Sweet Disaster_2_©Anne Bolick_Zeitgeist Filmproduktion-klein

Sweet Disaster: Ein Feel-Good-Film

Sweet Disaster ist das Spielfilmdebüt von Regisseurin Laura Lehmus: Eine unkonventionelle romantische Komödie, die im Kino durchaus mitzureißen weiß

Text: Rosa Krohn

Der etwas merkwürdige Boy-Meets-Girl-Einstieg im Spielfilmdebüt der finnisch-deutschen Regisseurin Laura Lehmus verrät frühzeitig, dass sie einen besonderen Blick auf die Geschichte ihrer Heldin besitzt und ein ungewohntes Tempo und Taktgefühl, sie zu erzählen.

Die 40-jährige Frida (Friederike Kempter) wird nach einem halben Jahr Beziehung unerwartet schwanger. Kurz nachdem sie ihm die Nachricht überbringt, eröffnet Partner Felix (Florian Lukas) ihr, in jemand anderen verliebt zu sein und macht Schluss. So schnell gibt Frida jedoch den Vater ihres Kindes nicht auf …

Experimentierfreudig und Abwechslungsreich

Sweet Disaster_©Anne Bolick_Zeitgeist Filmproduktion-klein
„Sweet Disaster“, ab 11. August 2022 in den Kinos (Foto: Anne Bolick/Zeitgeist Filmproduktion)

So ausgeschlachtet diese Prämisse romantischer Komödien auch ist, so unkonventionell ist in „Sweet Disaster“ der gesamte Rest, angefangen bei den Figuren: Frida vereint kindliche, träumerische Züge mit bedingungslosem Mut im Körper einer 40-jährigen, schwangeren Frau. Rückhalt findet sie in ihrer 15-jährigen Nachbarin Yolanda (Lena Urzendowsky), die ihr mit selbst gebautem Spionagewerkzeug zur Seite steht. Fridas verrückte Reise einer Risikoschwangerschaft mit Dauerbluthochdruck und Rückeroberungsversuchen wird in knallbunten Bildern erzählt, oftmals begleitet von elektronischer, poppiger Musik. Diese ungewöhnliche Atmosphäre steigert sich durch Fridas Tagträume, die der Zuschauer mal als visuell beeindruckende Zeitlupensequenz, mal als flotte Musicaleinlage erlebt. Farben und Fantasie ziehen sich durch den Film, und so ist es kein Zufall, dass Frida – sehr hingebungsvoll – als Kunstpädagogin mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen arbeitet.

So wirklich ergibt „Sweet Disaster“ nicht immer ein konsistentes Ganzes. Manchmal fühlt man sich als Zuschauer von der Montage abgehängt, aber nur, um im nächsten Augenblick um so stärker mitgerissen zu werden. Der experimentierfreudige Feel-Good-Film wird vielleicht nicht jedem gefallen, doch kann man ihm keinesfalls unterstellen, sich in die Reihe von Beweisstücken für die Einfallslosigkeit des deutschen Films einzureihen.

„Sweet Disaster“, Regie: Laura Lehmus. Mit Friederike Kempter, Florian Lukas, Lena Urzendowsky. 93 Min. Ab 11. August 2022 in den Kinos


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.