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Millerntor Gallery: die Zehnte

2011 fand die Millerntor Gallery zum ersten Mal statt. 2022 feiert sie nach einer pandemie-bedingten Pause ihr 10-jähriges Jubiläum mit viel Kunst, Musik und Party

Text: Felix Willeke

„Kunst, Kultur, Musik und Sport funktioniert über Grenzen hinweg“, sagt Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli anlässlich der 10. Ausgabe der Millerntor Gallery. Seit 2011 findet das Kunst-Festival von Viva con Agua jährlich – bis auf eine pandemie-bedingte Pause – im Stadion des FC St. Pauli statt. Über Wochen Arbeiten Künstler:innen aus aller Welt an Installationen und Murals, von denen die Wandgemälde für bis zu ein Jahr das Stadion schmücken.

Am 23. Juni 2022 startet die 10. Ausgabe des Festivals. Dann gibt es bis zum 26. Juni täglich neben der Kunst auch Musik und vieles mehr im und und um das Stadion des FC St. Pauli.

Raus aus den Löchern

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Die indische Künstlerin Dizzy vor ihrem Werk (Foto: Felix Willeke)

Der Sommer 2022 ist die Zeit, in der „die Menschen wieder aus ihren Löchern gekrochen kommen“, sagt Agnes Fritz von Viva con Agua anlässlich der 10. Millerntor Gallery. Diesen Moment will das Festival nutzen und auch der Kunst- und Kulturszene einen Schwung mitgeben und sie wieder vom Fleck bewegen und zum Fließen bringen. Daher auch das Motto 2022: „FLUXUS – together we flow“.

„Es kommt nichts Perfektes, es entwickelt sich“, sagt Kuratorin Jasmin Siddiqui (aka Hera) über die Kunst des diesjährigen Festivals. Die in Frankfurt am Main geborene Street Art Künstlerin war schon zweimal als Künstlerin bei der Millerntor Gallery zu Gast und ihr Ziel für 2022 ist es, mit dem Team und allen Künstler:innen „nach zwei Jahren Stillstand wieder Bewegung in die Kunst zu bringen“.

Ein weibliches Festival

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Kuratorin Jasmin Siddiqui (aka Hera) vor einem Werk der belgischen Künstlerin Djoels (Foto: Isabel Rauhut)

Ein besonderes Augenmerk legt das Festival in diesem Jahr auf die Auswahl der Künstler:innen. Die Kunst sei eine männlich dominierte Branche, bei der Frauen häufig die Möglichkeit fehle, an Festivals teilzunehmen, sagt Hera.

Daher hätte die Jubiläumsausgabe der Millerntor Gallery einen Fokus auf Künstlerinnen gelegt und über 80 Prozent der Künstler:innen des diesjährigen Festivals sind weiblich gelesen. Darunter neben Amanda Arrou-Tea aus Spanien (aka Mandi Oh), Djoels aus Belgein, Dizzy aus Indien auch Los Calladitos aus Mexico, die zusammen mit Hera das große Mural an der Ostseite der Südtribüne gestaltet hat.

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„Ceci n’est pas une vagin“, sagt die baskische Künstlerin Amanda Arrou-Tea (aka Mandi Oh) (Foto: Felix Willeke)

Wie in jedem Jahr wird es auch 2022 wieder eine Kunstauktion zusammen mit dem Auktionshaus Christie‘s geben. Hier werden in diesem Jahr unter anderem Werke von Gerhard Richter, Neo Rauch oder Streetart von Samy Deluxe versteigert.

Die Erlöse kommen Projekten von Viva con Agua zugute, wie dem Projekt „Nina Amanzi“, übersetzt: „Mother Water“, in Südafrika. Der erste WASH-Bus auf dem afrikanischen Kontinent soll Obdachlosen die Möglichkeit geben, ihren sanitären Bedürfnissen nachzukommen

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Neben Kunst gibt es auch bei der 10. Millerntor Gallery wieder viel Party und gute Musik (Foto: Stefan Groenveld)

Neben den Murals und Installationen gibt es auch beim der 10. Millerntor Gallery wieder Musik. Zum Auftakt steht die US-amerikanische RnB-Künstlerin Akua Naru auf der Bühne. Dazu kommen im Laufe des Festivals Ditty, eine Singer-Songwiterin aus Indien und die Hamburgerin Jolle. Außerdem wird es noch weiter Secret Acts geben, die das Festival im Vorhinein nicht bekannt gibt. Nur so viel: Unbekannt sind die Acts garantiert nicht.

Neben der Bühnen im und am Millerntor Stadion bespielt das Festival 2022 auch erstmals das Übel & Gefährlich im Feldstraßenbunker und den Grünen Jäger. Damit steht den vier Tagen Kunst und Kultur am Millerntorstadion nichts mehr im Wege, oder wie es FC St. Pauli-Präsident Oke Göttlich formuliert: „Der perfekte Saisonauftakt.“


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