Die Ausstellung „Nordstoff“ vereint zwei unterschiedliche, aber harmonisierende künstlerische Handschriften: die eine geprägt vom Wasser und dem Fundmaterial des Hafens, die andere von der visuellen Sprache der Straße. Was beide verbindet, ist die Faszination für die Ästhetik der Vergänglichkeit – bei Bernd Muss zeigt sie sich im Rost und Treibgut des Hafens, bei Nils Peters in den collagierten, wie von Wind und Wetter freigelegten Schichten einer Litfaßsäule.
Bernd Muss verwandelt Treibgut und Rost in maritime, fantastische Skulpturen. Seine Materialien – alte Blechdosen, verwittertes Metall, Treibholz – stammen aus dem Harburger Binnenhafen und von der Elbe, wo er sie auf regelmäßigen Streifzügen aufliest. Aus Fundstücken, die achtlos liegen gelassen wurden und langsam vor sich hin rosten, entstehen Schiffe, Leuchttürme und fantastische Wesen der See – kleine Unikate, die von Fernweh, Seemannsgarn und der langen Geschichte des Hamburger Hafens erzählen.
Nils Peters arbeitet an der Schnittstelle von Malerei, Collage und Materialassemblage, angereichert mit Elementen der Street Art. In seinen Bildern verbinden sich Wortfragmente, surreale Details und bewusst gesetztes Chaos zu einer eigenen Bildsprache. Es ist eine Kunst, die Ordnung und Perfektion hinterfragt und gerade im scheinbar Widersprüchlichen Schönheit und Ruhe sucht.
Zusammen ergeben die Werke von Muss und Peters den titelgebenden „Nordstoff“ – ein Material- und Stimmungsbild des Nordens, das sich zwischen Hafenkante und Stadtstraße, zwischen Fundstück und Farbfläche entfaltet. Beide Künstler sind erfahrene Ausstellungspraktiker: Bernd Muss ist über die norddeutsche Galerienszene hinaus fest verwurzelt, während Nils Peters seine Werke bereits auf internationalen Kunstmessen und in Galerien von Los Angeles bis Mailand präsentiert hat.

