Hamburg International Queer Film Festival: Remember & Resist!

Vom 13. bis zum 18. Oktober 2026 zeigt das Hamburg International Queer Film Festival zum 37. Mal ein vielfältiges Programm aus Filmen und Panels für mehr Sichtbarkeit und Perspektiven der LGBTQIA+ Community
Plakate vor dem Metropolis Kino 2025
Schon im letzten Jahr zog das Hamburg International Queer Film Festival mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher an (©Jasmin Gritzka)

Das Hamburg International Queer Film Festival (HIQFF) ist das größte queere Filmfest Deutschlands. Jedes Jahr zieht es mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher in die Hansestadt, die hier ein vielfältiges Programm aus Filmen, Panels und Rahmenveranstaltungen erleben. Gezeigt werden Neuproduktionen aus aller Welt, die unterschiedliche Perspektiven und Geschichten queeren Lebens beleuchten. Organisiert wird das Festival von Querbild e. V., einer Initiative, die sich seit vielen Jahren für mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz der LGBTQIA+ Community einsetzt. Besonders in der heutigen politischen Lage möchten die Organisatorinnen und Organisatoren ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen. 

Spielstätten sind das Metropolis Kino, das Passage Kino, das 3001 Kino, das B-Movie und das Rineuto. Das Programm ist seit dieser Woche auf der Festival-Website einsehbar. Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche spannende neue Filme aus Ländern wie Iran, Türkei, Uganda, Schweden, Großbritannien und Deutschland gezeigt. Das diesjährige Programm widmet sich mit dem Motto „Remember & Resist!“ der politischen Erinnerungskultur. Auf dem Festival wird großen Persönlichkeiten des queeren Widerstands gedacht, wie Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera. Zudem geht es um die Frage, wie ihre Kämpfe Teil unserer Gegenwart sind.

Hamburg International Queer Film Festival: Eine kleine Auswahl des umfangreichen Programms 

14. Oktober: Eröffnung im 3001 Kino, Passage Kino, Metropolis Kino

Frau mit Kopftaschenlampe steht in einem dunklen Raum
Zwischen Selbstfindung und Widerstand: Miss Carbón (©Miss Carbón)

Die Eröffnung des 37. HIQFF wird mit der Deutschlandpremiere des Film „Miss Carbón“, der im Abstand von einer Stunde in insgesamt drei Kinos in Hamburg laufen wird. Den Anfang mach das 3001 Kino. Dort startet der Film um 18.00 Uhr. Gefolgt vom Passage Kino, in dem die Vorstellung um 19 Uhr beginnt. Im Metropolis wird der Film um 20 Uhr laufen. In jedem Kino wird die Regissurin des Films Augistina Macri und die Schauspielerin Smone Mercado das Publikum begrüßen. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit und handelt von „Carla“, der ersten Kohlearbeiterin in der argentinischen Provinz Santa Cruz. Parallel beginnt sie ihre persönliche Reise der geschtlichen Transition. Nach dem Ende der letzten Vorstellung wird zusammen im Metropolis Kino gefeiert. Der Dresscode ist das Fistivalthema „Remenber & Resist!“

Queers for Fears im Passage Kino

Zwei Frauen in viktorianischer Kleidung unterhalten sich
Horror in Queer mit dem Film „Blutgräfin“ (©Blutgräfin)

Queers for Fears: So lautet der Name der ersten Horrorfilmreihe auf dem HIQFF. Von Vampiren bis Monstern und Zombies ist für jeden etwas dabei. Die mystischen Gruselwesen stehen dabei enger in Verbindung mit der queeren Community, als es auf den ersten Blick scheint. Sie bilden sinnlich marginalisierte Gruppen, die nicht Teil der Mehrheitsgesellschaft sind und auch nicht sein wollen. Für die besondere Filmreihe ist das Final Girls Berlin Film Festival zu Gast. Das Festival zeigt explizit Horrorfilme, die von Frauen und nicht-binären Personen geschrieben, produziert oder entwickelt wurden. Das Gastfestival zeigt mit seinem Kurzfilmprogramm zahlreiche Horrorgeschichten. Die Reihe wird mit dem Film „Die Blutgräfin“ eröffnet, in dem sich elegante Vampir*innen mit morbiden Humor auf der Suche nach der Geschichte ihrer Ahnen und einem Buch sind, das ihr Vampirreich zu zerstören droht.

15 Oktober: London im Metropolis Kino

Junger Mann stehr Oberkörperfrei vor einem blauen Bildschirm
„London“ von Victor De Marco Picoli (©London)

Der brasilianische Film von Victor De Marco Picoli dreht sich um London, einen jungen Mann, der nach London ziehen möchte, um seine Geschichte zu verändern. Dabei ist er hin- und hergerissen, ob er seine Disability-Diagnose kennen möchte oder ob er sie lieber ignorieren will. Der Film zeigt, wie verschiedene Wege im Umgang mit Diagnosen und Behinderungen aussehen können, in einem System, in dem Personen mit einer Behinderung Gefahr laufen, ihre Autonomie zu verlieren.

15. Oktober: Stop! That! Train! im Passage Kino 

Am 15. Oktober kommt die US-amerikanische Actionkomödie „Stop! That! Train!“ auf einer der Leinwände des Hamburg International Queer Film Festival. Mit viel Drag und dem Camp-Humor von „RuPauls Drag Race“ verspricht der Film, alles andere als langweilig zu werden. Im Film geht es um die besten Freundinnen Tess und DeeDee, gespielt von Ginger Minj und Jujubee. Sie werden als Zugbegleiterinnen im luxuriösen „Glamazonian Express“ angestellt. Doch der Traumjob entwickelt sich schnell zum Albtraum, als der Zug mitten in die „Stormganza“ rast. Nur die Präsidentin Gagwell, gespielt von der einzig wahren RuPaul, kann noch alle retten. Mit vielen Popkulturreferenzen und einer Menge Running Gags zeigt der Film, wie laut und fröhlich ein Akt queeren Widerstands aussehen kann.

18. Oktober: Black Burns Fast im Passage Kino

Junge Frau mit roten Herzen auf den Augen
Liebe, Selbstfindung und Erwartungsdruck: „Black Burns Fast“ (©Black Burns Fast)

Der südafrikanische Film „Black Burns Fast“ handelt von Luthando. Sie ist 17 Jahre alt und geht über ein Stipendium auf ein Mädcheninternat. Dort lernt sie Ayanda kennen, die neu an das Internat kommt und mit ihrer rebellischen Art schnell Anschluss findet. Luthando fühlt sich zu Ayanda hingezogen und die beiden freunden sich miteinander an. Für Luthando stellt sich jedoch immer wieder die Frage, ob zwischen den beiden nicht mehr ist, als Freundschaft. Neben den hohen Erwartungen ihrer Mutter und ihrer Klassenkamerad*innen versucht Luthando herauszufinden, wer sie ist und was sie möchte.

Plakat des HIQFF
Das offizielle Plakat des Hamburg International Queer Film Festivals (©HIQFF)

Weitere Informationen über das vielfältige Programm gibt es auf der Seite der HIQFF. 

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