9. Triennale der Photographie in Hamburg: Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other

Ab dem 5. Juni öffnen wieder acht der wichtigsten Hamburger Kunstinstitutionen ihre Türen für Fotokunst aus aller Welt. Die Triennale der Photographie findet seit 1999 statt, wurde von F.C. Gundlach initiiert und gilt als eines der wichtigsten Fotografie-Events in Deutschland. Seit 2014 wird sie von der Deichtorhallen Hamburg GmbH veranstaltet. Hauptförderer ist die Behörde für Kultur und Medien
Rotimi Fani-Kayode, Nothing to Lose XII (Bodies of Experience), 1989
Rotimi Fani-Kayode, Nothing to Lose XII (Bodies of Experience), 1989 (©Courtesy Autograph)

Die diesjährige Ausgabe der Photo Triennale unter dem Titel „Alliance, Infintiy, Love – in Face of the Other“ stellt Fotografie nicht nur als beobachtendes Medium vor, sondern als Mittel, um Fragen von Verantwortung, Gerechtigkeit, Erinnerung, Repräsentation und Menschlichkeit zu verhandeln. Der Titel verweist auf die drei Leitbegriffe:

„Lee Shulman und Omar Victor Diop, The Anonymous Project präsentiert Being There, 2023“ (©Courtesy the artists)

„Alliance“ steht für die Verbundenheit und Anerkennung von Unterschiedlichkeit, „Infinity“ für die Offenheit für neue visuelle Paradigmen und unterdrückte Stimmen und „Love“ für die bewusste, politisch wirksame Handlung. Der Titel ist politisch, gesellschaftlich und ethisch zu verstehen: „Das Festival rückt eine fotografische Praxis ins Zentrum, die Verantwortung für unterschiedliche, auch unvertraute Lebenswelten übernimmt, Gemeinschaft stiftet und das fotografische Material als Mittel historischer Gewalt und Unterdrückung hinter sich lässt“, heißt es in der ersten Pressemitteilung zur Triennale.

Helene Amouzou autoportrait Molenbeek 2009 (©Hélène)

Das Thema der Triennale verweise auf die Philosophie Emmanuel Levinas’, der die Unendlichkeit des menschlichen Seins und die Verantwortung gegenüber dem unbekannten Anderen als Grundlage für Menschlichkeit und Solidarität begreife. Die ausgewählten Fotografien dienen der Sichtbarmachung von Stimmen, die auf Inklusion und dialogische Begegnungen setzen.  

Die künstlerische Leitung für die Triennale der Photographie übernimmt in diesem Jahr der in London ansässige Kurator und Autor Mark Sealy. In seiner bisherigen Karriere setzte er sich vor allem für die Dekolonisierung des westlichen Blicks und die Förderung marginalisierter Stimmen in der internationalen Fotografie ein.   

Diese Hamburger Institutionen stellen aus 

Die zentralen Ausstellungen vom 5. Juni bis zum 22. September finden in den Deichtorhallen, dem PHOXXI. Haus der Photographie Temporär, dem Bucerius Kunst Forum, der Hamburger Kunsthalle, dem Kunsthaus Hamburg sowie dem MARKK, dem Museum der Arbeit und dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg statt.   

Tickets und weitere Infos 

Es gibt einen gemeinsamen Infopoint im Festivalzentrum vor den Deichtorhallen Hamburg, der unter der Woche von 11 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet hat. 

Während der Eröffnungswoche, vom 4. Juni bis zum 14. Juni 2026, gibt es ein Triennale-Ticket, mit denen alle elf Ausstellungen in den acht Ausstellungshäusern besucht werden können. Das Ticket kostet 35 Euro (ermäßigt 25 Euro, mit Hamburg Card 28 Euro). Zu erwerben ist es an den Kassen aller teilnehmenden Institutionen. Ein Onlineerwerb ist nicht möglich. Nach der Eröffnungswoche, ab dem 15. Juni 2026 gelten die regulären Eintrittspreise der jeweiligen Museen oder das Ticket der Kunstmeile. 

Ausstellungshaus / Ort Ausstellung Laufzeit
Deichtorhallen Hamburg – Halle für aktuelle Kunst Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other 5.6.–22.9.2026
Deichtorhallen Hamburg – Sammlung F. C. Gundlach Cocktail Prolongé. F.C. Gundlach Special 5.6.–22.9.2026
Deichtorhallen Hamburg – PHOXXI. Haus der Photographie Temporär Akosua Viktoria Adu-Sanyah / Abdulhamid Kircher 5.6.–1.11.2026
Deichtorhallen Hamburg – Sammlung Falckenberg Inner Mornings, or Forms of Counterculture 6.6.–13.9.2026
Bucerius Kunst Forum F. C. Gundlach. You’ll Never Watch Alone 8.5.–16.8.2026
Hamburger Kunsthalle ABER ICH DIE WELT ICH SEHE DICH 5.6.–4.10.2026
Kunsthaus Hamburg Melike Kara, Whispers 5.6.–23.8.2026
Kunstverein in Hamburg Nina Porter: Sample Question 5.6.–22.9.2026
MARKK – Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt Bilderechos aus Peru 5.6.2026–27.6.2027
Museum der Arbeit Franki Raffles: Photography, Activism, Campaign Works 5.6.–6.9.2026
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Sara Sallam – Fürsorge: Fotografie neu ordnen 5.6.2026–10.1.2027

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