SZENE HAMBURG: Ausschließlich Frauen gestalten seit zehn Jahren im Kollektiv „Glitch AG“ unterschiedliche Bühnenformate. Zurzeit entsteht eine Trilogie mit dem Titel „Open Water“, Teil eins heißt „Liquid Bodies“. Wasser ist so vieles – lebensnotwendig, gefährlich, bedroht – wo beginnt euer Zugriff auf das umfassende Thema?
Eva-Maria Glitsch: Wasser verbindet uns miteinander. Unsere Körper bestehen zu großen Teilen aus Wasser. Wenn wir uns als miteinander verbunden begreifen, folgt daraus eigentlich eine einfache Konsequenz: fürsorglich miteinander umzugehen. Bin ich gut zu Mensch und Natur, bin ich auch gut zu mir selbst. Natürlich wissen wir, dass die Realität oft anders aussieht – das verhandeln wir in „Liquid Bodies“ auf musikalisch-sinnliche Weise.
Eva-Maria Glitsch: Körper, Sorgearbeit, Umwelt und Machtverhältnisse
In „Flüssige Körper“ geht es um Hydrofeminismus, wie bringt ihr die Bereiche Frauenrechte und Wasser für eine Öffentlichkeit zusammen?
Hydrofeminismus denkt Körper, Sorgearbeit, Umwelt und Machtverhältnisse zusammen. Durch die Perspektive der wässerigen Verbundenheit werden feministische Fragen zu Themen, die alle betreffen. Wie wollen wir miteinander sein? Was hält uns? Und was entsteht, wenn wir – zumindest für einen Abend – zu einer aquatischen Gemeinschaft werden?
Die Aufführung wird als Relaxed Performance angekündigt, was genau erwartet das Publikum?
Wir gestalten einen Raum, den sich das Publikum frei aneignen kann. Es gibt ein Wasserbecken, Lichtspiele, Musik und Bewegung. Man kann sich im Raum bewegen, mitsingen, zuhören oder einfach da sein. Wer Durst hat, trinkt einen Schluck Wasser. Wer eine Pause braucht, geht raus – und kommt jederzeit wieder rein. Wie wir füreinander sorgen und aufmerksam sind, wird bei jeder Show neu an die vorhandenen Bedürfnisse angepasst.
Dieser Text zuerst in der SZENE HAMBURG 03/26 erschienen.

