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FoodSZENE: Food Love statt Food Waste

Jasmin unterwegs #5: Bewusster Genuss. Warum blindes Konsumieren teuer und ressourcenzehrend ist und was wir vom Buddhismus lernen können.

Da sitzen wir wieder auf unseren Bergen von Kunststoffabfällen. Seit Beginn des Jahres hat China dem Import von Plastikmüll aus dem Ausland einen Riegel vorgeschoben. Dort will man jetzt in den Aufbau einer eigenen Kreislaufwirtschaft investieren. Das Problem ist: Die Kapazitäten für das Recyceln von Kunststoff sind in Deutschland schon lange am Limit. Ein Großteil wird verbrannt – ist ohnehin viel billiger. Muss das sein?

In Hamburg gibt es mittlerweile eine Reihe von Läden, die ausschließlich unverpackte Lebensmittel anbieten: Stückgut in Ottensen, Twelve Monkeys in St. Pauli, Bio.Lose in Eimsbüttel oder auch Ohne Gedöns in Lemsahl-Mellingstedt. Außerdem wollen Initiativen wie „Refill it!“, ein Mehrweg-Pfandbecher-Poolsystem von El Rojito, dem unverhältnismäßigen Pappbecherverbrauch ein Ende setzen.

Wo wir beim Thema Lebensmittel sind: Auch davon landen hierzulande jährlich tonnenweise im Müll (wenn ihr’s genau wissen wollt: pro Person und Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm). Das Fatale: Ein nicht geringer Teil der weggeworfenen Lebensmittel ist durchaus noch genießbar. Wie kann das sein? Falsche Einkaufsplanung, schlechte Lagerung oder auch unzureichende Kenntnisse über die Weiterverarbeitung von Lebensmittelresten sind nur einige der Gründe. Plattformen und Apps wie „Zu gut für die Tonne“, „ResQ Club“ oder „foodsharing“ bieten innovative Lösungsansätze.

Die Küche der Achtsamkeit: Das japanische Soulfood Ochazuke kombiniert Reis mit leckeren Toppings und einer Brühe aus grünem Tee. Foto: Kathrin Koschitziki / Verlag Antje Kunstmann

Überangebot und niedrige Lebensmittelpreise haben dazu beigetragen, dass wir Nahrungsmitteln nicht mehr genügend Wertschätzung entgegenbringen. Hand aufs Herz: Wer hat den Lebenslauf der verschiedenen Gemüsesorten auf dem Schirm? Bis eine Möhre reif ist, braucht sie zwei Monate Zeit. Rote Bete wird nach drei bis vier und Rosenkohl nach fünf bis sechs Monaten geerntet.

Klassischer Gemüseanbau ist betreuungsintensiv und hat seinen Preis. Bei Discountern gibt’s Rosenkohl in Großpackungen à 0,50 Cent. Wenn da die Hälfte verdirbt, juckt das doch niemanden, oder? Wo ist der Haken? Dass wir dafür indirekt doppelt zahlen!

Jedes Lebensmittel – auch das billige – verbraucht für seine Herstellung wertvolle Ressourcen. Werfen wir es in die Tonne, zahlen wir sogar drauf, weil auch der Abtransport Energie benötigt. Außerdem, und das ist vermutlich den wenigsten bewusst, unterstützen wir mit dem Kauf von Billigprodukten den harten Wettbewerb im deutschen Einzelhandel. Den Preisdruck kriegen die Lieferanten und Erzeuger zu spüren: Um bestehen zu können, müssen sie an der Qualität der Inhaltsstoffe sparen, Kürzungen beim Umweltschutz vornehmen, die Lohnkosten senken. Auch dafür tragen wir am Ende die Rechnung.

Tainá Guedes: Die Küche der Achtsamkeit, Verlag Antje Kunstmann, München 2017, 208 Seiten, 28 Euro

Das Zauberwort heißt: bewusste Esskultur. Genießen lernen. Noch ambitionierter: Ernährungsbildung von klein auf. Tainá Guedes’ neues Kochbuch „Die Küche der Achtsamkeit“ mag an der einen oder anderen Stelle etwas radikal und spirituell klingen – aber es hat mir definitiv die Augen geöffnet, was die vielfältigen Möglichkeiten der Resteverwertung, aber auch einen respektvollen Umgang gegenüber unserem Essen betrifft. Dabei bezieht sich die gelernte Köchin, Food-Aktivistin und Künstlerin auf ein Konzept aus dem japanischen Buddhismus: Mottainai. Was so viel meint wie: reduzieren, wiederverwenden, wiederverwerten, Dankbarkeit zeigen. Ein Ansatz, der auf alle Lebensbereiche übertragbar ist.

Am 27. April 2018 zeigt Köchin und Kochbuchautorin Sophia Hoffmann in der Kurkuma Kochschule, wie Zero Waste Cooking geht. www.kurkuma-hamburg.de


 Yin und Yang

Caroline Franke, Daniel Schieferdecker: Forever Yang, Umschau Verlag, Neustadt an der Weinstraße 2017, 272 Seiten, 29,95 Euro

Stichwort Esskultur und Buddhismus: Nicht nur in Japan geht es beim Essen um Gemeinschaft, Kultur und Tradition, auch in China sieht es ähnlich aus. Isst man auswärts, bestellt man üblicherweise mehrere kleine Gerichte für alle mit. In China ist die Ernährung eine lebenslange Form der Gesundheitspflege, also viel mehr als bloße Nahrungsaufnahme (Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes sind tatsächlich eine relativ neue Erscheinung). Die Fünf-Elemente-Lehre sowie das Konzept von Yin und Yang spielen hierbei eine wichtige Rolle. Davon konnten sich Kochbuchautorin Caroline Franke und Journalist Daniel Schieferdecker selbst überzeugen, als sie 2016 durch China reisten. Von wegen fettig, fleisch- und glutamatlastig: In ihrem Reise-Kochbuch „Forever Yang“ versammeln sie viele tolle Rezepte, die die chinesische Küche in einem neuen Licht erstrahlen lassen.

 

Texte: Jasmin Shamsi

 

 

 


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

 

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. „Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch“, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.

jasmin.shamsi@vkfmi.de

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Februar 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Türchen Nummer 6: Adventsprosecco und Sekt

Morgen im Adventskalender: jeweils eine der 6 Sorten Alsterblick-Edition von EDEKA Niemerszein.

Stößchen! Weihnachten, Silvester, das neue Jahr: Vor uns liegen viele gute Gründe, die Gläser klingen zu lassen. In Hamburg findet man Lokalpatriotismus prickelnd: Unter dem schönen Namen Alsterblick gibt es, exklusiv für EDEKA Niemerszein abgefüllt, feinen Prosecco aus Roséwein oder Riesling und wunderbaren Sekt je nach persönlicher Vorliebe von Trocken über Extra Trocken bis Brut. Ebenfalls in Weiß oder Rosé. Zu haben in allen 8 NIEMERSZEIN-Märkten in Hamburg. Übrigens auch als Piccolöchen – wenn man nicht so sehr „sik antüdeln“ will. Mehr Infos auch unter www.niemerszein.de

Gewinnen Sie jeweils eine der 6 Sorten Alsterblick-Edition. Die Gewinner erwartet neben dem prickelnden Trendgetränk auch eine kleine Überraschung bei EDEKA Niemerszein in der Langen Reihe 110 (St. Georg).

 Tipp: In der aktuellen Print-Ausgabe der SZENE HAMBURG finden Sie alle Gewinne auf einen Blick.

Senden Sie eine E-Mail mit dem Betreff  „Adventskalender Tür 6“  an verlosung@vkfmi.de. Einsendeschluss ist der 6.12.2017 um 9 Uhr. Um 10 Uhr morgens am 6.12.2017 findet dann die Verlosung statt. Der Gewinner wird per Mail benachrichtigt. Das nächste Türchen erscheint jeweils um 7 Uhr. Bitte geben Sie für den Versand der Gewinne Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an.

Türchen Nummer 3: Dinner in the Dark 2.0

Heute im Adventskalender: 1×2 Gutscheine für ein Dinner in the Dark 2.0.

Lust auf eine Hamburg-Hotspot-Tour in Kombination mit einem absoluten Abenteuer von einem Abendessen? Dann ist das Dinner in the Dark an einem Freitag ihrer Wahl (19–22.30 Uhr) genau das Richtige. Wohin es geht? Wird nicht verraten. Die Hamburg-Dinner-Tour startet in der Ausstellung Dialog im Dunkeln zwischen 19 und 20 Uhr alle 20 Minuten, und dann gibt es nur noch schmecken, riechen, fühlen. Ein tolles Erlebnis inklusive bester Kulinarik.

Gewinnen Sie heute 1×2 Gutscheine für ein Dinner in the Dark 2.0., mit Überraschungsmenü und Hamburg-Tour (Barrierefrei; Preis:69 Euro p.P inklusive Aperitif, Espresso o. Digestif).

 Tipp: In der aktuellen Print-Ausgabe der SZENE HAMBURG finden Sie alle Gewinne schon jetzt auf einen Blick.

Senden Sie eine E-Mail mit dem Betreff  „Adventskalender Tür 3“  an verlosung@vkfmi.de. Einsendeschluss ist der 02.12.2017 um 24 Uhr. Um 10 Uhr morgens am 3. Dezember 2017 findet die Verlosung statt. Der Gewinner wird per Mail benachrichtigt. Bitte geben Sie für den Versand der Gewinne Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an.