King Khan glitzert im Scheinwerferlicht

Er ist ein königlicher Unterhalter, ein stattlicher Mann mit Oberlippenbart und Rhythmus im Blut. King Khan spielt mit seinen Shrines am 6.3. im Molotow

Der Schweiß auf seinem braunen Bauch glitzert im Licht der Scheinwerfer. Genüsslich streichelt er mit den Fingerspitzen über die runde Kugel und schnippt die Flüssigkeit ins Publikum. Auf dem Kopf trägt er eine goldene Krone, schwarze Federn ragen stolz in die Höhe. King Khan, der Sohn indischer Einwanderer, der in Kanada aufgewuchs, hat diesen Schmuck verdient. Er ist ein königlicher Unterhalter, ein stattlicher Mann mit Siegelringen, Oberlippenbart und Rhythmus im Blut.

Der Sänger und seine Kapelle sind in Hamburg keine Unbekannten. 2009 traten sie beim Reeperbahn Festival auf. Damals war der Bauch des Frontmannes noch nicht ganz so wohlständig geformt. Wer sie dort live sah, wird auch zum Konzert am 6.3. ins Molotow kommen und dem hysterischen Soundgewitter die Stirn bieten, das King Khan & The Shrines im Saal ausbrechen lassen.

Als säße ihnen der Teufel im Nacken, springen sie zwischen Soul, Jazz, indischen Klängen und psychedelischem Rock hin und her. König Khan zappelt in schwarzen Hotpants wie ein Aal auf dem Trocknenen über die Bühne und lässt trotzdem sexy die Hüften kreisen, als sei er die indische Reinkarnation von James Brown. Der Saxofonist wedelt ihm mit seinem goldenen Umhang Luft zu. Der Keyborder rennt wie ein Hamster auf Speed mit seinem Instrument auf den Schultern durch die Gegend, und das bereits beim ersten Song. Was macht es da schon, dass seit 2012 kein neues Album produziert wurde.

Text: Lena Frommeyer
Foto: Eric Luc

Molotow
Nobistor 14 (St. Pauli)
6.3., 20 Uhr