Studierende sind häufig Anfang zwanzig: längst keine Kinder mehr, aber so richtig erwachsen eben auch nicht. Es ist für viele die Zeit, in der man beginnt, sich selbst zu finden – sich zumindest auf die Suche nach dem eigenen Ich begibt. Eine Zeit voller Fragen, des Zweifelns, vieler Irrungen und Wirrungen – und genau von dieser Zeit schreibt Harriet Armstrong in ihrem Debütroman „Richtig großes Glück“.
Allerdings: Das titelgebende Glück scheint noch recht weit von der Lebenswirklichkeit der Protagonistin des Buches entfernt zu sein. Sie findet es nicht in den Psychologievorlesungen, nicht bei den Treffen der Literary Society, weder auf Kunstausstellungen, noch beim Schreiben ihrer Abschlussarbeit. Aber irgendwo muss das Glück doch zu finden sein. Oder?! Mit immenser Scharfinnigkeit schreibt Armstrong von der großen Suche nach einem Platz in der immer komplizierter werdenden Welt – eine Form von Suche, die viele junge Erwachsene auf sich nehmen (müssen), und die insofern immenses Identifikationspotenzial bietet.
Dieser Artikel ist zuerst in der Printausgabe der SZENE 06/26 erschienen.

