Wasserhelden: Wasser wächst nicht an Bäumen – oder doch!?

Wer sich für grüne Projekte und Mineralwasser interessiert, hat vielleicht schon einmal von den Wasserhelden gehört. Das Konzept ist einfach erklärt: Ein Zusammenschluss aus mehreren Brunnenbetrieben ermöglicht, dass Wasserhelden Mineralwasser an verschiedenen Orten getrunken werden kann und trotzdem immer regional bleibt. Das bedeutet, dass die Mehrweg-Glasflasche nie weite Lieferwege zurücklegen muss
„Gemeinsam. Nah. Nachhaltig.“: Das Waserhelden- und Trinkwasserwald-Motto ist stets Programm
„Gemeinsam. Nah. Nachhaltig.“: Das Waserhelden- und Trinkwasserwald-Motto ist stets Programm (©Privat)
BU oben gilt für beide Fotos zusammen (dieses zweite Bild ist auch kein Muss) (©Privat)

Unter dem Motto „Gemeinsam. Nah. Nachhaltig.“ arbeiten die Wasserhelden eng mit dem Trinkwasserwald e. V. zusammen und sind auch hier in Hamburg aktiv. Mit vereinten Kräften entstehen in der Region der Partnerbrunnen neue sogenannte Grundwasserwälder, also artenreiche und standortgerechte Laubmischwälder. So trägt jede verkaufte Flasche einen Beitrag zur regionalen Grundwasserneubildung bei! Aber wie hängen gesunde Laubmischwälder und der Grundwasserspiegel eigentlich zusammen? Der Verein Trinkwasserwald e. V. gestaltet bundesweit gezielt ausgewählte Nadelwaldmonokulturen zu Laubmischwäldern um. Der als gemeinnützig anerkannte Verein wurde 1995 gegründet. Bisher wurden durch die Aktivitäten des Vereins und seiner Mitglieder über 6000 Hektar klimatolerante „Trinkwasserwälder“ geschaffen und bundesweit über 20 Millionen standortgerechte Laubbäume gepflanzt. Diese Grundwasserwälder bieten entscheidende Vorteile: Sie wirken sich günstiger auf das Klima aus, erhöhen die Artenvielfalt und vor allem produzieren sie erheblich mehr und hochwertigeres Grundwasser als reine Nadelwälder und sichern damit den lebenslangen Trinkwasserbedarf von bisher nahezu fünf Millionen Menschen.

Neues Wasser und sauberere Luft durch Bäume als Filter

Wälder sind außerdem wichtige Puffer im Klimasystem. Bäume nehmen bei der Photosynthese Kohlendioxid aus der Luft auf und speichern es in Form organischer Stoffe in ihrem Holz und anderen Geweben. Nur ein kleiner Teil dieses CO₂ wird später wieder über ihre „Atmung“ freigesetzt. Insgesamt entziehen Wälder der Atmosphäre daher große Mengen an Treibhausgasen. Forschende haben kürzlich sogar geschätzt, dass weltweite Aufforstungen einen erheblichen Teil der vom Menschen verursachten CO₂-Emissionen wieder binden könnten. Übrigens: Für die Neubildung von Grundwasser hat der Wald als weitgehend unbelastete, natürliche Sickerfläche eine zentrale Bedeutung. Unter Laubbäumen ist diese Neubildung besonders effektiv. Nadelwaldmonokulturen dagegen erschweren sie erheblich: Das ganzjährige Nadelkleid führt zu hoher Verdunstung, die raue Rinde bremst den Wasserabfluss, und starke Vergrasung verringert die versickerungsfähige Fläche. Dadurch entsteht nur wenig neues Grundwasser. Durch die Unterpflanzung mit Laubwald wird die Grundwasserneubildung hingegen deutlich erhöht, denn die laubfreie Zeit im Winter fördert den Grundwassereintrag aus Niederschlägen besonders. Das Ergebnis ist beeindruckend: Ein Laubmischwald erzeugt im Vergleich zu einem Nadelwald jährlich rund 800.000 Liter zusätzliches Grund- beziehungsweise Trinkwasser pro Hektar – dauerhaft und in hoher Qualität.

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