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fritz-kola ist laut für die Demokratie

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fritz-kola und die Millerntor Gallery haben mit zwei Künstler:innen ein Schloss aus Mut gebaut – als Weckruf für eine weltoffene Gesellschaft

Während in Hamburg die Millerntor Gallery vom 23. bis 26. Juni 2022 ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, sind im Süden Bayerns Straßenkontrollen eingerichtet, denn fast zeitgleich wird im Millerntor-Stadion die Kunst und auf Schloss Elmau in Bayern vom 26. bis 28. Juni der G7-Gipfel gefeiert.

fritz-kola verbindet beide Events im Namen der Demokratie: Zusammen mit zwei Künstler:innen präsentieren fritz-kola und die Millerntor Gallery das Schloss Elmau als interaktive 3D-Skulptur, die zum Auftakt der 10. Millerntor Gallery am 23. Juni 2022 enthüllt wird.

Große Message in kleinem Format

Gebaut hat das 3D-Schloss der Hamburger Künstler Aquagringo – bekannt für Aquarellmalereien und seine Miniatur-Kunstobjekte, die unter anderem Hamburger Hauseingänge darstellen. Marleen Krallmann inszenierte und kalligrierte drumherum die Botschaften aus dem fritz-kola Demokratie-Manifest.

Prominente – darunter Roger Rekless, Micha Fritz und Imke Salander – verlesen in einem Video, das in der Skulptur zu sehen ist, das Manifest. Damit adressieren fritz-kola und die Millerntor Gallery ihre Forderungen zum Start des G7-Gipfels.

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„Kunst kennt keine Grenzen“, sagt Micha Fritz von Viva con Agua. „Sie zeigt Missstände auf und tritt politische und gesellschaftliche Veränderungen voran. Die Millerntor Gallery dient als Plattform für neue Gedanken und gemeinsame Ideen einer besseren Welt. Wir finden es super, dass fritz-kola in diesem Jahr ein Teil davon ist und demokratische Grundsätze konkret manifestiert.“

Demokratie für alle

SZENE HAMBURG verlost gemeinsam mit fritz-kola und der Millerntor Gallery fünf Siebdrucke von Marleen Krallmann, die die inszenierte Botschaft abbilden!


Wir verlosen zusammen mit fritz-kola und der Millerntor Gallery fünf Kunstwerke!

Wie ihr mitmachen könnt? Ganze einfach:

Schaut bei uns auf Instagram vorbei und folgt @szenehamburg, da gibt es alle weiteren Informationen.


fritz-kola.commillerntorgallery.org

Erfolgreicher Auftakt der 10. Millerntor Gallery

Am 21. Juni 2022 wurden zum Auftakt der 10. Millerntor Gallery in Kooperation mit dem Auktionshaus Christie’s 30 Kunstwerke, unter anderem von Gerhard Richter und Neo Rauch, versteigert

Text: Felix Willeke

Die Auktion mit dem Auktionshaus Christie’s ist der traditionelle Auftakt der Millerntor Gallery. Anlässlich der 10. Ausgabe waren am 21. Juni 2022 über 300 Gäste im Ballsaal des Millerntor Stadions zu Gast und boten für 30 Kunstwerke. Dabei waren Werke von Neo Rauch, Gerhard Richter und Streetart des Hamburgers Samy Deluxe. Am Ende des Abends kamen die 30 Werke für insgesamt 202.200 Euro unter den Hammer. Mit dem Geld unterstützt die Millerntor Gallery Wasser-, Sanitär- und Hygiene-Projekte von Viva con Agua.

Ein würdiger Auftakt

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Der handsignierte Offsetdruck des Gemäldes „Kerze“ von Gerhard Richter wurde für 38.000 Euro versteigert (Foto: Annegret Hultsch)

„Es hat mich sehr beeindruckt, dass wir viele der Werke wie beispielsweise von Jeff Koons oder Hera für eine außergewöhnlich hohe Summe versteigern konnten“, sagt  Christiane Gräfin zu Rantzau, Auktionatorin und Chairman Christie’s Germany. Doch nach der Auktion ist vor dem Festival. Am 23. Juni öffnet die Millerntor Gallery zum zehnten Mal seine Tore. Noch bis zum 26. Juni sind dann die Arbeiten von 100 Künstler:innen im Stadion des FC St. Pauli zu sehen.


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St. Pauli gegen Bremen – ein Derby unter Freunden

Am Samstag spielt der FC St. Pauli im ausverkauften Millerntor-Stadion gegen Werder Bremen. Auch in der SZENE HAMBURG-Redaktion sind beide Fanlager vertreten – ein Blick aus Fansicht auf das „Nordderby“

Text: Erik Brandt-Höge & Felix Willeke

Am 9. April 2022 spielt der FC St. Pauli am heimischen Millerntor gegen Werder Bremen. Ein Spiel, über das im Vorfeld viel gesprochen wird, auch in der SZENE HAMBURG-Redaktion. Zwei Redakteure blicken aus Fansicht auf ein Spiel, das von einigen auch als Nordderby bezeichnet wird.

Glückssache und gemeinsame Werte

Klaus Allofs war auf 180. Der Werder-Manager, der ab 1999 mit geschickten Transfers extrem erfolgreiche Vereinsjahre eingeleitet (und später mit ungeschickten wieder beendet) hatte, sah in der Pokal-Begegnung gegen den FC St. Pauli im Januar 2006 ein „Spaßspiel“. Mit seriösem Fußball hätte das nichts zu tun. Die Entscheidung, das Ganze überhaupt anzupfeifen: völliger Quatsch. Und tatsächlich: Es war bitterkalt, der Schnee bedeckte den Platz zentimeterhoch und das Spielfeld glich einer Schlittschuhbahn. Die Verletzungsgefahr war riesig, die Tore teils Glückssache. Am Ende schoss St. Pauli drei, Werder nur eins. Das machte Allofs‘ Laune nicht unbedingt besser…

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In den Farben getrennt, in den Werten vereint: Werder Bremen und der FC St. Pauli (Foto: pixabay)

Wenn ich an die bisherigen Aufeinandertreffen des Kiez-Clubs und Werder Bremen, meinem Lieblingsverein, denke, kommt mir dieses Spiel zuerst in den Sinn. Allerdings ohne Allofs-ähnlichen Ärger. Ohne Jammerei. St. Pauli musste damals ja genauso übers Eis schlittern wie Werder. Probleme hatten beide und die Hamburger haben sie besser in den Griff gekriegt.

Überhaupt: St. Pauli ist eindeutig der sympathischere Hamburger Club. Wenn sie gegen Werder gewinnen, bin ich selten schlecht gelaunt, egal wie das Wetter gerade ist. Denn ich mag die Werte des Vereins, den Aktivismus gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie. Werder hat dieselben Werte. Logisch, dass sich die Fans der beiden verstehen – zuletzt gesehen beim Spiel im Oktober vergangenen Jahres am Bremer Osterdeich. Jetzt, wenn Werder mal wieder am Millerntor spielt, will ich mehr Werder- als St. Pauli-Tore. Das will ich immer. Aber wenn es anders kommt, brauche ich weder zwanzig Trost-Biere noch irgendein Ventil wie Allfos im Jahr 2006. Wer auch immer das Ding am Samstag gewinnt: Glückwunsch schon mal.  

Der FC St. Pauli und Werder: eine Liga

Jan Delay, Katharina Fegebank, mein Kollege Erik und viele andere, die Liste der Werder-Fans mit eindeutigem Hamburg-Bezug ist lang. Kein Wunder, der Verein ist ja auch vollkommen okay. Der FC St. Pauli und Werder haben eine gemeinsame Geschichte, immer wieder wechseln Spieler zwischen den beiden Vereinen hin und her – ob Fin Bartels, Max Kruse oder zuletzt Luca Zander. Zurzeit sprechen viele beim Spiel am Samstag vom „Nordderby“. Das ist Quatsch. Derbys haben immer eine hohe symbolische Bedeutung, wie das „echte Nordderby“ zwischen Bremen und dem Verein aus Hamburg-Stellingen oder das Hamburger Stadtderby. Für mich ist es eher ein Spiel unter Freunden, bei dem der Bessere gewinnen soll. Es gibt keine Antipathie oder Ähnliches. Dafür eint die Vereine, insbesondere bei den eigenen Werten, zu viel – auch wenn ein Sponsor wie Wiesenhof beim FC St. Pauli mutmaßlich nicht auf dem Trikot stehen würde.

Wie es der Zufall will, sind beide Vereine aber sportlich zurzeit in derselben Lage: Beide stehen oben in der Tabelle der 2. Bundesliga und beide können, wollen und, in Bremens Fall, müssen vielleicht sogar aufsteigen. Drei Punkte am Wochenende wären damit für beide gleichermaßen wichtig. Das Hinspiel war ein sehr gutes, am Ende trennten sich die Teams 1:1. Ein Ergebnis, mit dem ich für Samstag leben könnte. Natürlich wäre ein 3:1 wie 2006, noch besser, aber die Vorzeichen sind andere. Der Platz hat mittlerweile eine Rasenheizung und beide Teams stehen sich nahezu auf Augenhöhe gegenüber. Mein Wunsch ist ein Heimsieg, am Ende der Saison Platz 1 für Bremen, Platz 2 für den FC St. Pauli, der Aufstieg für beide. Und die Kollegen aus Stellingen, die werden wieder Vierter, das hat ja auch schon ein wenig Tradition.


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Es geht wieder rund: Sommerdom kehrt zurück

Vom 30. Juli bis 29. August 2021 findet das größte Volksfest Norddeutschlands wieder auf dem Heiligengeistfeld statt.

Text: Felix Willeke

 

Zum letzten Mal drehten sich im Dezember 2019 die Karussells auf dem Heiligengeistfeld, danach kam die Corona-Pandemie. Die  folgenden vier geplanten Dom-Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Jetzt geht es aber wieder los: „Damit geht unser größter Wunsch in Erfüllung, wir bekommen unseren Dom zurück“, sagte Robert Kirchhecker, Präsident des Schaustellerverbandes Hamburg von 1884 e.V., dem „Hamburger Abendblatt“.

Die Wirtschatfsbehörde erlaubt für diesen Sommer 20 bis 30 Prozent weniger Betriebe. Zusätzlich wurde ein umfangreiches Hygiene- und Schutzkonzept erarbeitet. Für den Sommerdom 2021 gilt daher der Einlass nur für negativ Getestete, geimpfte und genesene Personen und es dürfen sich nicht mehr als 10.000 Menschen gleichzeitig auf dem Heiligengeistfeld aufhalten. Darüber hinaus soll es eine Maskenpflicht für alle Besucher:innen geben.


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Millerntor Gallery #9: Wenn aus Kunst Trink-Wasser wird

Zum neunten Mal verbinden Viva con Agua und der FC St. Pauli Kunst und Musik für einen guten Zweck bei der Millerntor Gallery. Warum sich jede Mühe dafür lohnt, erzählt der Geschäftsführer von Viva con Agua Arts, Arne Vogler

Text und Interview: Hedda Bültmann

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Viva con Agua Arts Chef Arne Vogler (Foto: Andirn Fretz)

SZENE HAMBURG: Arne, von der Schnapsidee zum festen Bestandteil der Hamburger Kulturszene. Wie geht das?

Es kamen mehrere Fakto­ren zusammen. Zum einen der nicht zu bremsende Akti­vismus der Gründer von Viva con Agua, die alles dranset­zen, eine Idee zu verwirkli­chen. Gemeinsam mit dem freudvollen Engagement un­serer Ehrenamtlichen. Zum anderen die Unterstützung unseres Partners FC St. Pauli, der von der ersten Stunde an dabei war. Die Offenheit und die Bereitschaft sich als Fußballverein und als Unter­nehmen auf das Projekt ein­ zulassen, ist einmalig und hat uns vieles ermöglicht.

Dieses Jahr lautet das Motto „Water is a Human Right“. Wie spiegelt sich das in der Ausstellung wider?

Die gezeigten Werke wer­den von den Künstlern aus aller Welt exklusiv für die Gal­lery entworfen. In der Ver­gangenheit hatten wir eher komplex formulierte Themen wie „Identikey“, was dazu führte, dass nicht alle Künstler themenbezogen gearbeitet ha­ben. Das wollten wir ändern.

Menschenrecht ist ein kon­kretes Thema und bietet nicht nur den Künstlern viele Anknüpfungspunkte, auch unser Kurations-­Team kann noch mehr einem roten Faden fol­gen, um über die Ausstellung eine Geschichte zu erzählen. Einige Künstler werden zum Beispiel Wasser als Thema wählen oder eine politische Herangehensweise, sodass ein schöner Mix unterschied­licher Umsetzungen und Genres zu sehen sein wird.

Ihr habt zum ersten Mal nicht nur das Thema konkreter formuliert, sondern auch wohin die Erlöse fließen …

Ja, genau. In der Vergan­genheit gingen die Spenden allgemein an den Verein. Diesmal haben wir im Vor­feld festgelegt, dass die Erlöse in das Oratta­-Projekt in den Provinzen Cabo Delgado und Nampula fließen. Dort, im Norden vom Mosambik, set­zen wir uns bereits seit 2015 für sauberes Trinkwasser und bessere Hygienebedin­gungen ein. Wir glauben, dass die Motivation der Künstler, Supporter und Besucher noch größer ist, wenn sie nicht nur für einen allgemein guten Zweck arbeiten oder spenden, sondern genau wissen für wen. Wir hoffen, so un­ser Spendenergebnis aus dem letzten Jahr von etwa 90.000 Euro zu übertreffen.

 

Millerntor Gallery #9: So bunt wird’s im Millerntor-Stadion

 

 

Innerhalb weniger Monate stelltet ihr eine Ausstellung mit mehr als 90 Künstlern auf die Beine. Klingt nach einem chronisch hohen Stresspegel?

Die acht bis zehn Wochen der Produktionsphase im Sta­dion sind schon eine enorme Belastung für die Familie und Freunde. Währenddessen bleibt kein Raum für anderes. Es ist, als würde man sich mit einem schweren Rucksack auf den Weg machen und es ist klar, für eine gewisse Zeit sieht man weder seine Fami­lie noch Freunde, es sei denn, man bindet sie als Helfer mit ein.

Doch das Ziel ist es auf je­den Fall wert. Die Gallery ver­braucht viele Ressourcen, aber sie ist auch wie ein Akku, ein Ort, der ganz viel Kraft gibt.

Was ist es, das sie so besonders macht?

Sie ist eine ganz besondere Veranstaltung, weil die soziale Grundhaltung aller Beteiligten besonders ist. Eine Galerie, die Kunst mit Musik verbindet, in einem Fußball­stadion mitten in der Stadt. Und das in einem Viertel, dessen Bewohner grundsätzlich eher gesellschaftskritisch und sozial engagiert sind.

Die Millerntor Gallery ist die Möglichkeit, die Grund­sätze von Viva con Agua zu erleben, das Freudvolle und Aktivistische. Wir kümmern uns um eine positive Verän­derung der Welt, aber auf eine spielerische Weise, indem wir die universelle Sprache von Kunst, Musik und Sport nut­zen, um die Menschen für unsere Themen zu erreichen und zum Mitmachen zu bewegen. Die Gallery ist sozusagen der Schmelztiegel von allem, was den Verein ausmacht.

 

„Unser Traum: den heiligen Rasen nutzen“

 

Der enorme Zulauf aus der Stadt mit 17.000 Besuchern im letzten Jahr, gibt euch Recht. Ruht ihr euch darauf aus, oder ist es eher ein Ansporn neu zu denken?

Natürlich sprechen wir je­des Jahr mit dem FC St. Pauli, ob und wie wir weitere Teile des Stadions in die Millern­tor Gallery einbinden können. Unser Traum wäre natürlich, irgendwann mal den heiligen Rasen nutzen zu können. Auch möchten wir zukünftig vermehrt ein Gleichgewicht zwischen den Genres schaffen, auf der einen Seite Street­ Art und HipHop, gleichzeitig im Kunstbereich die Grenzen erweitern. Noch liegt der Aus­stellungsfokus auf Street Art, aber in diesem Jahr haben wir darüber hinaus einige Hoch­karäter aus der bildenden Kunst dabei.

Was löst Kunst bei dir aus?

Emotionen. Die ganze Palette: von Erstaunen und Begeisterung über Glück bis hin zur Ruhe. Aber auch Trauer. Gerade bei dem dies­jährigen Kurationsprozess habe ich wieder gemerkt, dass Kunst für mich ein Vehikel für einen Perspektivenwech­sel sein kann, so als würde ich mir eine Brille aufsetzen und ein Thema nochmal ganz an­ders entdecken.

Millerntor Gallery #9: 4.-7.7.2019, Millerntor-Stadion (St. Pauli)


Szene-Hamburg-Juli-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juli 2019. Titelthema: Schmelztiegel St. Georg.
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