Das Konzept des »Recht auf Opazität« stammt von dem französischen Philosophen und Schriftsteller Édouard Glissant. Er befasste sich mit den Fragen „Wann befreit Licht?“, Wann zerstört Licht Vielfalt?“ und „Wie kann ein Gleichgewicht zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit entstehen?“. Das »Recht auf Opazität« nach Édouard Glissant soll das Gegenstück zur Idee der totalen Transparenz markieren.
Der Idee Édouard Glissant folgend hat die in Hamburg lebende Künstlerin Sarice Brudent die Ausstellung »Opacity and Light« ins Leben gerufen, bei der 14 internationale Künstlerinnen und Künstler im Ausstellungsraum THE SPACE // ausstellen. Besonders interessant wird die Kuration durch die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und geografisch unterschiedliche Sozialisation der Kunstschaffenden, die für einen jeweils anderen Blick auf den Gegenstand der Ausstellung sorgen. Ausstellende Künstlerinnen sind die Preisträgerin des Royal Award for Modern Painting – Taqwa Ali, Georges Adéagbo, Rahel Bruns, Sarice Brudet, Inah Choe, Lorenz Egle, Steffen Jopp, Andrey Klassen, Elisa Manig, Moritz Neuhoff, Sofia Seidi, Robin Rhode, Nick Wachs sowie Meggie Weinheimer. Die Vernissage ist am 15. April ab 18 Uhr im THE SPACE //.
In Zeiten von Überwachung, permanenter Sichtbarkeit und Datensammlung soll die Ausstellung als »poetischer Raum des Zusammenlebens« fungieren. Hier dient das Licht als verbindendes Element, Differenzen sollen erhalten bleiben und Vielfalt als Stärke begriffen werden. Der Gegenspieler, die Opazität soll in dem Zuge nicht die Dunkelheit, sondern die Tiefe, Individualität und kulturelle Vielfalt markieren und kann zudem als Kritik an westlicher Dominanz gelesen werden.

