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Kommentar: BAföG immer noch zeitgemäß?

Am 1. September 1971 trat das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in Kraft. Wie zeitgemäß ist es heute noch?

Kommentar: Felix Willeke

 

Kennt noch jemand das Honnefer Modell? Es war von 1957 bis 1971 der Vorläufer des Studierenden-BAföGs. Es diente auch zur Unterstützung von Studierenden, aber nicht als Darlehen wie heute, sondern als Vollstipendium für die besten Studierenden. Wurden damals nur etwa 15 Prozent der Studierenden gefördert, sind es heute in der Regel über 20 Prozent. Auch ein Grund, warum unter anderem die SPD 1971 auf die Verabschiedung des BAföGs drängte. Wer heute die strengen Voraussetzungen erfüllt, sich durch die Formulare kämpft, wird gefördert und muss später „nur“ bis zu 50 Prozent des Darlehens zurückzahlen. Die Leistungen werden familienabhängig gewährt. Das heißt, wer aus einem Elternhaus mit zwei erwerbstätigen Eltern stammt, hat nur selten Anspruch auf Förderung, egal wie gut es der Familie finanziell geht und welche Beziehungen die Person zu den eigenen Eltern hat. Ist das Modell damit heute noch zeitgemäß?

 

Die Gesellschaft hat sich verändert

 

Die Förderung sorgt zwar für Diversität an den Universitäten und bereichert diese zugleich. Aber mit fortschreitender Liberalisierung der Gesellschaft werden auch die Familienbilder, Berufs- und Bildungsbiografien immer diverser. Es gibt neue Familienmodelle, Eltern haben zum Teil kein oder kein gutes Verhältnis zu ihren Kindern oder wollen beziehungsweise können diese nicht finanziell unterstützen. Dazu gibt es viele junge Menschen, die sich nach Studienbeginn im Laufe des ersten Studiums – wie ich selbst – zu einem Studiengangwechsel entscheiden. Hier muss sich das Modell BAföG anpassen. Hinzu kommt, dass sich durch das Bachelor-/Master-System die Studienzeit im Vergleich zu Zeiten des Diploms und des Magisters verkürzt hat und immer weniger Zeit bleibt – wenn man in Regelstudienzeit fertig werden möchte – sich neben der Uni noch um einen Job zu kümmern oder sich anderweitig zu engagieren. Deswegen ist die familienabhängige Förderung des BAföGs nicht mehr zeitgemäß.

 

Auch in der Politik ein Thema

 

Die Diskussion um das BAföG ist längst auch in der Politik angekommen. So gab es beim Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 die Frage, ob Studierende BAföG unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern erhalten sollten. Die CDU/CSU, SPD und AfD lehnten dies ab, GRÜNE, LINKE und die FDP sprachen sich dafür aus. Während die FDP ein BaukastenBAföG mit einem Maximalbetrag von 400 Euro vorsah, sprach sich die LINKE für ein nicht-rückzahlungspflichtiges Fördergeld aus. Die GRÜNEN wollten das BAföG in Grundsicherung für Studierende umwandeln. Diese sollte aus einem Garantiebetrag und einem Bedarfszuschuss bestehen – konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Während beim Vorschlag der FDP die Förderung für Studierende gekürzt und im Lichte des Bachelor-/Master-Systems noch weiter eingeschränkt werden würde, liegt die Wahrheit wahrscheinlich zwischen dem Vorschlag der LINKEN und dem der GRÜNEN.

 

Der Tod der Debattenkultur?

 

Diese politische Diskussion findet derweil in einem Land statt, das mit seiner Bildungsgerechtigkeit hinter vielen Industrieländern zurückliegt und in dem es für Nicht-Akademikerkinder schwer genug ist, das Abitur zu schaffen. Deswegen ist es bei einem auf Effizienz und Planbarkeit getrimmten Studium keine Lösung, den Studierenden beim BAföG noch zusätzlich Steine in den Weg zu legen. Das Modell BAföG muss an die heutige Realität angepasst und vielleicht auch entgegen dem Trend solidarischer für alle werden. Denn wenn dem nicht so ist, wird die Universität langfristig immer mehr zu einem Ort der Bildungseliten und die Diversität geht verloren – ein Todesurteil für jede Debattenkultur.


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Uni-Extra: Zurück in Präsenz

Das Studium soll die beste Zeit im Leben sein, doch viele Studierende waren dank der Pandemie noch nie auf dem Campus oder haben ein Seminar offline besucht. Zwei Studierende erzählen von Unsicherheiten, Auswegen und neuen Perspektiven

Text: Kevin Goonewardena

 

Der Beginn eines Studiums ist zweifelsohne auch der eines neuen Lebensabschnitts: Hunderttausende junge Menschen sind auf der Schwelle zum Erwachsensein und tauschen mit Beginn des ersten Semesters nicht nur den Schulbesuch gegen eine neue Form der Lehre und des Lernens ein. Doch gerade in der ersten Zeit dürfte die am Ende stehende Berufsausbildung für die meisten kaum eine Rolle spielen: Es locken unbekannte Städte, neue Menschen und bisher nicht gekannte Möglichkeiten. Am Ende des Studiums soll neben dem Abschluss häufig auch die abgeschlossene Selbstfindung stehen – und nicht weniger als die beste Zeit des Lebens.

 

Zwei Studierende berichten

 

Ist das in Zeiten einer Pandemie überhaupt möglich? Wie gestaltet sich der Uni-Alltag, wie das Leben und vor allem: Wie fühlen sich junge Menschen während dieser Zeit? Merle (24) und Alexander (22) haben uns genau das erzählt.

„Ich bin den ganzen Tag unterwegs“, erklärt Merle, stören tue mein Anruf aber dennoch nicht. Ich erreiche die 24-Jährige, die im Frühjahr diesen Jahres ihr Jurastudium in Hamburg begonnen hat, in Irland am Telefon. Ein paar Tage ist sie nun schon dort, bald geht es wieder zurück. Mal wieder richtig rauskommen, eine Sehnsucht, die auch Nicht-Studierende in den vergangenen eineinhalb Jahren nur allzu oft hatten. Viele haben auf Verwandtenbesuche, Familienfeiern und Urlaube lange verzichtet, kommen jetzt so langsam wieder raus und rein in ein Leben, in dem die Corona-Pandemie nicht mehr omnipräsent ist.

 

„Einen Prof habe ich bis heute nicht kennengelernt.”

 

Merle studiert Jura im zweiten Semester (Foto: privat)

Merle studiert Jura im zweiten Semester (Foto: privat)

Mit dem Start des Wintersemsters 2021/2022 Anfang Oktober sollen die weit über 40.000 immatrikulierten Student:innen der Uni Hamburg wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren können, auch eine Orientierungswoche für Neuankömmlinge ist geplant – jene fand zum Start der vergangenen Semester nur digital statt. Fünf Zoom-Einführungen habe es in der ersten Woche gegeben, jeden Tag eine, erinnert sich Merle. „Das fand ich richtig blöd. Normalerweise wird einem in der ersten Woche alles gezeigt, man lernt die Leute kennen. Die Zoom-Meetings hat man sich alleine zuhause angucken müssen”, auch eine:n Professor:in habe sie bis heute nicht kennengelernt.

Sie weiß aber auch, dass die Uni keine Wahl hatte. „Was mich stört ist, dass es ganz viele verschiedene Onlineplattformen gibt. Teilweise ist es so, dass man auf unterschiedlichen Kanälen Materialien aus ein und demselben Kurs findet, die man sich dann auch noch selbst zusammen suchen muss. Das finde ich ziemlich schwach von der Uni Hamburg“, kritisiert sie die Digital-Performance der größten Hamburger Universität.

 

Nachholbedarf im Digitalen

 

Die größte staatliche Bildungseinrichtung der Hansestadt hat zwar, wie vielerorts Lehreinrichtungen in Deutschland, schon vor Corona deutlich Nachholbedarf auf digitalem Terrain gehabt, doch die Chance, die Pandemie als Gelegenheit wahrzunehmen und durch Investitionen den längst notwendigen Ausbau des entsprechenden Angebots anzuschieben, sieht Merle nicht genommen. Dabei begleitete uns alle Corona, als Merle ihr Jurastudium beginnt, schon seit einem Jahr.

„Manche Professor:innen haben ihre Vorlesungen live via Zoom abgehalten, andere haben sich nur einmal gefilmt und dann einzelne Videos hochgeladen. Material gab es oft auf einer anderen Plattform, kommuniziert wurde wiederum über einen dritten Kanal. Man musste sich alles selbst zusammensuchen und hat oft nicht mitbekommen, dass und wo es was zu finden gab.”

Wie ich nach ihren Schilderungen, hat auch Merle den Eindruck, dass es keinen roten Faden gegeben hat, oder zumindest glaube sie „hat den Verantwortlichen die Medienkompetenz gefehlt, da einen roten Faden rein zu bringen. So hat jede:r sein eigenes Ding gemacht.”

Alexander, Student der Medizin im dritten Semester, kann diese Erfahrungen nicht bestätigen. Er, so erzählt er mir, habe es in dem von der Uni und dem Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) betreuten Studiengang nicht mit unterschiedlichen Plattformen zu tun und keine Schwierigkeiten an Material zu kommen. Die fehlenden Orientierungseinheiten zum Semesterstart habe er gleichwohl vermisst.

 

Schwerer, leichter, alles beim Alten?

 

Welchen Einfluss hat nun aber die Pandemie genau auf den Fachinhalt, das Lernpensum, den Schwierigkeitsgrad eines während der letzten eineinhalb Jahre begonnen Studiums? Schnell wird klar, objektiv lassen sich die Auswirkungen für Studierende nicht messen. Da beispielsweise Prüfungsinhalte unbekannt sind, lässt sich nicht sagen, ob und wenn ja, was in welcher Form nun aufgrund der derzeitigen Situation angepasst oder komplett gestrichen wurde. Die wohl zwangsläufig aufkommenden Gerüchte, von denen Merle berichtet, die Prüfungen seien schwerer gestaltet worden, da sie von den Studierenden von Zuhause aus ohne Webcam- und sonstige Überwachung, dafür theoretisch mit Hilfe von Literatur, Notizen und Google hätten geschrieben werden können, lassen sich weder bestätigen, noch widerlegen.

 

Positive Erfahrungen

 

Alexander studiert Medizin im dritten Semester (Foto: privat)

Alexander studiert Medizin im dritten Semester (Foto: privat)

Das individuelle Gefühl eines jeden Studierenden ist hier maßgeblich für die Einschätzung eines veränderten Schwierigkeitsgrads des Studiums. Alexander beispielsweise glaubt nicht, dass die Prüfungsinhalte schwerer geworden sind. Er berichtet von seinem Gefühl, dass die Aufgaben leichter gestellt worden seien und dem Gesamteindruck, dass Uni und UKE ihm und seinen Kommiliton:innen in der Pandemie bisher wohlwollend gegenübertreten würden. So sei sogar eine Corona-bedingt ersatzlos gestrichene mündliche Prüfung für alle seines Studiengangs mit voller Punktzahl gewertet worden. Auch bei Jurastudent:innen wie Merle würden die Verantwortlichen Corona Rechnung tragen: Für den sogenannten Freischuss, einen Freiversuch vor dem ersten juristischen Staatsexamen für all diejenigen, die ihr Studium in einer bestimmten Zeit absolviert haben, haben sie und die Mitstudierenden nun mehr Zeit – die Pandemie-Semester werden nicht auf die Studiendauer angerechnet.

Der fehlende Austausch mit Kommiliton:innen und Lehrkörpern über den Stoff und der damit verbundene Umstand, sich viele Inhalte selbst beibringen zu müssen, stellt für alle Studierenden eine individuelle Herausforderung dar. Dass ein Studium durch Corona schwerer geworden ist, kann man pauschal jedoch nicht sagen. Alexander gibt zu bedenken, dass Selbstverantwortung im Studium sowieso gefragt sei, und zwar nicht nur in Corona-Zeiten.

 

Lebe lieber ungewöhnlich

 

Doch nicht nur der Unialltag, sondern auch das Leben drumherum ist bekanntermaßen für Studierende wie für die restliche Bevölkerung zeitweise nahezu zum Erliegen gekommen. Die physischen Auswirkungen, die die getroffenen Maßnahmen haben könnten, wurden in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert. „Am Anfang war die Zeit der Pandemie für mich von einer großen Unsicherheit geprägt”, erzählt Alex, „man wusste ja nicht, wie ansteckend das Virus ist, welche Folgen es hat, wie man es behandeln kann. Für mich war das alles eine große Wolke mit Fragezeichen drin. Ich wusste nur, dass das gefährlich und nicht normal ist”, der erste Lockdown habe das dann noch mal unterstrichen.

Ob spezielle Seelsorgeangebote für Studierende eingerichtet wurden, vermochten beide nicht zu sagen. Aber wie kamen sie denn selbst durch die vergangenen eineinhalb Jahre? Beide betonen, wie sehr ihnen der Umstand, aus Hamburg zu kommen, Freunde hier zu haben und auch vor dem Lockdown schon in Beziehungen gewesen zu sein, geholfen habe.

 

Neue Horizonte

 

Besonders hart getroffen habe es Studierende wie die Freundin Merles, die sie während eines Zoom-Chats kennenlernte, und die aus dem Ausland nach Hamburg gezogen ist. Für sie war alles neu, sie konnte nicht auf eine gewohnte Umgebung und einen festen Freundes- und Bekanntenkreis zurückgreifen.

Um nicht in ein Loch zu fallen, hat jeder einen eigenen Weg gefunden. „Was mein Freund und ich tatsächlich gemacht haben, war, dass wir viel mit dem Auto weggefahren sind und dann auch dort geschlafen haben. Wenn man im Auto pennt, trifft man nur mal im Supermarkt auf Leute und ist ansonsten ziemlich kontaktarm unterwegs. Dass, muss ich sagen, hat mich oben gehalten, denn in Hamburg fällt einem früher oder später die Decke auf den Kopf. Wir sind zum Beispiel nach Dänemark gefahren oder an die Mecklenburgische Seenplatte”, erzählt Merle und fügt an, dass sie auf diese Art und Weise wohl ohne Corona nicht gereist wären und auch an Urlaub in Deutschland nicht gedacht hätten.

Als Positives aus der Pandemie nimmt Alexander mit, dass er sich ganz bewusst und nur mit den engsten Freunden und Familienmitgliedern getroffen hat. Aber auch sein Blick auf die Gesellschaft habe sich verändert: „Mir ist noch mal bewusst geworden, wie wichtig Public Health-Themen sind, und Corona hat mir einmal mehr deutlich gemacht, dass die Politik und Wissenschaft auch in Zukunft eng miteinander verknüpft arbeiten sollten. Ich glaube, hätte man von Anfang an mehr aufeinander gehört, wäre man möglicherweise zu anderen Maßnahmen gekommen. Auch die Kommunikation zwischen Politik, Wissenschaft und Gesellschaft hätte klarer sein müssen.”


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Uni-Extra: Zurück in den Hörsaal

Nach anderthalb Jahren kehren die Hamburger Universitäten wieder zurück in die Präsenzlehre. Auf Studierende und Lehrende warten dabei viele Herausforderungen

Text: Felix Willeke

 

Am 27. August, genau 46 Tage vor geplantem Vorlesungsbeginn, sagte die Hamburger Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank: „Nach drei weitestgehend digitalen Semestern, die für die meisten Studierenden nur mit großen Herausforderungen und Entbehrungen zu bewältigen waren, bin ich nun sehr froh, dass es uns gelungen ist, mit allen Beteiligten einen Weg aufzuzeigen, wie wir an den Hamburger Hochschulen zum Wintersemester wieder den Präsenzbetrieb ermöglichen können.“ Doch wie ist es für Studierende und Lehrende nach drei digitalen Semestern, wieder in die Hörsäle zurückzukehren – vor allem vor dem Hintergrund, dass die Corona-Pandemie noch nicht vorbei ist?

 

Online hat etwas gefehlt

 

Prof. Dr. Katharina Kleinen-von Königslöw (Foto: Sebastian Engels)

Prof. Dr. Katharina Kleinen-von Königslöw (Foto: Sebastian Engels)

„Die letzten anderthalb Jahre Online-Lehre hatten ihre Höhen und Tiefen“, sagt Sally Rikke Bohm, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Presse des AStA der Universität Hamburg. „Total gefehlt hat der soziale Austausch mit anderen Studierenden, das macht das Ganze eigentlich aus.“ Diese Meinung hat die Vertreterin der Studierenden nicht exklusiv. Die Prodekanin für Studium und Lehre an der Uni Hamburg, Katharina Kleinen-von Königslöw, sieht es ähnlich. Sie ist nicht nur für den organisatorischen Ablauf des Lehrbetriebs verantwortlich, sondern auch Professorin für Journalistik und Kommunikationswissenschaft: „Was bei der Online-Lehre fehlt, ist die Kommunikation rund um die Vorlesung. Die ist immer hilfreich, um es auch menschlich nett zu machen (lacht). Man hat auch über das Semester hinweg gemerkt, dass die Rituale des Ankommens und des sich aufeinander Einstellens sehr fehlen. Das gilt auch für die Studierenden untereinander, und uns Dozent:innen gegenüber baut das direkte Miteinander Hemmungen ab.“

 

3G kommt

 

Sally Rikke Bohm, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Presse des AStA der Universität Hamburg (Foto: Sally Bohm)

Sally Rikke Bohm, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Presse des AStA der Universität Hamburg (Foto: Sally Bohm)

So haben die drei digitalen Semester einige neuen Herausforderungen mit sich gebracht und dazu technische Probleme als Begleitmusik. Jetzt geht es wieder zurück an die Hochschulen. Die Vorlesungen und der gesamte Betrieb soll an den staatlichen Hochschulen in Hamburg nach dem 3G-Modell funktionieren. Das heißt, für den Uni-Alltag müssen Lehrende und Studierende genesen, geimpft oder nach aktuellen Richtlinien negativ getestet sein. „Wir reden dabei nicht über 100 Prozent, sondern über 50 bis 75 Prozent Präsenzlehre“, erklärt die Professorin. „Im Moment liegt die Entscheidung über die Präsenz in den Händen der Lehrenden.“ Die Professor:innen entscheiden also selbst, ob sie die Studierenden persönlich ins Seminar bitten oder weiter auf eine digitale Lösung setzen. „Zurück an die Uni ist ein komisches Gefühl, weil man lange nicht da war“, meint die Sprecherin des AStA. „Wir haben noch Corona und deswegen kann ich mich persönlich nicht so entspannt am Campus aufhalten wie vorher.“

 

2G als Alternative?

 

Dazu kommt die Frage, wie der ganze Ablauf mit der Prüfung der 3G-Richtlinien funktionieren wird. Bis Mitte September gab es von den großen Hamburger Hochschulen noch keine verbindlichen Aussagen, wie das genau vonstatten gehen soll. Während die Uni Hamburg überlegt, ob sie auf stichprobenartige Kontrollen setzen will, nachdem sich die Studierenden einmalig zentral registriert haben, soll es unter anderem an der HafenCity Universität 3G-Kontrollen an den Eingängen geben. Katharina Kleinen-von Königslöw schlägt als Alternative ein 2G-Modell vor: „Die Universität ist eine Blase für sich und ich gehe davon aus, dass die meisten geimpft sind. Ich persönlich denke – und mir ist klar, dass 2G einen Teil der Studierenden aus der Präsenzlehre ausschließen würde – dass es optimal wäre, wenn wir erstmal ein digitales Studium weiterhin möglich machen könnten. Dann wäre 2G überhaupt kein Problem. Wir könnten Organisationsaufwand und Kosten reduzieren und vielleicht sogar mehr Präsenz anbieten. Neben den Ungeimpften könnten beispielsweise auch Studierende mit Kindern von dieser Lösung profitieren.“ Dem stimmt auch Sally Rikke Bohm zu, wünscht sich aber zugleich ein Impfangebot auf dem Campus, „um die Impfung für die bisher Ungeimpften niederschwellig zu gestalten.“ Während eine Lösung nach dem 2G-Modell noch Zukunftsmusik ist, müssen alle Hamburger Universitäten mit der 3G-Vorgabe arbeiten. Deswegen rät Bohm den Studierenden, die bisher nur online studieren konnten: „Nehmt die neue Situation gelassen, es ist für alle neu“, und Kleinen-von Königslöw ergänzt: „Lassen Sie sich Zeit, es wird ungewohnt sein für uns alle, erst recht mit so vielen Menschen.“

Mittlerweile haben die HAW (am 14. Oktober und 4. November 2021 auf drei verschiedenen Campussen) und die Universität Hamburg (Pop-up-Impfen auf dem Campus, am 4. und 25. Oktober 2021) ein Impfangebot eingerichtet.


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Das Gelände des UKE – ein Rundgang durch Klinikwelten

Vom Kinder-Komplex bis zum Gebetsraum: ein Rundgang über das Klinikgelände des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Babyblau, marineblau, graublau, alles blau. Das mehrere Meter breite Bild, das im ersten Stock hängt, zeigt ein Meer und einen Himmel und soll seine Betrachter wohl beruhigen. „Stell dir vor, du bist am Strand“, steht auf dem Bild, unsichtbar und doch deutlich zu erkennen für jeden, dessen Blick länger als zwei Sekunden darauf hängen bleibt. Nur ein Teil der über die Hallen und Flure verteilten Ausstellung von Regina von Fehrentheil: „Form. Farbe. Struktur“. Zwischen den Naturaufnahmen und großzügig aufgestelltem Grünzeug, am Empfang sogar Gladiolen, fühlt es sich an wie im Foyer eines 5-Sterne-Wellnesshotels.

Als beginne gleich hinter der blauen Kunst eine Sauna- und Whirlpool-Landschaft. Es ist aber kein Hotel. Es ist das Hauptgebäude des UKE, und die Flure führen zu allen denkbaren menschlichen Schicksalen. Spätestens die konzentrierten, ernsten Blicke der Frauen und Männer, die hinter den Aufnahmetresen der angrenzenden Fachbereiche sitzen, signalisieren: Hier geht es um viel, manchmal um alles.

Professor Doktor Doktor Soundso

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Stationstür im Hauptgebäude. Foto: Erik Brandt-Höge, Sophia Herzog

Die Rolltreppe hoch. Auf den Stufen bestimmen blaue Schwesternhosen und lange, weiße Kittel das Bild. Desinfektionsmittelmief vermengt sich mit dem Geruch von frischem Kaffee, den es am Ende der Treppe an der hauseigenen Bar gibt. Zwei Schwestern löffeln Eiskaffee mit riesigen Sahnebergen. „Geil“, sagt die eine, und die andere gähnt.

Es ist 18 Uhr, einige haben Feierabend, einige fangen erst an. Bei rund 11.000 Mitarbeitern auf dem gesamten Gelände stehen die UKE-Zahnräder nie still. 2.800 Ärzte und Wissenschaftler, 3.300 Pflegekräfte und Therapeuten, 3.400 Studierende, 118 Professoren: Das UKE belegt Rang drei in den Charts der größten Hamburger Arbeitgeber (1. Airbus, 2. Asklepios Kliniken).

Wie jede andere Klinik ist es ein Wirtschaftsunternehmen, daraus wird vor Ort auch kein Hehl gemacht. Im nächsten Gang hängen hochglanzpolierte Silbertafeln mit Firmennamen: Technik, Versicherung, Bank. Imposante Werbung. Viel imposanter als die Nennung der eigentlichen UKE-Stars. Die Namen der Professor Doktor Doktor med. Soundsos sind in schlichtem Grau auf den gläsernen Stationstüren verewigt.

Bitte warten – Schilderwald UKE

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Schild des Musalla-Gebetsraums im UKE. Foto: Erik Brandt-Höge, Sophia Herzog

Weiter über die Flure, den blauen PVC mit den weißen und beigen Punkten. Vorbei an der Post und dem Friseur. Die Anzahl der „Warten“-Schilder und dazugehörigen Bänke steigt inflationär, und das nur rund um den OP-Bereich (16 Säle) und die Intensivstation. Bis zum fünften Stock mit dem Kreißsaal und der Wochenstation kann und muss noch so viel mehr Zeit mit Nichtstun verbracht werden.

Auf einem schwarzen Ledersofa sitzen eine ältere Dame und ein älterer Herr. Sie hält seine Hand, streichelt mit dem Daumen rhythmisch über die Haut. Sie sieht ihn an, sein Blick geht zur Wand. Vor ihnen: ein professionell ausgestatteter Putzwagen aus Plastik und Metallgestänge, ein schnörkelloser Rollstuhl. Schwermütige Stille. Wenige helle Stimmen in der Ferne, ein kurzes Lachen und Gläserklirren lockern auf. Nicht weit von hier: der Gebetsraum (Musalla) und die Zimmer der evangelischen und katholischen Klinikseelsorger.

Auch einen „Raum der Stille“ gibt es. Helle Fliesen, lange, kirchentypische Bänke, Jesusbilder, Kerzen. Hier können Familien innehalten, was auch immer sie gerade hinter oder noch vor sich haben. In diesem Moment ist der Raum leer.

Wieder raus und über eine schmale, an Flughafengangways erinnernde gläserne Brücke zum nächsten Gebäude. Hinein in ein kahles Treppenhaus mit Neonröhrenbeleuchtung von den Wänden und hoch zum Kasino a. k. a. Mensa. Es riecht noch nach Ofenkartoffeln und gebratenem Gemüse. Heute gibt es nichts mehr, der Laden, in dem nicht zuletzt die Studierenden vom Pauken pausieren, ist ab 15 Uhr geschlossen. Wieder zurück, alle Wege, die Brücke, die PVC-Strecke, die Rolltreppe runter. Vorm Rausgehen: Espresso und Schokolade aus grell leuchtenden Automaten. „Make the day work“, steht auf einem.

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Eingang zum Klinikkomplex, einer Mini-Stadt in der Stadt. Foto: Sophia Herzog

Der Park: ein Extra-Zimmer

Direkt gegenüber, aus dem Eppendorfer Park, steigen Rauchwolken zum Himmel. Spätsommergrillen auf den frisch gemähten Wiesen. Eine Hand voll übergewichtiger Jogger schleppt sich hinter ihrem rückwärts laufenden Trainer über den Kiesweg, der das Areal umrahmt. Auf einer Bank am Rand: zwei Frauen, schweigend. Eine von ihnen trägt einen türkisfarbenen Mundschutz. Zwei Bänke weiter hören Jugendliche HipHop aus Handys und kiffen. Und im Zentrum, nahe eines kleinen Teichs, ist eine Slackline zwischen den Buchen gespannt. Ein Mittzwanziger balanciert, so gut er kann.

Der Park ist nicht besonders groß, nach einem fünfminütigen Schlendergang ist alles gesehen. Aber er ist dem Krankenhaus sehr nah, ein Extra-UKE-Zimmer geradezu. Leicht zu erreichen für Patienten und Angehörige, auch Rollstuhlfahrer haben keine Mühe. Kurzes Durchschnaufen vom Klinikbetrieb geht hier immer, auch weil sich Patienten und Nichtpatienten begegnen. Wer sich eben noch wegen seiner Beschwerden isoliert fühlte, ist ein paar Schritte weiter schon wieder mittendrin in der Gesellschaft. Kranke werden geradezu erwartet.

Mini-Villen im Pavillon-Stil

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Rotklinker-Gebäude im Pavillon-Stil. Foto: Erik Brandt-Höge, Sophia Herzog

Die Martinistraße runter. Auffällig hier: die zahlreichen Rotklinkergebäude, jeweils mit hohen Fensterfronten, teils mit wintergartenartigen Anbauten. Direkt vor dem hochmodernen Hauptgebäude gelegen, wirken die gepflegten Mini-Villen etwas aus der Zeit gefallen. Dabei waren sie es einst, die als extrem innovativ galten. 1889, als das UKE – damals noch NAK (Neues Allgemeines Krankenhaus Eppendorf) – eingeweiht wurde, basierte der Klinikbau auf dem sogenannten Pavillon-Stil. Die Idee dahinter: Heilung durch Licht und Luft. Zudem würden sich Krankheiten in mehreren kleinen Gebäuden nicht so schnell verbreiten können.

Deshalb ein Aufnahmepavillon, ein Krankenpavillon, ein Operationsbunker und, und, und. 55 Pavillons gab es insgesamt. Einige vergleichsweise große Rotbauten standen den Chefs zu, etwa dem Ärztlichen Direktor und dem Verwaltungsdirektor. Dass heute nicht mehr die ganz große Pavillon-Parade auf dem UKE-Gelände stattfindet, liegt an den Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg und der Runderneuerung des Komplexes danach. Die Auffassung dann: weniger Pavillons gleich bessere Patientenversorgung.

Highlight: die Hainbuche im Innenhof

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Die Hainbuche im Kinder-UKE. Foto: Erik Brandt-Höge, Sophia Herzog

Letzte Station: Kinderstation. Die Werner und Michel Otto Kinderklinik, kurz Kinder-UKE, ist der hellste Fleck auf dem Gelände, jedenfalls äußerlich. Die Fassade in feinen Terrakottafarben gehalten, die Jalousien in türkis, wirkt alles fröhlich, total angenehm. An den Fenstern kleben gebastelte Elefanten, um die herum allerhand Schönes schwirrt: Sonnen, Melonen, Eiswaffeln mit bunten Kugeln, Blumen und Sterne. Am Glas lehnen drei Schaukelpferde, die durch etwas Bewegung von den Reitern über die Flure galoppieren können.

Dass sich dahinter nicht nur 23 Spiel-, Gesellschafts- und Aufenthaltsräume verbergen, sondern auch drei Operationssäle und 148 Betten für die kleinen UKE-Patienten, ist Fakt, aber fast nicht zu glauben, zu schön ist dieser Ort, als dass es hier Leiden geben könnte

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Immer auf Achse sind die
2.800 Ärzte und Wissenschaftler. Foto: Erik Brandt-Höge

Vorbei an einer kleinen Blumenwiese und blauweißen Strandkörben, geht es in den Innenhof. Da ragt das grüne Highlight des Hauses 24 Meter in die Höhe: eine Hainbuche, die übrigens zuerst hier war. Der Klinikbau wurde bewusst drum herum gezogen und der Baum zum lebendigen Kern erklärt. Von jedem Flügel, von jeder Fensterfront aus ist er sichtbar.

Auf einem kreisrunden Weg um die Buche bewegen sich zwei große und zwei kleine Menschen langsam voran. Einer der beiden kleinen sitzt im Rollstuhl, ist versehen mit allerhand Schläuchen. Er lacht. Alle vier lachen. „Ich will Pudding!“, ruft der Rollifahrer, und der andere Kleine: „Du spinnst, du hattest schon drei!“ Wieder Lachen, jetzt noch lauter. Glück im Unglück, so scheint es. Offensichtlich ist nur eines: Die Möglichkeit, hier mit Krankheit gut umzugehen.

Der Zukunftsplan 2050

Kliniken brauchen Standards, und Standards müssen erhöht werden – eh klar. Einen symbolischen Baggereinsatz gab es deshalb erst kürzlich: Der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Klinikums, Prof. Dr. Burkhard Göke, hat damit den Zukunftsplan 2050 gestartet. Aktuell im Fokus: Neubauten des Universitären Herzzentrums, der Martini-Klinik und des Campus Forschung II sowie des Hamburg Center for Translational Immunology.

Text: Erik Brandt-Höge
Fotos: Jérome Gerull (Beitragsbild) / Sophia Herzog & Erik Brandt-Höge

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Martinistraße 52, www.uke.de



 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2018. Das Magazin ist seit dem 29. September 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Jodel – Eine App erobert den Campus

Die Uni Hamburg ist Jodel-Hochburg. Gemeint ist aber nicht der Gesang aus den Alpen, sondern eine App, die viele Studenten in ihren Bann zieht.

Anonym, offen und ungehemmt kann man auf Jodel Sprüche klopfen oder sich mitdem #jhj – Jodler helfen Jodlern – Rat holen. Vieles dreht sich hierbei um Karma. Wird dein Post mit Upvotes belohnt, gibt’s gutes Karma. Kaufen kann man sich dafür nichts, aber es fühlt sich gut an.

Jodler lieben ihre Stadt. Quelle: Jodel

Seit 2014 werden schon auf Jodel Sprüche geklopft, die jeder in einem Umkreis von 10 Kilometern lesen kann. Im letzten Jahr legte die App noch mal tüchtig an Beliebtheit zu. Gepostet werden Bilder oder knappe Texte. Über eine Million Nutzer schreiben bis zu 600.000 Kurznachrichten pro Tag. Inhaltlich erinnert das Ganze stark an eine digitale Uni-Klowand, Stand-up-Comedy oder Selbsthilfegruppe. Die Standortbegrenzung führt zu einer sehr starken Bindung zu der Stadt, in der man jodelt. Für alle, die Jodel Hamburg noch nicht verfolgen, sind hier die wichtigsten Grundlagen, die man wissen sollte.

Die schönste Stadt der Welt

Hamburger Jodler sind sich in einer Sache einig: Hamburg ist die schönste Stadt der Welt. Und niemand kann uns etwas anderes erzählen. Egal ob hier geboren oder nur zu Besuch, wir lieben diese Stadt. An keinem anderen Ort bleibt man lieber im Bett liegen. Hier gibt es das beste Schietwetter, die schönste Hafenskyline und das beste Gebäck: Franzbrötchen. Ein Franz geht immer. Ob an einem stressigen Tag oder bei einem gemütlichen Sonntagsfrühstück: Franz muss mit. Und das halten wir in jede Menge (Foto-)Jodel fest, wenn wir von dieser Heimatliebe gepackt werden.

Das HVV Racing Team

Wenn du von A nach B möchtest: Unser HVV hat das beste Racing Team. Manni, so heißen die Busfahrer bei Jodel, fährt immer auf Bestzeit– am liebsten ein paar Minuten zu früh genau vor deiner Nase weg, den Blick auf die Rundenbestzeit gerichtet. Die Hochbahn macht auch mit – das Rennen der U1 und U3 an der Kellinghusenstraße ist ein Klassiker. Und mach dir keine Sorgen: Niemand findet den richtigen Ausgang am Jungfernstieg. In diesem Labyrinth aus Gängen und Treppen kommt man gern am falschen Ende der Stadt raus.

Typische Jodler. Quelle: Jodel

Jodel-Typologie

Die Erstis werden gern auf die Schippe genommen. Mit der perfekten Lunchbox und einer riesigen Kollektion Stifte stehen sie den Langzeitstudenten mit einem geliehenen Kuli gegenüber, die ihre Notizen auf einer Serviette machen. Und natürlich gibt es unter Studenten auch die ein oder andere Stichelei. Informatiker? Alles Jungfrauen. Jura-Studenten? Alle reich. Grundschullehramt? Malen in Klausuren nur Mandalas aus. Wer übermalt, ist durchgefallen. Aber eines haben alle Studenten gemeinsam: In der Klausurenphase sind alle lieber auf Jodel und jammern, wie schwer das Lernen fällt,wenn man durch Jodel abgelenkt wird. Schlussendlich sind Jodler auch nur ganz normale Studenten. Dank Jodel fühlt man sich weniger schlecht, wenn man sich am Ende des Monats das Geld für die letzten Nudeln mit zurückgegebenen Pfandflaschen zusammenkratzt. Eine Jodel-Weisheit: Am Ende des Geldes ist noch viel zu viel Monat über.

Möwen in der Jodel-eigenen Schreibweise. Quelle: Jodel

Katerstimmung

Trotzdem gehen wir am Wochenende feiern. Woran man das merkt? Die einzige Zeit, an der Jodel einmal schweigt, ist sonntagmorgens. Da ist eher Katerstimmung angesagt. Zeit für Bettgeschichten im Zeichen des #dlrh – einfachmal den Lörres reinhämmern. Ist ja schließlich alles anonym, da fallen die Hemmungen schnell. Oder Zeit, Bilder von seinen Haustieren zu posten. Und alle Tiere werden zu Katzen, in der Jodel-eigenen Schreibweise: Gadse, Bellgadse, Fluggadse, Nussgadse, Hoppelgadse (Katze, Hund, Vogel, Einhörnchen, Hase) – die Möglichkeiten sind endlos. Und damit bleibt nur noch zu sagen: Glückwunsch, du bist gerade zum Jodler geworden.

 

 

 

 

Text: Melina Morg

Quelle: Jodel

 


Uni Extra 2017Ein Beitrag aus der SZENE Hamburg Uni Extra Frühjahr/Sommer 2017. Das Magazin für Hamburgs Studenten liegt kostenfrei auf dem Campus aus und ist zusätzlich als Heft im Heft in der April-Ausgabe unseres Stadtmagazins SZENE Hamburg erschienen.