Olympia in Hamburg: Der große Volksentscheid am 31. Mai 2026

Am 31. Mai ist es so weit: Hamburg stimmt über die Bewerbung der Stadt für die Olympischen Spiele ab. Alle Hamburgerinnen und Hamburger sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Wichtige Informationen zur Abstimmung gibt es hier
Ein Bild der letzten Olympischen Spiele in Paris 2024
Ein Bild der letzten Olympischen Spiele in Paris 2024 (©unsplash/Kaptured by Kasia)

Diesen Sonntag, den 31. Mai, liegt es in den Händen der Hamburgerinnen und Hamburger. An diesem Tag findet das Referendum statt, das darüber entscheidet, ob sich Hamburg offiziell um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewirbt. Die Bürgerinnen und Bürger können dabei mit „Ja“ oder „Nein“ abstimmen. Auf dem Wahlzettel steht: „Ich bin dafür, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund gemeinsam mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Austragungsort um die Olympischen und Paralympischen Spiele der Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewirbt.“

Die Briefwahl läuft bereits seit dem 20. April. Die Wahlzettel sollten spätestens am 27. Mai abgeschickt werden. Wer lieber persönlich abstimmen möchte, kann am Wahlsonntag zwischen 8 und 18 Uhr zum Wahllokal in seinem Abstimmungsbezirk gehen. Für das Referendum ist die Stadt in insgesamt 178 Abstimmungsbezirke geteilt. Die Adressen der Wahllokale sind auf der Seite des Landeswahlamtes zu finden. Stimmberechtigt sind alle Einwohnerinnen und Einwohner Hamburgs, die seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet und mindestens 16 Jahre alt sind.

Die vorläufigen Ergebnisse werden noch am selben Tag live im NDR Fernsehen oder auf NDR.de bekannt gegeben. Das Statistikamt Nord will gegen 18.30 Uhr die ersten Ergebnisse veröffentlichen.

Stimmen für und gegen die Olympischen Spiele in Hamburg

Der Hamburger Senat aus SPD und Grünen sowie die Oppositionspartei CDU sind sich einig: Eine Bewerbung um die Olympischen Spiele wäre eine große Chance für die Stadt. Besonders die SPD-Fraktion Hamburg sieht in den Olympischen Spielen ein bedeutendes Zukunftsprojekt. Hamburg könne sich dadurch international als sportliche, moderne und weltoffene Metropole präsentieren. Zudem argumentiert die SPD, dass die Spiele neue Impulse für den Wohnungsbau und die Stadtentwicklung geben könnten. Auch Investitionen und Innovationen, etwa bei großen Verkehrsprojekten, ließen sich dadurch beschleunigen.

Der Senat wirbt vor allem mit einem Nachhaltigkeitskonzept für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Hamburg. Geplant ist, dass bestehende Sportstätten umgebaut, erweitert oder auch nach Olympia genutzt werden, anstatt zahlreiche neue und exklusive Anlagen zu errichten. Der HSV soll etwa eine neue Arena bekommen, die mehr Zuschauerinnen und Zuschauer fasst als das Volksparkstadion. Zudem soll das olympische Dorf in einem bereits geplanten Wohnbaukomplex in Altona entstehen.

Die Linke und die AfD äußern sich hingegen kritisch. Die Linke befürchtet, dass die Olympischen Spiele die soziale Ungleichheit in Hamburg weiter verstärken, da die Alltagskosten in Hamburg durch das Sportevent weiter in die Höhe getrieben werden könnten. Besonders kritisch sieht die Partei mögliche steigende Mieten sowie die geplanten Milliardeninvestitionen, die aus ihrer Sicht zahlreiche finanzielle Risiken bergen. Außerdem kritisiert die Linkspartei, dass öffentliche Gelder an das Sportevent gebunden würden, anstatt stärker in soziale Infrastruktur, bezahlbaren Wohnraum und kommunale Angebote zu investieren.

Das Bündnis „Nolympia“ setzt sich ebenfalls gegen eine Bewerbung der Hansestadt für die Olympischen Spiele ein. Ähnlich wie die Linke vertritt das Bündnis die Ansicht, dass jeder Euro, der in das Olympia-Projekt fließt, an anderen wichtigen Investitionspunkten fehlen wird – zum Beispiel in den Bereichen Bildung, soziale Einrichtungen und vielem weiteren. Zudem wird argumentiert, dass die Kosten für Olympische Spiele in der Vergangenheit häufig deutlich höher ausfielen als ursprünglich angekündigt. 

Mögliche Kosten der Olympischen Spiele in Hamburg

Laut der Kalkulation von externen Finanzgutachtern, im Auftrag des Hamburger Senats, belaufen sich die Kosten auf zusammengerechnet etwa 4,8 Milliarden Euro. Die geplanten Einnahmen der Veranstaltungen sollen sich indes auf knapp 4,9 Milliarden Euro beziehen. Der Senat plant damit also mit einem Gewinn.

Die 4,8 Milliarden Euro umfassen jedoch zunächst nur die Organisations- und Durchführungskosten. Für die indirekt an die Spiele gebundenen Investitionen, wie den Ausbau der Sportstätten oder des ÖVPN-Netzes, sind weitere 1,8 Milliarden geplant. 

Wie hoch die Kosten am Ende tatsächlich sein werden, hängt zudem von der Beteiligung des Bundes ab. Dieser hatte seine Unterstützung zugesagt, nannte jedoch bisher keine Summe. 

Diese deutschen Städte wollen sich ebenfalls bewerben

Neben Hamburg planen auch München, Berlin und die Region Köln-Rhein-Ruhr, sich für die Olympischen Spiele zu bewerben. In München und der Köln-Rhein-Ruhr-Region wurde jeweils bereits für die Olympiabewerbung gestimmt. In Berlin wird es hingegen kein Referendum geben. Das Abgeordnetenhaus in der Hauptstadt entscheidet bis Ende Mail selbst über die Bewerbung.

Auch in der Stadt Kiel gab es eine Abstimmung, bei der mit einer deutlichen Mehrheit für Olympia gestimmt wurde. Kiel bewirbt sich damit jedoch nur als Austragungsort für die Segelwettbewerbe, sollte Olympia in Deutschland stattfinden. 

So würde es nach dem Referendum weitergehen 

Wenn Hamburg am 31. Mai für eine Olympiabewerbung stimmen sollte, ist noch nichts endgültig entschieden. Welcher der möglichen drei Austragungsorte in Deutschland am Ende in das internationale Rennen geht, wird am 26. September bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)  entschieden. Sollte Hamburg auch hier die Nase vorn haben, wird die Entscheidung an das Internationale Olympische Comitee (IOC) gegeben. Dies entscheidet frühestens 2027 über die Austragungsorte der Olympischen Spiele. 

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