Literaturkritik: Weißer Sommer

Gehen oder Bleiben? Der Debütroman von Eva Pramschüper interpretiert das altbekannte Thema neu und lesenswert
Cover des Romans „Weißer Sommer“ von Eva Pramschüpfer
Cover des Romans „Weißer Sommer“ von Eva Pramschüpfer (©Rowohlt Verlag)

Debütromane sind – so sie denn gut sind – eine spannende Sache. Warum? Weil man einen Autor oder eine Autorin vollkommen unvoreingenommen entdeckt, weder Sprache noch „Handschrift“ kennt und noch keine Erwartungen mitbringt. So auch im Falle von Eva Pramschüfer und ihrem „Weißer Sommer“. Dabei ist das Sujet als solches alles andere als neu: Es geht um ein Paar, Alma und Théo. Sie lieben sich, dennoch ist ihnen klar, dass ihre Liaison am Ende ist. Die beiden wollen aber trotzdem noch einen letzten Beziehungsrettungsversuch unternehmen und fahren gemeinsam in das Haus von Almas Eltern nach Frankreich. Wie es ausgeht, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Ganz neu klingt diese Handlung sicher nicht, aber das ist auch nicht schlimm, denn die Art und Weise, wie Eva Pramschüfer darüber schreibt, wie sie der Frage nachspürt, woran man erkennt, ob eine Liebe kaputt ist oder noch eine Zukunft hat, das ist wirklich bemerkenswert. Denn Pramschüfer hat eine tolle Beobachtungsgabe und verfügt zudem über die wichtige Eigenschaft, Gefühle in Worte zu fassen und selbst aus dem langweiligsten Thema der Welt noch eine literaturpreisverdächtige Geschichte zu schreiben.

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