. Schön!

▶ Rollstuhltoilette ist vorhanden.
Lagerstraße 28b (St. Pauli), Telefon 80 00 77 75 0, Mo-Sa ab 12, So ab 10 Uhr; www.altes-maedchen.com

Frau Möller
Ach, Möller … wie viele Abende habe ich in dieser Kneipe verbracht! Ich liebe es dort zu sein, weil sich in dieser Kneipe Reiche und Arme, Junge und Alte begegnen, Anzugträger neben Kapuzenträger/innen sitzen und gemeinsam auf HSV oder St. Pauli anstoßen. Sowohl das Essen als auch die Getränke sind bezahlbar, die Stimmung ist entspannt. Die Kneipe ist sowohl als Dating-Location als auch für Singles (um es nicht mehr lang zu sein) geeignet.

▶ Rollstuhltoilette ist nicht vorhanden, aber schräg gegenüber ist das Hotel George mit einer großen Toilette.
Lange Reihe 96 (St. Georg), Telefon 25 32 88 17, Mo-Do 11.30–4, Fr 11.30–6, Sa 11–6, So 11-4 Uhr; www.fraumoeller.com

Atelier F
Französische und amerikanische Speisen neu definiert, sehr feine Küche und das Interieur ist der Wahnsinn: Jeder Raum hat ein eigenes Design, es gibt die ganze Zeit etwas zu entdecken und selbst dann hat man noch nicht alles gesehen. Und für die, die es sehr kuschelig mögen, gibt es sogar kleine Kabinen für zwei bis vier Personen. Ganz wie zu Hause – nur besser. Ein Muss für alle Leute mit Sinn für schönes Design!

▶ Es gibt eine barrierefreie Toilette im Kaufmannshaus, zu dem das Atelier F gehört.
Große Bleichen 31 (Neustadt); www.atelierf.eu

Portonovo
Ein Blick aus dem Fenster und dieser landet direkt auf der Außenalster. Mit ganz viel Fantasie kann man sich einbilden, man sei gerade in Italien und warte auf das Essen: Nudeln, Pizza, Fisch, Fleisch … alles steht hier zur Auswahl. Der Sonnenuntergang lässt sich sommers wie winters wunderbar genießen! Kurzurlaub für die Seele.

▶ Es gibt hier leider keine (große) barrierefreie Toilette, allerdings sind die Toiletten ebenerdig zugänglich. Für die einen gegebenenfalls passend, für andere wiederum nicht.
Alsterufer 2 (Rotherbaum); www.ristorante-portonovo.de

Tschebull
Seid nicht so naiv wie ich und geht da nicht ohne eine Reservierung hin; es ist nämlich oft ziemlich ausgebucht. Als ich dort endlich einen Tisch bekam, verstand ich, warum es spontan immer ausgebucht war: Gutes österreichisches Essen, sehr gute Weine und eine warme, gemütliche Atmosphäre. Ich habe als Letzte das Restaurant verlassen.

▶ Rollstuhltoilette befindet sich im Hotel Hyatt im gleichen Gebäude.
Mönckebergstraße 7 (Altstadt); www.tschebull.de

Chapeau
Wer im Chapeau essen geht, der sollte sich auf viele „Wow“-Momente einstellen. Dort ist, neben dem hervorragenden Essen, auch das Einrichtungsdesign sehr exklusiv und bis ins Detail ausgewählt. Man kann sich stundenlang umgucken und entdeckt auch dann noch neue Dinge. Sehr gut fürs erste Date geeignet – es entsteht keine Langeweile, selbst wenn das Gegenüber öde ist.

▶ Rollstuhltoilette ist vorhanden.
Moorfuhrtweg 10 (Winterhude); www.chapeau-restaurant.com

 

Cafés

Mutterland
Das Café eignet sich als zentraler Treffpunkt genauso wie für eine eine angenehme Wartezeit auf den nächsten Zug. Auch ist es ein guter Ort fürs Abendessen, bevor man ins Schauspielhaus oder in die Lange Reihe weiterzieht. Herrlich: der kleine Laden mit kulinarischen Geschenken (die man auch für sich selbst kaufen darf). Beim Herausgehen ist man sehr befriedigt. Und arm. Aber das macht nichts!

▶ Zahlreiche barrierefreie Toiletten befinden sich in der zentral gelegenen Umgebung.
Ernst-Merck-Straße 9 (St. Georg); www.mutterland.de

Café Leonar
Ich dachte immer, das Café sei eher etwas für intellektuelle, belesene, Fremdwörter benutzende Professoren. Bis ich dort eine Verabredung (na gut, nennen wir es „Date“) hatte und seitdem von dort nicht mehr wegzukriegen bin. Angenehme, friedliche Atmosphäre. Und hinterher fühlt man sich gleich so viel schlauer!

▶ Rollstuhltoilette ist nicht vorhanden.
Grindelhof 59 (Rotherbaum); www.cafeleonar.de

Entenwerder1
Noch bevor die Hamburger BloggerInnen diesen wunderbaren Ort entdeckt haben, saß ich da schon längst mit meiner kleinen Schwester und trank die Hauslimonade mit Ingwer und Gurke. Es ist nämlich das einzige Café in meiner Wohngegend – und es ist das allerschönste in ganz Hamburg. Mehr sag ich dazu nicht!

▶ Rollstuhltoilette ist nicht vorhanden.
Entenwerder 1 (Rothenburgsort), Telefon 70 29 35 88, Mo-Fr 11–20, Sa 10–22, So 10–18 Uhr

Koppel 66
Ich bin mindestens alle zehn Tage in der Koppel und inzwischen weiß jede/r Kellner/in wie ich meinen Kaffee trinke: Cappuccino, in einem Pappbecher (wegen des Gewichts) und mit einem Strohhalm. Ein Öko-Café in sehr cool. Dort fühle ich mich wohl und bekomme die besten Ideen!

▶ Rollstuhltoilette ist nicht vorhanden, aber eine Station weiter ist das George Hotel mit einer sehr großen Toilette.
Koppel 66 (St. Georg); www.koppel66.de

 

Clubs/ Bars

Uebel & Gefährlich
Konzerte und Partys jeglicher Musikrichtungen finden hier statt, meistens irgendetwas mit Elektro, was das Durchfeiern der Nächte angeht

▶ Rollstuhltoilette ist leider nicht vorhanden. Rausschwitzen!
Feldstraße 66 (St. Pauli), Telefon 31 79 36 10; www.uebelundgefaehrlich.com

Bar 1910
Für einen Moment habe ich vergessen, welches Jahr wir haben und wo ich bin. Der Pianist spielte „Happy Birthday“ und ich war so sehr in Gedanken verloren, dass ich vergessen habe, dass er womöglich für mich spielt … Das war an meinem ersten Abend in der Bar 1910 und seitdem bin ich sehr gern an diesem Ort. Die Inneneinrichtung ist aus den 20er Jahren und riecht nach einer intensiven Geschichte, während an der Bar meistens sehr interessante Persönlichkeiten verweilen.

▶ Rollstuhltoilette ist vorhanden.
Kirchenallee 34-36 (St. Georg); www.bar1910-hamburg.de

Mojo
Wer Funk, Soul, HipHop und tolle Menschen mag, der ist hier richtig. Etwas zu dunkel der Club, aber der Sound dafür umso besser. Ich bin gern hier!

▶ Rollstuhltoilette ist vorhanden.
Reeperbahn 1 (St. Pauli); www.mojo.de

/ Texte: Anastasia Umrik / Foto: Philipp Jung

 


Mehr Geschichten rund um das Thema Inklusion gibt es in unserem Special „Vielfalt leben“, das zusammen mit der Dezember-Ausgabe der SZENE HAMBURG erschienen ist. Hier geht’s zum PDF der ersten Ausgabe aus Juni 2017.

3 Gastro-Tipps für einen Restaurantbesuch mit Kindern

Still sitzen – nervt. Warten – nervt. Kinder suchen Beschäftigung, auch im Restaurant. Nur: Was macht ein kinderfreundliches Restaurant aus? Wir haben gelernt: Es kommt aufs Alter der Kinder an. Und den Anspruch der Eltern. Und die wollen dahin, wo alle anderen sind. Hier drei heiße Tipps fürs Wochenende!

Frühstück im Osterdeich

Osterdeich

Klein, günstig und toll zum Kuchenessen

Als wir am Freitagnachmittag den Außenbereich des Café Osterdeich betreten, frühstückt dort ein Pärchen in der Sonne. Von Freitag bis Sonntag bekommt man hier selbst um 14 Uhr noch eine ausladende Frühstücksplatte mit Käse-Etagère und hausgemachter Marmelade (26,50 Euro für zwei Personen). Uns ist allerdings nach Mittagessen: Die Spinatquiche mit Feldsalat (5,90 Euro) schmeckt dem Vater genauso gut wie der Tochter das auf Wunsch nur mit Käse belegte Toast-Sandwich. Es duftet nach frisch Gebackenem und die beiden zutiefst sympathischen Damen hinterm Tresen sind mit einer größeren Catering-Bestellung beschäftigt. Seitdem das Osterdeich auf die Sonnenseite der Müggenkampstraße umgezogen ist, ist nicht mehr viel Platz in dem kleinen Café mit der familiären Atmosphäre. Umso gemütlicher ist es auf der Fensterbank mit den vielen Kissen. Der Aufbruch fällt uns schwer – nicht zuletzt, weil wir selten so oft angelacht worden sind wie im Osterdeich.

JP, 1 Kind (9 J.)

  • Hochstuhl
  • Niedrige Toiletten/Waschbecken
  •  Malstifte/Bücher
  •  Außensitzplätze
  • Vierbeiner willkommen!

€ Müggenkampstraße 34 (Eimsbüttel), Telefon 43 27 46 50,Mi-So 10–17 Uhr, Kreditkarten: keine; www.osterdeich.net

 

Brechtmanns Bistro, kinderverliebtes Edelrestaurant

Brechtmanns Bistro

Kinderverliebtes Edelrestaurant

Eines vorweg: Kinder sind hier sehr willkommen! Das Personal bezieht die Kleinsten auf eine sehr aufrichtige Art in das Restaurantgeschehen mit ein: noch bevor wir bestellt haben, liegt eine bemalbare Kinderkarte samt Buntstiften auf dem Tisch. Heruntergefallene Löffel sind fix ausgetauscht und zusätzliche Servietten wie selbstverständlich an den Tisch gebracht. So müssen wir uns um nichts kümmern und können uns voll und ganz aufs Essen und unseren Kleinen konzentrieren. Die Speisen im Brechtmanns Bistro sind unglaublich frisch und vielfältig. Man legt hier Wert auf saisonales und möglichst auch regionales Gemüse. Die Kinderkarte ist kurz, aber durchdacht: Fünf verschiedene Kindergerichte wie hausgemachte Fischstäbchen mit Kartoffelpüree (8,50 Euro), Nudeln mit Tomatensauce (5,50 Euro) oder gebratene Hähnchenbrust mit Gemüse und Reis (7 Euro) treffen den Kindergeschmack. Auch die Speisen und Getränke sind kindgerecht angerichtet, das Wasser ungekühlt und in einem kleinen Glas mit Strohhalm serviert. Und nach dem Essen gesellen sich sogar drei Servicekräfte zu unserem Jungen und malen mit ihm zusammen Bilder.

JVW, 1 Kind (1 J.)

  • Kinderkarte
  • Hochstuhl
  • Malstifte/Bücher
  • Platz für Kinderwagen
  • Vierbeiner willkommen!

€€€ Erikastraße 43 (Eppendorf), Telefon 41 30 58 88, Mo-Fr 12–22, Sa ab 18 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.brechtmann-bistro.de

 

Pizza Bande – freundlich und entspannt

Pizza Bande

Pizza auf lässig

Lässige Kneipen sind üblicherweise keine besonders empfehlenswerten Orte für Kinder. Die Pizza Bande in St. Pauli ist zwar keine Kneipe, sieht aber von innen ein bisschen so aus. Alle Gäste werden hier gleich behandelt: freundlich und entspannt. In der offenen Küche wirbelt der tätowierte Pizzabäcker die Teigplatten durch die Luft, bestellt und bezahlt wird an der Theke. Dort stehen auch bunte Strohhalme für die Getränke bereit. Als die Thekenkraft sieht, dass Kinder dabei sind, fragt sie nach deren Namen und notiert sie auf dem Bestellbon – also doch eine kleine Extrawurst. Und siehe da: Sowie die Pizzen fertig sind, werden die Kinder ausgerufen und freuen sich über die neidischen Blicke all derer in der Warteschlange, die ihre Bestellung noch nicht abgegeben haben. Das Prinzip dieses Ladens kommt verwöhnten Gaumen entgegen: Der eine mag dies nicht, der andere das nicht? Kein Problem, hier stellt sich jeder seine Pizza selbst zusammen. Es gibt auf die Basisvariante für 5,90 Euro klassische Beläge wie Mais, exotische wie Banane und seltene wie Sucuk oder veganen Speck (Extras zwischen 1,20 und 2,90 Euro). „Ich würde da gerne öfters hingehen“, sagt die Kleine auf dem Heimweg. Na bitte.

MHO, 2 Kinder (9 & 16 J.)

  •  Malstifte
  • Platz für Kinderwagen
  • Außensitzplätze
  • Vierbeiner willkommen!

€ Lincolnstraße 10 (St. Pauli), Mo-Do 12.30–22, Fr 12.30–23, Sa 13.30–23, So 13.30–22 Uhr (Küche So-Do bis 22, Fr-Sa bis 23 Uhr), Kreditkarten: keine; www.pizza-bande.de

Legende:

€        Hauptgerichte für 5-15 Euro
€€     Hauptgerichte für 10-20 Euro
€€  Hauptgerichte für 15-25 Euro


Diese Restauranttipps finden Sie auch im neuen SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN Kinder. Wir haben mit unseren Sprösslingen 100 Restaurants getestet, mit Spitzenköchen über eine gesunde Esskultur zu Hause, in Schulen und Kitas gesprochen, einen Sternekoch für Kinder kochen lassen, appetitliche Buchtipps zusammengestellt und variantenreiche Pausenbrotrezepte gesammelt. Unsre Empfehlung: Reinschauen und Entdecken!

Hamburgs erster Gastroguide für Eltern und Kinder ist ab sofort im Handel erhältlich.

Berlins Gastro-Szene bei der Kitchen Guerilla

Kreativ, international und ein bisschen verrückt – Trend-Küche aus der Hauptstadt: Vom 7. bis 11. November gastiert visitBerlin mit einem Pop-up‐Restaurant in Hamburg

Die Hauptstadt ist Magnet für Gäste aus dem In- und Ausland. Längst ziehen nicht nur Architektur, Kunst und Kultur, Szeneclubs und angesagte Bars die Besucher in die Stadt. Die Gastro-Szene hat einen exzellenten Ruf, setzt Trends und ist Hamburg auch gern ein paar Schritte voraus. Keine Frage: Berlin ist nicht nur Currywurst, sondern längst Deutschlands  kulinarischer Hotspot. Wusstet ihr: In Berlin gibt es die meisten Michelin-Restaurants Deutschlands.

Ob der Ruf gerechtfertigt ist, könnt ihr jetzt selbst erleben: Fünf Tage lang präsentiert das Berliner Stadtmarketing in Altona die Hauptstadt-Gastro-Szene. Was passt da besser als Location als das Basecamp der Kitchen Guerilla?

Berliner Lifestyle in Hamburg: Restaurant, Bar und Shop

Die Köche von Barkin´Kitchen haben eigens für „Pop into Berlin“ ein Menü kreiert: Serviert werden die drei Gänge „Südspree“, „Melting Pot Berlin“ und „Erbse, Kartoffel, Speck“ als süßer Abschluss – in Kombination mit Live-Musik, einer Street-Art-Performance und einem passenden Raumdesign vermittelt „Pop into Berlin“ alles unter dem Motto „Urban Jungle“. Und auch so tickt die Szene: Gäste können etwa frische Kräuter zu ihrem Abendessen aus hängenden Gärten ernten. In der angeschlossenen Berlin-Bar werden Drinks aus der Hauptstadt gemixt, dazu legt ein DJ aus dem legendären Kreativdorf „Holzmarkt“ auf. Außerdem gibt’s auch jede Menge kreative Made-in-Berlin-Produkte aus dem Food‐ und Lifestyle-Bereich.

/ ILO / Fotos: Roland Breitschuh

7.-11.11.2017,
3-Gang-Menü jeweils 18 und 20.45 Uhr, Tickets gibt’s unter www.visitBerlin.de/popintoberlin
Für Gäste ohne Restaurantticket sind Bar und Shop täglich ab 21 Uhr geöffnet.

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„Go with the flow“ heißt es für drei Hamburger Gastronomen, die vor Kurzem ihr zweites Restaurant eröffnet haben. Ob südamerikanische Hausmannskost oder Casual Dining – hier tut sich was!

 

Komm zu Mama! – Maria Magdalena

Leche de Tigre-Betreiber Tschabi und Aurelio haben ein neues Lokal. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Gasthofs Möhrchen am Spritzenplatz gibt es jetzt magenwärmende Soulfood-Eintöpfe in riesigen Keramikschüsseln. An den Wänden gestickte Landschaftsbilder und 50er-Jahre-Lampen, auf den Tischen kleine Porzellanvasen mit bunten Nelken: Fühlt sich an wie bei Omi zu Hause. Einer Omi mit dem wohlklingenden Namen Maria Magdalena, die mit lateinamerikanischen Rhythmen und Düften aufgewachsen ist. Einer, die mit viel „Corazon“ und Geduld langsam gegarte Speisen zubereitet. „El Güero“, ein Gericht aus gebackenem Hähnchen, Yuca, fermentierter Wassermelone, gerösteten Erdnüssen, Avocado und Koriander in einer dicken Fenchelbrühe ist die perfekte Streicheleinheit an einem Sonntagabend. Die Türen des Pop-up-Restaurants bleiben bis Anfang 2018 geöffnet. Wenn es gut läuft, geht es an einem anderen Standort weiter, sagen Tschabi und Aurelio bescheiden. Wer die Geschichte vom Leche de Tigre kennt, muss sich eigentlich keine Sorgen machen.

Spritzenplatz 4 (Ottensen), Telefon 0176 / 23 75 39 38, Mo-So 17–1 Uhr;
www.facebook.com/spritzenplatz4/

 

Fast Food mit Anspruch – Kokomo Noodle Club

Ein Meer aus Laternen und Lampions, winkende Katzen, Bonsai-Bäumchen, japanische Schriftzeichen und Malereien mit Männern im Kimono an den Wänden: Hamburg hat einen neuen Ramen-Laden in der Clemens-Schultz-Straße, den Kokomo Noodle Club. Die bissfesten Nudeln werden von Robin und Moritz, Betreiber des Grilly Idol nebenan, selbst hergestellt. Sie schwimmen in würzigen, dicken Brühen zusammen mit gekochten Eiern, Frühlingszwiebeln, Shiitake- oder Enoki-Pilzen, mit Schweinebauch, Lachs oder Seidentofu. Dazu kann man scharfes Kimchi oder knackige Edamame mit Splittersalz bestellen. Im Eingangsbereich finden Eilige an bunten Barhockern Platz. Wer es gemütlicher mag, setzt sich an einen der langen Holztische im hinteren Bereich. Das rötliche warme Licht ist sehr schmeichelhaft und daher perfekt für ein Date. Fun Fact: In Tokyo, der Stadt mit der höchsten Ramen-Bar-Dichte, wurden bereits zwei solcher Läden mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Clemens-Schultz-Straße 40 (St. Pauli), Telefon 52 15 59 70, Mo-So 18–22 Uhr;
www.facebook.com/kokomonoodleclub

 

In rustikaler Nachbarschaft – Berta Emil Richard Schneider

Starker Kontrast: Gegenüber von der Schlachterbörse und ein paar Häuser entfernt vom Erika’s Eck hat sich ein feiner, von außen fast unscheinbarer Laden eingenistet. Das Berta Emil Richard Schneider ist nach seinem Betreiber Nils Berschneider benannt, dem auch das Rain Cafeatary in Ottensen gehört. Elegant-minimalistisch, aber irgendwie auch gemütlich: In seinem neuen Lokal setzt Nils auf Understatement. Das verwinkelte Interieur bestimmen holzverkleidete und mintgrüne Wände, Tische im Industrial- Look, Sukkulenten in goldenen Vasen, weiße Stumpenkerzen und gedämpftes Licht. Auf den Tischen liegt dekorativ in Stofftücher eingewickeltes Silberbesteck bereit, vorweg gibt es gewürztes Popcorn, frisches Brot und aromatisiertes Olivenöl. Die Speisekarte ist übersichtlich, die Getränkekarte dafür umso ausladender: Zur Auswahl stehen verschiedene Weine aus der Pfalz, Rheinhessen oder dem Burgund, Aperitifs und Cocktails. Dazu kann man Bar Food wie Lobster Roll oder Ringelbete mit karamellisiertem Ziegenkäse bestellen. Oder, für den größeren Hunger, eine visuell ansprechende Labskaus- Variation mit Lachsfilet, Rote-Bete-Pürree und Wachtelei. Außerdem lohnt sich ein Besuch der stillen Örtchen: Zum Händetrocknen liegen Gästehandtücher und nette Aufmerksamkeiten wie Handcreme, Ohrenstäbchen und Kondome bereit. Bei den Männern Kaugummis und Ricola. Interessante Auswahl.

Kampstraße 25–27 (Sternschanze), Telefon 20 95 62 95, Di-Sa 18–1 Uhr;
www.berta-emil-richard-schneider.de

 


Who the fuck is…

 

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. „Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch“, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.

jasmin.shamsi@vkfmi.de