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Günther Gründgens – ein Tribut ans (imaginäre) Idol

Während Gustaf Gründgens vielen ein Begriff ist, zollt „Günther Gründgens – ein Leben, zu wahr, um schön zu sein“ am Hamburger Schauspielhaus dem fiktiven Namensvetter Tribut

Text: Dagmar Ellen Fischer

 

Günther Gründgens – nie gehört? Tatsächlich ist er mit dem berühmten Gustaf weder verwandt noch verschwägert, denn es gab ihn gar nicht. Und dennoch wird ihm ausgerechnet am Deutschen Schauspielhaus ein Abend gewidmet: „Günther Gründgens – ein Leben, zu wahr, um schön zu sein“. Darin dichten Regisseurin Barbara Bürk und Musiker Clemens Sienknecht dem legendären ehemaligen Schauspielhaus-Intendanten einen Zeitgenossen als Namensvetter an, dessen (fiktives) Leben indes einen gänzlich anderen Verlauf nahm: Obwohl auch als Sänger und Schauspieler in Operette, Film und Theater tätig, blieb ihm der Erfolg versagt. Das hindert den ebenfalls frei erfundenen „Klub der Freunde von Günther Gründgens“ nicht daran, ihrem Idol einen musikalischen Festakt auszurichten und darin biografische Stationen Revue passieren zu lassen.

An dieser Heldenfeier lässt die Fangemeinde das Publikum teilhaben, und dafür wurde ein an Peinlichkeiten kaum zu überbietendes Programm auf die Beine gestellt. Ein Auftritt der Lambada Dance Company Hopphausen Weiersbach e. V. dürfte die unter(irdisch)ste Grenze der Veranstaltung markieren. Eine witzige Parabel auf fragwürdigen Starkult.

„Günther Gründgens – ein Leben, zu wahr, um schön zu sein“, Schauspielhaus, 21. Januar 2021 (Premiere), weitere Termine


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