Drei Frauen aus drei Generationen stehen im Zentrum des vielfach gefeierten Romans „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner: Liese, ihre Tochter Cora und ihre Enkelin Eva. Was sie neben ihrer familiären Bande eint, ist ihre Größe – daher der Buchtitel –, was sie allesamt zu Außenseiterinnen macht. Jede von ihnen hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, aber jede von ihnen geht diese auch unterschiedlich an. In Kombination mit Häffners angenehm bildhaftem Schreibstil, mit dem sie immer wieder die Natur des Schwarzwaldes, wo die Geschichte spielt, mit einflicht, sorgt das für eine schöne Atmosphäre, in die man sich hineinkuscheln möchte wie auf einen weich bemoosten Waldboden im Sommer. Spannend ist zudem, wie das Verständnis von Heimat – auch von den jeweiligen Generationen – verstanden, gelebt und interpretiert wird. Wer sich im Urlaub literarisch mal ein wenig fallen lassen möchte und die Ruhe hat, sich auf einen Generationenroman einzulassen, der wird mit „Die Riesinnen“ viel Freude haben.
Dieser Artikel ist zuerst in der Printausgabe der SZENE 08/26 erschienen.

