Restauranttest: ĐI ĂN ĐI

Vom Mekong an die Osterbek: Das vietnamesische Restaurant ĐI ĂN ĐI

 

Text: Ole Masch 

Kaum ein gastronomischer Betrieb, der nicht von der Pandemie betroffen ist. Wer jedoch kurz vor Beginn der Krise Eröffnung feierte, den traf der Lockdown besonders hart. So wie das vietnamesische Restaurant Đi Ăn Đi. Fünf Minuten von Kampnagel entfernt, eröffnete der Laden Mitte Oktober 2019, nur um knapp vier Monate später wieder abzuschließen. Nun geht es weiter und die Tische an diesem Abend sind sicher nicht nur wegen der Kapazitätsgrenzen schnell gefüllt.

Đi Ăn Đi bedeutet „lass uns essen gehen“ und dies wird hier endlich wieder wörtlich genommen. Eine großzügige Terrasse bietet Aerosol-Flüchtlingen genug Platz und ist gerade weit genug von der viel befahrenen Barmbeker Straße entfernt. Die Karte ist angenehm übersichtlich und orientiert sich an traditionellen Saigoner Familienrezepten. Der Gỏi đu đủ – ein grüner Papaya-Salat ist die perfekte Sommervorspeise und wird mit Garnelen und Hühnerfleisch (6,90 Euro) oder Tofu (5,90 Euro) serviert.

Besonderes Highlight ist die Soja-Tamarind-Süß-Sauer-Soße. Der Bánh xèo, ein deftiger Pfannkuchen auf Kokosmilchbasis mit gelben Bohnen und Sojasprossen, wird für 13 Euro in zweifacher Ausführung serviert, ist jedoch so mächtig, dass die einfache Variante (7 Euro) gereicht hätte. Die vegane Version mit Tofu und Champignons ist unspektakulär. Wer Tierprodukte auslassen möchte, findet auf der Speisekarte zahlreiche andere Möglichkeiten.

Die Hủ tiếu xào (gebratene Reisbandnudeln) überzeugen dafür in Gänze und kommen mit verschiedenen Gemüsen und wahlweise Fleisch oder Tofu (9,90 Euro). Erneut zeigt die Soße die Individualität der Küche. Wunderbar würzig, aber mit genug Raum für Aromen von Pak Choi, Chinakohl und Shiitake. Gerne wieder – ob vor dem Theaterbesuch oder auf Stippvisite im Komponistenviertel.

ĐI ĂN ĐI
Bachstraße 145 (Barmbek), Telefon 040 75 68 44 51
Di– Do 12–21 Uhr, Fr 12–22 Uhr, Sa 13–22 Uhr, So 13–21 Uhr


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