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Herbst-Oasen: Graue Tage? Gute Tage!

Es wird früher dunkel, immer kälter – und die Stimmung schon mal schlechter: Der Herbst ist da. Ein Herbst-Blues muss aber nicht aufkommen. Die Stadt bietet allerhand Orte, die von jetzt auf gleich stimmungsaufhellend wirken

Interview: Erik Brandt-Höge

 

Hygge Brasserie & Bar

 

Klein Dänemark in Nienstedten

Wer das Hygge betritt, weiß, warum das Wort Gemütlichkeit bedeutet (Foto: Nina Struve/Hygge)

Wer das Hygge betritt, weiß, warum das Wort Gemütlichkeit bedeutet (Foto: Nina Struve/Hygge)

Klar, eine Reise nach Dänemark lohnt sich immer. Schließlich gibt es dort diese kleinen, süßen, supergemütlichen Häuschen mit Kamin, in denen man sich von jetzt auf gleich geborgen fühlt. Genau dieses gute Dänemark-Gefühl gibt es aber auch in Hamburg, genauer: in Nienstedten. Die Hygge Brasserie & Bar bietet dort ein Wohlfühl-Ambiente der besonderen, weil eben dänischen Art. Fachwerk, Hängelampen, Ledersessel und -sofas, Kaminfeuer – alles da. Zudem eine feine Auswahl an Weinen und Cocktails sowie Essen aus aus hochwertigen, regionalen Zutaten.

Baron-Voght-Straße 179 (Nienstedten); hygge-hamburg.de

 

Komet

 

Versteckter Schuppen

Feiern auf dem Kiez ohne Touristen und Junggesellenabschiede, das Komet (Foto: Erik Brandt-Höge)

Feiern auf dem Kiez ohne Touristen und Junggesellenabschiede, das Komet (Foto: Erik Brandt-Höge)

Keine fünf Gehminuten weg vom Kiez-Gewimmel liegt ein kleiner, feiner Laden namens Komet. Etwas versteckt und deshalb nicht von Junggesellenabschiedssuffis überlaufen, können hier (aktuell nach 2G-Regel) die Abende und Nächte in alten Kinosesseln verbracht oder zu Blues, Soul, Rockabilly und Italo-Pop durchgetanzt werden. Zwischen Discokugel, gerahmten Filmstars an den Wänden und LeuchtGlobus finden übrigens auch regelmäßig Schallplattenauktionen statt.

Erichstraße 11 (St. Pauli); komet-st-pauli.de

 

Tropen-Aquarium Hagenbeck

 

Exotischer Kurzurlaub

Große Haie, kleine Fische und vieles mehr gibt es im Tropenaquarium bei Hagenbeck (Foto: Hagenbeck)

Große Haie, kleine Fische und vieles mehr gibt es im Tropenaquarium bei Hagenbeck (Foto: Hagenbeck)

Haien und Rochen ganz nah kommen, ohne sich dabei auch nur ansatzweise in Gefahr zu begeben: kein Problem – zumindest nicht im Tropen-Aquarium Hagenbeck. Durch die Sichtscheibe des Großen Hai-Atolls, einem 30 Meter langen Becken, können die genannten sowie viele weitere Meeresbewohner wie im Kino bestaunt werden. Neben dem Großen Hai-Atoll gibt es im Tropen-Aquarium unter anderem einen Krokodilsee, eine sattgrüne Dschungellandschaft und Hamburgs einzigen Wasserfall. Insgesamt sind im Tropen-Aquarium mehr als 14.300 exotische Tiere äquatorialer Gebiete zu Hause.

Lokstedter Grenzstraße 2 (Lokstedt); hagenbeck.de

 

Holthusenbad

 

Relaxen de luxe

Draußen Wind und Regen, drinnen im Holthusenbad relaxen (Foto: Bäderland)

Draußen Wind und Regen, drinnen im Holthusenbad relaxen (Foto: Bäderland)

Lust auf etwas Gesundes? Auf Tiefenentspannung? Auf Unterhaltung? Und nicht zuletzt auf hohe, teils sehr hohe Temperaturen? Das Holthusenbad bietet all das in seiner Saunalandschaft. Und zwar en masse. Nicht eine, nicht zwei, nicht drei, nein: ganze neun Schwitzangebote gibt es – von 45 °C bis 100 °C, von ruhig bis erlebnisreich. Unter anderem können in der Mediensauna (Foto) bei 90 °C-Aufgüsse ebenso genossen werden wie die dazu gelieferten Filme und Musiken.

Goernestraße 21 (Eppendorf); baederland.de

 

zeise kinos

 

Ab in den Sessel – und eine andere Welt

Eines der schönsten Programmkinos der Stadt, das zeise Kino (Foto: Jan Brandes)

Eines der schönsten Programmkinos der Stadt, das zeise Kino (Foto: Jan Brandes)

Kinos gibt es allerhand in der Stadt. Schöne Kinos auch. Besonders schöne sind die zeise kinos. In den Ottensener Zeisehallen, wo einst Schiffsschrauben produziert und in alle denkbaren Länder exportiert wurden, trifft heute Industrie-Charme auf moderne Glas-Stahl-Architektur. In den drei Kinos mit mehr als 523 Plätzen werden nationale wie internationale Top-Filme gezeigt, darunter viele Premieren mit Regisseuren, Schauspielern und Teams als Gästen. Auch Singer und Poetry Slams sowie Lesungen und Konzerte werden veranstaltet. Einmal in die gemütlichen Samtsessel gefallen, schon kann eine andere, faszinierende Welt erlebt werden. Übrigens können die Säle samt Film für ein Wunschkino auch gemietet werden.

Friedensallee 7–9 (Ottensen); zeise.de

 

Yu Garden

 

Oase südchinesischer Bauart

Das Yu Garden ist eine chinesische Oase mitten in der Stadt (Foto: Marc Sill)

Das Yu Garden ist eine chinesische Oase mitten in der Stadt (Foto: Marc Sill)

Schon gewusst: Hamburg und Shanghai sind Partnerstädte. 2006 wurde dieser Partnerschaft ein regelrechtes Denkmal im Hamburger Stadtbild gebaut: der Yu Garden. Das Teehausensemble nach südchinesischer Bauart ist außen wie innen ein absoluter Hingucker. Neben traditioneller chinesischer Küche wie gerösteter Ente mit Wokgemüse und Hoisin-Soße können hier zahlreiche Tees der Extraklasse genossen werden. Rund 13.000 Kilometer entfernt von Shanghai ist der Yu Garden eine Hamburger Oase, in der eine ferne Kultur durch ihre Küche kennengelernt werden kann.

Feldbrunnenstraße 67 (Rotherbaum); yugarden.de

 

Adolf-Jäger-Kampfbahn

 

Bierchen, Bratwurst, Fußball

Fußball wie früher, das ist Altona 93 (Foto: Erik Brandt-Höge)

Fußball wie früher, das ist Altona 93 (Foto: Erik Brandt-Höge)

Die Leidenszeit von Fußballfans und -spielern ist vorbei, sie sind wieder vereint. Tausende sind zurück in den Stadien und live dabei, wenn etwa der HSV und St. Pauli versuchen, in der 2. Bundesliga voranzukommen. Ein paar Nummern kleiner, deshalb aber nicht unspannender, sind die Spiele von Altona 93 auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn. Bierchen, Bratwurst und ziemlich ansehnlichen Fußball gibt es nämlich auch hier – und das zu ziemlich fairen Preisen.

Griegstraße 62 (Ottensen); altona93.de

 

Hamburger Tierschutzverein

 

Gassigehen mit Tierheim-Hunden

Ehrenamtlich mit Hunden Gassi gehen? Jap, das geht beim Hamburger Tierschutzverein (Foto: Hamburger Tierschutzverein)

Ehrenamtlich mit Hunden Gassi gehen? Jap, das geht beim Hamburger Tierschutzverein (Foto: Hamburger Tierschutzverein)

Schon mal in die Augen eines Tierheim-Hundes geguckt, wenn er aus seinem Gehege herauskommt, einen Spaziergang im Grünen macht, herumtollt und überall schnüffelt, wo es etwas zu schnüffeln gibt? Das ist das pure Glück! Und eben dieses färbt auf denjenigen ab, der den Spaziergang ermöglicht. Das Gassigehen ist eine enorm dankbare Aufgabe und nur eines der zahlreichen Ehrenämter, die man beim Hamburger Tierschutzverein ausüben kann. Nach einer Schulung sowie Probespaziergängen wird ein Gassi-Geh-Ausweis erworben – damit können die Hunde ausgeführt werden. Voraussetzung ist zudem ein Mindestalter von 18 Jahren. Aktuell sucht der Verein speziell für die Gassi-Zeiten unter der Woche Unterstützung.

Süderstraße 399 (Hamm-Süd); hamburger-tierschutzverein.de

 

Kaffee Stark

 

Gemütlich, gemütlicher, Stark

Auf der Suche nach einem gemütlichen Café für jeden Anlass, dann ab ins Café Stark (Foto: Erik Brandt-Höge)

Auf der Suche nach einem gemütlichen Café für jeden Anlass, dann ab ins Kaffee Stark (Foto: Erik Brandt-Höge)

Rausgekämpft aus dem Gewühl auf der Wohlwillstraße und reingekommen ins Kaffee Stark, schon ist Entschleunigung angesagt. Uriges Holzmobiliar, allerhand warm-leuchtende Kunst an den Wänden, Kissen en masse: So geht Café- und Bar-Spaß. Es gibt Kaffee, Kuchen, Snacks und Kaltgetränke, und es ist immer gemütlich, immer entspannend. Und übrigens auch immer vegan.

Wohlwillstraße 18 (St. Pauli); kaffeestark.de

 

Blankeneser Leuchtturm

 

Pötte gucken

Durchs Treppenviertel an die Elbe, selbst im grauen Herbst wunderschön (Foto: Erik Brandt-Höge)

Durchs Treppenviertel an die Elbe, selbst im grauen Herbst wunderschön (Foto: Erik Brandt-Höge)

Immer und immer wieder bombastische Bilder: Wenn die ganz großen Pötte langsam in den Hamburger Hafen einfahren. Gerade die halbe Welt umschippert, sind die XXL-Containerschiffe ihrem Zielort schon sehr nah, wenn sie den Leuchtturm Unterfeuer Blankenese passieren. Der hat eine Aussichtsplattform, von der aus Besucher die Riesen auf dem Wasser besonders gut beobachten und fotografieren können. Selbst bei Regen und im tiefsten Nebel empfehlenswert.

Treppenviertel (Blankenese)


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Hamburger Nachwuchs: Sängerin Sukie

Gerade mal ein Jahr ist es her, dass Sukie ihren ersten eigenen Song veröffentlichte. Doch spätestens, als im Oktober ihre Debüt-EP „Love And Impatience“ erschien und die Kunde von einer neuen, talentierten Sängerin aus Hamburg die Runde machte, war klar: Mit Sukie wird zukünftig zu rechnen sein. Im Interview spricht die 22-Jährige über Schwermut als Treibstoff, das derzeitige Darben der Kreativszene und Lichter am Ende des Tunnels

Interview: Daniel Schieferdecker

 

SZENE HAMBURG: Sukie, wie bist du zur Musik gekommen?

Sukie: Musik war immer ein großer Teil meines Lebens. Ich war ein sehr ruhiges Kind, habe viel Zeit mit mir selbst verbracht – und dabei fast immer Musik gehört und gesungen. Ich habe es dann aber eine Weile schleifen lassen – bis vor drei Jahren mein bester Freund bei einem Autounfall gestorben ist.

Und dann?

Das war jemand, der sehr krass gelebt hat; der immer seinen Weg gegangen ist und das gemacht hat, was er machen wollte. Da ist mir bewusst geworden, dass ich viel zu lange meine Zeit mit Dingen vergeudet habe, die mich nicht erfüllen – das ist für viele Leute ja deren Realität. Aber das wollte ich nicht.

Ich habe dann einen Coversong bei Instagram hochgeladen, coole Reaktionen darauf bekommen und weitergemacht. Im Oktober kam dann meine erste EP „Love And Impatience“.

Bist du tatsächlich so ungeduldig, wie es der EP-Titel verheißt?

Ja, ganz schlimm! Wenn ich Dinge nicht auf Anhieb kann, höre ich sofort wieder damit auf. Ich werde sonst wahnsinnig. (lacht)

Deine Pressesgentur hat dich angepriesen als „junge Frau mit Charakter“. Was meinen die damit?

(lacht schrill) Wenn ich das nur wüsste! Hat nicht jeder einen Charakter? Aber sagen wir so: Ich bin in gewissen Dingen sehr speziell – aber auf eine gute Art und Weise.

Das musst du erklären.

Ich bin sehr feinfühlig, eine sehr empathische Person. Das schadet mir manchmal zwar auch, weil ich oft mehr bei anderen bin als bei mir. Aber das ist etwas, das mich ausmacht.

 

 

Deine Lyrics schreibst du auf Englisch. Warum?

Ich habe einen besseren Zugang zu der Sprache. Deutsch als Muttersprache ist einfach zu nah an mir dran. Das Englische ermöglicht mir eine etwas objektivere Sicht auf die Dinge. Aber: Ich bin bilingual aufgewachsen, weil meine Mutter lange in London gelebt hat.

In deinen Songs liegt viel Schwere, in den meisten geht es um düstere Themen. Ist das deine Art der Verarbeitung?

Ja, absolut. Ich kann aber keine Songs schreiben, wenn es mir richtig schlecht geht. Das passiert erst danach, wenn ich die Situation für mich selbst schon ein bisschen verarbeitet habe.

Du machst nicht nur Musik, sondern studierst auch Ethnologie und klassische Archäologie. Inwiefern hat dein Studium Einfluss auf deine Songs?

In vielerlei Hinsicht: Durch das Ethnologie-Studium bekommt man einen sehr weiten Blick darauf, wie die Menschen auf der Welt in der Gesellschaft funktionieren.

Kennst du den Begriff der kulturellen Universalien? Das sind Dinge, die nicht kulturabhängig variieren, die es in jeder Gesellschaft gab und gibt – und eine davon ist Musik. Das finde ich spannend: dass Musik, unabhängig vom Text, eine Sprache ist, die von jedem überall auf der Welt verstanden werden kann.

 

„Ich sehe gerade ganz viele Existenzen sterben“

 

Vor Corona hast du in einer Bar gearbeitet. Seit einem Jahr nun nicht mehr. Hatte das einen Einfluss auf deine Musik?

Total! Ich habe immer gerne Gastro gemacht, aber das schlaucht auch – zumal das ein Job ist, der dir menschlich nicht viel zurückgibt und deinen Schlafrhythmus total zerschießt.

Durch den Wegfall dieses Jobs hatte ich nun mehr Zeit, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Mich zu fragen: Wer will ich sein? Wie will ich klingen? Das hat mir geholfen. So perfide es klingen mag: Ein Stück weit bin ich tatsächlich dankbar für die Situation. Aber jetzt ist auch gut. (lacht)

Welche negativen Einflüsse hatte die Pandemie auf dich?

Ich hatte dadurch viel Zeit zu zweifeln. Zwischendurch bin ich in tiefe Löcher gefallen und hab mich gefragt, wofür ich das eigentlich mache, wenn es ja doch niemand  zu hören bekommt – vor allem nicht live.

Ich kriege ja auch mit, was in meinem Umfeld los ist, wo viele Leute professionell Musik machen. Ich sehe gerade ganz viele Existenzen sterben, Clubs schließen, eine ganze Branche untergehen.

Wie motivierst du dich, trotzdem weiterzumachen?

Indem ich versuche, mich darauf zu besinnen, Kunst nicht für andere, sondern in erster Linie für mich selbst zu machen. Trotzdem macht die Situation mir Angst. Ich saß durchaus schon mit Heulkrämpfen im Studio. Aber eigentlich bleibt einem gar nichts anderes übrig, als positiv zu bleiben und nicht den Glauben zu verlieren.

 

 

Hast du eigentlich eine Lieblingszeile von dir?

Ja, aus „Hit Me“. Da singe ich: „And the night might be yours, but the morning is mine.” Die finde ich sehr schön. Es gibt auch noch eine andere, aber die ist noch nicht veröffentlicht. Kann ich daher nicht verraten, sonst klaut die noch einer. (lacht)

Wenn es unveröffentlichte Textzeilen von dir gibt: Kommt dann dieses Jahr noch was Neues von dir?

Auf jeden Fall! Wahrscheinlich noch eine EP. Und dann mal schauen, wie es insgesamt mit der Musik und Kultur hier weitergeht. Ich habe auf jeden Fall noch einige sehr, sehr gute Songs, die nur darauf warten, veröffentlicht zu werden.

thisissukie.com


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Januar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Hamburger Craft-Beer: Das sind unsere Top Five

Für Gelegenheits-Biertrinker und heimliche Sommeliers bietet Hamburg eine riesige Auswahl an regionalem Craft-Beer. Ob hanseatisch interpretiertes Pale Ale aus dem Hause Ratsherrn oder amerikanisches India Pale Ale: Diese zehn Biere schmecken extrem nach Fernweh – aber enthalten auch einen ordentlichen Schuss Hamburg-Liebe.

*Reihenfolge alphabetisch und nicht nach Wertung 

 

1.) Alt Kanzler Rauchbier (Wildwuchs)

Die kleine Wildwuchs-Brauerei hat anscheinend nicht nur für Bier, sondern auch für Whiskey eine Leidenschaft. Das Alt Kanzler Rauchbier ist so ziemlich genau das, was man sich unter diesem Namen vorstellt. Diese flüssige Hommage an Altkanzler Helmut Schmidt ist ein trübes Altbier, das mit Noten von rauchigem Highland-Whiskey verfeinert wurde. Und das Beste: Da die Jungs und Deerns von Wildwuchs ein echtes Hamburger Original kreieren wollten, kommt der verwendete Cascade-Hopfen natürlich auch direkt aus der Hansestadt. Ein Muss für jedes Nordlicht!

Wildwuchs Brauwerk Hamburg 

2.) Amerikanischer Traum (Landgang Brauerei)

Wer schonmal eine längere Zeit in Nordamerika unterwegs war, der weiß: India Pale Ale (IPA) ist ein Politikum. Entweder man liebt den bitteren, hopfigen aber auch fruchtigen Geschmack dieses besonderen Bieres – oder man hasst ihn. Wer nach einem klassischen IPA mit einer hanseatischen Note sucht, der wird bei der Landgang Brauerei fündig. Der Geschmack von Grapefruit und roten Beeren sorgt für eine besonders fruchtige Komponente. Der Geruch erinnert stark an Pinie. Doch bei IPA ist Vorsicht geboten: Hoher Suchtfaktor!

Landgang Brauerei 

3.) California Common (Hambräu)

Etwas sanfter geht es beim California Common von Hambräu zu. Mit dem Common bringt die Moorfleeter Brauerei die kalifornische Sonne direkt nach Hamburg in die Flasche. Der Name ist hier Programm. Eine süße, malzige Note und eine leichte Würze machen das California Common zu einem wahren Alleskönner. Perfekt für Einsteiger und solche, die ihr Bier gerne wie die Craft-Beer-Gründerväter aus Kalifornier trinken: Entspannt und smooth.

Hambräu

4.) Dry Hopped Pilsener (Ratsherrn)

Die Deutschen lieben ihr Pils! Wer klassischer Pilstrinker ist, der findet den optimalen Einstieg in die Craft-Beer-Szene mit diesem neu interpretierten Klassiker von Ratsherrn. Das Dry Hopped kommt einem klassischen Pils sehr nah, schmeckt im Abgang aber bedeutend hopfiger. Quasi ein “Next Level Pils”. Wer es nicht allzu ausgefallen mag und trotzdem nach einem besonderen Bier sucht, sollte das Dry Hopped Pilsener unbedingt ausprobieren. Schmeckt frisch gezapft am besten!

Ratsherrn Hamburg 

5.) Mister O (Buddelship)

Die ultimative Hopfeninfusion! Das Double IPA Mister O aus dem Hause Buddelship ist das ideale Bier für alle, denen es gar nicht hopfig genug sein kann. Zu dem fast schon harzigen, ultra-hopfigen Geschmack gesellen sich intensive Aromen von Mango und Grapefruit. Eine wahre Offenbarung für IPA-Liebhaber. Mit 80 Internationalen Bittereinheiten und einem Alkoholgehalt von 7,9 Prozent hat dieses Craft-Beer nämlich ordentlich Wumms. Besonders wissenswert: Da das Mister O mit Reis gebraut wurde, erhält das Double IPA einen asiatischen Touch. Mal schauen, ob ihr das rausschmecken könnt.

Buddelship

 

Tipp der Redaktion: Wenn ihr von IPA, Pale Ales und anderen hopfigen Köstlichkeiten gar nicht genug bekommen könnt, solltet ihr unbedingt bei Beyond Beer in Eimsbüttel vorbeischauen. Neben dem lokalen Angebot findet ihr dort auch eine große Anzahl internationaler Craft-Beers. Ob USA, England oder Belgien. Neben vielen kleinen Brauereien sind bei Beyond Beer auch echte Veteranen der Craft-Beer-Szene, wie Sierra Nevada, erhältlich. Für Bierliebhaber ist ein Besuch Pflicht!

 

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TBA // To be announced: Eine Bar mit Nachbarschafts-Feeling

TBA // To be announced: Die schönste Bar ist die eigene Bar, dachten sich die Nachbarn eines Ottenser Hinterhofs – und müssen für das Feierabendbier seitdem nicht mehr weit laufen

Text: Sophia Herzog

 

Möllers, Aurel, Familien-Eck – Ottensen hat viele Bars, die schon seit Jahren fest zur Flaniermeile des Stadtteils gehören. Die besten Schätze verstecken sich meistens aber in den hintersten Ecken: Das TBA // To be announced liegt in einem Hinterhof in der Gaußstraße, eingenistet zwischen Musikschule, Medienagentur und Architekturbüro.

Im Winter knistern hier die Holzscheite in der Feuertrommel, im Sommer stehen die großen Fenster Richtung Hinterhof weit offen, Lampions hängen in den Büschen. „Das Kopfsteinpflaster, die beleuchteten Bäumchen, das ist schon schön“, findet Inhaberin Hannah Bender. Die gelernte Veranstaltungskauffrau eröffnete das TBA 2015 – allerdings nicht im Alleingang. „Die Idee entstand unter Nachbarn“, erinnert sie sich. Gemeinsam mit den Architekten aus dem Büro nebenan setzte sie sich sowieso häufiger abends für ein paar Drinks zusammen. „Warum dann nicht einfach selbst eine eigene Bar aufmachen?“ Gesagt, getan: Mit den Architekten als Gesellschaftern ist Bender seitdem stolze Besitzerin ihres eigenen Lokals.

 

Den „Kleinen Freitag“ zelebrieren

 

Das Nachbarschafts-Feeling der Gründungszeit ist bis heute geblieben: Nach wie vor würde sie mit allen ansässigen Mietern im Hof ein sehr herzliches Verhältnis pflegen, erzählt sie. Inzwischen wird die Bar aber auch von Nicht-Ottensern fleißig besucht. „Das gemütliche Nachbarschaftsgefühl geben wir dann natürlich an unsere neuen Gäste weiter.“

An vielen Abenden vermietet Bender die Bar für Veranstaltungen an Privatpersonen, nicht wegzudenken ist aber der traditionsreiche „Kleine Freitag“ – das gemütliche Beisammensitzen am Donnerstagabend, natürlich inklusive Feierabendbier.

TBA // To be announced: Gaußstraße 136 (Ottensen)


Szene_Hamburg_Februar_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Januar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Donnerbar – Die Reinkarnation des Kleinen Donner

Reinkarnation: Der Kleine Donner ist zurück. In den Räumen der ehemaligen Bar Rossi öffneten David Struck und Felix Piechotta Anfang August ihr neues Wohnzimmer – die Donner Bar.

Dröhnende HipHop Beats, Schweiß, der von der Decke tropft, ein von Zigarettenrauch verqualmter, überfüllter Raum. Das sind Erinnerungen an den Kleinen Donner, den Kellerclub unter dem Haus 73 in der Sternschanze. Im Dezember 2017 musste die beliebte Underground-Disco schließen. Grund waren andauernde Lärmbeschwerden der Nachbarn.

Nun kommt die Hamburger Hip-Hop-Perle im neuen Gewand zurück: Etwa 200 Meter weiter öffnete der Donner endlich wieder seine Türen. Und es hat sich viel verändert. Die neue Location, direkt an der Max-Brauer-Allee, Ecke Schulterblatt sieht mit einladenden Glasfronten und hübsch dekorierter Außenterrasse so gar nicht mehr nach dem etwas ranzigen, authentischen Untergrund-Club von früher aus. Einzig das schlichte Blitz-Logo über dem Eingang lässt Besucher wissen: Der Donner ist wieder da.

Donnerbar: Schwingende Hüften trotz kleiner Tanzfläche

Auch von Innen erinnert nur wenig an den Kleinen Donner: Der einladende Tresen, ordentlich bestückt mit einer großen Auswahl an Spirituosen bildet das Herzstück der Donner Bar. Die Einrichtung ist dunkel und schlicht aber stilvoll gehalten. Die Tanzfläche verhältnismäßig klein. Auch eine Woche nach der großen Eröffnung ist die Bar am Samstag schon zu früher Stunde gerappelt voll.

Das Konzept scheint aufzugehen: Der Übergang von entspannter Afterwork-Atmosphäre zum ausgelassenen Feiern verläuft fließend. Dass die Musik nicht ganz so laut ist, wie man es aus dem Donner kennt, scheint niemanden zu stören. Die kleine Tanzfläche platzt auch so aus allen Nähten. Musikalisch setzt der DJ an diesem Abend auf eine gute Mischung aus bekannten Tracks und Underground. Amerikanischer Hip-Hop, durchbrochen von dem einen oder anderen deutschsprachigen Song lässt das Publikum die Hüften schwingen.

Alte Leuchter, neue Bar.

SZENE HAMBURG: David, ihr seid mit dem neuen Laden von Club auf Barbetrieb umgestiegen. Warum?

David Struck: Als klar wurde, dass wir den Kleinen Donner am Schulterblatt nicht weiterführen können, haben wir den Laden zur Cocktail-Bar Chambre Basse umgebaut und trotzdem weiterhin nach einer Clubfläche gesucht. Das hat leider nicht geklappt. Entweder stimmte der Preis oder die Lage nicht. Nach einigen Exilveranstaltungen über dem PAL hatten wir schon mehr oder weniger damit abgeschlossen den Donner weiterzuführen – bis wir über diese Location gestolpert sind.

Wie ging es weiter?

In erster Linie wollten wir einfach die Fläche übernehmen, ohne zunächst ein Konzept zu haben. Nach langen Verhandlungen konnten wir den Laden bekommen und haben angefangen uns Gedanken zu machen. Den gleichen Club konnten wir nicht machen, weil wieder zu viel Nähe zu den Nachbarn besteht. Wir sind dann zu dem Schluss gekommen, den Donner wieder aufzumachen, aber eben als Bar und Nachbarschaftskneipe. Wir öffnen sieben Tage die Woche ab 17 Uhr. Am Wochenende werden wir spielen, worauf wir Bock haben, um auch die Leute abzuholen, die unsere Musik hören wollen – nur eben etwas leiser. Im Prinzip also ein neues Konzept aus dem Alten heraus.

Könnt ihr musikalisch dann noch das gleiche liefern wie im Kleinen Donner oder passt ihr euch dem Mainstream an?

Josi Miller, Trettmann-DJ, die auch am Eröffnungswochenende aufgelegt hat, war schon früher oft bei uns. Die würde ich musikalisch eher in den Underground einordnen. Im Prinzip haben wir in dem Bereich nicht viel verändert. Natürlich gibt es die Schwierigkeit, unser altes Booking fortzuführen. Im Donner hatten wir oft internationale Gast-DJs, die wir gerade so mit dem Clubeintritt querfinanzieren konnten. Das wird uns hier nicht mehr möglich sein, weil wir keinen Eintritt nehmen. Das Ambiente hat sich schon verändert.

Wolltet ihr weg vom Kellerclub-Image?

Weiß ich gar nicht. Das war alles recht ungeplant. Wir haben keinen Innenarchitekten beauftragt und gesagt, was wir haben wollen oder so. Ein Kumpel, der Architekt ist, hilft uns da ein bisschen. Im Prinzip schauen wir uns einfach die Fläche an und gucken, was möglich ist und unseren Geschmack trifft. Wir greifen zum Beispiel mit dem Holz das Donner-Thema ein bisschen auf. Aber wollen uns natürlich auch weiterentwickeln. Die Kronleuchter sind tatsächlich noch aus der Bar Rossi, die einfach so geil sind, dass wir sie haben hängen lassen. Wir wollen mit unserer Einrichtung nicht irgendein Image verkörpern – machen das eher so, wie wir auch unsere Wohnungen einrichten würden.

Das Schulterblatt weist eine immense Bardichte auf. Gerade mit Läden wie der Katze nebenan eine riesen Konkurrenz. Wie wollt ihr euch durchsetzen?

Ich glaube das passiert von alleine. Mir würde jetzt kein Laden auf dem Schulterblatt einfallen, der ein ähnliches Konzept hat. Klar, es ist eine Bar und es gibt Getränke, aber musikalisch gibt es nichts Vergleichbares hier auf der Ecke – außer vielleicht die Bernstein Bar, die großartig ist, aber selbst da sind jetzt keine wirklichen Überschneidungspunkte. Außerdem sehen wir das eher als Symbiose, nicht als Konkurrenz. Je mehr Läden in eine ähnliche Richtung gehen wie wir, desto besser eigentlich. Die Szene ist groß genug.

Am Eröffnungswochenende war der Laden gerammelt voll. Wie habt ihr das Publikum wahrgenommen?

Am Freitag war so ziemlich jeder da, den wir kennen. Ob vom Sehen oder persönlich. Das war wirklich krass. Samstag war es ein bisschen anders, weil das Spektrum Festival parallel lief. Es war schon ein bisschen mehr vom klassischen Schanzenpublikum am Start. Die haben natürlich auch mitbekommen, dass wir da sind und wollten den Laden mal auschecken. Aber grundsätzlich würde ich schon sagen, dass wir wieder mehr auf das Donner-Publikum zählen als mit dem Chambre Basse.

Ihr tretet ein großes Erbe an. Die Bar Rossi war jahrelang eine regelrechte Institution in der Schanze. Wie steht ihr mit eurem Laden zu den Veränderungen und der laufenden Gentrifizierung im Viertel?

Schwieriges Thema. Ganz klar treten wir hier in große Fußstapfen. Die Rossi war, würde ich behaupten, eine der erfolgreichsten Bars in ganz Hamburg. Das Thema Wandel des Viertels ist nicht einfach zu beurteilen. Alles verändert sich. Wir sind nicht die größten Kritiker was das angeht. Wir versuchen einfach das zu machen, worauf wir Bock haben und freuen uns, wenn es Leute gibt, die da auch Bock drauf haben. Solange das der Fall ist, machen wir weiter.

Text & Interview: Eylin Heisler
Fotos: Ole Masch

Donner Bar, Max-Brauer-Allee 279, Mo-So ab 17 Uhr


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


 

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1 Frage, 1 Antwort – mit Arne Wegscheider

Bar und Tee? Das geht ganz wunderbar, weiß Arne Wegscheider. Seit 2014 schenkt der 44-Jährige als Barkeeper im Renaissance Hotel Hamburg vor allem Drinks und Cocktails aus. Seit einem Jahr hüpft sein Herz aber besonders bei einem Getränk: Tee.

Um seine Liebe zum Tee so richtig zu festigen, hat er jetzt über die Ronnefeldt Tea Academy in Sri Lanka seinen „Tea Master Gold“ absolviert – also nicht lang abwarten, sondern Tee trinken!

SZENE HAMBURG: Womit sammelst du Karmapunkte?

Ich liebe es, Karmapunkte zu sammeln. Allerdings liebe ich es nicht, von Karmapunkten zu sprechen. Karma ist ja kein Payback- System, mit dem man Punkte sammelt. Karma ist ein Lebensgefühl, bei dem es darum geht, das Beste aus allem herauszuholen. So wie mit seinen Mitarbeitern, seinen Gästen – und sich selbst. „Jeder kann etwas, das nicht jeder kann“ – daran orientiere ich mich. Also jeder Mitarbeiter oder Gast ist ein Mensch mit individuellen Fähigkeiten, die wir nur erkennen und fördern müssen. Hier entsteht Karma. Und es wird größer und besser, wenn wir uns darauf besinnen, dass jeder eines immer kann: einem anderen ein Lächeln schenken. Das ist für mich der Inbegriff von Karma. Als Tea Master kann ich diese Idee professionell umsetzen. Und mein Karma leben, denn Karma bedeutet auch, in sich zu ruhen, mit seiner Lebensaufgabe zufrieden sein und sich dabei selber weiterzutragen. In Sri Lanka habe ich erlebt, wie Tee entsteht, von der Wurzel bis zur Tasse. Diese Erfahrung fließt in meine Arbeit. Ich berate Gäste und lade sie ein, das Thema Tee intensiver und emotionaler zu verstehen. Ich bin überzeugt: Das sorgt für mehr gutes Karma.

Renaissance Hotel Hamburg

Foto: Ana Maria Arevalo


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!


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