Die Kolleginnen und Kollegen von der „Süddeutschen Zeitung“ haben „Yesteryear“ kürzlich attestiert, der „gesellschaftskritische Easy Read des Sommers“ zu sein. Und was soll man sagen: Sie haben Recht. Das Buch ist einer der meistdiskutierten Romane des Jahres, weil es Caro Claire Burke gelingt, aus einer simplen Idee eine lesenswerte Geschichte von großer gesellschaftskritischer Tragweite zu machen. Protagonistin der Story ist die Tradwife-Influencerin Natalie Heller Mills, die auf Social Media ein romantisiertes Bild des Lebens im 19. Jahrhundert verkauft: Sie führt eine vermeintlich traumhafte traditionelle Ehe mit einem Cowboy auf einer Farm und kümmert sich glücklich um den Haushalt und ihre fünf Kinder. Doch als sie eines Tages tatsächlich im Jahr 1855 aufwacht, ihre inszenierte Online-Fantasie also plötzlich Realität wird, ist von Romantik nicht mehr allzu viel zu spüren. Ein Page-Turner, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte und der einem zweifelsohne den Sommer versüßt.
Dieser Artikel ist zuerst in der Printausgabe der SZENE 08/26 erschienen.

