NSU-Morde: Gedächtnislücken in der ganzen Stadt

„Soweit ich weiß, wussten wir nichts“ – solche und weitere diffuse Sätze waren Zeugenaussagen in dem Prozess um den Mord an Süleyman Taşköprü in Hamburg-Bahrenfeld am 27. Juni 2001 und sind heute teil der multimedialen Kunstinstallation „Gedächtnislücken #revisited“
Katharina Kohl, Detail einer Plakatierung der Gedächtnislücken
Katharina Kohl, Detail einer Plakatierung der Gedächtnislücken (©DG Reiß)

Die NSU-Morde wurden zwischen 2000 und 2006 verübt. 15 Jahre später ist die Aufarbeitung der Mordserie noch immer lückenhaft. Die Kunstaktion „Gedächtnislücken #revisited“ soll einen Impuls zur endgültigen Schließung dieser Lücken geben und ein Stadtgespräch, welches sich mit der Frage „Wo in Hamburg ist Raum für Erinnerungskultur?“ befasst, anregen.  

Das Kunstwerk verteilt sich in ganz Hamburg. Vom 5. bis zum 12. Juli werden Litfaßsäulen an verschiedenen Orten im Stadtgebiet mit Plakaten versehen, auf denen unterschiedliche in Zeugenaussagen getroffene Formulierungen des individuellen oder institutionellen Nicht-Erinnerns aus geschwärztem Hintergrund hervortreten. Die von der Künstlerin Katharina Kohl in einem speziellen Druckverfahren geschwärzten Blätter der Grafikserie Gedächtnislücken sind dem 2. Untersuchungsausschuss (Deutscher Bundestag / 17. Wahlperiode), der im Jahr 2012 eingesetzt wurde, entnommen. Zusätzlich werden diese auch in Zeitschriften, auf Social Media und auf der Projektwebsite gezeigt. Begleitend zu der Kunstaktion wird es Gesprächsveranstaltungen geben. Das temporäre Kunst-im-öffentlichen-Raum-Projekt wird von der Behörde für Kultur und Medien gefördert. Es geht auf die bereits 2018 entstandene Grafikserie „Gedächtnislücken“ von Katharina Kohl zurück und wird gemeinsam kuratiert von der Kunsthistorikerin Nina Kalenbach und der Künstlerin.   

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