Verarbeiten, experimentieren, entdecken: Karim Eid (Foto: Buddy Koch)

Karim Eid: Von St. Georg in die Welt

Der 22-jährige Newcomer macht Popmusik mit internationaler Relevanz. Ein Kurzes Gespräch über St. Georg, wo Karim Eid aufwuchs und sich künstlerisch dorthin entwickelte, wo er heute ist

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Karim, du bist als Sechsjähriger von Köln nach Hamburg gezogen, in St. Georg aufgewachsen. Inwieweit, denkst du, hatte und hat der Stadtteil Einfluss auf deine künstlerische Entwicklung?

Karim Eid: St. Georg ist für mich meine Kindheit. Ich habe dort meine gesamte Schulzeit verbracht, habe verschiedenste kulturelle Einflüsse mitnehmen können und tue dies bis heute. In diesem Stadtteil kriegt man von allem etwas mit, sei es der Steindamm, der Hansaplatz, die Lange Reihe, die Alster, der Lohmühlenpark: Es sind die verschiedensten Kreise, die auf engstem Raum miteinander zu tun haben. Es entsteht eine Offenheit gegenüber allem, was einem – vor allem als Kind – vorerst nicht bekannt ist. Und ich denke, diese Offenheit gegenüber unbekannten Dingen habe ich in mein künstlerisches Dasein übernehmen können. Ich verarbeite die mir bekannten Dinge, experimentiere aber auch sehr gerne mit Neuem und scheue mich nicht davor, noch mehr zu entdecken.

 

Mit Freunden zur Leidenschaft

 

Hast du in in St. Georg schnell musikalische Anlaufpunkte und vielleicht auch eine Art Szene gefunden, mit denen beziehungsweise mit der du dich identifizieren konntest?

Als ich elf Jahre alt war, habe ich in der Schule mit Schlagzeugspielen angefangen. Da ich auf einer Kulturschule war (Klosterschule; Anm. d. Red.), wurde auf Musik ein großer Schwerpunkt gelegt. Dadurch bin ich immer mehr in die Musik gerutscht, habe Freunde gefunden, die die gleichen Ambitionen hatten wie ich, und die mich angespornt haben, Musik zu einer lebenserfüllenden Leidenschaft werden zu lassen. Dann kam das Produzieren, und Freunde von mir fingen an, in Richtung Rap zu gehen, was mich fasziniert hat. Davon habe ich definitiv Inspirationen gezogen, und mit dieser Szene kann ich mich persönlich auch identifizieren, auch wenn meine Musik in eine Richtung einschlägt.

 

Musik die Glücklich macht

 

Mit „Love You More Than I Hate What You Did“ erscheint nun deine erste EP. Du hast kürzlich gesagt, du würdest es als „größten Segen“ verstehen, dass niemand auf deine Musik wartet – weil du eben Newcomer bist. Hast du womöglich Angst davor, dass die Erwartungen schlagartig steigen, wenn du mit der EP erfolgreich wirst?

Angst würde ich es nicht nennen, wohl eher eine Sorge, die aber hoffentlich dann nur eine solche bleibt. Ich versuche mein Bestes, die Musik zu erschaffen, die mich glücklich macht und an der ich Spaß habe. Ich habe kein festes Genre, in dem ich mich bewege. Was ich musikalisch mache, hängt von der Stimmung und der Situation ab, in der ich mich zu der Zeit befinde. So lange ich mit meiner Musik zufrieden bin und mich selbst in meinen Liedern hören kann, habe ich kein Problem damit, wenn es gewisse Erwartungen nicht erfüllt. Dennoch freue ich mich sehr darauf, wenn das, was ich mache, auch bei anderen Anklang findet.

„Love You More Than I Hate What You Did“ von Karim Eid ist am 29. Oktober 2021 auf Lauter Lauter/The Orchard erschienen

Einen Vorgeschmack gefällig? Hier gibt‘s das Video zum Song „what you did“:


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Oktober 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.