Elbjazz: Hamburgs Hafen lädt zum Jazz-Wochenende

Vom 10. bis 11. Juli verwandelt sich das Werftgelände von Blohm+Voss sowie die Elbphilharmonie erneut in einen zentralen Spielort für internationalen Jazz und genreverwandte Musik. Das Festival kehrt nach einer Pause zurück und knüpft dabei an sein etabliertes Konzept an
Sommer, Sonne, Elbjazz. Diese malerische Kulisse wird nach einem Jahr Pause 2026 wieder zum Leben erweckt
Sommer, Sonne, Elbjazz. Diese malerische Kulisse wird nach einem Jahr Pause 2026 wieder zum Leben erweckt (© Jens Schlenker)

Nach einer längeren Pause meldet sich das Elbjazz-Festival in diesem Sommer zurück. Die Veranstalter setzen bei der kommenden Ausgabe wieder auf die bewährte Mischung aus der rauen Industriekulisse des Hafens und einem musikalischen Programm, das sowohl etablierte Namen als auch aktuelle Strömungen im Jazz und Soul abdeckt. Das Werftgelände, das während des Festivals für die Öffentlichkeit zugänglich ist, bildet dabei  den räumlichen Kern. Der industrielle Charakter des Areals, geprägt durch Werfthallen, Container und den Blick auf die vorbeiziehenden Schiffe – ist seit den Anfängen des Festivals ein wesentliches Merkmal für die Besuchenden.

Alles was das Jazz-Herz begehrt: Blues, Soul und Funk 

Einzigartige Stimmung wird auch beim Elbjazz 2026 wieder erwartet (© Dario Dumancic)

Das musikalische Programm ist auch in diesem Jahr breit gefächert. Die Veranstalter haben eine Auswahl an Künstlern getroffen, die unterschiedliche Aspekte des Jazz und angrenzender Genres wie Blues, Soul und Funk bedienen. Zu den angekündigten Gästen auf den Außenbühnen gehören unter anderem der britische Sänger Tom Jones sowie der Jazz-Pop-Musiker Jamie Cullum. Beide Künstler prägen das Profil des Programms, das bewusst auf eine Mischung aus internationaler Bekanntheit und musikalischer Qualität setzt. Ergänzt wird das Line-up durch Auftritte von Musikern wie José James feat. China Moses, der Saxofonistin Nubya Garcia und dem Blues-Musiker Christone „Kingfish“ Ingram. Diese Auswahl unterstreicht den Anspruch des Festivals, nicht nur einem reinen Genre-Publikum gerecht zu werden, sondern ein breiteres Spektrum an Besuchenden anzusprechen. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet das Konzert der NDR Bigband, die sich in ihrem Programm dem Werk von Miles Davis widmet und damit einen der einflussreichsten Musiker der Jazzgeschichte in den Mittelpunkt stellt.

Neben dem Open-Air-Programm auf der Werft umfasst das Festival auch die sogenannten „Elbphilharmonie-Specials“. Diese Konzerte, die im Großen Saal der Elbphilharmonie stattfinden, bilden das Gegenstück zur Open-Air-Atmosphäre auf dem Werftgelände. Für die exklusiven Auftritte wurden unter anderem Joss Stone und Chilly Gonzales angekündigt. Die Konzerte in der Elbphilharmonie sind organisatorisch vom übrigen Festivalbetrieb getrennt, was sich auch in einer separaten Ticketregelung widerspiegelt. Die Nutzung des Konzertsaals ermöglicht es dem Festival, die Akustik eines modernen Architekturdenkmals in die Veranstaltung einzubinden, was einen bewussten Kontrast zur maritimen Industriekulisse darstellt.

Mit der Rückkehr des Festivals verbinden die Organisatoren den Anspruch, den Austausch zwischen regionalen und internationalen Künstlern zu fördern und gleichzeitig den Hafen als Ort der kulturellen Begegnung neu zu besetzen. Die Herausforderung für die Festivalleitung besteht darin, den Spagat zwischen einer hohen Besucherzahl und der Erhaltung der besonderen Atmosphäre zu meistern, die das Elbjazz in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat. Die Rückkehr des Festivals wird als wichtiges Signal für die kulturelle Lebendigkeit der Stadt gewertet, die in den Sommermonaten durch eine Vielzahl an Open-Air-Formaten geprägt ist.

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