Elias Hirschls „Schleifen“ ist bereits im Januar dieses Jahres veröffentlicht worden, doch eine der vielen schönen Eigenschaften von Romanen ist ja, dass sie in der Regel nicht schlecht werden – und das trifft auch hier zu. Vor allem, weil Elias Hirschl darin auf unglaublich kluge und mitreißende Art und Weise die Macht, das Potenzial und den Einfluss von Sprache verhandelt. Im Zentrum des Buches steht Franziska Denk, die unter einer kuriosen Krankheit leidet: Sobald sie von den Symptomen einer beliebigen Krankheit liest oder hört, treten diese Symptome kurz darauf auch bei ihr auf – ohne tatsächlich damit angesteckt zu sein. Aus diesem Grund wird sie weitgehend von der Außenwelt abgeschottet – nur in dem genialen Mathematiker Otto Mandl findet sie einen Seelenverwandten, mit dem zusammen sie sich in eine regelrechte Sprachbesessenheit hineinsteigert. Ihr Versuch dabei: die perfekte Sprache zu entwickeln. Wahnsinnig und wahnsinnig gut.
Literatur
29. Oktober 2026
Literaturkritik: Schleifen
Elias Hirschls aktuelles Werk zeigt die Macht von Sprache

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