2020 fing das Berliner Nashorn an, für Kinder zu rappen, erhielt schnell prominente Unterstützung – und ist mittlerweile selbst ein Star. Was es noch so vorhat, erzählt es im kurzen SZENE HAMBURG-Interview
SZENE HAMBURG: DIKKA, für viele Kinder ist ein Konzert von dir ihr erstes Konzert überhaupt. Was war denn dein erstes Konzert?
DIKKA: Als ganz kleines Nashorn war ich bei Tina Turner in der Waldbühne in Berlin. Das war, glaub ich, das Größte, was man sich jemals vorstellen könnte. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich irgendwann in den gleichen Größenordnungen spielen würde, wäre ich wahrscheinlich komplett aus meinen Sneakern gekippt.
Dachtest du dir denn nach dem Konzert: Das will ich auch, ich will auch auf die Bühne!
Ich fand es unfassbar faszinierend und überwältigend zu sehen, wie 18.000 Menschen mit einer ganz kleinen Frau im goldenen Kleid auf einer riesengroßen Bühne feiern. Die Energie, die da entstanden ist, kann ich gar nicht wirklich in Worte fassen. Und ja, spätestens da hab ich vielleicht schon geahnt, dass ich auch mal Musik machen möchte.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Kinder sich in den anderthalb Stunden einer DIKKA-Show mehr emanzipieren können, als zu Hause in einem ganzen Jahr.
DIKKA
Prominente Unterstützung von den ganz Großen
Man möchte meinen, dass es ein Nashorn gar nicht so leicht hat im Musikgeschäft. Aber du hast schnell Freunde und Unterstützer gefunden, ziemlich berühmte sogar: Sido, Lena, Mark Forster, Kool Savas – sie alle wollen mit dir zusammen Musik machen. Mit der Zeit wurden es immer mehr. Wie ist es aktuell: Kannst du dich vor Anfragen noch retten?
Die Tatsache, dass ich mit den meisten schon Musik gemacht habe, hilft natürlich, von ihnen das nötige Vertrauen zu bekommen, dass es sich bei DIKKA um hochwertige Produktionen handelt und dass man etwas Tolles zusammen machen kann. Unfassbar schön zu sehen, wie sehr sie auch hinter den Liedern stehen und diese auch Teil ihrer eigenen Welt sein lassen. Wir sind eben alle auch große Kinder, die immer Lust haben zu spielen und als Mensch gesehen werden wollen. Das bietet DIKKA übrigens auch: einen in sich geschützten künstlerischen Raum, der von der Welt nicht kritisiert und infrage gestellt wird. Da fühlen sich, glaub ich, viele von ihnen verstanden und somit auch zu Hause.
Gibt es noch ganz bestimmte Künstlerinnen und Künstler, die auf deiner Feature-Wunschliste stehen?
Ich würde eigentlich mit allen coolen Musikerinnen und Musikern gerne mal zusammenarbeiten und ich freu’ mich sehr zu sehen, dass oft das Interesse auch von ihnen ausgeht und sie mich fragen, ob man nicht mal zusammen etwas machen könnte. Als Nächstes würde ich unfassbar gerne mit Udo Lindenberg, Sarah Connor und Herbert Grönemeyer ins Studio gehen. Mit Peter Fox und Nina Chuba könnte ich mir das auch sehr, sehr gut vorstellen.
Auf deiner „Boah ist das krass 2“-Tour spielst du in Kürze im ganzen Land in den größten Hallen. Deine Fangemeinde wächst und wächst. Mittlerweile gibt es sogar Bettwäsche, Sneaker und Skateboards mit dir drauf. Was soll da noch kommen?
Oh, ich bin das glücklichste Nashorn der Welt und könnte glücklicher nicht sein. Von daher bin ich auch wunschlos glücklich. Am meisten zählt für mich das Gefühl, dass so viele kleine Menschen mit ihren großen Menschen zusammen zum Konzert kommen – meistens ist es wirklich das erste Konzert ihres Lebens –, und zusammen die Musik erleben können. Ich glaub, das ist das Größte, was ich musikalisch jemals erreichen könnte: zu einer ganzen Generation zu sprechen. Jetzt kipp ich gerade wirklich aus den Sneakern. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Kinder sich in den anderthalb Stunden einer DIKKA-Show mehr emanzipieren können, als zu Hause in einem ganzen Jahr. Da geht so unfassbar viel, was ich selber nicht begreifen kann und vielleicht auch nie werde. Für mich wird es immer das Schönste sein, einfach dabei sein zu können und zu sehen, wie sehr sie wachsen und aus sich herauskommen können. Ich bin jetzt genau da, wo die Musik mich am meisten braucht und werde auch nicht mehr weggehen. Einmal Nashorn, immer Nashorn.

