Deutsche Lebensbrücke e. V.: Wenn ein Frühstück den Unterschied macht

Die Hilfsorganisation setzt sich gegen Kinderarmut und für mehr Chancengleichheit ein – und das seit 35 Jahren
Über das gemeinsame Essen lässt sich Zugehörigkeit und Wertschätzung erfahren, wie hier bei einem der Frühstücksklubs der Deutschen Lebensbrücke
Über das gemeinsame Essen lässt sich Zugehörigkeit und Wertschätzung erfahren, wie hier bei einem der Frühstücksklubs der Deutschen Lebensbrücke (© Deutsche Lebensbrücke)

Perspektiven und Hoffnung schaffen – das ist das Ziel der gemeinnützigen Hilfsorganisation Deutsche Lebensbrücke e. V., deren Arbeit auf vier Säulen beruht: Kinderarmut lindern, Kinder heilen, Kinder beflügeln und besondere Hilfe. Die Projekte und Angebote, die durch private Spenden und Mitgliedschaften finanziert werden, richten sich dabei an Kinder und Familien in akuter Not und umspannen den ganzen Globus. Auch in Hamburg wurden bereits mehrere Formate umgesetzt, darunter die Frühstücksklubs und der Mittagstisch, um gegen die Armutsquote anzusteuern. Denn fast jedes vierte Kind ist in der Hansestadt entweder armutsgefährdet oder lebt in Armut. Auch überlastete Familien mit geringem Einkommen oder zu kleinem Wohnraum sollen hierdurch unterstützt werden.

Hilfe genau da, wo sie ankommt

Damit kein Kind etwa hungrig in den Unterricht gehen muss, hat der Verein 2009 die sogenannten Frühstücksklubs an Schulen ins Leben gerufen. Seit 2016 existiert einer davon in Hamburg-Lohbrügge an der Grundschule am Max-Eichholz-Ring. In Zusammenarbeit mit der Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas GmbH wird dort kostenloses Frühstück angeboten; darüber hinaus gibt es noch eine Ganztagesbetreuung von 6 bis 18 Uhr. Hamburgs zweiter Frühstücksklub befindet sich seit 2025 in der Stadtteilschule Eidelstedt, wo täglich vor Schulbeginn für die Jahrgänge fünf bis sieben ausgewogenes Essen bereitgestellt wird. Den Mittagstisch startete die Deutsche Lebensbrücke wiederum 2003. Seit 2008 gibt es ihn auch in Hamburg. Im Jugendtreff „Billebogen“ in Hamburg-Bergedorf etwa können Jungs im Alter von elf bis 18 Jahren immer donnerstags bis samstags mit Betreuung gemeinsam kochen. Unter dem Motto „Jungs kochen für Jungs“ wird zusammen eingekauft, zubereitet, gegessen – und natürlich auch abgewaschen. Dabei übernehmen die Jungs Verantwortung und lernen praktisches Wissen über günstiges Einkaufen und gesundes Kochen ebenso wie sie kulturellen Austausch und Zugehörigkeit erleben. Insbesondere geht es dabei aber auch darum, positive männliche Identifikationsfiguren zu bieten, eine gewaltfreie Gemeinschaft zu fördern und den Erwartungsdruck, der mit bestimmten Rollenbildern einhergehen kann, zu mindern. Wie die Vorstandsvorsitzende Petra Windisch de Lates mitteilt, stoßen die verschiedenen Hamburger Projekte auf großen Zuspruch: „Die Kids sind so glücklich, denn sie bekommen nicht nur was zum Essen, sondern erfahren auch Gemeinschaft, Wertschätzung und ein fröhliches Miteinander.“

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