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Bürgermeister-Check: Tschentscher vs. Fegebank

Wer sind die Menschen hinter den Wahl-Slogans? Wir haben Peter Tschentscher und Katharina Fegebank unabhängig voneinander den gleichen persönlichen Fragebogen zukommen lassen. Hier kommen ihre Antworten im Vergleich.

 

Zu den Kandidaten: Dr. Peter Tschentscher von der SPD ist 54 Jahre alt, verheiratet, hat ein Kind, war bis 2011 Oberarzt im UKE und ist seit knapp zwei Jahren Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Soweit, so be­kannt. Aber: Wie oft stürzt sich der gebürtige Bremer ins Hamburger Nachtleben? Welches Lied wünscht er sich beim Karaoke-­Abend? Und steht er mehr auf Franz-­ oder auf Fischbrötchen?

Die 42-­jährige Grüne Katharina Fegebank wuchs in Bargteheide auf, studierte Politikwissenschaften, Anglistik, Öffentliches Recht und Europawissenschaften, war einige Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin und ist im Senat Tschentscher Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung sowie Zweite Bürgermeisterin. Steht überall geschrieben. Nur: Wie lässt die Mutter von Zwillingen eigentlich mal Dampf ab? Ist sie ein Workaholic? Und was wird für sie immer wichtiger sein als politische Arbeit?

 

SZENE HAMBURG: Worüber haben Sie sich zuletzt gefreut? 

Peter Tschentscher: Über die gute Stimmung bei unserem Wahlkampfauftakt.

Katharina Fegebank: Gerade heute Morgen über das Lachen meiner Zwillingsmädchen.

Freude lädt zum Feiern ein: Wie oft genießen Sie das Hamburger Nachtleben?

Tschentscher: Immer, wenn wir bei einer Ver­anstaltung nach dem offiziellen Pro­gramm länger bleiben.

Fegebank: Leider nicht mehr so häufig – aber wenn, dann richtig.

Und was ist ihr Mitbringsel zu einer Privatparty?

Fegebank: Etwas, das die Gastgeber erfreut.

Tschentscher: Eine Flasche Wein zum Beispiel. Aber das kommt ganz auf den Gastgeber an. Meistens bespreche ich das mit meiner Frau.

Welches Lied wählen Sie, wenn die Karaoke-Maschine angeschmissen wird?

Fegebank: Neue Deutsche Welle … da können alle anderen auch mitsingen.

Tschentscher: Von Udo Lindenberg „Reeperbahn“ oder „Der Astronaut muss weiter“.

Stimmungswechsel: Wann waren Sie zuletzt voll down?

Tschentscher: Als vor einem Jahr ein langjähriger Kollege und Freund gestorben ist.

Fegebank: Als ich mich Ende letzten Jahres so auf Weihnachten und ein paar freie Tage gefreut habe und ich dann krank im Bett lag.

Können Sie auch mal richtig sauer werden?

Fegebank: Ja, das passiert aber ganz selten. Und dann versuche ich es nicht an an­ deren auszulassen.

Tschentscher: Ja, das ist aber selten.

Wie und wo lassen Sie denn Dampf ab?

Tschentscher: Ich gehe dann an der frischen Luft spazieren oder beschwere mich gleich an der richtigen Stelle.

Fegebank: Beim Sport, da kann man sich aus­ powern.

Schon mal um die Alster gejoggt?

Fegebank: Schon lange her … jetzt wird eher der Kinderwagen geschoben.

Tschentscher: Ja, aber meistens gehe ich spazieren oder ich fahre Rad.

Apropos: Alster oder Elbe?

Tschentscher: Beides. Und wir sollten die Bille nicht vergessen und die vielen Kanäle. Stadt am Wasser finde ich immer faszi­nierend.

Fegebank: Elbe – für den Hamburg­-Pur-­Moment.

Franz- oder Fischbrötchen?

Fegebank: Ganz klar: Franzbrötchen.

Tschentscher: Franzbrötchen.

Schniekes Café oder olle Hafenkaschemme?

Tschentscher: Egal, Hauptsache, es gibt guten Kaf­fee.

Fegebank: Mal so und mal so. Ich mag beides.

Bier oder Wein?

Fegebank: Gar nichts von beidem. Wasser, Cola oder Gin Tonic.

Tschentscher: Wein.

 

„Wer verliert schon gerne.“

Katharina Fegebank

 

St. Pauli oder HSV?

Fegebank: Da darf eine Bürgermeisterkandidatin nicht parteiisch sein. Habe aber eine Dauerkarte für einen anderen Fußballverein im Norden.

Tschentscher: Ich bin gerne im Volksparkstadion, drücke aber beiden Vereinen die Daumen, wenn es um den Aufstieg geht.

Im Stadion: Still genießen oder lautstark anfeuern?

Tschentscher: Ich genieße die Stimmung. Bei guten Szenen und Toren jubel’ ich mit.

Fegebank: Absolut emotional … und lautstark anfeuern.

Sind Sie ein guter Verlierer?

Fegebank: Wer verliert schon gerne. In der Politik und im Sport will man gewinnen.

Tschentscher: Beim Skat schon, in der Politik gewinne ich gerne.

Schlimmste Headline über Sie bisher?

Tschentscher: Solche Überschriften vergesse ich schnell.

Fegebank: Über einige Headlines habe ich mich sicher nicht gefreut, auch mal geärgert. Aber an eine richtig schlimme Überschrift kann ich mich nicht erinnern.

Beste Headline?

Fegebank: Da fallen mir gleich zwei ein: „Eine, die sich traut“ (Süddeutsche Zeitung) und „Wer führen will, muss fröhlich sein“ (Hamburger Abendblatt)

Tschentscher: „Tschentscher ist beliebtester Politiker Hamburgs“ (Hamburger Abendblatt)

Headline nach der Bürgerschaftswahl, wenn Sie diese schreiben dürften?

Tschentscher: „SPD weiter stärkste Kraft – Tschentscher bleibt Bürgermeister“

Fegebank: „Grüne stärkste Kraft in Hamburg – Katharina Fegebank Erste Bürgermeisterin“

 

„Man darf in der Politik niemanden unterschätzen.“

Peter Tschentscher

 

Ihr Gegner hat eh keine Chance, weil:

Tschentscher: Das sehe ich nicht so. Man darf in der Politik niemanden unterschätzen.

Fegebank: Wir die besseren Ideen für Hamburg haben.

Und welche Hoffnung haben Sie schon aufgegeben?

Tschentscher: Dass Journalisten keine Fragen zum Privatleben stellen.

Fegebank: Die Hoffnung stirbt zuletzt, weshalb ich nie die Hoffnung aufgebe.

Was wäre Ihre erste Amtshandlung nach gewonnener Wahl?

Fegebank: Erst mal die Wahl gewinnen.

Tschentscher: Ich spreche mit unserer Landesvor­sitzenden über die Koalitionsgespräche.

Und die zweite?

Tschentscher: Klären, welche Entscheidungen wir bis zur Bildung des neuen Senats treffen müssen.

Fegebank: Allen Danke sagen, die mich unter­ stützt haben.

Sind Sie ein Höher-Schneller-Weiter- Mensch?

Tschentscher: Nein, ich komme gern voran, möchte meinen Job aber vor allem gut machen. Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.

Fegebank: Ja, nur so lässt sich viel in kurzer Zeit für die Stadt bewegen. Ich habe aber auch gelernt, innezuhalten.

Ein Workaholic?

Fegebank: Das Herz sagt nein. Der Terminkalender sagt ja.

Tschentscher: Ja, das bringt das Amt so mit sich. Arbeit, die Spaß macht, belastet aber nicht.

Was wird für Sie immer wichtiger sein als jede politische Arbeit?

Tschentscher: Privat vor allem Gesundheit und dass es der Familie gut geht.

Fegebank: Meine Familie.


Szene_Hamburg_Februar_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Januar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Gesundheitskiosk: Wofür der Arzt keine Zeit hat

In Horn und Billstedt erfahren Patienten im Gesundheitskiosk, wie sie ihre Gesundheit in den Griff kriegen können – und zwar gratis

Text: Erik Brandt-Höge
Foto: Klaus Balzer

Kein Termin nötig, keine Kosten, dafür immer ein offenes Ohr vom Fachpersonal: Klingt nach einer Traumvorstellung von medizinischer Versorgung, ist in Billstedt und Horn aber absolut real. Seit September 2017 können Menschen aus den beiden Stadtteilen in zwei Gesundheitskiosken ergänzen, was in Arztpraxen aus Zeitgründen nicht geschafft wird. „Wir wollen die niedrigschwellige ambulante Versorgung vor Ort qualitativ stärken, und zwar mit einem pflegerischen Ansatz“, sagt Geschäftsführer Alexander Fischer.

Vier Vollzeitmitarbeiter, alle akademisierte Pflegekräfte, versuchen einerseits chronisch kranken Patienten eine Stütze zu sein und Vor- sowie Nachbereitungen von Arztbesuchen zu leisten. Andererseits ist jeder in den Kiosken willkommen, der z. B. Anregungen und Tipps rund um seine Ernährung wünscht. Dass die beiden Standorte in Billstedt und Horn gewählt wurden, liegt nicht zuletzt am Druck, unter dem viele Ärzte in diesen Stadtteilen stehen, und den sie öffentlich geäußert haben. Es gab und gibt einen enormen Bedarf an medizinischer Beratung, und dem wollen die Gesundheitskioske entgegenwirken – mit Erfolg.

 

Förderung nur bis Jahresende

 

Fischer: „Im vergangenen Jahr kamen fast 4.000 Patienten zu uns und waren sehr dankbar für das Angebot. Wir konnten den Kiosk-Besuchern veranschaulichen, wie sie das Gesundheitssystem sinnvoll nutzen.“ Dass eben dieses Angebot auf finanzieller Förderung basiert – eh klar. Aktuell kommt das Geld vom Innovationsfonds, bis zum Ende des Jahres sind die Gesundheitskioske gesichert. „Danach müssen wir auf eigenen Beinen stehen“, so Fischer, „wir verhandeln gerade mit den Krankenkassen, und je nachdem, wie hoch das Budget ist, das uns zur Verfügung gestellt wird, können wir auch in die zukünftige Personalsituation investieren.“

Gesundheitskiosk: Billstedt, Möllner Landstraße 18, Mo-Fr, 8-18 Uhr; Mümmelmannsberg, Oskar- Schlemmer-Straße 9-15, Di+Do, 8.30-17 Uhr


Szene-Hamburg-juni-2019Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juni 2019. Titelthema: Was ist los, Altona?
Das Magazin ist seit dem 25. Mai 2019 im Handel und zeitlos im 
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Poliklinik Veddel – gegen medizinische Unterversorgung

Nur eine Apotheke und eine Arztpraxis – die Veddel ist ein armer und medizinisch unterversorgter Stadtteil. Die Poliklinik arbeitet seit ihrer Eröffnung der Vernachlässigung entgegen. Die meisten Ärzte zieht es in wohlhabendere Viertel.

Text: Ulrich Thiele
Fotos: Jérome Gerull

Der erste Eindruck: Freundlich. Freundlich ist der Warteraum mit dem hellblauen Boden, dem pinken Sofa und den bunten Plakaten an den Wänden, auf denen die Gäste ihre Gedanken über und Wünsche für die Veddel notiert haben – „zu viel Lärm“, „mehr Rolltreppen“ und „viel zu viele Cafés voll mit Männern“ steht auf den Post-its geschrieben.

Freundlich ist auch Karin, die grauhaarige Frau mit dem Kurzhaarschnitt am Empfangstresen, die gerade einem der Gäste lächelnd einen durchsichtigen Plastikbeutel mit Medikamenten in die Hand drückt. „Wir sehen uns dann nächste Woche“, ruft sie dem überschwänglich zum Abschied winkenden Herren höheren Semesters nach. Auf den ersten Blick mag es angesichts der warmen Atmosphäre überraschen, wenn man erfährt, was für eine theoriefreudige Einrichtung die Poliklinik ist – wird doch kaum etwas so sehr mit grauer und kühler Nüchternheit verbunden wie die Theorie.

 

„Veddeler leben im Durchschnitt zehn Jahre kürzer“

 

„Wir sind kein Charity-Projekt“, betonen die Juristin Katja Schlegel und der Mediziner Sebastian Hofmann. In zu vielen Medienberichten seien sie in der Vergangenheit zum Typ „naive Aktivisten wollen die Welt retten“ verniedlicht worden. Dabei basiert die Poliklinik auf durchdachten strukturellen Analysen. „Leute, die ärmer sind, leben kürzer. Die Menschen auf der Veddel leben im Durchschnitt zehn Jahre kürzer als die Menschen in wohlhabenden Vierteln“, sagt Katja Schlegel.

Oft seien es die Umstände, die krank machen, und nicht das individuelle Verhalten. „Es gibt soziale Determinanten, die sich auf die Gesundheit auswirken: Armut, Existenzängste, soziale oder rassistische Diskriminierung, Vernachlässigung, schlechte Luft, Schimmel in den Wohnungen“, ergänzt Sebastian Hofmann.

Die beiden Projektmitarbeiter berufen sich dabei auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Vereinten Nationen, die seit Jahren über den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Verhältnissen und Gesundheit forscht. Die bunte Inneneinrichtung im Eingangsbereich soll dementsprechend bewusst einen Kontrapunkt zur allgemeinen Tristesse der Umstände setzen. So verbünden sich Theorie und Praxis.

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Die Betreiber Sebastian Hofmann und Katja Schlegel leisten Stadtteilarbeit von unten. Foto: Jérome Gerull

Im Januar 2017 eröffnete ein rund 20-köpfiges Team um Schlegel und Hofmann in der leer stehenden Polizeikaserne nahe des Hamburger Zollhafens die Poliklinik Veddel als Stadtteilgesundheitszentrum mit Allgemeinarztpraxis. Heute gehören zu den Angeboten der Poliklinik neben der Gesundheits- und Sozialberatung sowie der psychologischen Beratung auch Präventionsprojekte zu den Themen Stress, Rassismus, Rechte und Gesundheit.

Die Betreiber wollen somit dem herrschenden neoliberalen Credo der Eigenverantwortlichkeit entgegenwirken, das Gesundheit vor allem als eine Frage der individuellen Verantwortung sieht.

Denn es gibt einen Unterschied zwischen individueller Verhaltensprävention – weniger rauchen, sich gesünder ernähren – und Verhältnisprävention – soziale Anerkennung, faire Behandlung beim Sozialamt. „Gesundheit ist eine soziale Frage“, stellt Schlegel klar.

 

Die Veddel: kein Problemviertel, sondern kosmopolitisch

 

Die Idee zum Projekt entstand vor sechs Jahren, als ein Großteil der heutigen Poliklinik-Mitarbeiter für die Hamburger Initiative Medibüro arbeitete, die sich um die Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge ohne Ausweispapiere kümmerte. Nachdem das Bundesinnenministerium offiziell verkündete, dass die medizinische Unterstützung nicht als Beihilfe zum illegalen Aufenthalt gilt und die Helfer große Anerkennung erhielten, wuchsen die Zweifel. Man wollte nicht als Sozialdienstleister instrumentalisiert werden für ein ökonomisiertes Gesundheitssystem, das weiterhin nur die individuelle Komponente und nicht die gesellschaftlichen Faktoren für Gesundheit thematisiert.

Also beschloss die Gruppe aus Ärzten, Sozialarbeiterin, Pädagogen, Handwerkern und Juristen, das System von unten umzukrempeln – und entschied sich in einen Stadtteil zu gehen, der trotz gesundheitsschädlicher Umstände medizinisch unterversorgt war.

Die Poliklinik deckt seitdem einen großen Bedarf. Bevor das Gesundheitszentrum eröffnete, gab es auf der Veddel keine Apotheken und Arztpraxen für die 5.000 Einwohner. Auf Ärzte, die in Rente gingen, kamen keine Nachfolger – die Aussicht auf eine Praxis in dem kleinen Stadtteil, in dem kaum jemand privat versichert ist und viele überhaupt keine Krankenversicherung haben, war finanziell nicht verlockend.

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Einer der beiden Behandlungsräume. Foto: Jérome Gerull

Die Poliklinik ist keine klassische Klinik, sondern ein stadtteilorientiertes Gesundheitszentrum, in das die Patienten nicht nur kommen, wenn sie krank sind und behandelt werden müssen. Neben den Beratungen, etwa wenn die Miete stark steigt oder die Arbeitsagentur die Leistungen kürzt sowie bei der Begleitung bei Behördengängen, ist das Zentrum auch ein Treffpunkt, an dem gemeinsam Kaffee getrunken, geredet und kulturelle Veranstaltungen organisiert werden.

„In einem herkömmlichen Krankenhaus sind die ökonomischen Zwänge viel zu groß, um diesen ganzheitlichen Blick auf einen Stadtteil und den Hintergrund eines jeden Patienten werfen zu können“, sagt Hofmann, dessen Einrichtung durch Fördermitglieder, einen Kredit und städtische Mittel finanziert wird.

Klar: Viele Menschen auf der Veddel leben in prekären Verhältnissen, sind Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Geringverdiener. Das öffentliche Image als „Problemviertel“ wollen Katja Schlegel und Sebastian Hofmann aber nicht durchgehen lassen. „Unserer Ansicht nach ist es eher so, dass die Communitys gut funktionieren und die Veddel ein kosmopolitischer Ort ist“, sagt Hofmann über den Stadtteil mit über 70 Prozent Migrantenanteil. Man sei nicht hier, um ein Charity-Projekt zu starten, sondern um einen Bedarf zu decken.

Im Syndikat mit den Polikliniken aus anderen Städten wie Berlin und Essen erhoffen sich die Mitarbeiter, mehr Aufmerksamkeit für das Model durchzusetzen, das in DDR-Zeiten ein fester Bestandteil des Gesundheitssystems war. Die Aufmerksamkeit ist wichtig, denn es gibt noch viel zu tun und Unterstützung ist dafür essenziell. „Was uns fehlt, ist eine kinderärztliche und eine gynäkologische Versorgung“, sagt Katja Schlegel. Nächstes Jahr soll eine Krankenpflegerin das Team unterstützen, die finanzielle Förderung für die Stelle ist nur für sechs Monate gesichert. „Wir brauchen kontinuierliche staatliche Unterstützung“, betont die Juristin. „Da passiert viel zu wenig.“

An der einladenden Stimmung ändern die finanziellen Hürden nichts. So offen und herzlich wie beim Betreten der Poliklinik fällt auch der Abschied vom Empfangstresen aus. Man geht besser gelaunt, als man hereinkam.

Poliklinik Veddel: Am Zollhafen 5B


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2018. Das Magazin ist seit dem 29. November 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


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