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Circus Krone: The show must not go on

Circus Krone war in Hamburg – und ein Besuch tierisch unnötig, meint unser Autor

Kommentar: Erik Brandt-Höge  

 

Was unternehmen mit den Kindern, wenn in Hamburg Herbstferien sind? Allerhand Eltern hatten darauf kürzlich folgende Antwort: Ab zu Circus Krone! Der gastierte im Oktober zunächst auf dem Heiligengeistfeld, später auf der Horner Rennbahn. Sicher, Clowns und Akrobaten hätte man den Kleinen schon mal zeigen können. Hätte keinem weh getan und wäre bestenfalls lustig bis spannend gewesen. Wie geschrieben: hätte. Wären da nicht noch ein paar Zirkusnummern im Krone-Programm gewesen, die jedem potenziellen Besucher das Betreten der Manege eigentlich madig machen mussten: die Auftritte der Tiere. Einmal mehr hatten die KroneMacher Pferde und Löwen dabei.

Welcher Löwe freut sich nicht über stundenlange Autobahnfahrten?

Für die Verantwortlichen vollkommen normal, wie sie in einer sogenannten „Tierschutzbroschüre“ auf ihrer Website erklären. Über Tierkunststücke etwa heißt es da: „Alle Dressuren im Circus Krone basieren auf den natürlichen Verhaltensweisen und Bewegungsabläufen der Tiere.“ Logisch, in der freien Wildbahn sieht man ja auch ständig vier Pferde, die sich in einer Reihe aufstellen und synchron auf den Hinterbeinen tanzen. Dafür braucht es ganz sicher kein stressiges Training mit Zirkusmenschen, die dabei das eine oder andere, nun ja, Hilfsmittel zur Hand haben. Weiter schreibt Krone, das Reisen mit den Vierbeinern bedeute für diese „viel Abwechslung, bei der es immer wieder Neues zu entdecken gibt“. Eh klar: Welcher Löwe freut sich nicht über stundenlange Autobahnfahrten und die zahlreichen Abenteuer hinter Gittern am Zielort. Mal ehrlich: Circus Krone, wie er schon so viele Jahre abläuft, ist einfach nur tierisch unnötig. Sollte jedes Kind wissen, Eltern sowieso.


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10 Antworten
  1. Klaus Kaulis
    Klaus Kaulis says:

    Jeder kann natürlich seine Meinung haben und diese auch kundtun.
    Besser ist es aber, wenn man auch Ahnung hätte, über das man urteilt.

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  2. Kathrin Grüning
    Kathrin Grüning says:

    seltsamerweise stört es dann aber keinen, wenn der angebliche Tierschutz tatsächlich dann wirklich halbwilde und völlig verängstigte Hunde aus Rumänien nach Deutschland karrt?
    Ganz im Gegensatz dazu sind Pferde und Löwen von Krone die absehbar geplanten Hängerfahrten gut gewöhnt und kennen auch ihre langjährig vertrauten Betreuer.
    Tatsächlich ist in Sachen “wild” kein allzugroßer Unterschied zwischen einer derart vertrauten Großkatze und einer Hauskatze.
    Ich würde mit einer Familie sowohl in den Circus Krone gehen, als auch die restlichen Kulturangebote nutzen. Unter echten Künstlern ist keiner “besser” oder weniger wert als der andere und man hetzt nicht gegen die anderen Projekte.

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  3. Brumm
    Brumm says:

    Der Denkfehler dieses fanatischen Zirkusgegners: Ohne jede Reflexion geht er davon aus, dass “nicht-artgerecht” mit “tierquälerisch” und “artgerecht” mit “paradiesisch für Tiere” gleichzusetzen sei.

    Wie die Lebensart der Menschen, die überwiegend nicht frei wählbar ist, hat sich aber auch die Situation der Tierwelt geändert und die „freie Wildbahn“ ist mitunter das Gegenteil vom Paradies. Abgesehen davon kann die ursprüngliche Natur ohnehin recht brutal sein.

    Durch Ignoranz der Allgemeinheit und Populismus von Fake-Tierschutzorganisationen wie Peta & Co. rücken nur die schwachen Unternehmen wie Zoo & Zirkus in den Focus, vor allem weil nur da Publikum ist und weil Sie anders als beispielsweise die Fleischindustrie keine Lobby haben. Vor einem Schweinehochhaus steht deshalb kein Aktivist, weil ihn da keiner sehen würde – Spendenkonto bliebe leer.

    Paradox ist, dass sich unter den verblendeten Förderern von Peta & Co. auch Hunde-, Katzen- & Pferdehalter befinden, in der Annahme, ausgerechnet ihren Tieren ginge es besser als denen im Zirkus. Dank uralter Videos von bedauerlichen Einzelfällen komplett aufgehetzt, können sie sich nicht vorstellen, dass Zirkustiere geliebt und vor allem viel intensiver betreut werden, als das wöchentlich einmalig besuchte Pferd im Mietstall vor den Toren der Stadt.

    Der Autor hier hat sich nicht mit Circus Krone auseinandergesetzt, kennt keine Bedingungen der Lebensweise dort, sondern fasst nur seine Eindrücke aus dem letzten Disney-Film oder Peta-Werbespot zusammen. Letztere als Verein getarnte Firma hat übrigens allein in Deutschland fast 13 Mio. Spenden 2021 erhalten und davon rund 12 Mio. in Form von Gehältern an die Geschäftsleitung, Öffentlichkeitsarbeit, Personalkosten, Miete und sonstigen kleineren Positionen verpulvert. Nichtmal 10% gingen an den Tierschutz.

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    • SZENE HAMBURG
      SZENE HAMBURG says:

      Sehr geehrte Frau Brumm,

      vielen Dank für Ihre Anmerkung. Bei dem Meinungsstück zum Circus Krone handelt es sich um einen fundiert recherchierten Kommentar und um das erwähnte Meinungsstück. Ein Kommentar fordert Sie als Leser*in dazu auf, sich mit dem Thema zu beschäftigen, es zu reflektieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Da dies scheinbar wunderbar geklappt hat danken wir Ihnen nochmals für Ihren ausführlichen Beitrag.
      Ihr SZENE HAMBURG-Team

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  4. Dr. Werner Rittgen
    Dr. Werner Rittgen says:

    Dieser Artikel zeigt, dass der Autor sich überhaupt nicht mit dem Zusammenleben und Interagieren zwischen Mensch und Tier auskennt. Würde es den Tieren im Circus Krone so schlecht gehen, wie der Autor postuliert, würden sie nicht alle regelmäßig ein so biblisches Alter erreichen. Außerdem
    gibt es so gut wie nie Beanstandungen bei der wöchentlichen Kontrolle der Tierhaltung durch immer wieder andere Amtsveterinäre. Die Haltung des Autors zeugt lediglich von großer Unkenntnis und blanker Tierrechtsideologie, nicht zu verwechseln mit Tierschutz, denn gerade Circus Krone ist schwer im Tierschutz aktiv.

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    • SZENE HAMBURG
      SZENE HAMBURG says:

      Sehr geehrter Herr Rittgen,

      vielen Dank für Ihre Anmerkung. Wir möchten den Vorwurf der Ideologie trotzdem gerne zurückweisen. Bei dem Kommentar als journalistische Form handelt es sich um ein Meinungsstück. Ein Kommentar fordert Sie als Leser*in dazu auf, sich auf einer fundiert recherchierten Grundlage mit dem Thema zu beschäftigen, es zu reflektieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Da dies scheinbar wunderbar geklappt hat danken wir Ihnen nochmals für Ihren Beitrag.
      Ihr SZENE HAMBURG-Team

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  5. Klaus Lüthje
    Klaus Lüthje says:

    Ihre Berichterstattung ist (verzeihen Sie) ein Beispiel für schlechten Journalismus. Man kann ja durchaus kritisch zu Tiervorführungen im Circus stehen, doch dann gehört es sich, auch das anzuführen, was für gute Tiernummern im Circus spricht (und zwar nach dem Urteil von Tierpsychologen, Veterinären und sonstigen Fachleuten). So eindeutig zu verdammen, wie Sie es darstellen, ist die Tierhaltung in einem gut geführten Circus (wie z. B. Krone) nämlich nicht. Sie hätten sich objektiv informieren sollen und nicht einzig auf die Stimmen der Tierrechtler hören sollen.

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    • SZENE HAMBURG
      SZENE HAMBURG says:

      Sehr geehrter Herr Lüthje,

      vielen Dank für Ihre Anmerkung. Es stimmt, dass das Thema Circus und der Umgang mit Tieren ein sehr umfangreiches ist. In diesem Fall ist der Text des Kollegen keine ausführliche Investigativrecherche, sondern ein Kommentar. Dieser ist als journalistische Form ein Meinungsstück. Ein Kommentar fordert Sie als Leser*in dazu auf, sich auf einer fundiert recherchierten Grundlage mit dem Thema zu beschäftigen. , es zu reflektieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Da dies scheinbar wunderbar geklappt hat danken wir Ihnen nochmals für Ihren Beitrag.
      Ihr SZENE HAMBURG-Team

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